Netzwerken in Bangkok: So knüpfst Du die richtigen Kontakte

Das Wichtigste in Kürze

  • Fast jeder erfolgreiche Expat in Bangkok sagt, dass Networking der Hauptgrund war, warum er seinen Job gefunden hat. Kontakte öffnen Türen, die Jobbörsen einfach nicht öffnen.
  • Fang schon vor der Ankunft an zu netzwerken: Tritt Bangkoker Expat-Gruppen auf Facebook bei und vernetze Dich auf LinkedIn mit Leuten aus Deiner Branche.
  • Networking-Events und Jobmessen vor Ort sind der schnellste Weg, um potenzielle Arbeitgeber und Kooperationspartner persönlich kennenzulernen.
  • Ehrenamtliche Arbeit wird oft unterschätzt, dabei entstehen echte Kontakte fast von selbst. Man arbeitet mit Menschen zusammen, die ähnliche Werte teilen, und hat sofort ein gemeinsames Thema.
  • Kostenlose Events ziehen ein breites Publikum an, kostenpflichtige eher zielstrebige Teilnehmer mit konkreten geschäftlichen Absichten. Beide Formen lohnen sich.
  • Melde Dich nach einem Treffen zeitnah zurück und überlege Dir, was Du anbieten kannst, statt nur zu nehmen. Die Expat-Community in Bangkok ist kleiner, als sie wirkt.

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Während der Arbeit an dem Buch Working in Thailand: How to Ditch the Desk, Board the Flight, and Land the Job zog sich durch die gut 30 Interviews, die ich mit erfolgreichen Expats in Thailand geführt habe, ein Thema wie ein roter Faden: Wenn es darum geht, in Thailand einen Job zu finden, zählt weniger, was man weiß, sondern wen man kennt.

Praktisch jeder Expat nannte Networking in Bangkok als einen der wichtigsten Gründe, warum er seinen Job bekommen hat. Manche berichteten sogar, dass ihnen Networking Stellen eröffnet hat, für die sie eigentlich gar nicht qualifiziert genug waren.

Dafür gibt es gute Gründe. Weil es kaum formale Strukturen für die Jobsuche gibt, ist es schwer, gute Leute über die üblichen Kanäle zu finden. Und weil viele Expats nur für begrenzte Zeit bleiben, legen Arbeitgeber hier oft mehr Wert auf Zuverlässigkeit und Bindung als in ihrem Heimatland.

Solche Eigenschaften lassen sich mit Prüfungsnoten kaum messen. Am Ende bringt es wenig, wenn der beste Programmierer im Team mitten im Projekt ins Flugzeug steigt und nach Hause fliegt.

Und es geht nicht nur um Jobs: Über Networking findest Du genauso leicht neue Geschäftspartner oder Freunde.

Im Folgenden zeigen wir Dir einige der wirksamsten Wege, um Dir in Bangkok ein Netzwerk aufzubauen.

Warum in Bangkok netzwerken?

Es gibt viele gute Gründe, in Bangkok zu netzwerken:

  • Networking-Hochburg: Bangkok gehört zu den beliebtesten Expat-Zielen der Welt, entsprechend gibt es überall Networking-Events, man muss nur wissen, wo man suchen muss. Diesen Vorteil findest Du nicht ohne Weiteres woanders.
  • Events für jeden Geschmack: Egal, welche Aktivitäten oder Leute Dich interessieren, es gibt passende Networking-Events dafür, von kostenlosen Sprachtandems und Expat-Vätergruppen bis zu exklusiven Business-Treffen für Führungskräfte.
  • Mehr Chancen: Es kommt nicht nur darauf an, was Du kannst, sondern auch, wen Du kennst. Je mehr Leute Du triffst, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich, egal ob es darum geht, Arbeit zu finden oder neue Geschäftsideen und Projekte anzustoßen.

So netzwerkst Du schon vor der Ankunft in Thailand

Du musst nicht erst in Thailand sein, um erste Kontakte zu knüpfen. Es gibt einige Wege, mit denen Du Dein Netzwerk aufbauen kannst, noch bevor Du überhaupt im Flugzeug sitzt.

