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Der Umzug nach Thailand war für mich und meine Familie aufregend und stressig zugleich. Aufregend, weil er der Höhepunkt eines Sieben-Jahres-Plans war; stressig, weil wir ein sechs Monate altes Baby im Schlepptau hatten.
Und um das Ganze noch schwieriger zu machen, hatte unser Flug von New York nach Hongkong Verspätung. Die Airline setzte uns auf einen anderen Flug um, der zuerst nach Seoul, dann nach Hongkong und schließlich nach Bangkok ging.
Meine Sechs-Monate-Alte war ein echter Champion. Ich weniger.
Bevor ich 2014 zum letzten Mal amerikanischen Boden betrat, hatten wir nicht nur ausführlich geplant, sondern mussten auch jede Menge lose Enden verknüpfen, bevor es nach Thailand ging.
Dieser Guide gibt Dir einen guten Eindruck davon, wie es ist, mit Familie von Amerika nach Thailand zu ziehen. Und selbst wenn Du nicht mit Partner oder Kindern nach Thailand kommst, lässt sich das meiste hier auf jeden übertragen.
Contents
Das Wichtigste in Kürze
- Leg Dir vor dem Umzug einen ordentlichen Ersparnispuffer zu. Ein durchschnittlicher Lebensstil in Bangkok kostet für eine Einzelperson etwa THB45.000 im Monat, für eine Familie eher THB80.000 — plane mindestens sechs Monate davon als Reserve ein, bevor Du kündigst.
- Zahl hochverzinste Schulden ab, bevor Du gehst. Die Zinsen, die Du Dir sparst, werden zu Ersparnissen, die Deinen Übergang finanzieren.
- Richte Dein Banking ein, bevor Du abreist. Informiere Deine US-Bank darüber, dass Du dauerhaft im Ausland lebst, gib einem vertrauenswürdigen Familienmitglied Zugriff auf Dein Konto und nutze einen Dienst wie Wise, um Geld nach Thailand zu schicken — deaktivierte EC-Karten passieren häufig, meist im ungünstigsten Moment.
- Verzichte nicht auf eine Krankenversicherung, nur weil das thailändische Gesundheitssystem günstiger ist als zu Hause. Der Autor hat anfangs darauf verzichtet, bekam später in Thailand einen Hirntumor diagnostiziert, und die Versicherung übernahm den Großteil der Kosten.
- Leg Dich nicht auf ein Viertel fest, bevor Du einen Job hast. Der Verkehr in Bangkok ist so übel, dass der Arbeitsort weitgehend bestimmen sollte, wo Du wohnst.
- Bei der Familie zu wohnen spart anfangs Geld, sorgt aber oft für Reibung. Plane innerhalb weniger Monate eine eigene Wohnung ein — das tut in der Regel allen Beziehungen gut.
- Widerstand aus der eigenen Familie ist normal. Skeptiker überzeugst Du am besten, indem Du sie zu Besuch nach Thailand einlädst — viele, die einmal da waren, wollen am liebsten gleich bleiben.
Über mich
Meine Liebe zu Thailand begann mit Muay Thai. Ich kam 2007 zum ersten Mal hierher, um etwas über zwei Wochen im Kaewsamrit Gym in Talingchan zu trainieren. Aber irgendwo in diesen siebzehn Tagen hatte mich der Virus erwischt. Es ist derselbe Virus, der die meisten Ausländer erwischt, die Thailand besuchen, und der einen dazu bringt, so Dinge zu tun wie, keine Ahnung, eine 85.000-€-Karriere von fünfzehn Jahren im komfortablen Corporate America aufzugeben für ein abenteuerlicheres Leben in den mystischen Weiten Südostasiens (das Mystische ist nur vorübergehend).
Während dieser siebzehn Tage im Gym lernte ich einen Typen namens Phil kennen. Er hatte zu Hause alles verkauft, um sich den Traum zu erfüllen, einer der besten ausländischen Muay-Thai-Kämpfer in Thailand zu werden. Ich traf noch einen anderen, Travis, der dasselbe getan hatte. In all diesen Gesprächen ging es immer wieder um die Idee, „seinen Traum zu leben“. Sogar auf dem Etagenbett, in dem ich schlief, stand „live your dreams“. Ich kam von dem Gedanken nicht mehr los.
Als ich zurück in Amerika war und zum ersten Mal seit über zwei Wochen wieder warm duschte, begann ich, mein Leben zu hinterfragen. Wollte ich wirklich für Corporate America arbeiten? Wollte ich mich den Rest meiner beruflichen Laufbahn abrackern, nur um am Ende bedauernd zurückzublicken?
So konnte es nicht weitergehen. Also schrieb ich mir einen Plan auf. Ich würde zurück an die Uni gehen, meinen Abschluss in Englisch machen und dann nach Thailand ziehen, um Englisch zu unterrichten. Also studierte ich Teilzeit, während ich weiter für Corporate America arbeitete. Und jedes Jahr unternahm ich eine längere Reise nach Thailand. Einen Monat hier. Zweieinhalb Monate dort. Drei Wochen hier.
Wann immer ich von diesen jährlichen Thailand-Reisen nach Hause zurückkam, ging ich ins thailändische Restaurant vor Ort, um mir meine Dosis thailändisches Essen und Kultur zu holen. Dort lernte ich meine spätere Frau kennen, die ursprünglich aus Thailand stammte und zurückwollte. Fünf Jahre später heirateten wir und bekamen unsere erste Tochter.
Bevor Du umziehst
Wichtige Dinge, die Du in Thailand nicht mehr erledigen kannst, solltest Du noch in Amerika regeln. Kümmere Dich darum, bevor Du Flugtickets kaufst und Dein Visum beantragst. Hier ein paar der wichtigsten Punkte:
Schulden abbezahlen
Ein Teil meines Sieben-Jahres-Plans bestand darin, all unsere Schulden abzuzahlen. Meine Frau und ich hatten jetzt nicht besonders viele Schulden, nur eine Autofinanzierung, zwei Kreditkarten und eine Hypothek, aber mir wurde klar, dass die monatlichen Zinsen darauf stattdessen in unsere Thailand-Ersparnisse hätten fließen können.

