Steuern in Thailand: 6 häufige Fehler, Strafen und wie Du sie vermeidest

Wer in Thailand ein Unternehmen führt, hat es mit komplexen Steuerpflichten zu tun: Schon kleine Fehler können zu Geldstrafen, Haft oder Pfändung führen. Dieser Guide zeigt die sechs häufigsten Steuerfehler und die Strafen, die daraus folgen.

Steuern sind ein unvermeidlicher, aber komplizierter Teil des Geschäftslebens in Thailand. Das thailändische Steuergesetzbuch (Revenue Code) umfasst über 7 Kapitel und 143 Abschnitte. Deshalb kann es leicht passieren, dass Du gegen eine Regel verstößt, ohne es überhaupt zu merken.

Ein einziger kleiner Steuerfehler kann größere Auswirkungen auf Dein Unternehmen haben, als Du denkst. Er kann zu Problemen mit dem Finanzamt (Revenue Department) führen, und das ist wohl das Letzte, was Du willst. Fehler zu korrigieren ist ein langwieriger Prozess, der wertvolle Zeit und Geld kostet.

Dieser Artikel führt Dich durch die häufigsten Steuerfehler und die Strafen, die Dir drohen, wenn Du beim Führen eines Unternehmens in Thailand einen davon begehst.

Dieser Artikel richtet sich an alle, die ein Unternehmen in Thailand besitzen. Informationen zur persönlichen Einkommensteuer findest Du stattdessen in unserem Artikel zur Einkommensteuer in Thailand für Ausländer.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das thailändische Steuerrecht umfasst über 143 Abschnitte; schon kleine Fehler können Geldstrafen, Haft oder Pfändung nach sich ziehen.
  • Unternehmen müssen sich innerhalb von 30 Tagen für die Mehrwertsteuer registrieren, sobald der Jahresumsatz 1,8 Millionen THB übersteigt, sonst drohen eine Strafe in Höhe des doppelten Steuersatzes sowie 1,5 % Zinsen pro Monat.
  • Das Ausstellen gefälschter Rechnungen ist eine Straftat; jede falsche Rechnung kann mit bis zu sieben Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 200.000 THB geahndet werden.
  • Alle Steuererklärungen eines Unternehmens müssen monatlich eingereicht werden; eine verspätete Zahlung löst eine Geldstrafe von 1.000 bis 2.000 THB sowie 1,5 % Zinsen pro Monat und Fall aus.
  • E-Commerce-Websites müssen sich innerhalb von 30 Tagen nach dem Start beim Department of Business Development registrieren, sonst drohen eine Gebühr von 2.000 THB plus 100 THB pro Tag.
  • Die Strafen gehen über Geldbußen hinaus und reichen bis zur Aufhebung der Arbeitserlaubnis, Verzögerungen bei der Mehrwertsteuerrückerstattung und der sofortigen Pfändung von Vermögenswerten durch das Finanzamt.
  • Ein professioneller Buchhalter ist der effektivste Weg, diese Fehler zu vermeiden, und kann zudem helfen, das zu versteuernde Einkommen legal zu senken.

Häufige Fehler

In Thailand passieren Steuerfehler aus vielen Gründen: manche versehentlich, manche absichtlich. Wie Du oben gesehen hast, ist es am besten, die folgenden häufigen Steuerfehler zu vermeiden.

Mehrwertsteuer-Registrierung

Es ist nicht notwendig, sich direkt nach der Gründung eines Unternehmens in Thailand für die Mehrwertsteuer zu registrieren. Ohne Registrierung kann das Unternehmen jedoch keine Quellensteuer von Käufern oder Kunden einbehalten und keine Steuerrechnung ausstellen. Das ist normalerweise kein Problem, solange der Umsatz nicht über 1,8 Millionen THB pro Jahr steigt.