Am einfachsten fängst Du bei Leuten an, die Du schon kennst. Thailand ist bei Expats extrem beliebt, es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass schon Bekannte von Dir hier arbeiten.

  • Kontakte aus sozialen Netzwerken: Ein kurzer Blick durch Deine Social-Media-Kontakte kann Überraschendes zutage fördern. Sie müssen nicht einmal aktuell in Thailand arbeiten. Wer früher schon einmal länger im Land war, hat meistens noch Kontakte, die vielleicht immer noch hier leben und angesprochen werden können.
  • Berufliche Kontakte: Auch berufliche Kontakte sind eine gute Quelle, mit dem Vorteil, dass sie meist aus Deiner Branche stammen. Aber selbst wenn nicht: Die Expat-Communitys in vielen thailändischen Städten, selbst in Bangkok, sind oft eng verwoben, und Expats aus ganz unterschiedlichen Berufen treffen sich regelmäßig, sodass auch ein branchenfremder Kontakt am Ende hilfreich sein kann.
  • Arbeitskontakte: Arbeitest Du für ein internationales Unternehmen mit einer Niederlassung in Thailand, wartet dort meist schon ein ganzes Netzwerk an Kolleginnen und Kollegen auf Dich. Es lohnt sich, diese Kontakte schon vorab anzusprechen, um Deinen Umzug nach Thailand zu erleichtern.

Je weiter Du Dein Netz auswirfst, desto bessere Kontakte wirst Du am Ende knüpfen.

Persönlich vor Ort

Sobald Du in Thailand angekommen bist, willst Du Leute auch persönlich treffen. Falls die bisherigen Ansätze noch nichts Konkretes gebracht haben, gibt es einige Wege, wie Du aktiv wertvolle Kontakte knüpfen kannst.

Networking-Events

Bei Networking-Events in Bangkok hast Du die Qual der Wahl. Für praktisch jede Branche gibt es regelmäßige Treffen, so viele, dass es fast schon unübersichtlich wird. Hier ein paar gute Startpunkte.

Networking Events in Bangkok

Eventbrite

Eventbrite ist eine Ticketing- und Event-Plattform, die Veranstaltern alle nötigen Werkzeuge liefert, um Events zu organisieren und zu bewerben. Das reicht von Konferenzen und Seminaren bis zu Yogakursen und Kneipentouren.

Wie zu erwarten, sind Bangkoks professionelle Gruppen hier gut vertreten, Seminare, Konferenzen und andere Treffen werden häufig gepostet, viele davon kostenlos.

Besonders lohnenswert sind die Business-Konferenzen, bei denen Du leicht Leute aus verschiedenen Branchen triffst.

Meetup

Meetup.com ist eine weitere beliebte Plattform für Events, richtet sich aber eher an ein allgemeines Publikum als an Berufsgruppen. Trotzdem ist das Angebot vielfältig, von Kursen für freies Sprechen bis zu Zumba, und eignet sich gut, um Leute kennenzulernen.

Bedenke aber, dass Du bei vielen dieser Events eher auf Touristen als auf Berufskollegen triffst.

Bilaterale Handelskammern

Thailands zahlreiche bilaterale Handelskammern veranstalten häufig Networking-Events und bieten damit eine gute Gelegenheit, Teile von Thailands etablierter Expat-Business-Community kennenzulernen. 

Normalerweise fällt eine Ticketgebühr von THB 1.000 bis THB 2.000 an, die sich aber lohnt.

Eine vollständige Liste aller Handelskammern findest Du auf der Website der Joint Foreign Chambers of Commerce Thailand.

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Jobmessen

Ein direkterer Weg, um mit anderen Fachleuten aus Deiner Branche in Kontakt zu kommen, sind Jobmessen. Dort geht es meist recht locker zu, sodass sich durchaus am selben Tag noch ein Gespräch und ein Job ergeben können, wenn Du überzeugst. 