Also zahlten wir zuerst die Rechnungen mit dem höchsten Zinssatz ab, das war meine Autofinanzierung (das Auto meiner Frau war bereits abbezahlt). Ich überwies alle paar Monate zusätzliche Beträge, um den Prozess zu beschleunigen, und sobald diese Rate weg war, konnte ich ein paar Jahre lang zusätzlich 425 € im Monat zurücklegen.
Gleichzeitig fingen wir an, unsere Kreditkarten nur noch für Notfälle zu benutzen. Wir hatten uns aus reiner Bequemlichkeit angewöhnt, sie ständig zu benutzen. Und obwohl wir die Rechnung jeden Monat vollständig beglichen, wollten wir nicht, dass diese Zahlung ständig über uns schwebt.
Etwa ein Jahr vor unserem Umzug nach Thailand kündigten wir unsere Kreditkarten und zerschnitten sie. Das war befreiend. Ich weiß, manche werden Dir sagen, Du solltest Deine Karten behalten, um Punkte zu sammeln und gratis zu fliegen und zu essen. Klingt toll. Aber meiner Meinung nach sind Schulden der Teufel. Wenn ich mir etwas nicht bar leisten kann, muss es eben warten. Es ist eine der wenigen finanziellen Regeln, an die wir uns als Familie halten, und eine, bei der ich nicht bereit bin, Abstriche zu machen.
Die einzige Schuld, die wir vor unserem Umzug nach Thailand nicht loswerden konnten, war unsere Hypothek.
Weitgehend schuldenfrei zu bleiben, ermöglichte es uns, genug Geld für den Übergang ins Leben in Thailand zu sparen. Und ehrlich gesagt, wenn ich nach all den Jahren zurückblicke, war schuldenfrei zu bleiben eine der besten Entscheidungen, die wir als Familie langfristig treffen konnten.
Geld sparen
Du musst bedenken, dass Du in ein neues Land kommst und bei null anfängst, und es kann eine Weile dauern, bis Du Dich wirklich etabliert hast. Je länger Du hier bist, desto leichter wird es, und desto mehr Möglichkeiten ergeben sich. Aber in der Zwischenzeit können unerwartete Notfälle, fehlende Arbeit und Ähnliches auf Dich zukommen.
Wer nach Thailand ziehen möchte, braucht ein gewisses Polster. Wenn Du nicht schon vor der Ankunft einen Job hast, solltest Du in den ersten Monaten mit keinem Einkommen rechnen.
Aber wie viel sollte man sparen? Das hängt davon ab, wie viele Personen mitkommen und welchen Lebensstil man führen möchte.
Ich würde sagen, ein durchschnittlicher Lebensstil in Thailand kostet mit kleinen Abstrichen etwa 45.000 Baht im Monat. Das sind ungefähr 1.232 € im Monat. Legt man die amerikanische Sechs-Monats-Notfallregel zugrunde, bräuchte man dafür rund 7.395 € an Ersparnissen. Damit kommst Du zurecht, falls Du innerhalb von sechs Monaten keinen Job findest. Aber ich bezweifle, dass Du in Thailand sechs Monate lang keinen Job finden würdest.
Wenn Du mit Familie kommst, würde ich mit rund 80.000 Baht im Monat kalkulieren, also etwa 2.210 €. Das würde den Sechs-Monats-Notgroschen auf 13.260 € erhöhen. Wobei ich sagen würde, dass 10.200 € an Notfallreserve reichen sollten.
Von anderen Leuten hörst Du vielleicht andere Zahlen. Aber nachdem ich das selbst durchgemacht habe und in Thailand ein paar Notfälle erlebt habe, kann ich nur sagen: Leg Dir einen Notgroschen zu — spar, spar, spar.
Deine Sparstrategie hängt von Deiner finanziellen Situation ab. Aber ich würde mindestens den oben genannten Betrag zurücklegen — wenn möglich mehr. Denn man weiß nie, was passiert. Und wenn etwas Größeres passiert, so wie bei uns, als meine Frau in Thailand unsere zweite Tochter zur Welt brachte, willst Du sicher sein, dass Du das Geld hast, um es abzudecken.
Was, wenn Du nicht so viel sparen kannst? Rückblickend kann ich mir kaum vorstellen, dass meine Familie die ersten Monate bis zum ersten Jahr in Thailand ohne ausreichende Ersparnisse überstanden hätte. Aber möglich ist es. Wenn Du Deinen Lebensstandard sehr niedrig hältst und mit ein paar tausend Dollar in Thailand ankommst, kannst Du es schaffen. Aber wie?
Erinnerst Du Dich an die Zeit, als Du Deine erste eigene Wohnung hattest oder zum Studieren weggezogen bist? Da hast Du von Ramen-Nudeln gelebt, oder? Nun, in Thailand haben wir Mama.
Die Neuigkeit verkünden
Sowohl meine Kollegen als auch meine Vorgesetzten wussten, dass ich Thailand im Blick hatte. Sieben Jahre lang nutzte ich den Großteil meines Urlaubs, um nach Thailand zu reisen. Und wenn kein Urlaub mehr übrig war, nahm ich mir unbezahlten Urlaub, um meine Dosis zu bekommen. Ich habe oft genug über meinen Wunsch gesprochen, hierher zu ziehen. Und jeder wusste, es war nur eine Frage der Zeit. Und eines Tages war es soweit.
Als ich mein Kündigungsschreiben abgab, bekam ich gemischte Reaktionen. Die meisten Kollegen und Vorgesetzten haben sich für mich gefreut. Wer weiß, vielleicht hatten sie selbst ähnliche Träume. Und hier war ich nun und lebte meinen. Also gab es jede Menge Umarmungen, Handschläge, Glückwünsche und „bleib in Kontakt“ — und über die Jahre sogar ein paar Besuche.