Gemäß den Vorschriften des thailändischen Finanzamts müssen sich alle Unternehmen in Thailand für die Mehrwertsteuer registrieren, und zwar innerhalb von 30 Tagen, nachdem der Jahresumsatz 1,8 Millionen THB überschreitet.

Wer das versäumt, muss mit einer Strafe in Höhe des doppelten Steuersatzes auf den Umsatz über 1,8 Millionen Baht rechnen, zuzüglich 1,5 % Zinsen pro Monat.

Warnung zu PP.36: Eine oft übersehene Nebenpflicht ist das Formular PP.36. Zahlt ein Unternehmen an einen ausländischen Anbieter für Leistungen wie Google Ads, Adobe-Abonnements, Zoom-Lizenzen oder andere aus dem Ausland erbrachte Dienstleistungen, muss es selbst 7 % Mehrwertsteuer berechnen und über das Formular PP.36 abführen. Das gilt für jede einzelne Zahlung und muss innerhalb von sieben Tagen nach Ende des Monats eingereicht werden, in dem die Zahlung erfolgte. Unternehmen, die ihre Buchhaltung selbst führen, bemerken das oft erst, wenn eine Betriebsprüfung es ans Licht bringt.

Gefälschte Rechnungen ausstellen

Das zu versteuernde Einkommen in Thailand unterliegt einem progressiven Steuersatz und wird aus Einnahmen, Abzügen und Ausgaben des Unternehmens berechnet. Das bedeutet: Je mehr Gewinn ein Unternehmen macht, desto mehr Steuern muss es zahlen. Das verleitet manche dazu, künstlich mehr Ausgaben durch gefälschte Rechnungen zu erzeugen, in der Annahme, so deutlich weniger Körperschaftsteuer zahlen zu müssen.

Stelle aber niemals gefälschte Rechnungen aus, denn das verstößt gegen Abschnitt 65 des Revenue Code. Das ist in Thailand eine Straftat und kann Dich pro gefälschter Rechnung bis zu sieben Jahre ins Gefängnis bringen. Zusätzlich wird Dein Unternehmen mit 1,5 % Zinsen pro Monat bestraft.

Ein legaler Weg, die Körperschaftsteuer Deines Unternehmens zu senken, besteht darin, die Betriebsausgaben zu erhöhen. Eine Möglichkeit dafür ist, eine Gruppenversicherung für Deine Mitarbeiter abzuschließen.

Quellensteuerabzüge

Die Quellensteuer ist ein echtes Kopfzerbrechen. Die meisten Unternehmensdienstleistungen unterliegen der Quellensteuer (WHT). Das Unternehmen muss die WHT im Namen des Finanzamts für jede erbrachte Dienstleistung einbehalten. Anschließend muss es die WHT monatlich melden und an das Finanzamt abführen.

Für jede Art von Dienstleistung gilt ein anderer Satz, den Du auf der Website des Finanzamts nachschauen kannst. Außerdem muss für jeden Abzug eine Quellensteuerbescheinigung ausgestellt werden.

Der Quellensteuersatz beim Mieten eines normalen Büros unterscheidet sich zudem von dem für ein Serviced Office.

Wer vergisst, die Quellensteuer abzuziehen, keine Steuerbescheinigung ausstellt oder keinen Monatsbericht beim Finanzamt einreicht, riskiert sowohl Haft als auch Geldstrafen. Zusätzlich muss das Unternehmen das Doppelte der ursprünglich fälligen Quellensteuer nachzahlen.

Rechnungen ausstellen

Stellt das Unternehmen eine Rechnung aus, die nicht den Vorgaben des Finanzamts entspricht, fällt eine Strafe von 2.000 THB pro Rechnung an. Als Rechnung gelten dabei alle finanzbezogenen Dokumente, darunter Steuerrechnungen, Steuerbescheinigungen, Lastschriften, Gutschriften und mehr.

