Du denkst darüber nach, ein Büro in Thailand zu eröffnen?
Du hast bereits ein virtuelles Team und fragst Dich, was es kosten würde, alle an einem Ort zusammenzubringen?
Du bist neugierig, wie viel Gemeinkosten und Zusatzleistungen zu den Gesamtkosten beitragen?
Ich betreibe seit vielen Jahren ein Unternehmen in Thailand. Die folgenden Daten geben auf Basis meiner eigenen Erfahrungen einige Antworten – damit Du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.
Contents
- Kurzübersicht
- Enthaltene Daten
- Unternehmensprofil
- Kostenübersicht
- Ausgaben im Detail
- Gehalt (฿35.000)
- Miete inkl. Servicegebühren (฿3.200)
- Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung (฿2.050)
- Sozialversicherung und Sozialleistungen (฿1.800)
- Freizeitaktivitäten (฿1.100)
- Hard- und Software (฿1.000)
- Strom (฿500)
- Internet und Telefon (฿120)
- Büromaterial (฿102)
- Büromöbel und -einrichtung (฿473)
- Transport, Boten und Porto (฿270)
- Behördengebühren (฿950)
- Snacks und Kaffee (฿370)
- Trinkwasser (฿35)
- Was fehlt auf der Liste
- Jetzt bist Du dran
Kurzübersicht
Fangen wir mit den großen Zahlen an: Meine Gesamtkosten pro Mitarbeiter liegen bei 46.970 Baht im Monat – das entspricht ungefähr 1.105 €.
Die Gemeinkosten machen davon 11.970 Baht aus und umfassen alles von der Miete bis zum Trinkwasser.
Enthaltene Daten
Alle Daten in diesem Bericht sind Durchschnittsausgaben pro Mitarbeiter und Monat.
Das ist zwar nicht repräsentativ für Unternehmen jeder Größe, gibt aber einen groben Überblick über die Gemeinkosten, die beim Betrieb eines kleinen Unternehmens (etwa 5 bis 20 Mitarbeiter) in Bangkok anfallen.
Auslandsausgaben wie Werbung, Provisionen, Wechselkurse, Zahlungsabwicklung oder Lieferanten sind nicht enthalten – sie hängen kaum vom Standort ab und variieren stark von Unternehmen zu Unternehmen.
Die Daten sollen Dir einen Eindruck von der lokalen Kostenstruktur und den Gemeinkosten beim Betrieb eines Unternehmens in Thailand vermitteln.
Falls etwas fehlt oder Du einfach mehr wissen möchtest, hinterlasse gern einen Kommentar – ich ergänze dann gerne weitere Details.
Unternehmensprofil
Die in diesem Artikel beschriebenen Kosten beziehen sich auf ein kleines Softwareunternehmen in Bangkok, das vom Board of Investment gefördert wird.
Die Belegschaft umfasst Reinigungspersonal, Verwaltungs-, Marketing-, Kundenservice-, Vertriebs- und technische Mitarbeiter.
Es ist ein schlichtes Unternehmen, das hauptsächlich IKEA-Möbel und funktionale Computer von Herstellern wie Lenovo und Asus nutzt – mit Open-Source-Software wie Ubuntu, Linux und Python.
Kostenübersicht
Hier ist eine kurze Übersicht der Ausgaben pro Mitarbeiter und Monat.
| Kategorie | Monatliche Ausgaben |
| Gehalt | ฿35.000 |
| Miete inkl. Servicegebühren | ฿3.200 |
| Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung | ฿2.050 |
| Sozialversicherung und Sozialleistungen | ฿1.800 |
| Freizeitaktivitäten | ฿1.100 |
| Hard- und Software | ฿1.000 |
| Strom | ฿500 |
| Internet und Telefon | ฿120 |
| Büromaterial | ฿102 |
| Büromöbel und -einrichtung | ฿473 |
| Transport, Boten und Porto | ฿270 |
| Behördengebühren | ฿950 |
| Snacks und Kaffee | ฿370 |
| Trinkwasser | ฿35 |
Schauen wir uns die Daten im Detail an.
Ausgaben im Detail
Gehalt (฿35.000)
Wenig überraschend: Das Gehalt ist der größte Kostenblock pro Mitarbeiter. Im Durchschnitt solltest Du mit etwa 35.000 Baht pro Mitarbeiter und Monat in Thailand rechnen.