Auch meine Familie wusste, dass ich nach Thailand ziehen wollte, also gab es von dieser Seite keinen Widerstand. Sie unterstützten meine Entscheidung und freuten sich, dass ich meinem Herzen folgte. Meine Mutter war Ende der 1990er einmal in Thailand, als mein Cousin in Bangkok einen Film drehte. Jetzt, wo ich hier lebe, bekommt sie die Chance, Thailand noch einmal ganz neu zu erleben. Und sie war seit dem Umzug meiner Familie mindestens einmal im Jahr hier.
Auch meine Freunde freuten sich für mich. Ich bekam eine Menge „Ich wünschte, ich könnte das auch machen“-Kommentare zu hören. Und falls Du das jetzt liest und genau dasselbe denkst: Ich bin der lebende Beweis, dass es geht, egal wer Du bist. Wenn Du es wirklich willst, findest Du einen Weg.
Aber Du bekommst vielleicht nicht dieselbe Unterstützung, die ich erhalten habe. Schließlich sind Amerikaner ziemlich abgeschottet von dem, was in Thailand passiert. Die einzigen Thailand-Nachrichten, die es bis nach Amerika schaffen, drehen sich um Militärputsche, Kinderschänder und aufsehenerregende, skurrile Todesfälle.
Und weil Thailand während des Vietnamkriegs Amerikas Verbündeter war, ist der erste Kommentar von jedem, der in „Nam“ gedient hat, wenn Du das Land erwähnst, meist über die berüchtigten „Fischschalen“ — jene Sexläden in Thailand, wo man sich hinter einer Glasscheibe ein Mädchen aussuchen kann.
Wenn Amerikaner nur wüssten, dass das Leben in Thailand genauso weitergeht wie in Amerika — Leute gehen zur Arbeit und zur Schule und erledigen dieselben alltäglichen Dinge — würden sie die Sache vielleicht anders sehen. Aber wäre das so, würdest Du vielleicht gar nicht herziehen wollen.
Wie überzeugst Du also Deine Familie, dass es Dir in Thailand gut gehen wird? Wie überzeugst Du Deinen Partner, sein Leben in Amerika für ein Leben in Thailand aufzugeben? Ich würde sagen, der einzige Weg ist, sie den Dingen auszusetzen, die das Leben in Thailand so lohnenswert machen.
Der einfachste Weg, Deine Familie davon zu überzeugen, dass Thailand ein großartiger Ort zum Auswandern ist, ist, ihnen die Artikel hier auf Expat Den zu zeigen. Reicht das nicht, brauchst Du vielleicht drastischere Maßnahmen.
Das bedeutet, Du musst Deine Familie vielleicht nach Thailand bringen, damit sie das Land selbst erleben kann. Meine Mutter zum Beispiel zeigt zunehmend Interesse daran, längere Zeit in Thailand zu verbringen, und hat sich sogar schon Häuser hier angeschaut. Ihr Plan ist es, irgendwann sechs Monate in Thailand und sechs Monate in den USA zu verbringen.
Um Eigentum kümmern
Besitzt Du Eigentum in Amerika? Dann musst Du entscheiden, was damit passiert, bevor Du nach Thailand ziehst. Willst Du es verkaufen oder vermieten?
Im Frühling und Sommer, wer mäht den Rasen? Im Herbst, wer harkt das Laub? Wenn es schneit, wer schippt die Einfahrt frei? Und das ist nur außen. Innen kann auch einiges schiefgehen.
Ein Haus ist eine große Verantwortung, und wenn Du nicht in der Nähe bist, um bei Problemen zu helfen, oder niemanden hast, dem Du vertraust, das Haus im Auge zu behalten, kann die Immobilie zu ernsthaften Problemen und Haftungsfragen führen.
Ich möchte niemanden davon abhalten, seine Immobilie zu vermieten, aber es kann sich als mehr Ärger als Nutzen erweisen, besonders wenn Du versuchst, die Immobilie vom anderen Ende der Welt aus zu verwalten.
Meine Frau und ich haben es eine Zeit lang mit Vermieten versucht. Aber nachdem wir sechs Monate in Thailand gelebt hatten und keine Möglichkeit hatten, Probleme mit dem Haus und den Mietern schnell zu klären, entschieden wir uns, es zu verkaufen.
Gleichzeitig kenne ich Leute aus Amerika, die sehr gut damit fahren, ihre Immobilie zu vermieten, während sie in Thailand leben. Wenn Du das hinbekommst, Hut ab.
Der Umzug nach Thailand
Jetzt, wo die ganze Planung und Vorbereitung erledigt ist, geht es an den eigentlichen Umzug. Und der Umzug beginnt mit dem Flug.
Flüge buchen
Ich bin ein Fan von Cathay Pacific. War ich immer, werde ich immer sein. Sechs meiner sieben Thailand-Reisen bin ich mit Cathay Pacific geflogen. Früher habe ich meistens über Expedia gebucht. Aber für diese Reise, weil wir strikte Anforderungen hatten, rief ich Cathay direkt an und buchte telefonisch.
Ich wollte für mich und meine Familie ein One-Way-Ticket, da wir in absehbarer Zeit nicht nach Amerika zurückkehren wollten. Ich wusste, dass meine Tochter und meine Frau One-Way-Tickets bekommen konnten, da sie thailändische Pässe hatten. Aber ich hatte gemischte Erfahrungsberichte zu One-Way-Tickets für Nicht-Thais gehört.
Als ich bei Cathay anrief, sagten sie mir, das sei kein Problem. Da ich vorhatte, ein Ehevisum in New York zu beantragen, könne ich ein One-Way-Ticket kaufen. Der Cathay-Mitarbeiter am Telefon sagte mir, ich solle am Gate mein Visum zeigen, falls jemand nach einem Rückflugticket fragt.
