So wirst du digitaler Nomade in Chiang Mai

Chiang Mai zählt zu den beliebtesten Zielen Südostasiens für digitale Nomaden: niedrige Lebenshaltungskosten, schnelles Internet, eine starke Expat-Community und das Destination Thailand Visa für Remote-Worker, die langfristig bleiben wollen.

Das Geld war knapp. Mein Business lief schleppend. Und auch privat lief es alles andere als rund, ich war ein unglücklicher Mensch. Einer meiner besten Freunde sagte nur einen Satz zu mir: „Komm nach Chiang Mai.“

Dieser eine Satz hat mein Leben verändert. In ein fremdes Land zu reisen klang nach einer gewaltigen Herausforderung, finanziell wie emotional, aber da ich ohnehin schon alles verloren hatte, gab es nichts mehr zu verlieren.

In diesem Guide erfährst du, wie man digitaler Nomade in Chiang Mai wird: die wichtigsten Vorteile, praktische Tipps und einen konkreten Fahrplan für den Einstieg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chiang Mai gehört zu den beliebtesten Städten Asiens für digitale Nomaden: niedrige Kosten, gute Infrastruktur und eine aufgeschlossene Expat-Community.
  • Mit dem Destination Thailand Visa (DTV) dürfen Remote-Worker bei einer Visumsgültigkeit von 5 Jahren bis zu 180 Tage pro Einreise in Thailand bleiben; Voraussetzung ist ein Guthabennachweis von THB500.000.
  • Nach den anfänglichen Startkosten kommst du in Chiang Mai bequem mit etwa 850 bis 1.275 € im Monat aus.
  • Internet ist in Thailand günstig und schnell, Festnetzanschlüsse fürs Zuhause gibt es schon ab rund 17 € im Monat.
  • Die beliebtesten Viertel für digitale Nomaden sind die Old City, Nimmanhaemin und Santitham, jedes mit eigenem Preisniveau und eigener Atmosphäre.
  • Von Januar bis April sorgt die Luftverschmutzung durch Feldbrände jedes Jahr für echte Probleme, weshalb manche Nomaden Chiang Mai in dieser Zeit vorübergehend verlassen.
  • Eine Krankenversicherung solltest du dir unbedingt schon vor der Ankunft besorgen, auch für kurze Aufenthalte.

Finanzielle Vorteile

Viele digitale Nomaden lassen sich in Chiang Mai nieder, weil das Geld hier deutlich weiter reicht als im Westen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Gesundheitskosten.

Letztes Jahr habe ich hier zwei planbare Eingriffe machen lassen. Der erste war eine komplette Augenuntersuchung in einer der besten Augenkliniken des Landes. Neben einem Glaukom-Screening, Medikamenten gegen eine Bindehautentzündung und der Untersuchung durch einen Arzt wurde ich von vier Empfangsdamen begrüßt und musste keine zwei Minuten warten. Nach weniger als einer Stunde war ich wieder draußen. Die Gesamtkosten? 27 € (US$32).

Dein Geld reicht hier einfach weiter. Diese finanziellen Vorteile spiegeln sich auch in den deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten in Chiang Mai wider, auf die ich in einem anderen Abschnitt noch genauer eingehe.

Flüge

Von Suvarnabhumi (BKK) nach Chiang Mai zu kommen ist ganz einfach. BKK ist ein wichtiges Drehkreuz für Südostasien, fast jede große Fluggesellschaft fliegt es an.

chiang mai airport
Der Flughafen von Chiang Mai: nie so überlaufen wie Bangkoks Suvarnabhumi.

Genauso kannst du von Don Mueang aus nach Chiang Mai fliegen. Dieser Flughafen war jahrzehntelang der wichtigste Bangkoks, bis Suvarnabhumi gebaut wurde. Don Mueang, kurz DMK, entspricht weitgehend modernen Standards, ist aber weniger geschäftig als BKK.

Es gibt hunderte Flüge aus Nordamerika, Europa und Asien nach Thailand, doch von Nordamerika oder Westeuropa aus musst du meist mit einem Zwischenstopp rechnen.

Ich bin schon über fünfzehnmal hierhergereist, und meistens führt der Flug von Chicago nach Thailand über Japan, Korea oder China. Fliegt man in die andere Richtung, ist ein Zwischenstopp in Doha oder Frankfurt wahrscheinlicher.

Als digitaler Nomade buche ich traditionell One-Way-Flüge, weil ich ohnehin nicht vorhabe, wieder abzureisen. Auch wenn ich kein permanenter Einwohner Thailands bin (dazu später mehr), lässt sich mit einem Digital-Nomad-Visum ein ziemlich immersives Leben führen. Ein One-Way-Ticket gibt mir maximale Flexibilität.

Die meisten Fluggesellschaften wollen jedoch vor dem Boarding einen Rückflug sehen. Auch bei der Visumsbeantragung in der thailändischen Botschaft musst du eine Weiterreise nachweisen.

