Geld in Thailand: Der umfassende Guide für Expats

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Finanzielle Angelegenheiten in Thailand haben oft eine steile Lernkurve, denn vieles läuft hier anders, als man es von zu Hause gewohnt ist.

Wer zum Beispiel ein Bankkonto in Thailand eröffnen will, stellt schnell fest: Eine zentrale, einheitliche Regelung gibt es nicht. Man bekommt höchstens eine grobe Vorstellung davon, welche Dokumente nötig sind, meist aus dem, was auf der Website der jeweiligen Bank steht. Und selbst das ist mit Vorsicht zu genießen, denn jede Filiale verlangt oft ihre eigene Zusammenstellung an Unterlagen. 

Dieser Artikel ist ein Nachschlagewerk für Expats in Thailand, die sich durch die Prozesse rund ums Geldwechseln, Überweisen, Sparen und Investieren kämpfen müssen. Wir verlinken außerdem auf unsere anderen Guides, in denen einzelne Themen noch tiefer behandelt werden.  

Bitte beachte: Wir sind keine Finanzberater oder Steuerexperten. Wenn du eine Beratung brauchst, die auf deine persönliche Situation zugeschnitten ist, wende dich an eine entsprechende Fachperson.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lass die Bankfilialen am Flughafen für den Geldwechsel links liegen. Die Kurse dort sind deutlich schlechter als bei Wechselstuben in der Stadt wie SuperRich oder vergleichbaren Anbietern in deiner Nähe.
  • Für Überweisungen nach oder aus Thailand ist Wise in der Regel günstiger als eine klassische Banküberweisung. Banken begrenzen Auslandsüberweisungen auf ungefähr ein Jahresgehalt und verlangen eine Angabe des Verwendungszwecks, auch wenn ein Nachweis dafür selten verlangt wird.
  • Selbst Filialen derselben thailändischen Bank können unterschiedliche Dokumente verlangen. Was in einer Filiale funktioniert, klappt in einer anderen vielleicht nicht, also sei darauf vorbereitet, es notfalls woanders zu versuchen.
  • Lokale Kreditkarten bringen oft Cashback und Rabatte von bis zu 20% bei Partnerhändlern. Viele Thais tragen deshalb gleich mehrere Karten mit sich herum. Für alle, die länger bleiben, lohnt sich der Aufwand für eine lokale Karte.
  • Auf Gewinne aus dem Kauf und Verkauf von Aktien, die an der Börse von Thailand (SET) notiert sind, fällt keine Kapitalertragsteuer an. Dividenden werden mit 10% oder deinem persönlichen Steuersatz besteuert, je nachdem, was du wählst. Die Courtage ist niedrig und liegt oft unter 0,25%.
  • Die Einkommensteuer folgt einem progressiven Tarif von bis zu 35%, und wer Geld nach Thailand bringt, unterliegt der thailändischen Einkommensteuer. Die Mehrwertsteuer liegt bei 7%. Sprich vor größeren Investitionen oder finanziellen Entscheidungen unbedingt mit einem Steuerberater.

Geldwechsel: So bekommst du den besten Kurs für Thai Baht

Es gibt mehrere Wege, deine Heimatwährung in Thai Baht zu tauschen, von klassischen Wechselstuben bis hin zu Bitcoin-Anbietern. 

Am besten fährst du in der Regel, wenn du deine Heimatwährung mitbringst und sie erst in Thailand tauschst. Wechselstuben gibt es im ganzen Land reichlich. Verzichte dabei aber auf Banken, vor allem auf Bankfilialen am Flughafen, denn deren Gebühren sind astronomisch.

Geh stattdessen zu einer Wechselstube mitten in der Stadt. Dort bekommst du einen deutlich besseren Kurs. 

Die bekannteste Wechselstubenkette in Thailand heißt SuperRich, mit Filialen überall in Bangkok. Ihre Kurse unterscheiden sich allerdings kaum von anderen Wechselstuben, dafür sind die Schlangen oft länger. Ich persönlich habe inzwischen keine feste Wechselstube mehr, sondern gehe einfach zu der, die in meiner Nähe liegt und einen ähnlichen Kurs wie SuperRich bietet.

Mehr dazu findest du in unserem Artikel über die besten Wechselkurse in Thailand.

Überweisungen: Geld nach (und aus) Thailand schicken

Geld nach Thailand zu überweisen ist ein eigenes Thema für sich. 

Die meisten denken zuerst an eine klassische Banküberweisung, doch in vielen Fällen ist das nicht die günstigste Option.

Online-Geldtransferdienste wie Wise haben sich mittlerweile als bessere Alternative erwiesen, um Geld nach Thailand zu schicken. 

Wir haben einen eigenen Guide zum Geldtransfer nach Thailand zusammengestellt, der die günstigste und schnellste Methode zeigt. 

