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Ich habe mit vielen Ausländern in Thailand gesprochen und war überrascht, wie viele von ihnen gar nicht wissen, dass sie eine thailändische Sozialversicherung haben. Sie gehen einfach davon aus, dass der monatliche Abzug vom Gehalt nur die Einkommensteuer betrifft.
Tatsächlich ist jeder, der für ein Unternehmen in Thailand arbeitet, verpflichtet, Teil des thailändischen Sozialversicherungssystems zu sein.
Die monatlichen Beiträge fallen allerdings recht gering aus. Zudem informiert die Firma einen oft gar nicht darüber. Deshalb wissen viele Expats nicht einmal, dass sie bereits Teil des thailändischen Sozialversicherungssystems sind.
In diesem Artikel zeige ich dir alles Wichtige zur Sozialversicherung in Thailand: wie viel du zahlen musst und wie du von den Leistungen profitierst.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist das eigentlich?
- Wie viele Arten gibt es?
- Leistungen
- Wie nutzt man die Leistungen der thailändischen Sozialversicherung?
- Wie beantragt man sie?
- Wie viel musst du zahlen?
- Wie zahlst du für die thailändische Sozialversicherung?
- Brauche ich die Sozialversicherung in Thailand?
- Welches ist das beste Sozialversicherungs-Krankenhaus?
- Kann ich das Krankenhaus wechseln?
- Reicht die Sozialversicherung aus?
- Brauche ich trotzdem eine private Krankenversicherung?
- Wie beantragt man Leistungen beim Wegzug aus Thailand?
- Kündigung
- Kann ein Direktor Sozialversicherung erhalten?
- Wie wechselt man von Section 33 zu Section 39
- Wie erhält man eine Rente
- Sollte ich eine Rente aus der thailändischen Sozialversicherung beziehen?
- Wie hoch fällt meine Rente aus?
- Jetzt bist du dran
Das Wichtigste in Kürze
- Wer legal für ein thailändisches Unternehmen arbeitet, wird automatisch in der Sozialversicherung angemeldet (Section 33). Der Arbeitgeber übernimmt den Papierkram und zieht den Beitrag direkt vom Gehalt ab, ohne dass man selbst etwas tun muss.
- Du zahlst 5 % deines Gehalts, gedeckelt bei 875 THB im Monat, und dein Arbeitgeber zahlt denselben Betrag dazu.
- Der praktischste Vorteil für Expats ist die kostenlose medizinische Versorgung im zugewiesenen Krankenhaus, dazu 900 THB pro Jahr für Zahnbehandlungen. Der Haken sind lange Wartezeiten und eingeschränkte Medikamentenauswahl.
- Wähle von Anfang an ein großes öffentliches Krankenhaus statt einer kleinen Klinik. Kleinere Krankenhäuser müssen dich bei ernsten Fällen erst woanders hin überweisen, was zusätzliche Verzögerungen bedeutet.
- Einmal im Jahr, zwischen Mitte Dezember und Ende März, kannst du über deine Personalabteilung das Krankenhaus wechseln.
- Wenn du nicht mehr in Thailand arbeitest, aber den medizinischen Schutz behalten willst, wechsle innerhalb von 6 Monaten nach Jobende zu Section 39.
- Für eine monatliche Rente musst du mindestens 180 Monate eingezahlt haben und über 55 Jahre alt sein. Bei weniger Monaten gibt es stattdessen eine Einmalzahlung, und sobald die Rente beginnt, entfallen die medizinischen Leistungen.
- Viele Expats nutzen zusätzlich eine private Krankenversicherung, da die Krankenhäuser der Sozialversicherung auf Masse und Routinebehandlungen ausgelegt sind, nicht auf einen Premium-Service.
Was ist das eigentlich?
Wenn du legal in Thailand arbeitest, meldet dich dein Arbeitgeber automatisch bei der Sozialversicherung an. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Das System ähnelt der Sozialversicherung in vielen anderen Ländern. Du und dein Arbeitgeber zahlt gemeinsam einen bestimmten Betrag an die Sozialversicherungsbehörde ein und erhaltet im Gegenzug medizinische und arbeitsbezogene Leistungen.
