Die wichtigsten Punkte
- JobsDB.com ist die effektivste Plattform, um englischsprachige Kandidaten in Thailand zu finden; für Stellen ohne Englischanforderung eignet sich Jobthai.com besser.
- Wer ein persönliches Anschreiben verlangt, sortiert Massenbewerber sofort aus; GPA-Grenzwerte und die Häufigkeit von Jobwechseln reduzieren den verbleibenden Pool anschließend um 70-80 %, ohne dass Du jeden Lebenslauf einzeln lesen musst.
- Praktische Tests schlagen die reine Lebenslaufprüfung – setze vor jedem Angebot relevante Tests ein, egal ob für Englisch, technische oder administrative Rollen.
- Führe Vorstellungsgespräche immer gemeinsam mit einem thailändischen Mitarbeiter: Kandidaten verhalten sich anders, wenn ein Local dabei ist, und ein thailändischer Kollege erkennt kulturelle Passungsprobleme, die einem ausländischen Interviewer entgehen.
- Eine feste Empfehlungsprämie von THB5.000 für Mitarbeiter, deren empfohlene Kandidaten die Probezeit bestehen, ist eine kostengünstige Methode, um qualifizierte Leute zu finden.
- Soft Skills – Kommunikationsfähigkeit, positive Einstellung, Bescheidenheit – zählen mehr als Hard Skills, denn Fachwissen lässt sich trainieren, Einstellung nicht.
- Lass Arbeitsverträge für unter THB10.000 von einem Arbeitsrechtler aufsetzen; das schützt beide Seiten und zeigt Deinen Mitarbeitern, dass Du alles ordentlich handhabst.
In den fast zehn Jahren, in denen ich Unternehmen in Thailand führe, habe ich wahrscheinlich mehr als 200 Vorstellungsgespräche geführt. An das allererste erinnere ich mich noch genau, vor allem an meine Überraschung, als der Kandidat mir sagte, er arbeite nicht so gerne samstags. Offenbar waren die Managementbücher, die ich vor meiner Ankunft gelesen hatte, mit ihren Aussagen zur verbreiteten Sechs-Tage-Woche schon etwas veraltet.
Im Laufe der Jahre habe ich mich auf den neuesten Stand gebracht und selbst zahlreiche neue Recruiting-Methoden ausprobiert – von Stellenanzeigen auf den Toiletten einer IT-Konferenz (witzig, aber erfolglos) bis zur Zusammenarbeit mit Universitätsprofessoren bei der Kandidatensuche (nicht witzig, aber enorm erfolgreich).
Am Ende bin ich zu ein paar soliden Erkenntnissen rund ums Recruiting gekommen, die mir ein starkes Team, deutlich weniger Fluktuation und einen spürbar geringeren Kopfschmerztabletten-Verbrauch eingebracht haben.
Hier sind die Lektionen, die ich als deutscher Unternehmer beim Aufbau eines thailändischen Teams gelernt habe.