Verzichtet das Unternehmen absichtlich auf eine Rechnung, um Steuern zu umgehen, drohen sowohl sieben Jahre Haft (wie bei gefälschten Rechnungen) als auch eine Geldstrafe von 200.000 THB, zusätzlich zum doppelten Steuersatz samt 1,5 % Zinsen pro Monat.

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Vorsicht: Ein verwandtes Problem, das Steuerrechnungen unbemerkt in die Höhe treibt, ist die Annahme fehlerhaft formatierter Rechnungen von Lieferanten. Fehlt auf der Rechnung eines Lieferanten die korrekte Steuernummer, der Filialcode oder eine vorgeschriebene Angabe, kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug für diesen Einkauf verweigern. Das fällt oft erst bei einer Betriebsprüfung auf.

Verspätete Steuerzahlungen

Steuern müssen zu Beginn jedes Monats beim Finanzamt eingereicht und gemeldet werden. Bei Verspätung fällt eine Geldstrafe von 1.000 bis 2.000 THB an, zuzüglich 1,5 % Zinsen pro Monat und Fall.

Das gilt für alle Unternehmensarten, einschließlich BOI-geförderter Unternehmen.

Denk daran, dass Unternehmen je nach angebotener Dienstleistung mit verschiedenen Steuerarten zu tun haben. Kläre unbedingt mit einem Buchhalter ab, welchen Steuerarten Dein Unternehmen unterliegt.

In unserem Steuerkalender siehst Du, welche Steuer Du wann einreichen musst.

Die große Steuerfalle: Eine besondere Falle ist die Halbjahresschätzung der Körperschaftsteuer, bekannt als PND 51. Unternehmen müssen innerhalb von zwei Monaten nach der Hälfte ihres Geschäftsjahres eine Gewinnschätzung für das Halbjahr einreichen. Fällt der gezahlte Betrag um mehr als 25 % unter die endgültige Jahressteuerschuld, wird auf die Differenz ein Zuschlag von 20 % erhoben. Das überrascht viele Unternehmen im ersten Jahr, da die Schätzung auf dem prognostizierten Jahresgewinn basieren muss, nicht nur auf dem bisher erzielten Gewinn.

E-Commerce-Websites

Alle E-Commerce-Websites in Thailand müssen sich innerhalb von dreißig Tagen nach dem Launch beim Department of Business Development registrieren lassen. Wer das versäumt, zahlt eine Gebühr von 2.000 THB plus 100 THB pro Tag. Auch wenn die Strafe an sich nicht hoch ausfällt, riskiert das Unternehmen unerwartete Probleme im Umgang mit Behörden.

Private und geschäftliche Transaktionen über dasselbe Bankkonto abwickeln

Ein weiterer Fehler, der spätestens bei einer Betriebsprüfung zum Problem wird, ist die Abwicklung privater und geschäftlicher Transaktionen über dasselbe Bankkonto. Vermischen sich private Ausgaben mit Betriebsausgaben, wird die Nachverfolgung abzugsfähiger Kosten sehr schwierig und kann Deine Position gegenüber dem Finanzamt erheblich schwächen.

Um das zu vermeiden, solltest Du unbedingt klar zwischen einem privaten und einem geschäftlichen Bankkonto trennen.

Häufige Strafen

Dieser Abschnitt umfasst sowohl direkte Strafen wie Geldbußen und Haft als auch indirekte Folgen wie Probleme bei der Steuerrückerstattung und die Aufhebung der Arbeitserlaubnis bei häufigen Steuerfehlern.

Neben den unten genannten Strafen gibt es Probleme, die nicht direkt mit dem Finanzamt zu tun haben. Passieren Fehler, musst Du unter Umständen einen Berg von Steuerunterlagen zusammensuchen und aufbereiten, was viel Zeit und Geld kostet.

Denk an das Geld, das Du ausgeben müsstest, um die richtige Person für den Umgang mit Beamten des Finanzamts zu engagieren. Oder daran, selbst beim Finanzamt vorstellig werden zu müssen.