Wie viele Arten gibt es?
Es gibt tatsächlich drei Arten (Sections) der Sozialversicherung in Thailand:
- Section 33: für alle unter 60 Jahren, die legal für ein Unternehmen in Thailand arbeiten
- Section 39: für Freiberufler oder Rentner, die zuvor in Section 33 versichert waren und die Leistungen der Sozialversicherung behalten wollen
- Section 40: für thailändische Freiberufler, die nie in Section 33 versichert waren
Jede Section bringt unterschiedliche Leistungen mit sich.
Die meisten Expats fallen unter Section 33, die die besten Leistungen bietet. Dazu gehören medizinische Versorgung, Mutterschaftsleistungen, Kindergeld, Invaliditätsleistungen, Sterbegeld, Rente und Arbeitslosengeld.
Wenn sie dann nicht mehr für ein Unternehmen in Thailand arbeiten, tun sie eines von zwei Dingen:
- Sie kümmern sich gar nicht mehr um die Sozialversicherung
- Sie wechseln zu Section 39, hauptsächlich wegen der medizinischen Versorgung.

Section 39 ähnelt Section 33 stark, allerdings entfällt das Arbeitslosengeld, und die Rentenhöhe kann deutlich niedriger ausfallen.
Auf die Leistungen gehe ich weiter unten im Artikel noch genauer ein.
Leistungen
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Leistungen, die die Sozialversicherung in Thailand bietet.
Medizinische Versorgung
Meiner Meinung nach ist das einer der besten Vorteile der Sozialversicherung in Thailand. Damit kannst du das bei der Anmeldung gewählte Krankenhaus besuchen und kostenlos alles behandeln lassen, was Ärzte als „medizinisch notwendig“ einstufen, einschließlich bereits bestehender Erkrankungen.
Auf dem Papier klingt das gut, in der Praxis ist es aber nicht immer so, wie man erwartet.
Es gibt zwei Hauptprobleme bei der medizinischen Versorgung durch die Sozialversicherung: Wartezeiten und Behandlungsqualität.
Krankenhäuser, die die Sozialversicherung akzeptieren, sind meist ständig überfüllt. Es kann sein, dass du früh morgens hin musst und mehrere Stunden wartest, nur um dann ein paar Minuten mit einem Arzt zu sprechen.
Den Arzt kannst du dir auch nicht selbst aussuchen. Zuerst musst du zu einem Allgemeinmediziner, bevor du an einen Spezialisten überwiesen wirst, und allein einen Termin dafür zu bekommen, kann eine Woche dauern.
Da die Ärzte nur wenige Minuten Zeit haben, dich zu untersuchen, kann die Diagnose ungenau ausfallen. Zusammen mit der eingeschränkten Medikamentenauswahl der Sozialversicherung reicht die Behandlungsqualität nicht an das heran, was man mit Selbstzahlung oder privater Krankenversicherung bekommt.
Es ist aber weiterhin möglich, zusätzliche Medikamente, die nicht von der Sozialversicherung übernommen werden, selbst zu bezahlen. Sprich dafür einfach mit deinem Arzt.
Für Expats in Thailand ist die medizinische Versorgung oft der einzige Vorteil, den die thailändische Sozialversicherung bietet. Die übrigen Leistungen sind eher auf thailändische Staatsbürger ausgerichtet.
Manche Expats, die zuvor in Section 33 versichert waren, wechseln nach ihrer Pensionierung in Thailand zu Section 39. Der Hauptgrund dafür ist, die medizinische Versorgung zu behalten.
Andere wiederum ignorieren die medizinische Versorgung der Sozialversicherung komplett und verlassen sich ausschließlich auf ihre private Krankenversicherung.
Profi-Tipp: Wenn es nicht dringend ist, gehe ich normalerweise abends in mein Sozialversicherungs-Krankenhaus, da die Warteschlange dann meist kürzer ist.