Die Gehaltsverteilung folgt typischerweise einer Glockenkurve und hängt stark von den individuellen Qualifikationen ab.
Berufseinsteiger verdienen rund 18.000 Baht. Erfahrene Führungskräfte können 50.000 Baht und mehr erhalten.
Miete inkl. Servicegebühren (฿3.200)
Büroflächen zu mieten ist ein weiterer wesentlicher Kostenfaktor.
Rechne mit etwa 550 Baht pro Quadratmeter zuzüglich rund 10 % Servicegebühren (Klimaanlage, Gebäudewartung usw.). Das gilt für das Forum Tower-Gebäude an der Rachadaphisek Road in Huay Khwang – kein Geschäftsviertel.
Wer ein Büro in einem zentralen Geschäftsviertel wie Sukhumvit oder Asok mieten möchte, zahlt deutlich mehr. Dort sind schnell über 750 Baht pro Quadratmeter fällig – manchmal sogar über 1.000 Baht.
Als grobe Orientierung: Ich habe für mein Büro in Bangkok rund 32.000 Baht pro Monat bezahlt.
Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung (฿2.050)
Buchhaltungs- und Prüfungskosten können in Thailand erheblich sein – besonders wenn das Unternehmen BOI-gefördert ist und komplexe steuerliche Auslandssachverhalte zu berücksichtigen hat.
Die monatlichen Kosten können gut über 12.000 Baht liegen. Dazu kommen etwa 25.000 Baht für den Jahresabschluss und die Prüfung.
Bei einem regulären Unternehmen fallen die Buchhaltungskosten deutlich geringer aus – oft nur 5.000 bis 8.000 Baht.
Das gilt für eine lokale Buchhaltungskanzlei.
Internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften arbeiten häufig nur mit Mandanten zusammen, bei denen sie mindestens 30.000 Baht pro Monat erzielen können.
Eine Alternative ist die Zusammenarbeit mit einem freiberuflichen Buchhalter mit fundierter Erfahrung in internationaler Unternehmensrechnungslegung und Steuerrecht.
Sozialversicherung und Sozialleistungen (฿1.800)
Die Sozialversicherung ist in Thailand Pflicht. Sie berechnet sich als prozentualer Anteil des Grundgehalts, begrenzt auf 750 Baht aus dem Arbeitnehmergehalt und weitere 750 Baht, die das Unternehmen zahlt (die Obergrenze wird bei etwa 15.000 Baht Monatsgehalt erreicht).
Damit haben Mitarbeiter Anspruch auf kostenlose Behandlung im Krankenhaus ihrer Wahl im Sozialversicherungssystem. Hinzu kommen kleinere Leistungen bei Arbeitslosigkeit und im Rentenfall.
Dazu kommt die betriebliche Krankenversicherung.
Zwar ist sie nicht verpflichtend, aber sinnvoll: Sie hält Mitarbeiter gesund und schützt vor den Kosten bei schweren Erkrankungen oder Unfällen.
Die Deckungssummen sind zwar geringer als in den meisten westlichen Ländern, aber auch die Behandlungskosten hier sind niedriger – das gleicht sich in der Regel aus.
Meine Mitarbeiter nutzen die Versicherung vor allem für ambulante Behandlungen – so können sie in ein viel breiteres Spektrum an Krankenhäusern gehen, ohne stundenlang in einem Sozialversicherungskrankenhaus zu warten.
Freizeitaktivitäten (฿1.100)
Zu den Freizeitausgaben zählen ein kostenloses Büromittagessen freitags, Teamevents (Karaoke, gemeinsames Abendessen usw.) und gelegentliche Betriebsausflüge.
In Thailand hat das Büroleben immer auch eine soziale Komponente – das gehört einfach dazu.
Mehr zu unserer Unternehmenskultur findest Du in meinem Bericht über interkulturelle Managementherausforderungen.
Hard- und Software (฿1.000)
Hardware ist in Thailand zu vernünftigen Preisen zu bekommen.
Für einen funktionalen Laptop von Marken wie HP, Acer, Asus oder Lenovo habe ich nie mehr als 25.000 Baht für meine Mitarbeiter bezahlt.
Mit guter Pflege halten diese Geräte problemlos fünf Jahre. Manche kommen bereits mit Microsoft Windows und Microsoft Office – dann entfallen zusätzliche Softwarekosten.