Ich buchte für meine Frau und mich ein Ticket, dazu für 170 € extra ein Klappbett für unsere Tochter (das war unbezahlbar), und das war’s. Es war Anfang Februar, und wir waren bereit, am 4. April 2014 abzureisen.
Visa und Pässe
Mit gebuchten Tickets machten wir uns an unsere Visa und Pässe. Meine Frau lebte zwar in Amerika, war aber in Thailand geboren, brauchte also kein Visum. Aber meine Tochter brauchte ihren thailändischen und amerikanischen Pass, und ich brauchte mein Thailand-Visum.

Wir mussten der thailändischen Botschaft folgende Dokumente vorlegen:
- eine Kopie des thailändischen Passes meiner Frau
- eine Kopie ihrer thailändischen Geburtsurkunde
- eine Kopie der US-Geburtsurkunde meiner Tochter
- eine beglaubigte, ins Thailändische übersetzte Kopie der US-Geburtsurkunde meiner Tochter*
- eine beglaubigte Kopie unserer amerikanischen Heiratsurkunde
- eine beglaubigte, ins Thailändische übersetzte Kopie unserer amerikanischen Heiratsurkunde*
Bitte beachte, dass jede thailändische Botschaft unterschiedliche Verfahren und Dokumentenanforderungen haben kann. Am besten kontaktierst Du sie direkt, um Dich zu vergewissern. Normalerweise bekommst Du eine Liste der benötigten Dokumente. Es ist ein unkomplizierter Prozess.
*Ein Dokument selbst zu übersetzen ist nicht erlaubt, selbst wenn Du thailändische Familie hast. Stattdessen musst Du in Amerika einen professionellen Thai-Übersetzer beauftragen.
Der thailändische Pass meiner Tochter kostete 34 €.
Für mich selbst hielt ich es für das Beste, bei der thailändischen Botschaft in New York City ein Non-Immigrant-O-Visum auf Basis der Ehe zu beantragen. Also machte ich genau das.
Wenn Du wie ich keine thailändische Ehepartnerin hast, solltest Du Dir andere Visa-Optionen in Thailand anschauen. Der einfachste Weg ist das DTV-Visum.
Und hier die Dokumente, die ich einreichen musste:
- meinen Pass
- eine Kopie des thailändischen Passes meiner Frau
- eine Kopie ihrer thailändischen Geburtsurkunde
- eine beglaubigte Kopie unserer amerikanischen Heiratsurkunde
- eine beglaubigte, ins Thailändische übersetzte Kopie unserer amerikanischen Heiratsurkunde*
*Meine Frau durfte unsere Heiratsurkunde nicht selbst übersetzen. Sie musste in Amerika einen professionellen Thai-Übersetzer beauftragen.
Das Ein-Jahres-Visum mit mehrfacher Einreise kostete 170 €.
Etwa eine Woche später stellte mir die Botschaft ein Ein-Jahres-Visum mit mehrfacher Einreise aus. Damit durfte ich bis zu ein Jahr in Thailand bleiben.
Deine Sachen verschiffen
Du hast Deine Schulden abbezahlt und genug Geld für den Umzug nach Thailand gespart. Du hast alle informiert und die große Entscheidung über Dein Eigentum getroffen. Du hast Dein Visum und sogar schon die Flugtickets gekauft.
Das bedeutet, der große Umzug rückt näher, und Du musst Dir über die feineren Details Gedanken machen — was Du behältst und was Du loswirst, und wie Du Deine Sachen nach Thailand verschiffst.
Ich bin ein bisschen Minimalist und mag keinen unnötigen „Kram“. Und ehrlich gesagt, wäre ich allein nach Thailand gezogen, wäre ich einfach mit Rucksack und Flip-Flops aufgetaucht.
Aber als Familie gab es einige Dinge, die wir verschiffen mussten, sonst hätten wir hier mehr als das Doppelte dafür bezahlt. Und selbst mit den Versandkosten war es noch günstiger, als die Sachen in Thailand neu zu kaufen.
Um zu entscheiden, was wir nach Thailand verschiffen sollten, stellten wir uns eine Frage: Würde es mehr kosten, das Ding in Thailand neu zu kaufen? Wenn ja, haben wir es verschifft.
Dinge, die wir nach Thailand verschifft haben, waren Kindersitze und andere notwendige Sachen, um ein Baby sicher großzuziehen. Ich habe meine Rennräder verschifft, die in Thailand fast doppelt so viel gekostet hätten, dazu Bücher und mein Kameraequipment: Stative, Slider und so weiter. Und meine Frau hat ihre Backausrüstung verschifft. Allein diese Dinge haben den Versand gelohnt.
Wir haben Lanna Shipping in New York City genutzt. Meine Frau hatte sie über die Jahre schon mehrfach beauftragt, um Sachen an ihre Familie in Thailand zu schicken. Sie vertraute ihnen also. Für anderthalb Paletten voll Zeug — eine Palette ist 122 Zentimeter hoch und 107 Zentimeter lang — verlangten sie 1.275 €. Darin enthalten waren Abholung, Versand und Lieferung von zweiundsechzig Kartons voller Sachen nach Bangkok.
Der Versand unserer Sachen dauerte sechs Wochen. Zwei Wochen bevor wir abreisten, kam Lanna zu uns nach Hause, inventarisierte alle zweiundsechzig Kartons und nahm dann alles in einem Van mit. Wenn alles gutging, würden wir unsere Sachen sechs Wochen später bei meiner Schwiegermutter in Bangkok wiedersehen. Und genau das passierte. Vier Wochen nach unserer Ankunft in Thailand wurden alle zweiundsechzig Kartons geliefert, unversehrt und ungeöffnet.
Über das Formular auf unserer Kontaktseite kannst Du innerhalb von 24 Stunden bis zu fünf kostenlose Angebote von Umzugsunternehmen erhalten.