Mutterschaftsleistungen
Mit der thailändischen Sozialversicherung kannst du 15.000 Baht für die Kosten einer Entbindung beantragen.
Außerdem zahlt sie 200 bis 500 Baht pro Vorsorgetermin während der Schwangerschaft, bis zu einem Höchstbetrag von 1.500 Baht.
Bist du weiblich, erhältst du außerdem drei Monate lang nach der Geburt 7.500 Baht pro Monat.
Danach zahlt die Sozialversicherung 800 Baht im Monat, bis dein Kind älter als 6 Jahre ist.
Für die Mutterschaftsleistungen gilt allerdings eine Wartefrist. Du musst mindestens 15 Monate in der Sozialversicherung und davon mindestens 5 Monate einzahlen, bevor du diese Leistung nutzen kannst.
Sind du und dein Partner beide in der Sozialversicherung, müsst ihr euch einigen, wer den Antrag stellt. Ihr könnt die Mutterschaftsleistung nicht beide gleichzeitig beanspruchen.
Gesundheitscheck
Du bekommst jedes Jahr einen kostenlosen Gesundheitscheck. Ein Premium-Check-up ist das allerdings nicht. Es handelt sich um ein Basispaket mit einfachen Tests wie Cholesterinwerten, Blutdruck, Blutbild und Blutzucker. Kein Highlight, aber trotzdem gut, dass es diese Option gibt.
Zahnversorgung
Diese Leistung nutze ich jedes Jahr. Du kannst 900 Baht pro Jahr für gängige Zahnbehandlungen wie Reinigung, Füllungen und Zahnentfernung beantragen.
Besuche am besten immer eine Zahnklinik, die mit der Sozialversicherung zusammenarbeitet, denn dann wird der Betrag direkt von deiner Sozialversicherung abgezogen. Du bekommst also einen Rabatt von 900 Baht, ohne selbst etwas tun zu müssen. Frag vor dem Termin einfach in der Zahnklinik nach.

Ist das nicht der Fall, brauchst du ein zahnärztliches Attest, eine Quittung und ein Antragsformular von der Zahnklinik. Damit füllst du das Formular aus und schickst es zusammen mit einer Kopie deines Bankbuchs an die Sozialversicherungsbehörde in deiner Region, um das Geld erstattet zu bekommen.
Oder du gibst es an deine Personalabteilung weiter und bittest sie, das für dich zu erledigen.
Invaliditätsleistung
Bei einer leichten Invalidität während deiner Zeit in der thailändischen Sozialversicherung zahlt sie dir 30 % deines Tagessatzes für 180 Monate. Als leichte Invalidität gilt jede körperliche oder geistige Beeinträchtigung, die deine Arbeitsfähigkeit mindert.
Dein Tagessatz berechnet sich aus dem von der Sozialversicherung festgelegten Höchstgehalt von 17.500 Baht im Monat.
Bei einer schweren Invalidität, etwa dem Verlust eines Gliedmaßes, erhältst du dagegen lebenslang 50 % deines Tagessatzes.
Um die Invaliditätsleistung zu beantragen, brauchst du ein ärztliches Attest von einem Krankenhaus in Thailand.
Rente
Wenn du nach 180 Monaten (15 Jahren) Beitragszahlung in die thailändische Sozialversicherung in Thailand in den Ruhestand gehst und nicht mehr in der Sozialversicherung bist, erhältst du eine lebenslange Rente in Höhe von 20 % deines Durchschnittsgehalts der letzten 60 Monate.

Zahlst du dagegen zwischen 12 und weniger als 180 Monaten ein, erhältst du stattdessen eine Einmalzahlung.
Um die Rentenleistung zu beantragen, besuchst du einfach deine örtliche Sozialversicherungsbehörde. Dort wird die Berechnung für dich übernommen. Viel Geld ist es nicht, aber es ist trotzdem gut, diese Absicherung zu haben.