Und selbst wenn es nicht ganz so gut läuft, ist es eine gute Gelegenheit, den einen oder anderen Kontakt zu sammeln.

Search Associates ist eine Vermittlungsorganisation für Lehrkräfte an internationalen Schulen. Sie veranstalten jährlich (manchmal auch halbjährlich) Jobmessen in mehreren Städten weltweit, darunter auch Bangkok. Eine Messe bringt oft bis zu 130 Arbeitgeber und rund 600 Bewerber zusammen.

Der Zutritt läuft nur über Einladung, die Du Dir sichern kannst, indem Du über die oben verlinkte Website Mitglied bei Search Associates wirst. Die Anmeldung ist recht aufwendig und umfasst mehrere Formulare sowie eine Mitgliedsgebühr.

Außerdem wird eine Lehrqualifikation erwartet (z. B. PGCE/MEd). Ist die Mitgliedschaft aber erst einmal unter Dach und Fach, soll die Messe selbst deutlich entspannter ablaufen.

Online

Der vielleicht wirksamste und gewiss bequemste Weg zu netzwerken (schließlich geht es auch im Bett in Jogginghose bei einer Tüte Chips) ist über soziale Medien.

Social Media Apps

Es gibt unzählige Social-Media-Plattformen für Berufstätige, die Gleichgesinnte suchen. Im Folgenden ein Überblick über die relevantesten Ecken der Social-Media-Welt für alle, die in Thailand Kontakte suchen.

Zwar geht es hier besonders einfach, echte Verbindungen aufzubauen fällt dabei aber oft schwerer.

Facebook-Gruppen

Thailands Expat-Community ist auf Facebook stark vertreten, mit unzähligen Gruppen für so ziemlich jede erdenkliche Nische. Zu den größten Gruppen zählen:

Thailand Starter Kit: Thailand Community

Wir vom Thailand Starter Kit betreiben eine eigene Facebook-Community. Dort bekommst Du nicht nur Antworten auf alle Fragen, die Dich als angehenden Expat beschäftigen könnten, sondern die große, freundliche Community erfahrener Expats bietet auch tolle Gelegenheiten zum Netzwerken.

Bangkok Expats

Bangkok Expats ist eine Facebook-Gruppe mit über 120.000 Mitgliedern, in der Expats in der thailändischen Hauptstadt Wohnungsangebote, Stellenanzeigen, News, Gerüchte, Klatsch und den gelegentlichen wirren Gedanken posten.

Sie eignet sich gut, um Treffen zu organisieren oder allgemeinen Rat von erfahrenen Mitgliedern einzuholen, wobei ihre schiere Größe und Vielfalt an Nutzern auch die üblichen Probleme großer Online-Gruppen mit sich bringt (Trolling, Gezänk, Falschinformationen und Ähnliches).

Bangkok Entrepreneurs

Bangkok Entrepreneurs ist eine Gruppe speziell für lokale und ausländische Unternehmer. Neben allgemeinen Ratschlägen und Diskussionen finden dort regelmäßig Treffen und Seminare für angehende und etablierte Unternehmer statt. 

Teaching Jobs in Thailand

Teaching Jobs in Thailand ist eine große Gruppe (aktuell über 200.000 Mitglieder), die sich, wie der Name schon sagt, auf die Lehrer-Community in Thailand konzentriert. Neben den üblichen Stellenanzeigen dient die Gruppe auch als offenes Diskussionsforum für allgemeine Fragen rund um Arbeit im Bildungssektor.

The Actors Association of Thailand

Wer in der Unterhaltungs- oder Modelbranche arbeiten möchte, findet einen guten Einstieg bei The Actors Association of Thailand, einer Job- und Treffpunkt-Seite für Schauspieler, Models und Ähnliche.

LinkedIn

LinkedIn, das „soziale Netzwerk für Berufstätige“, ist ein hervorragendes Werkzeug, um Kontakte in Deiner Branche zu knüpfen. Ein Konto ist schnell eingerichtet, und sobald es aktiv ist, können potenzielle künftige Arbeitgeber Dein Profil durchstöbern.