Wichtige Dokumente mitnehmen
Du solltest auch Deine wichtigen persönlichen Dokumente mitnehmen. Ich würde empfehlen, diese im Handgepäck zu verstauen. Das sind:
- Pässe
- Führerscheine
- Geburtsurkunden
- Eigentumsurkunden für Immobilien
- Einkommensnachweise oder Gehaltsabrechnungen
- medizinische Bescheinigungen oder Berichte
- Heirats- oder Scheidungsurkunden
- Abschlüsse, Diplome, Zertifikate und Zeugnisse
- Steuerunterlagen, Sozialversicherungskarten oder Versicherungsnummern
Wichtige Konten schließen und informieren
Eines der allerletzten Dinge, die meine Frau und ich in Amerika erledigt haben, war das Schließen unserer Bankkonten. Wir legten unsere Ersparnisse dann auf ein neues TD-Bank-Girokonto an. Ich habe außerdem ein vertrauenswürdiges Familienmitglied auf unserem Bankkonto vermerkt, damit es sich um alle Bankangelegenheiten kümmern kann, die auftauchen, während wir in Thailand sind.
Wir haben dann unsere Broker über den Umzug informiert und die Adressen auf diesen Konten auf die eines Familienmitglieds geändert.
Ich kann es nicht oft genug betonen: Achte darauf, dass Deine Bank einen Vermerk auf Deinem Konto hinterlegt, dass Du dauerhaft in Thailand lebst. In den vergangenen vier Jahren wurde uns, selbst mit diesem Vermerk, unsere EC-Karte mindestens einmal im Jahr gesperrt — fast immer im denkbar ungünstigsten Moment.
Mittlerweile hat sich unsere Art, an Geld zu kommen, etwas geändert. Wir nutzen unsere EC-Karten nur noch im absoluten Notfall.
Wir nutzen jetzt Wise, um Geld von Amerika nach Thailand zu überweisen, und das spart uns Hunderte Euro im Jahr. Ich habe ein paar verschiedene Online-Überweisungsdienste ausprobiert, aber sie sind mit Abstand die günstigsten und schnellsten.
Es gab Zeiten, da kam meine Überweisung in weniger als vierundzwanzig Stunden an. Und für die Fälle, in denen es länger dauerte als versprochen, hat Wise mir die nächste Überweisung kostenlos gemacht.
Krankenversicherung
Wenn Du wie ich einen Job aufgibst, den Du fünfzehn Jahre lang gemacht hast, verlierst Du wahrscheinlich einige Vergünstigungen, wie die Krankenversicherung für Dich und Deine Familie. Ich wusste, dass die Gesundheitsversorgung in Thailand deutlich günstiger war als in Amerika. Anfangs entschied ich mich gegen eine Krankenversicherung.
Mit der Zeit entschied ich mich jedoch, eine Krankenversicherung für meine Familie abzuschließen, und das war die richtige Entscheidung. Ein Jahr nachdem ich die Versicherung abgeschlossen hatte, wurde bei mir ein Hirntumor diagnostiziert, und meine Krankenversicherung übernahm den Großteil der Kosten. Hier kannst Du von meinen Erfahrungen (und Fehlern) mit der Krankenversicherung in Thailand lesen.
Standortwahl
Irgendwann musst Du Dir überlegen, wo Du in Thailand leben willst. Wir wussten schon vorher, dass wir zunächst bei meinen Schwiegereltern in Bangkok wohnen würden, bis wir auf eigenen Füßen standen. Die Entscheidung, wo wir leben würden, hat uns also kaum Energie oder Planung gekostet.
Aber wenn ich einen Ratschlag zu diesem Thema geben müsste, würde ich sagen: Leg Dich auf keinen Ort fest, bevor Du herumgereist bist oder einen Job gefunden hast. Du willst irgendwo leben, wo Du glücklich bist. Schließlich bringt es nichts, ein unglückliches Umfeld gegen ein anderes einzutauschen.
Und sobald Du einen festen Job hast, willst Du wahrscheinlich in Arbeitsnähe wohnen, besonders wenn Du in Bangkok arbeitest. Der morgendliche und abendliche Berufsverkehr lässt New Yorker Staus wie einen Spaziergang aussehen.
Warst Du noch nie in Thailand und fragst Dich, wo Du wohnen sollst, dann lies zuerst diesen Artikel über Bangkoks Stadtviertel. Frag anschließend in Facebook-Gruppen nach.
Am Ende landest Du wahrscheinlich sowieso an einem Ort, an dem Du nie erwartet hättest zu leben. Manchmal geht es einfach darum, wohin einen der Wind trägt — zumindest war das bei meiner Familie so.
Nach Deinem Umzug
Die ganze Planung ist erledigt, und Du bist in Thailand angekommen. Glückwunsch. Es mag sich anfühlen, als wäre die ganze Arbeit vorbei und Du würdest Dein restliches Leben im Paradies verbringen. Aber davon kann kaum die Rede sein. In Thailand anzukommen ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte wartet noch.
Eine Bleibe finden
Wie schon erwähnt, hatten wir gleich bei unserer Ankunft in Thailand eine Bleibe. Darum mussten wir uns also nie kümmern. Aber nach drei Monaten bei der Familie meiner Frau spürten wir, dass es Zeit war für eine eigene Wohnung.
Wie wir schnell lernten, unterscheiden sich thailändische und amerikanische Familienwerte und Familienstrukturen deutlich. Nicht, dass die eine Gesellschaft besser wäre als die andere. Es war nur so, dass wir unsere Art hatten, Dinge zu tun, und die Familie meiner Frau ihre eigene. Und oft passten unsere Stile nicht gut zusammen.
Meine Frau ist zwar Thailänderin, wie gesagt, aber ihre Denkweise ist eher amerikanisch als thailändisch geprägt. Deshalb war sie nicht immer einer Meinung mit ihrer Mutter, Schwester oder ihrem Bruder.
Da sie die Jüngste ihrer Geschwister war, wurde von ihr erwartet, sich um all die Dinge zu kümmern, die sonst niemand machen wollte oder wofür niemand Zeit hatte. Ihre Familie erwartete, dass sie Erledigungen macht und bei den Kindern ihres Bruders hilft, während sie gleichzeitig unser sechs Monate altes Baby versorgen musste.