Sterbegeld
Im Todesfall zahlt die thailändische Sozialversicherung 50.000 Baht für die Beerdigung. Zusätzlich erhält deine Familie eine Entschädigung von 50 % deines Gehalts, entweder für vier oder für zwölf Monate, je nachdem, wie lange du in der Sozialversicherung warst.
Hast du zwischen 36 und 110 Monaten eingezahlt, wird deine Familie vier Monate lang unterstützt.
Hast du dagegen mehr als 120 Monate eingezahlt, wird deine Familie zwölf Monate lang unterstützt.
Arbeitslosengeld
Bist du arbeitslos, erhältst du von der thailändischen Sozialversicherung folgende Entschädigung:
- Wurde dein Vertrag gekündigt, erhältst du 6 Monate lang 50 % deines Sozialversicherungs-Höchstgehalts.
- Kündigst du selbst, erhältst du 3 Monate lang 30 % deines Sozialversicherungs-Höchstgehalts.
In der Praxis ist es allerdings schwierig, diese Leistung tatsächlich zu erhalten.
Meistens musst du das Land sofort verlassen, sobald du nicht mehr in Thailand arbeitest. Damit hast du gar keine Gelegenheit mehr, diese Leistung zu beantragen.
Wie nutzt man die Leistungen der thailändischen Sozialversicherung?
Alle Leistungen kannst du bei deiner örtlichen Sozialversicherungsbehörde beantragen. Dafür brauchst du meist dieselben Unterlagen:
- Eine Kopie deines Passes
- Deine Sozialversicherungsnummer
- Eine Kopie deines Bankbuchs
- Ein Sozialversicherungsformular, das du bei der Sozialversicherungsbehörde abholen kannst
- Weitere passende Unterlagen, etwa ärztliche Atteste für die Zahnversorgung
Bei einem Besuch in deinem Sozialversicherungs-Krankenhaus musstest du früher deine Sozialversicherungskarte zusammen mit deinem Pass vorzeigen, um Leistungen zu beanspruchen.
Diese Karte wurde jedoch vor vielen Jahren abgeschafft. Heute reicht es, deine Sozialversicherungsnummer zu nennen und deinen Pass vorzuzeigen.
Deine Sozialversicherungsnummer kannst du bei deiner Personalabteilung erfragen.
Wie beantragt man sie?
Um dich für die thailändische Sozialversicherung anzumelden, musst du selbst nichts tun. Sobald du ein Business-Visum bekommst und zu arbeiten beginnst, kontaktiert deine Firma die Sozialversicherungsbehörde und meldet dich in deinem Namen an.
Nach der Anmeldung fragt dich die Personalabteilung womöglich nach deiner Wunschklinik. In manchen Firmen wählt die Personalabteilung das Krankenhaus aber auch für dich aus.
Deshalb merken viele Expats in Thailand gar nicht, dass sie bereits in der thailändischen Sozialversicherung angemeldet sind.
Wechselst du deinen Job, kümmern sich sowohl dein alter als auch dein neuer Arbeitgeber um deine Sozialversicherung.
Wie viel musst du zahlen?
Du zahlst 5 % deines Gehalts in die thailändische Sozialversicherung ein, bis zu einem Höchstgehalt von 17.500 Baht.
Das bedeutet, du zahlst maximal 875 Baht im Monat, selbst wenn dein Gehalt über 17.500 Baht liegt.
Dein Arbeitgeber muss zusätzlich denselben Betrag einzahlen.
Wie zahlst du für die thailändische Sozialversicherung?
Dein Beitrag wird normalerweise automatisch von deinem Gehalt abgezogen und von deinem Arbeitgeber in deinem Namen an die Sozialversicherungsbehörde überwiesen.
Brauche ich die Sozialversicherung in Thailand?
Du musst dich anmelden und zahlen, wenn du für ein Unternehmen oder eine Organisation in Thailand arbeitest.
Selbst wenn du dein eigenes Unternehmen in Thailand besitzt, brauchst du sie ebenfalls. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben.
Welches ist das beste Sozialversicherungs-Krankenhaus?