Bei Tausenden Nutzern, die um Aufmerksamkeit konkurrieren, ist es auf LinkedIn manchmal schwer, aufzufallen. Mit ein bisschen Know-how lässt sich das aber ausgleichen.

Es gibt zahlreiche Online-Ratgeber zu sogenanntem LinkedIn-SEO (Suchmaschinenoptimierung), mit Tipps von naheliegend (möglichst viele Informationen angeben) bis technisch (keine Schrägstriche in Keywords, weil LinkedIns Suchmaschine sie nicht erkennt).

Für einen kleinen Vorsprung lohnt sich vielleicht LinkedIn Premium, mit dem Du auch Personen außerhalb Deines Netzwerks anschreiben kannst. Eine Garantie gibt es dafür nicht, aber die zusätzliche Initiative, Deinen Wunscharbeitgeber direkt zu kontaktieren, hilft Dir dabei, aus der Masse herauszustechen.

Ehrenamtliche Arbeit

Ein weiterer guter Einstieg, um Leute kennenzulernen, ist ehrenamtliche Arbeit. In Thailand fehlt es nicht an Projekten, bei denen Du mitmachen kannst, von der Pflege von Elefanten bis zur Unterstützung schutzbedürftiger Frauen.

Volunteering in Thailand

Einige Organisationen, bei denen Du Dich engagieren kannst: 

Love Volunteers

Die Organisation Love Volunteers bietet ein breites Spektrum an Freiwilligeneinsätzen, von Kinderbetreuung und Unterricht bis zu medizinischer Freiwilligenarbeit. Bei allen Programmen sind Unterkunft und Flughafenabholung inklusive. Die Programme starten bei rund 510 € (US$600).

Naturschutz-Freiwilligenarbeit

Die Organisation GVI USA bietet Freiwilligen die einzigartige Gelegenheit, an einer Expedition in die traumhafte Küstenregion von Phang Nga teilzunehmen.

Als Freiwillige oder Freiwilliger hilfst Du dabei, Klima- und Naturschutzthemen der Region anzugehen, darunter Biodiversitätsforschung, Schildkrötenschutz und Umweltbildung, eine tolle Gelegenheit, um Erfahrung zu sammeln und wertvolle Kontakte zu knüpfen, wenn Du in Wissenschaft, Naturschutz oder Meeresbiologie arbeiten möchtest.

Die Gebühren für das Praktikum starten bei rund 1.865 € ($2.195).

Für allgemeinere Freiwilligenangebote lohnt sich ein Blick auf die Friends for Asia Foundation.

Mehr dazu: Der komplette Leitfaden für Freiwilligenarbeit in Thailand

Kostenlose vs. kostenpflichtige Events

Bei einem kostenpflichtigen Networking-Event in Bangkok zögert man vielleicht erst einmal. Unserer Erfahrung nach lohnt sich der Besuch aber meist trotzdem. Die Kontakte, die Du dort knüpfst, sind oft wertvoller, denn bei bezahlten Events triffst Du eher echte Fachleute aus dem jeweiligen Bereich.

Bei kostenlosen Events dagegen läuft Dir eher ein bunt gemischtes Publikum über den Weg, darunter auch Touristen, die einfach nur Zeit totschlagen wollen.

So netzwerkst Du richtig

Zu wissen, wo man hingehen muss, ist die eine Sache. Tatsächlich Leute anzusprechen und Kontakte zu knüpfen, ist etwas ganz anderes. Wie wir alle wissen, kann soziale Interaktion manchmal ein Minenfeld sein.

Wen spreche ich an? Was, wenn ich etwas Falsches sage? Was habe ich diesen Leuten überhaupt zu bieten, und was können sie mir bieten? Und wie bringe ich das rüber, ohne bedürftig, arrogant oder nur auf die eigene Karriere fixiert zu wirken?

Wir können Dich zwar nicht in einen Meister der Konversation verwandeln, aber hier ein paar Tipps, die Dir das Netzwerken erleichtern.