Sie spürte den Druck, sich an Thailand anzupassen und gleichzeitig frischgebackene Mutter zu sein. Aber sie konnte ihrer Familie das nicht verständlich machen. Meiner Meinung nach erlebte sie einen Reverse-Culture-Shock.
Also fingen wir an, nach einer Bleibe zu suchen. Damals wussten wir noch nichts über all die Webseiten, über die man Wohnungen in Bangkok mieten kann. Also fragte meine Frau ihre thailändische Freundin aus Amerika, die inzwischen wieder in Thailand lebte, um Rat.
Ihre Freundin wohnte in einer Wohnung im The Parkland Srinakarin. Also ging meine Frau auf ein lokales Forum und suchte dort nach Wohnungen. Wir fanden eine, schauten sie uns an und zogen ein paar Wochen später ein.
Es war nicht leicht, schon so kurz nach der Ankunft in Thailand wieder umzuziehen, und meine Schwiegermutter war sehr aufgebracht, dass wir nicht mehr bei ihr wohnen würden. Aber am Ende war es für alle besser. Und unsere Beziehungen sind dadurch deutlich stabiler.
Einen Job finden
Ich hatte schon vor unserem Umzug nach Thailand entschieden, die ersten paar Monate im Land nicht zu arbeiten. Ich kam gerade aus fünfzehn Jahren, die sich wie moderne Leibeigenschaft im Corporate America angefühlt hatten. Also gönnte ich mir eine dringend benötigte Auszeit, um sie mit meiner Frau und unserem neuen Baby zu verbringen.
Aber als wir die Wohnung in Bangkok mieteten, wusste ich, dass mein Urlaub vorbei war und ich mich in Thailand etablieren musste. Ich wusste auch, dass ich Englisch unterrichten würde. Das war Teil des Plans. Also machte ich mein TEFL-Zertifikat an der Text & Talk Academy und unterrichtete anschließend in Firmen in Bangkok, Samut Prakan und Chonburi.
Da die Text & Talk Academy inzwischen geschlossen hat, bekommst Du das Zertifikat bei SEE TEFL in Chiang Mai. Unsere Erfahrung dazu kannst Du hier nachlesen.
Je länger Du in Thailand bist, desto mehr Möglichkeiten tun sich auf. Und mit der Zeit sah ich immer mehr Möglichkeiten für Arbeit jenseits des Englischunterrichts. Also nahm ich nach und nach weniger Unterrichtsverträge in Firmen an und fing an, andere Aufträge zu übernehmen.
Sobald Du einen Job hast, musst Du auch Steuern zahlen. Als Amerikaner in Thailand entkommst Du Uncle Sam nicht. Mehr zu US-Steuern für amerikanische Auswanderer findest Du in diesem Artikel, und mehr über thailändische Steuern hier.
Immigration
Einer der lästigen Aspekte des Lebens in Thailand ist das Immigration-System. Nach vier Jahren hier sehe ich das ehrlich gesagt nicht mehr als Ärgernis. Die meisten Dinge, die ich durchmachen muss, um in Thailand bleiben zu können, stören mich nicht mehr. Ich habe akzeptiert, dass es einfach so ist. Und an vier Tagen im Jahr etwas Unannehmlichkeit auf sich zu nehmen, um das ganze Jahr in Thailand leben zu können, ist es allemal wert.
Wenn Du wie ich mit einem Ehevisum ankommst, musst Du Dich alle neunzig Tage melden. Einmal im Jahr musst Du Dein Visum erneuern.
Kommst Du mit einem Touristenvisum, musst Du einen Weg finden, dieses zu verlängern. Es gibt einige Möglichkeiten. Aber ich rate wirklich von der Touristenvisum-Route ab, da sie nicht legal ist.
Es ist eher ein Ritual als alles andere. Jedes Jahr erscheinst Du mit Deinem Opfer aus Papieren und hoffst, die Götter der thailändischen Immigration gnädig zu stimmen. Reicht Dein Opfer nicht, drohen Konsequenzen.
Bisher hatte ich nur zwei größere Probleme mit der Immigration. Einmal lag die Schuld bei der Behörde, das andere Mal bei mir. Beide Male waren sie sehr entgegenkommend. Trotz allem, was man ihnen vorwirft: Wenn Du mit einem Lächeln auftrittst (auch wenn Du keins zurückbekommst) und Dich von Deiner besten Seite zeigst, wirst Du fair behandelt — meistens.
Mentale und körperliche Gesundheit
Es ist wichtig, Deine Gesundheit zu Hause im Blick zu behalten. Aber als Auswanderer ist das umso wichtiger. Auswanderer stehen vor vielen Herausforderungen, und diese können zu Stress, Angst, Depression oder Schlimmerem führen.
Sein Heimatland für das Unbekannte in Thailand zu verlassen, braucht Mut. Aber mit ihm kommt auch eine gewisse Unsicherheit.
Viele Auswanderer stellen sich ernste Fragen: Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Wie wird das Leben in zehn Jahren aussehen? Werde ich für immer in Thailand feststecken? Verpasse ich wichtige Beziehungen zu Hause? Und soziale Medien helfen dabei nicht. Es wirkt immer, als würden wir das Beste zu Hause verpassen.
Selbst ich ringe mit der Frage, ob ich für meine Töchter (mittlerweile haben wir zwei) die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich habe eine stabile, krisensichere Karriere in Amerika aufgegeben, die meinen Töchtern eine sichere Zukunft geboten hätte.
Dann sind da noch die unterschiedlichen Werte. In Thailand liegt viel Wert auf Äußerlichkeiten, Zuverlässigkeit und Zurückhaltung in der Meinungsäußerung. Und ich versuche, zwei selbstbewusste, unabhängige junge Frauen großzuziehen, die hoffentlich eines Tages für das einstehen können, woran sie glauben.