Diese Strafen zu kennen ist wichtig, wenn Du ein Unternehmen in Thailand führst.

Geldstrafen

Verstöße gegen die Steuergesetze in Thailand werden normalerweise mit einer Geldstrafe zwischen 1.000 und 200.000 THB geahndet, je nach Schwere des Falls. Eine verspätete monatliche Steuermeldung beim Finanzamt zieht beispielsweise eine Strafe von 1.000 THB nach sich, während das Ausstellen einer gefälschten Rechnung mit bis zu 200.000 THB bestraft werden kann.

Zusätzlich zu den festen Geldstrafen fallen 1,5 % Zinsen pro Monat an. Die Zinsen werden ab dem Zeitpunkt des Steuerfehlers berechnet. Wenn Du keine Quellensteuer abziehst, gefälschte Rechnungen ausstellst oder keine Rechnungen ausstellst, musst Du das Doppelte des ursprünglich fälligen Steuerbetrags zahlen.

Haft

Haft ist eine weitere häufige Strafe für Verstöße gegen die Steuergesetze in Thailand. Schon ein kleiner Fall, wie das Vergessen des Quellensteuerabzugs bei einer einzigen Rechnung, kann einen Monat Gefängnis bedeuten.

Steuerrückerstattungen

Das ist eine indirekte Folge, die im thailändischen Steuergesetzbuch nicht erwähnt wird. Schon ein minimaler Steuerfehler kann Deine Steuerrückerstattung weiter verzögern, die ohnehin schon sehr langsam abläuft. Manchmal bekommst Du deswegen gar keine Rückerstattung mehr. Das bedeutet einen erheblichen finanziellen Verlust, da die Rückerstattung je nach Einkommen Deines Unternehmens leicht über 100.000 THB im Monat betragen kann.

Pfändung von Vermögenswerten

Das Finanzamt hat das Recht, Dein Vermögen zu pfänden, wenn Du Steuern und Geldstrafen nicht zahlen kannst. Schlimmer noch: Es kann Dein Vermögen sofort pfänden, ohne ein Gerichtsurteil abwarten zu müssen.

Aufhebung der Arbeitserlaubnis

Werden Steuern nicht korrekt gezahlt, kann das zur Aufhebung Deiner Arbeitserlaubnis führen. Mindestens die Steuerbescheinigungen und Jahresabschlüsse des letzten Jahres sind erforderlich, um eine Arbeitserlaubnis in Thailand auszustellen oder zu verlängern.

Warnung

So verlockend es auch sein mag, all die komplizierten Steuervorschriften zu ignorieren: Ein einziger Steuerfehler kann Dein Unternehmen ernsthaft schädigen.

Auch wenn Du versuchen möchtest, die Kosten für Dein Unternehmen zu senken, entstehen Fehler manchmal einfach dadurch, dass Du eine der Steuerregeln noch nie gehört hast.

Einen Buchhalter zu engagieren bringt noch weitere Vorteile. Er berät Dich, wie Du das zu versteuernde Einkommen senken und mehr aus Steuerrückerstattungen herausholen kannst, und unterstützt Dich sogar bei Fragen zu Arbeitserlaubnis und Visum.

Wenn Du weitere Beratung zur Steuerverwaltung Deines Unternehmens möchtest, wende Dich an Banchee Legal House. Mit einer spezialisierten Kanzlei an Deiner Seite kannst Du Dich auf das Wesentliche konzentrieren: Dein Geschäft in Thailand zu führen.

Haftungsausschluss: Wir sind weder Unternehmensanwälte noch Buchhalter. Dieser Artikel basiert auf unserer Erfahrung und Recherche aus über 10 Jahren als Unternehmer in Thailand. Er soll Dir Denkanstöße geben, wie Du Steuerprobleme in Thailand vermeidest. Dennoch können Fehler und Missverständnisse passieren. Prüfe die Angaben immer mit einem Fachexperten.

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