Geld aus Thailand herauszuschaffen funktioniert ähnlich, wirf also auch dafür einen Blick in den Guide oben. Ein Punkt ist dabei aber wichtig: die Beschränkungen bei Überweisungen aus Thailand ins Ausland. Banken erlauben in der Regel nur, das Äquivalent eines Jahresgehalts außer Landes zu überweisen. 

Für eine Überweisung ins Ausland musst du eine Genehmigung beantragen und den Grund angeben (zum Beispiel Ersparnisse, ein Studium im Ausland oder Unterstützung für deine Familie), auch wenn ich noch nie erlebt habe, dass dafür ein Nachweis verlangt wurde. 

Behalte das im Hinterkopf, falls du überlegst, größere Bargeldbeträge ins Land (oder heraus) zu bringen. Die genauen Regeln unterscheiden sich zudem von Bank zu Bank.

Banken: Ein thailändisches Bankkonto eröffnen

Banken in Thailand ticken anders, als man es von zu Hause kennt. Verschiedene Filialen, selbst innerhalb derselben Bank, handhaben Genehmigungsverfahren und Dokumentenanforderungen oft ganz unterschiedlich.  Für eine Kreditkarte brauchst du in einer Filiale vielleicht eine lange Liste an Unterlagen, während dir eine andere die Karte einfach nach einem Blick auf deinen thailändischen Führerschein aushändigt.

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Bankkonto in Thailand. Eine freundliche Bankangestellte mittleren Alters bearbeitete meinen Antrag, meine Sekretärin war dabei, um zu übersetzen. Mitten im Gespräch wandte sich die Angestellte an meine Sekretärin und fragte: „Hat er eigentlich eine Freundin?“

Vielleicht hatte ich Glück, dass ich keine hatte, denn die Kontoeröffnung lief danach überraschend reibungslos. Nicht alle meine Erfahrungen mit thailändischen Banken waren allerdings so entspannt. 

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Damit du dir die Kontoeröffnung leichter machst, haben wir einen Guide zum Eröffnen eines Bankkontos in Thailand geschrieben, der dir bei den finanziellen Grundlagen hilft. Er deckt auch andere Bankthemen ab, etwa Debitkarten.

Lies außerdem unseren Guide zu QR-Zahlungen. Sie gehören derzeit zu den beliebtesten Zahlungsmethoden in Thailand.

Kreditkarten: Bonuspunkte und die Beantragung als Expat

In Thailand kommst du auch ohne Kredit- oder Debitkarte zurecht. 

Rechnungen und Tickets zahlst du eher im 7-Eleven oder per Online-Banking, echte Pflicht ist eine Kreditkarte nur selten. Trotzdem werden Karten überall akzeptiert, vom Supermarkt bis zum Restaurant, und mit einer lokalen Karte sparst du dir den Auslandsaufschlag. 

Cashback-Programme bringen sogar direkte Rabatte von bis zu 20%. Da diese Angebote meist an eine Karte einer bestimmten thailändischen Bank gebunden sind, tragen viele Thais gleich einen ganzen Stapel Karten mit sich, um immer die passende für den besten Rabatt zur Hand zu haben. 

Wir haben einen eigenen Artikel zu thailändischen Kreditkarten für Ausländer geschrieben. Er behandelt den gesamten Antragsprozess, die nötigen Dokumente, die besten Bonusprogramme sowie mögliche Alternativen.

Schecks: Inlands- und Auslandsschecks einlösen

Schecks sind in Thailand kaum noch gebräuchlich, seit Online-Überweisungen sie größtenteils abgelöst haben. 

Ein durchaus nützlicher Einsatzzweck für Schecks sind internationale Überweisungen: In der Vergangenheit habe ich THB-Schecks auf Konten in Deutschland eingelöst. Der Vorteil dabei: Die deutsche Bank rechnet THB in EUR um, nicht die thailändische (wie es bei einer klassischen Überweisung der Fall wäre). Nach meiner Erfahrung ergibt das einen etwas besseren Wechselkurs. 

Allerdings kann es mehrere Wochen dauern, bis der Scheck gutgeschrieben wird, und anders als bei einer Überweisung weißt du vorher nicht, welcher Wechselkurs am Ende angewendet wird.

Schecks in Fremdwährung sind noch mal eine andere Sache. Als ich das erste Mal versuchte, einen USD-Scheck bei der Bangkok Bank einzulösen, hieß es, das sei für Konten, die weniger als sechs Monate alt sind, nicht möglich. Am Ende habe ich ihn bei einer Filiale der Kasikorn Bank eingelöst (‚Rachadaphisek-Huay Khwang‚). Wie überall sonst dauerte es auch dort sechs Wochen, bis der Scheck in Fremdwährung gutgeschrieben wurde, aber immerhin ging es direkt nach der Kontoeröffnung.