Ich frage mich auch, ob sie in Thailand eine wohlhabende Zukunft haben werden.
Aber dann sehe ich, wie es in Amerika zugeht, und merke, dass es dort genauso ist. Amerika zerbricht an den Nähten, Menschen verlieren das Recht auf freie Meinungsäußerung, und Kinder werden mit sofortiger Bedürfnisbefriedigung großgezogen.
Also denke ich, meine Sorgen sind Elternsorgen, die man überall auf der Welt hat. Aber wenn Du in Thailand weniger Menschen hast, denen Du Dich mitteilen kannst, leidet Dein Wohlbefinden darunter.
Zum Glück habe ich meine Frau und ein paar enge Freunde, mit denen ich über regelmäßige Skype-Anrufe in Kontakt bleibe. Aber manche Leute, die ich kenne, haben niemanden. Und ich habe erlebt, wie sie sich in Thailand selbst verlieren. Sie essen zu viel, bewegen sich nicht, und brechen mental zusammen.
Sich Hilfe für die psychische Gesundheit zu holen ist in den USA ein Tabu, in Thailand aber noch mehr. Die Leute halten Dich für wirklich verrückt, wenn Du erzählst, dass Du zum Psychologen gehst. Und die entspannte mai pen rai-Lebensweise, also „macht nichts“, lässt Dich manchmal fühlen wie der wutentbrannte, rotgesichtige Ausländer, den man manchmal im thailändischen Fernsehen sieht.
Aber wenn Du Hilfe brauchst, scheu Dich nicht, sie Dir zu holen. Du kannst mir sogar persönlich eine Nachricht schicken ([email protected]), dann verabreden wir einen Skype-Anruf, und ich höre Dir zu. Andere haben das früher für mich getan, und ich gebe diesen Gefallen gerne weiter.
Um Deine Gesundheit zu erhalten, kannst Du jeden der wunderschönen Parks Thailands besuchen. Dort siehst Du Menschen jeden Alters, die täglich Sport treiben. Sehr beeindruckend. Ich habe noch nie so viele Menschen morgens draußen beim Sport gesehen wie in den Parks von Bangkok.
Außerdem stehen Dir zahlreiche Fitnessstudios in Bangkok zur Auswahl. Und Du kannst sogar Muay Thai ausprobieren.
Auch Tempel stehen Ausländern offen, die meditieren möchten.
Wenn Du auf Körper und Geist achtest, macht Dir das Leben in Thailand vieles leichter. Und wenn dann doch mal etwas passiert, kannst Du lächeln — und mai pen rai sagen.
Langfristige Anpassung
Wenn Du nicht Martin Wheeler bist, der alle westlichen Gewohnheiten für die thailändische Lebensart aufgegeben hat, wirst Du in Thailand ein ausgeglichenes Leben führen wollen. Du willst die Vorzüge des Landes genießen und gleichzeitig auf ein paar Annehmlichkeiten aus Amerika zurückgreifen können.
Thailändische Kultur und Gesellschaft
Nach vier Jahren, in denen ich eine Familie großgezogen habe und voll in die thailändische Gesellschaft eingetaucht bin, überrascht mich kaum noch etwas. Weder im guten noch im schlechten Sinne, es ist nur so, dass das Leben hier einfach — Leben geworden ist.

Ich wache um 5 Uhr morgens auf, treibe Sport und lese, helfe den Kindern beim Fertigmachen, frühstücke, arbeite und verbringe dann die Abende mit meiner Familie. An manchen Abenden mache ich noch einen zweiten Job. Vor dem Schlafengehen lese ich vielleicht noch oder schaue mit meiner Frau einen Film.
Klingt aufregend, oder?
Klar, Landschaft und Temperatur sind deutlich besser als in New Jersey, aber der Neuheitseffekt des Lebens in Thailand ist längst verflogen. Das heißt nicht, dass ich nicht immer noch viel aus dem Leben in Thailand ziehe oder aufgehört habe, über die Kultur oder mich selbst zu lernen.
Eine Sache, die mich nie aufhört zu erstaunen, ist zum Beispiel, wie sehr Thais Kinder lieben. Du kannst über Tempel, Strände und Essen reden, so viel Du willst, aber für mich ist das der bedeutendste Unterschied zwischen Amerika und Thailand.
In Amerika gibt man Dir das Gefühl, mit Deinen Kindern eine Last für andere zu sein. In Thailand hingegen sind Kinder fast überall willkommen, sogar auf der Arbeit. Bei uns zu Hause gibt es einen Tag namens „Bring Your Kids to Work Day“, aber hier in Thailand kannst Du Deine Kinder einfach mit zur Arbeit bringen, wenn Du niemanden findest, der auf sie aufpasst. Und meistens werden sie mit offenen Armen empfangen.
In den Cafés, in die ich regelmäßig gehe, bekommen meine Töchter kostenloses Essen und Getränke, das Personal schenkt ihnen kleine Spielsachen oder Sticker, und die Gäste stört es nicht, wenn sie herumtoben und albern sind.
Von all den Vorzügen des Lebens in Thailand erstaunt mich das am meisten. Ich weiß gar nicht, was passiert, wenn wir zurück nach Amerika gehen und meine Töchter tatsächlich in Restaurants die Schuhe anbehalten und am Tisch sitzen bleiben müssen, bis alle mit dem Essen fertig sind.
Ein weiterer Aspekt der thailändischen Kultur, der mich immer wieder beeindruckt, ist das Ausmaß an Vertrauen, das Thais zeigen. Natürlich will ich nicht verallgemeinern, es gibt immer ein paar faule Äpfel im Korb. Aber nimm zum Beispiel Restaurants.
Mindestens einmal im Monat passiert es mir, dass ich in einem Restaurant oder Imbiss im Einkaufszentrum die Rechnung bekomme und erst dann merke, dass sie ab einem Mindestbetrag nur Debitkarten akzeptieren. Wenn ich das Personal frage, ob ich zum Geldautomaten gehen kann, um Bargeld zu holen, sagen sie immer Ja. Sie vertrauen mir vollkommen, dass ich zurückkomme, selbst wenn der Geldautomat weit weg ist.