Das ist eine knifflige Frage. Jedes Krankenhaus im Sozialversicherungssystem hat seine Vor- und Nachteile.
Die besten staatlichen Krankenhäuser in Bangkok, wie Chulalongkorn und Siriraj, bieten hervorragende Versorgung. Wegen ihrer Beliebtheit kannst du sie aber nur selten auswählen.
Manche kleineren, gewinnorientierten Kliniken in Thailand meiden viele Leute lieber. Zwar sind sie oft leichter erreichbar oder haben kürzere Wartezeiten, aber es kann heikel werden, wenn du eine aufwendigere Behandlung brauchst.
Das heißt, du solltest von Anfang an ein großes Krankenhaus wählen. Entscheidest du dich für ein kleineres Krankenhaus und dein Fall ist ernst, muss dich das kleinere Krankenhaus erst an ein größeres überweisen, bevor du behandelt werden kannst.
Überweisungsprozesse können aber umständlich sein, weshalb es viel sinnvoller ist, von Anfang an bei einem großen Krankenhaus wie dem Lerdsin Hospital oder dem General Police Hospital zu sein.
Früher galt das Camillian Hospital als bestes Sozialversicherungs-Krankenhaus in Bangkok. Mittlerweile ist es aber nicht mehr Teil des Sozialversicherungssystems.
Heute kommt es vor allem darauf an, was du brauchst. Große öffentliche Krankenhäuser wie das Police Hospital, das Chulalongkorn Hospital und das Rajavithi Hospital sind gute Optionen, wenn du die Sozialversicherung nur für schwere Erkrankungen nutzen willst.
Diese öffentlichen Krankenhäuser sind meist überfüllt. Manche Leute müssen schon um 4 Uhr morgens dort sein, nur für einen einfachen Arzttermin. Dafür haben sie erfahrene Ärzte und moderne Ausstattung, die alle Arten von Erkrankungen abdecken kann.
Die privaten Krankenhäuser, die die Sozialversicherung akzeptieren, eignen sich dagegen gut für gängige Erkrankungen. Die Wartezeit ist kürzer als in öffentlichen Krankenhäusern, aber ihre Ausstattung reicht bei komplizierten Fällen möglicherweise nicht aus.
Deshalb habe ich eine Liste von Krankenhäusern in Bangkok zusammengestellt, die im Sozialversicherungssystem verfügbar sind und die mir Freunde aus dem medizinischen Bereich wegen ihrer Versorgungsqualität empfohlen haben:
| Krankenhaus | Lage | Kommentar |
| Lerdsin | Silom | überfüllt, gut für Orthopädie (Sportverletzungen) |
| General Police | Rama 1 | eines der größten, viele Fachärzte im Haus |
| Yanhee | Charan Sanitwong | Sozialversicherung erlaubt die Nutzung aller Filialen |
Außerdem haben wir einen ausführlichen Guide darüber, welches Krankenhaus du für das SSO-Programm wählen solltest.
Kann ich das Krankenhaus wechseln?
Du kannst dein Sozialversicherungs-Krankenhaus einmal im Jahr wechseln, von Mitte Dezember bis Ende März.
In diesem Zeitraum kannst du dich an deine Personalabteilung wenden, wenn du das Krankenhaus wechseln willst. Sie sollte dir eine Liste verfügbarer Krankenhäuser geben, aus der du einfach eines auswählst. Alternativ kannst du auch auf der SSO-Website nachsehen.
Um diese Jahreszeit wird meist eine aktualisierte Liste der Krankenhäuser veröffentlicht.
Reicht die Sozialversicherung aus?
In der Praxis bedeutet Sozialversicherung kostenlose Behandlung. Die Kosten zeigen sich aber in Form langer Warteschlangen, eingeschränkter Medikamente und gehetzter Arzttermine.
Manche patentierten, neueren Medikamente bekommst du über die Sozialversicherung möglicherweise auch gar nicht.
In Krankenhäusern der Sozialversicherung sehen Ärzte während einer Acht-Stunden-Schicht oft zwischen achtzig und hundert Patienten. Das bedeutet, sie haben nur wenige Minuten für dich übrig.