Ein großer Vorteil von Schecks: Die Gebühren können niedriger ausfallen als bei SWIFT-Überweisungen. Oft lässt sich ein Scheck schon für THB 300 einlösen, was deutlich günstiger ist als eine Überweisung, sofern dir die Wartezeit nichts ausmacht. Wie gesagt, weit verbreitet ist diese Methode aber nicht mehr.

Aktien: Ein Brokerage-Konto eröffnen

Wenn du in Thailand investieren willst, spricht einiges für ein Brokerage-Konto: Auf Gewinne aus dem Kauf und Verkauf von Aktien, die an der SET notiert sind, fällt für Privatpersonen nur eine sehr geringe Steuer an, und Dividenden können pauschal mit 10% versteuert werden. 

Die Brokerage-Gebühren sind meist sehr niedrig; die Siam Commercial Bank zum Beispiel berechnet nur eine Transaktionsgebühr, die teilweise unter 0,25% liegt (mit einem Minimum von THB 100).

Ein Brokerage-Konto lässt sich auch ohne Wohnsitz in Thailand eröffnen, allerdings meist nur persönlich vor Ort. Was den Papierkram angeht, gehört das zu den aufwendigsten Prozessen in diesem Artikel: Der ‚Standard‘-Vertrag der SCB für ein Online-Brokerage-Konto umfasst dreizehn Seiten.

Die Benutzeroberfläche ist etwas altbacken, funktioniert aber zuverlässig. 

Sobald das Brokerage-Konto eingerichtet ist, kannst du eine mobile App wie Streaming herunterladen und darüber thailändische Aktien kaufen. 

Einen ausführlicheren Guide zum Umgang mit Brokern und Investitionen in Thailand findest du in unserem Artikel Investieren in Thailand als Expat

Steuern

Die aktuelle Mehrwertsteuer in Thailand liegt bei 7%. Wer in Thailand arbeitet, unterliegt der thailändischen Einkommensteuer, die einem progressiven Tarif mit einem Höchstsatz von 35% folgt. Auch wer Geld nach Thailand bringt, muss darauf Einkommensteuer zahlen. 

Mehr dazu erfährst du in unserem Guide zur Einkommensteuer für Ausländer in Thailand

Die thailändische Regierung bietet zudem einige Steuervergünstigungen für Sparer und Anleger, die besonders für alle interessant sind, die in Thailand arbeiten

Zwei der bekanntesten Anlageformen mit steuerlicher Vorzugsbehandlung sind SSFs und RMFs. 

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Ich bin kein Buchhalter und kein Steuerberater. Wer es mit Investitionen ernst meint, sollte selbst recherchieren oder sich professionell beraten lassen. 

Wir haben uns bemüht, alles so genau wie möglich darzustellen (auch mit Rücksprache unseres eigenen Buchhalters), können aber keine Garantie für die Richtigkeit übernehmen. Nutze diese Informationen daher auf eigenes Risiko. Bei Steuerfragen bestehen echte Risiken, geh also mit Vorsicht vor und ziehe im Zweifel einen Steuerberater hinzu.

Retirement Mutual Funds (RMFs)

Mit RMFs kannst du bis zu 15% deines Jahreseinkommens (maximal THB 500.000) investieren und dabei trotzdem von Steuervorteilen profitieren. 

Allerdings musst du mindestens bis zum 55. Lebensjahr weiter einzahlen, um die Steuervorteile zu behalten. Das macht sie besonders für jüngere Expats unpraktisch, die vielleicht nur für eine begrenzte Zeit im Land bleiben. 

Hinzu kommt, dass die Verwaltungskosten nicht nur deine Steuerersparnis, sondern auch darüber hinausgehende Gewinne auffressen können. Dazu kommt ein nicht zu unterschätzendes Steuerrisiko, weil sich über die lange Laufzeit leicht Fehler einschleichen können.

Wenn du dich im höchsten Steuersatz befindest und entweder sicher bist, dauerhaft in Thailand zu bleiben, oder älter als 45 Jahre bist, werden RMFs richtig interessant: Die potenzielle Steuerersparnis fällt deutlich größer aus, und die künftigen Einzahlungen sind weniger Aufwand und Risiko.

Die Börse

Einer der größten Steuervorteile für Privatpersonen in Thailand ist, dass keine Kapitalertragsteuer auf Gewinne aus dem Kauf und Verkauf von Aktien anfällt, die an der Börse von Thailand notiert sind. Das gilt nur für die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. 

SET Logo
Dank niedriger Handelsgebühren und günstiger steuerlicher Behandlung ist die SET meine liebste Anlageoption in Thailand.

Dividenden werden weiterhin mit 10% oder deinem persönlichen Steuersatz besteuert, je nachdem, was günstiger für dich ist (sprich am besten mit einem Buchhalter darüber, was sich für dich mehr lohnt).

Wie du ein Handelskonto eröffnest, erfährst du im Abschnitt zum Brokerage-Konto weiter oben.

Wichtige Guides zu Finanzen in Thailand

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