Der eigentliche Kostentreiber ist das Gehalt eines fest angestellten Systemadministrators, der sich um Online-Server (sofern vorhanden) und die lokale IT-Infrastruktur kümmert.
Strom (฿500)
Der Stromverbrauch entfällt hauptsächlich auf Computer und Klimaanlagen. In der Hitzeperiode steigt er durch den erhöhten Klimaanlagenbetrieb etwas an, in der kühleren Jahreszeit ist er entsprechend niedriger.
Der monatliche Gesamtbetrag dürfte über 5.000 Baht liegen.
Internet und Telefon (฿120)
Nur ein normales Heiminternetpaket und Mobilfunkverträge. Das Internet in Thailand ist sehr schnell und günstig.
Wer hohe Datenvolumina überträgt, braucht möglicherweise eine individuelle Lösung. Für die meisten kleinen Büros reichen die Angebote von TRUE, AIS, 3BB und vergleichbaren Anbietern aber vollkommen aus.
Büromaterial (฿102)
Papier, Haftnotizen, Stifte …
Büromöbel und -einrichtung (฿473)
Überraschenderweise war die Büroausstattung in Thailand teurer als in Deutschland.
Heute kann man einfach bei IKEA neue Möbel kaufen. Die sehen gut aus und sind erschwinglich.
Alternativ gibt es lokale Möbelketten wie OfficeMate oder SBFurniture. Die sind zwar oft teurer als IKEA, bieten aber bessere Qualität – auch wenn das Design nicht ganz so modern ist.
Büromöbelkosten lassen sich weitgehend vermeiden, wenn Du ein Servicebüro nutzt.
Transport, Boten und Porto (฿270)
Das sind die Kosten des analogen Geschäftsalltags.
Viele Unternehmen und Behörden bieten noch keine digitale Dokumentenverarbeitung an.
Manchmal muss ein Dokument daher noch per Boten verschickt werden. Alternativ bietet sich Thailand Post an – für nur 3 Baht pro Brief, allerdings kann die Zustellung bis zu zwei Wochen dauern.
Das passt zu meiner Beobachtung: Wer mit dem „üblichen Standard“ in einem Schwellenland zufrieden ist, bekommt gute Konditionen. Wer höhere Ansprüche hat (zum Beispiel schnelle und zuverlässige Lieferung), zahlt am Ende mehr als in einem Industrieland.
Behördengebühren (฿950)
Stempelgebühren, Visa, Arbeitsgenehmigungen – die Gebühren selbst sind überschaubar (Arbeitserlaubnis, Visum und Wiedereinreisegenehmigung für einen ausländischen Mitarbeiter kosten zusammen etwa 10.000 Baht), aber der Zeitaufwand für die Abwicklung ist erheblich.
Die eigentlichen Kosten entstehen daher weniger durch die Gebühren selbst als durch den Personalaufwand für Compliance und Vorbereitung.
Wer einen Visaagenten beauftragt, zahlt für die Beantragung oder Verlängerung von Visum und Arbeitserlaubnis in der Regel 25.000 bis 40.000 Baht.
Die notwendigen Unternehmensdokumente muss die Verwaltung dennoch selbst vorbereiten.
Snacks und Kaffee (฿370)
Snacks, Kaffee und mehr.
Trinkwasser (฿35)
Wusstest Du, dass Arbeitgeber in Thailand gesetzlich verpflichtet sind, Trinkwasser bereitzustellen?
Bei 18,15 Baht pro Mitarbeiter ist das eine der einfachsten und günstigsten gesetzlichen Anforderungen – wobei das natürlich nicht der einzige Grund ist, es zu tun.
Ein Wasserlieferant wie Sprinkle liefert wöchentlich Wasser ins Büro. Eine 5-Gallonen-Flasche kostet nur 70 Baht.
Was fehlt auf der Liste
Anwaltshonorare stehen nicht auf dieser Liste.
Gelegentlich braucht man rechtlichen Rat, aber einen Anwalt fest engagieren muss man nur bei konkreten Rechtsproblemen.
Rechtsstreitigkeiten sind in Thailand seltener als in den USA oder Europa. Wenn es dennoch dazu kommt, sind die Anwaltskosten ähnlich hoch wie in Europa.
Jetzt bist Du dran
Damit hast Du einen umfassenden Überblick über die Kosten, die beim Betrieb eines Unternehmens in Bangkok anfallen.
Bei Fragen hinterlasse gern einen Kommentar unten.