Welchem Krankenhaus du zugeteilt wirst, beeinflusst die Qualität deiner Versorgung. Die Unterschiede zwischen den Krankenhäusern können erheblich sein.
Du kannst dich auch in anderen Krankenhäusern behandeln lassen als in deinem zugewiesenen, sogar in Premium-Privatkrankenhäusern, wenn dein zuständiges Krankenhaus dich dorthin überweist.
Bei einer Notfallbehandlung bist du für die ersten zweiundsiebzig Stunden der notwendigen Versorgung abgesichert. Die Erstattung fällt jedoch niedriger aus als bei einer einfachen lokalen Versicherung, und du musst zunächst selbst zahlen und dir das Geld später bei der Sozialversicherungsbehörde zurückholen.
Brauche ich trotzdem eine private Krankenversicherung?
Auf diese Frage gibt es kein richtig oder falsch. Viele Expats und sogar Einheimische in Thailand zahlen jeden Monat in die Sozialversicherung ein, nutzen die medizinischen Leistungen aber nie.
Sie schließen zusätzlich eine private Krankenversicherung ab und besuchen damit Premium-Privatkrankenhäuser in Thailand, wegen der deutlich kürzeren Wartezeiten und des besseren Erlebnisses.
Andere wiederum nutzen die Sozialversicherung nur bei schweren Erkrankungen.
Letztlich hängt es von deinen Erwartungen ab. Kommst du mit der Wartezeit und dem Service der Sozialversicherung zurecht, brauchst du keine zusätzliche Versicherung. Erwartest du dagegen kurze Wartezeiten und eine hochwertige Behandlung, lohnt sich eine private Krankenversicherung.
Mehr dazu erfährst du in unserem ausführlichen Guide zur Krankenversicherung in Thailand.
Wie beantragt man Leistungen beim Wegzug aus Thailand?
Die meisten Expats verzichten nach ihrem Wegzug aus Thailand ganz auf die Leistungen der thailändischen Sozialversicherung, da es sich meist nicht lohnt. Der Grund dafür ist vor allem die geringe finanzielle Entschädigung und der komplizierte Ablauf.
Vor deinem Wegzug aus Thailand musst du deine örtliche Sozialversicherungsbehörde aufsuchen. Nimm jemanden mit, der Thai lesen und sprechen kann, da die meisten Sachbearbeiter kein Englisch sprechen und sämtliche Formulare auf Thai sind.
Außerdem überweist die Sozialversicherung Geld nur an Banken in Thailand.
Kündigung
Kündigst du deinen Job, muss dein Arbeitgeber die Sozialversicherungsbehörde darüber informieren. Findest du keine neue Stelle, wird deine Sozialversicherung automatisch pausiert, bis du wieder eine Arbeit in Thailand gefunden hast.
Kann ein Direktor Sozialversicherung erhalten?
Das hängt davon ab, was genau man unter „Direktor“ versteht. Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien.
Im ersten Szenario, wenn du ein Unternehmen in Thailand gründest und Direktor deiner eigenen Firma wirst, kannst du KEINE Sozialversicherung in Thailand erhalten, da sie in erster Linie für Angestellte gedacht ist.
Bist du dagegen als Direktor angestellt und beziehst ein Gehalt, ohne Firmenkapital zu besitzen, kannst du durchaus Sozialversicherung erhalten.
Wie wechselt man von Section 33 zu Section 39
Willst du von Section 33 zu Section 39 wechseln, ist das unter folgenden Bedingungen möglich:
- Du arbeitest nicht mehr für ein Unternehmen in Thailand.
- Du hast länger als ein Jahr in Section 33 der Sozialversicherung eingezahlt.
- Du kannst mit anderen Visa-Arten in Thailand bleiben (etwa einem Heiratsvisum, einem Rentnervisum usw.)
Um von Section 33 zu Section 39 zu wechseln, musst du:
- Deine örtliche Sozialversicherungsbehörde innerhalb von 6 Monaten nach Verlassen deiner Firma aufsuchen.