Wo Du Leute triffst

Zunächst gilt: Es gibt kaum Orte, die beim Netzwerken völlig tabu sind (bis auf vielleicht die Herrentoilette). Kontakte lassen sich überall und jederzeit knüpfen.

Scheu Dich nicht, mit der fremden Person neben Dir im Bus oder in der Schlange am Sandwichstand ins Gespräch zu kommen, besonders wenn Du zufällig ein Gespräch mithörst, bei dem Du etwas beisteuern könntest.

Natürlich solltest Du dabei nicht jedes Feingefühl über Bord werfen: Merk Dir, wann Leute erkennbar nicht gestört werden wollen, und verhalte Dich entsprechend.

Trotzdem gibt es Orte, an denen die Erfolgsquote höher liegt als anderswo. Leute bei Freizeitaktivitäten kennenzulernen ist oft wirkungsvoller als auf klassischen Business-Events. Du hast mit der Person im Fitnessstudio nicht nur sofort etwas gemeinsam, sie arbeitet vielleicht auch in einem ganz anderen Bereich, was Dein Netzwerk in eine neue Richtung erweitert.

Außerdem stehst Du nicht unter dem Druck, unbedingt Arbeitskontakte knüpfen zu müssen, wodurch das Kennenlernen viel natürlicher und leichter fällt. Und im besten Fall hast Du nebenbei noch Spaß.

Auch der Beitritt zu einem Sportteam oder die Teilnahme an einem kreativen Gemeinschaftsprojekt (Aktzeichnen, Open-Mic-Abende und Ähnliches) ist eine gute Gelegenheit, neue Leute zu treffen und ein Gemeinschaftsgefühl mit Fremden aufzubauen.

coffee shops in bangkok

Auch Cafés eignen sich gut, um neue Kontakte zu knüpfen. Viele nutzen Cafés inzwischen als improvisierten Arbeitsplatz. Fällt Dir auf, dass die Person am Nebentisch sich ebenfalls mit Webdesign beschäftigt, ist das ein perfekter Gesprächseinstieg.

Und wenn Du gerne trinkst: Unterschätze nicht die klassischste aller Networking-Locations, die gute alte Bar. Alkohol wirkt als sozialer Türöffner und macht es leicht, ins Gespräch zu kommen. Trink dabei aber verantwortungsvoll, denn Alkohol lockert nicht nur die Zunge, er sorgt auch mal für Sätze, die man später bereut.

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Wie Du Leute ansprichst

Angenommen, Du bist in einem Café, im Yogakurs oder auf einem Networking-Event. Potenzielle Kontakte, die Deine Karriere entscheidend voranbringen könnten, umgeben Dich von allen Seiten. Wie machst Du diesen wichtigen ersten Schritt?

Hier ein paar nützliche Ideen, wie Du auf andere zugehst.

Sei ansprechbar

Denk daran: Wahrscheinlich kennt Dich hier noch niemand. Wie soll man auf Dich aufmerksam werden, wenn Du Dich in einer Ecke versteckst und an Deinem Drink nippst?

Es kann etwas Überwindung kosten, aber Du musst Dich trauen und Dich zeigen. Setz Dein bestes Lächeln auf und stell Dich zentral hin, wo man Dich sieht. Scheu Dich nicht vor Blickkontakt, niemand beißt!

Starte mit einer Frage

Niemand mag Angeber. Wer ein Gespräch mit einer Lobrede auf die eigenen Leistungen beginnt, schreckt die meisten sofort ab. Zeig echtes Interesse an Deinem Gegenüber, indem Du Fragen stellst. Es muss nichts Tiefgründiges oder Persönliches sein.

„Wie gefällt Dir die Konferenz bisher?“ oder „Wie bist Du eigentlich zu (Beruf einsetzen) gekommen?“ sind immer nette, neutrale Eisbrecher.