Würde ich das in Amerika versuchen, müsste ich mit Sicherheit etwas Wertvolles als Pfand dalassen, wie mein Handy, meinen Laptop oder mein Portemonnaie.
Diese und weitere Aspekte gefallen mir an der thailändischen Gesellschaft am meisten.
Aber wenn Du Dich in die Gesellschaft einfügen willst, darfst Du Dich von den Unterschieden in Thailand nicht stören lassen. Thailand ist nicht Amerika. Und Thailand ist auch nicht wie jedes andere asiatische Nachbarland. Thailand wurde nie kolonisiert. Und gerade deshalb ist Thailand nach wie vor sehr thailändisch — genau, wie man es erwarten würde.
Der wichtigste Rat, den ich jedem geben kann, der langfristig in Thailand bleiben will, lautet: Halte Dich von den Foren fern. Sie sind eine Zufluchtsstätte für die negativsten und verbittertsten Auswanderer in Thailand. Und sie werden Dich davon überzeugen, dass Thailand der schlimmste Ort der Welt ist, selbst wenn sie selbst hierhergezogen sind.
Ich habe darüber auch ausführlich bei What’s On Sukhumvit geschrieben.
Statt im Internet nach anonymen Geschichten über Thailand zu suchen, frag Leute, von denen Du weißt, dass sie Dir ein faires Bild von Thailand geben. Lies Blogs, die sowohl objektive als auch subjektive Sichtweisen bieten. Lies regelmäßig Thailand Starter Kit.
Thailändische Sprache
Ich habe mir nach und nach Lesen, Schreiben und Sprechen auf Thai beigebracht. Einmal im Jahr melde ich mich für einen Thai-Kurs an, einfach um mein Wissen aufzufrischen und ein paar neue Tricks dazuzulernen. Mit meinem Niveau bin ich nicht zufrieden, da ich das Gefühl habe, nach elf Jahren Reisen und Leben in Thailand eigentlich ein Profi sein müsste. Aber meine Frau spricht Englisch, also sprechen wir zu Hause Englisch, und außer Haus ist sie meine Ansprechpartnerin für anspruchsvollere Kommunikation.
Ich bin allerdings überzeugt, dass sich die Erfinder des Thailändischen einen bösen Scherz mit mir erlaubt haben. Wie sonst erklärt man, dass „nah“ und „weit“ im Thailändischen fast das gleiche Wort sind? „Nah“, mit fallendem Ton, ist ใกล้, glâi. Und „weit“, mit mittlerem Ton, ist ไกล, glai. Auch wenn die beiden Wörter im Thailändischen unterschiedlich geschrieben werden — wenn Du die feine Tonnuance beim Sprechen nicht heraushörst, reist Du vielleicht weiter, als geplant.
Dann gibt es noch die thailändischen Zählwörter. Fast jedes Substantiv im Thailändischen hat ein eigenes Zählwort. Auch das habe ich auf die harte Tour gelernt. Früher habe ich alles, was ich auf Thai sagen wollte, direkt aus dem Englischen übersetzt.
„Ich habe zwei Kinder/mee song luk„, pflegte ich auf Thai zu sagen. Und die Thais schauten mich komisch an. Ich wusste damals nicht, dass „luk“ nicht nur das Wort für Kinder ist, sondern auch für Hoden.
„Jorn, Jorn“, meinst Du „mee luk song kon, maiiiii?/hast Du zwei Kinder?„
„Ja, genau das meinte ich“, sagte ich dann. „Aber wenn ich zwei Kinder habe, muss ich ja auch zwei Hoden haben!“
Wenn Du selbst in ähnliche Fettnäpfchen treten willst, lern Thai auf die harte Tour. Willst Du vermeiden, unwissentlich mit Deinen Genitalien zu prahlen, dann lern Thai in einem formalen Rahmen.
Im Moment gehe ich einmal die Woche zu Pro Language in Chonburi, und mit meiner Lehrerin bin ich sehr zufrieden.
Aber wenn Du keine Zeit hast, eine Sprachschule zu besuchen, kannst Du auch Thai online lernen. Es ist schwer zu sagen, welche Webseite die beste ist, da Erfahrungen immer subjektiv sind. Aber nach einem Blick auf ThaiPod101.com wäre das nach einer physischen Sprachschule meine nächste Wahl.
Freunde finden
Wenn Du nach Thailand ziehst, willst Du Dich mit ein paar vertrauten Dingen umgeben: westliches Essen, westliche Unterhaltung und westliche Menschen. So gern ich in der thailändischen Gesellschaft lebe, ohne einen Rückgriff auf meine eigene Kultur würde ich verrückt werden.
Deshalb ist es wichtig, Freunde zu finden. Ich finde es meistens am einfachsten, mit Leuten Freundschaft zu schließen, mit denen man etwas gemeinsam hat — genau wie zu Hause. Also finde ich meine Freunde meist über Aktivitäten wie Radfahren oder Muay Thai.
Aber es gibt jede Menge Orte, um in Thailand Freundschaften mit anderen Westlern zu schließen. Du kannst in Deiner eigenen Nachbarschaft anfangen. Ich habe langjährige Freunde in der Wohnanlage gefunden, in der wir zuerst gewohnt haben. Und obwohl wir in eine neue Gegend gezogen sind, sind wir in Kontakt geblieben und treffen uns regelmäßig zum Abendessen oder bringen die Familien zusammen.
Dann gibt es noch unzählige Facebook-Gruppen und Networking-Events in Thailand. Die meisten dieser Gruppen treffen sich regelmäßig in Bars und Restaurants, wo Du sicher Freunde findest. Aber ich bin da etwas altmodisch. Ich lerne Leute lieber durch Zufall kennen.
Und jetzt bist Du dran
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