Das Wichtigste in Kürze
- Die BOI-Förderung ermöglicht es Tech- und Digitalunternehmen, zu 100 % in ausländischem Besitz zu sein, mit Körperschaftsteuerbefreiungen von bis zu acht Jahren für förderfähige Aktivitäten.
- Bangkok bietet solide Anbieter für Buchhaltung, Recht und Personalwesen, auch wenn die Honorare wegen der Sprachanforderungen und der zusätzlichen Komplexität bei ausländischem Firmenbesitz höher ausfallen als in Deutschland.
- Thailändische Gerichte arbeiten ganz anders als westliche: Streitigkeiten werden meist außerhalb des Gerichtssaals geklärt, und einen Rechtsstreit zu vermeiden ist deutlich praktischer, als ihn zu gewinnen.
- Bangkoks Arbeitsmarkt ist ein echter Vorteil: qualifizierte Einheimische, englischsprachige Absolventen und Expat-Fachkräfte, die von der Lebensqualität und vergleichsweise niedrigen Gehältern angezogen werden, stehen alle zur Verfügung.
- Bürokosten im Zentrum Bangkoks sind im globalen Vergleich günstig: Rund 850 € im Monat (ca. 1.000 US$) reichten für ein zehnköpfiges Team, auch wenn die Preise inzwischen gestiegen sind.
- Bangkok verfügt über erstklassige Krankenhäuser und erschwingliche private Krankenversicherungen, was die Gesundheitsversorgung zu einem der stärksten Argumente für die Lebensqualität macht, wenn man sein Unternehmen hier ansiedelt.
- Familien mit schulpflichtigen Kindern sollten die Gebühren internationaler Schulen einkalkulieren, die an Top-Schulen mehr als 17.000 € (ca. 20.000 US$) pro Jahr betragen können, und das ist der deutlichste Nachteil dieses Standorts.
Als mein damaliger Geschäftspartner und ich uns für Thailand entschieden, war ich 22 Jahre alt. Thailand war uns ein Begriff, weil er hier ein Praktikum gemacht hatte. Mehr steckte zunächst nicht dahinter.
Von Anfang an waren die niedrigeren Kosten und die Flexibilität eines webbasierten Geschäftsmodells die Hauptgründe, uns mit Thailand zu befassen: Vieles wirkte deutlich günstiger, und für unsere Kunden spielte es keine Rolle, ob wir in Deutschland oder in Thailand saßen. Mein Geschäftspartner hatte ein paar berufliche Kontakte in Bangkok, nichts Halbseidenes, sondern eher jemanden, dem man vertraut und den man fragen kann.
Das war ein guter Ausgangspunkt, zumal wir das Ganze komplett aus eigener Tasche finanzierten.
Die Prüfung, die den Rest meines Lebens bestimmen sollte, lief letztlich auf ein paar ganz grundlegende Fragen hinaus: Ist Thailand tatsächlich daran interessiert, dass ausländische Investoren erfolgreich sind? Kommen Thailänder gut mit einer Expat-Bevölkerung zurecht? Funktioniert die Infrastruktur, vom Arbeitsmarkt bis zur internationalen Internetanbindung, so gut, wie wir es brauchen? Sind die Kosten im Vergleich zu einem Standort in Deutschland deutlich niedriger?