- Diese Unterlagen mitbringen:
- Deinen Pass.
- Dein Bankbuch mit einer Kopie der ersten Seite (für die Zahlung an die Sozialversicherung).
Vor Ort holst du dir ein Antragsformular, füllst es aus und reichst es zusammen mit allen nötigen Unterlagen ein.
Der gesamte Prozess, einschließlich des Antragsformulars, läuft auf Thai ab. Deshalb empfiehlt es sich, jemanden mitzunehmen, der Thai spricht.
Deine Beiträge zur Sozialversicherung werden dann automatisch jeden Monat von deinem Bankkonto abgebucht.
Beachte, dass manche Sozialversicherungsbehörden einen Pink ID oder ein gelbes Tabien Baan verlangen.
Es lohnt sich daher, vorher bei deiner örtlichen Sozialversicherungsbehörde anzurufen und nach den genauen Anforderungen zu fragen.
Nimmst du wieder eine Anstellung auf, wechselt deine Sozialversicherung automatisch zurück zu Section 33.
Wie erhält man eine Rente
Für den Bezug einer Rente gelten zwei Hauptbedingungen:
- Du musst älter als 55 Jahre sein.
- Du hast länger als 12 Monate in die Sozialversicherung eingezahlt.
- Du musst die Beitragszahlung in die Sozialversicherung einstellen.
Hast du weniger als 180 Monate in die Sozialversicherung eingezahlt, erhältst du eine Einmalzahlung. Sind es mehr als 180 Monate, erhältst du eine Rente, die direkt auf dein thailändisches Bankkonto überwiesen wird.
Um deine Rente zu beantragen, besuchst du deine örtliche Sozialversicherungsbehörde mit deinem Pass und deinem Bankbuch samt Kopie.
Beachte, dass du ab dem Rentenbeginn keinen Anspruch mehr auf die medizinischen Leistungen hast.
Sollte ich eine Rente aus der thailändischen Sozialversicherung beziehen?
Diese Entscheidung liegt ganz bei dir.
Viele Rentner in Thailand zahlen weiterhin in Section 39 der Sozialversicherung ein, um ihre medizinische Absicherung zu behalten. So können sie im Notfall zumindest weiterhin ihr Sozialversicherungs-Krankenhaus aufsuchen.
Sie verzichten auf eine private Krankenversicherung, da diese ab 60 Jahren teuer werden kann und bereits bestehende Erkrankungen möglicherweise nicht abdeckt.
Wie hoch fällt meine Rente aus?
Deine Rente beträgt 20 % deines Durchschnittsgehalts der letzten 60 Monate und wird lebenslang gezahlt.
Liegt dein Durchschnittsgehalt zum Beispiel bei 17.500 Baht im Monat, dem aktuellen Höchstgehalt im thailändischen Sozialversicherungssystem, erhältst du eine monatliche Rente von 3.500 Baht.
Hast du zudem länger als 180 Monate (15 Jahre) in die thailändische Sozialversicherung eingezahlt, erhältst du zusätzlich 1,5 % pro Jahr.
Hast du zum Beispiel 16 Jahre lang eingezahlt, erhältst du eine Rente von 3.762,50 Baht im Monat (3.500 Baht plus zusätzliche 1,5 % deines Durchschnittsgehalts, was 262,50 Baht entspricht).
Jetzt bist du dran
Wir hoffen, dieser Artikel beantwortet alles Wichtige rund um die Sozialversicherung in Thailand.
Auch wenn es nicht das beste System der Welt ist und für Expats nur eingeschränkte Leistungen bietet, kann es dir dennoch eine gesundheitliche Absicherung bieten, die du in Zukunft vielleicht brauchst.
Ob du die Sozialversicherung in Thailand nutzt oder ganz ignorierst, bleibt ganz dir überlassen.
Falls du eigene Erfahrungen mit der thailändischen Sozialversicherung gemacht hast, teile sie gerne in den Kommentaren.