Zeig echtes Interesse

Wahrscheinlich gibt es an Deinem Gesprächspartner etwas Interessantes zu entdecken. Vielleicht hat er eine Marketing-Methode entwickelt, die inzwischen Branchenstandard ist. Vielleicht hat sie einmal eine Kugel für den Präsidenten aufgefangen.

Konzentrier Dich darauf, wofür sich Dein Gegenüber begeistert, statt nur darauf zu warten, selbst reden zu dürfen. Stell gute Anschlussfragen, halte Blickkontakt (schweif nicht zum Fernseher in der Ecke ab) und zeig, dass Du wirklich ganz bei der Sache bist.

Hab einen Elevator Pitch parat

Ein Elevator Pitch stammt ursprünglich aus der Tech-Branche und besagt, dass sich jede wirklich gute Idee in der Zeit einer Fahrstuhlfahrt zusammenfassen lassen sollte.

Du brauchst einen knackigen, dreißigsekündigen Pitch, der beschreibt, wer Du bist, woran Du arbeitest und was Du erreichen willst. Denk daran: Bist Du auf einem Networking-Event, sprechen die Leute um Dich herum wahrscheinlich mit vielen anderen. Für Deine ungekürzte Autobiografie fehlt schlicht die Zeit. Halte es kurz und spannend.

Kontakte aufbauen und pflegen

Beim Netzwerken gibt es zwei Denkschulen, die sich grob mit „Quantität vor Qualität“ und „Qualität vor Quantität“ zusammenfassen lassen.

Kurz gesagt: Entweder sammelt man möglichst viele Kontakte, oder man konzentriert sich ganz auf wenige gute. Anhänger der ersten Variante argumentieren, dass viele Kontakte aus möglichst vielen Bereichen sinnvoll sind, weil man ja „nie weiß, wann man jemanden braucht.“

Anhänger der zweiten Variante argumentieren, dass nur eine Handvoll Kontakte wirklich etwas für die Karriere bewirken kann und man sich lieber auf diese wenigen konzentrieren sollte, statt sich mit dem Versuch zu verausgaben, es allen recht zu machen.

Ich persönlich tendiere zu „Qualität vor Quantität.“ Gute Beziehungen zu guten Menschen sind nicht nur sozial gesünder, sie zahlen sich langfristig auch eher aus. Hier ein paar Tipps, wie Du eine gute Kontaktliste aufbaust und pflegst.

Fokussiere Dein Netzwerk

Der Berater Andrew Sobel sagt, man solle sein Netzwerk auf etwa zwanzig hochwertige Kontakte eingrenzen, die er als die entscheidenden wenigen bezeichnet. Das sind die Menschen, von denen Du glaubst, dass sie Deiner Karriere am meisten helfen könnten (oder es bereits tun).

Bei diesen Menschen solltest Du alles daransetzen, in Kontakt zu bleiben: regelmäßig verabreden, ihre Interessen kennenlernen (zum Beispiel gemeinsam eine Runde Golf spielen) und Ähnliches.

Vernachlässige den Rest nicht

Trotzdem solltest Du den Rest Deines Netzwerks nicht ganz aus den Augen verlieren. Wie schon erwähnt, weißt Du nie, wann Du diese Leute mal brauchst. Vor allem aber gehört es einfach zum guten Ton. Eine Geburtstags- oder Weihnachtskarte, eine gelegentliche E-Mail oder ein kurzer Plausch auf Facebook zeigen, dass Du noch an sie denkst.

Investier Zeit in Deine Kontakte

Ganz wichtig: Investier Zeit in Deine Kontakte, bevor Du sie um etwas bittest. Das sollte nicht nur aus kalkuliertem Kalkül geschehen (frei nach dem Motto: Ich helfe Dir jetzt, damit Du mir später hilfst).

Gute Beziehungen zu pflegen lohnt sich am Ende von selbst. Geh für die Menschen in Deinem Netzwerk die Extrameile. Sprich Empfehlungen aus, bring Leute aus ähnlichen Bereichen zusammen und so weiter. Die positive Stimmung, die dabei entsteht, macht künftige geschäftliche Beziehungen am Ende deutlich reibungsloser.

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