Bist du erst einmal in Thailand, sind Inlandsflüge nach Chiang Mai günstiger als ein Busticket im Westen. Es erstaunt mich immer wieder, dass ein Flug von Bangkok nach Chiang Mai (vergleichbar mit Chicago nach New York) für unter 43 € (US$50) einfach zu haben ist.

Visum

Das derzeit beste Visum für digitale Nomaden in Thailand ist das Destination Thailand Visa. Damit kannst du bis zu 5 Jahre in Thailand bleiben, und die Voraussetzungen sind erstaunlich niedrig: Du musst lediglich einen Kontostand von THB 500.000 sowie einen Nachweis deiner Online-Tätigkeit vorlegen.

Der gesamte Antrag läuft online, ein Besuch bei der Botschaft ist nicht nötig. Die Genehmigung kann innerhalb weniger Tage erfolgen.

Von einem Aufenthalt mit Touristen- oder Studentenvisum rate ich ab. Manche machen das trotzdem, doch das kann später zu rechtlichen Problemen führen, es sei denn, du bist tatsächlich zum Reisen oder Studieren hier.

Planst du nur einen Monat oder zwei, reicht ein Touristenvisum völlig aus. Für alles darüber hinaus solltest du auf das DTV setzen.

Lebenshaltungskosten

Um dich in Chiang Mai einzurichten, solltest du mit einem Startbudget von mindestens 4.250 € (US$5.000) rechnen. Damit deckst du die Kaution und einige Monatsmieten für eine Wohnung, ein Motorrad (spart Fahrtkosten) sowie die Anschaffung erster Haushaltsgegenstände. Für medizinische Notfälle solltest du zusätzlich 1.275 € (US$1.500) zurücklegen.

Danach kommst du, sobald die Startkosten gedeckt sind und ein Notgroschen beiseitegelegt wurde, wahrscheinlich mit rund 850 € (US$1.000) im Monat aus. Mit regelmäßigem Einkommen schadet es auch nicht, auf 1.275 € (US$1.500) aufzustocken. Damit lebst du allein bereits sehr komfortabel.

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Der Lebensstil lässt sich natürlich in vielen Abstufungen gestalten. Bei meiner ersten Reise hierher hat mich ein Freund in einer Fünf-Sterne-Hotelsuite untergebracht, gut 90 Quadratmeter groß und nach westlichen Maßstäben praktisch ein Sechs-Sterne-Zimmer. Gekostet hat das gerade einmal 72 € (US$85) pro Nacht.

Da ich mittlerweile sechs bis acht Monate im Jahr hier lebe, greife ich lieber auf ein Airbnb oder eines der zahlreichen weniger bekannten Hotels zurück. Selten zahle ich mehr als 38 € (US$45) pro Nacht, wobei sich auch deutlich günstigere Mietoptionen finden lassen.

Ein Beispiel dafür, wie das Leben in Chiang Mai mit einem Budget von 1.275 € (US$1.500) im Monat aussieht, findest du hier.

Internet

Ein 500-Mbit/s-Anschluss kostet in Thailand rund 17 € (US$20) im Monat, in den USA würde dasselbe Abo etwa das Dreifache kosten. Als digitaler Nomade profitierst du zudem meist von kostenlosem Internet, in der Unterkunft, im Café, an fast jeder Ecke.

Kurz gesagt: Internet in Thailand ist günstig, schnell, stabil und im ganzen Land gut verfügbar.

Essen

In Chiang Mai gibt es eine riesige Auswahl an gutem Essen zu niedrigen Preisen. An Straßenständen, die im Grunde eine Erweiterung der heimischen Küche des Betreibers sind, bekommst du eine ordentliche Mahlzeit für unter 1,70 € (US$2). Oder du gönnst dir mitten in Chiang Mai ein Essen für 21 € (US$25), das in den USA locker 85 € (US$100) oder mehr kosten würde.

Egal wie groß dein Appetit oder wie schmal dein Budget: In Chiang Mai isst du deutlich günstiger.

Wohnen

In den teureren Städten der USA liegt die durchschnittliche Miete bei etwa 1.020 € (US$1.200) im Monat, in günstigeren Regionen bei 510 bis 638 € (US$600 bis US$750). Eine moderne Zwei-Zimmer-Wohnung mitten in Chiang Mai kostet dagegen nur 298 bis 383 € (US$350 bis US$450) im Monat, teils inklusive Haushaltsgeräten.

Und die durchschnittlichen Nebenkosten? 72 € (US$85).

Mehr dazu: Der komplette Guide zum Mieten in Chiang Mai

Wo du wohnen solltest

Chiang Mai ist ein wunderbarer Ort für digitale Nomaden. Wie die meisten beliebten Orte Thailands ist es eine eklektische Mischung aus alten Tempeln, Traditionen und Kultur, verwoben mit modernen Condos, angesagten Bars und beliebten Restaurants. Über die einzelnen Stadtteile Chiang Mais ließe sich ein eigener Guide schreiben, es gibt wirklich viele, aber ich habe drei der beliebtesten Ecken für digitale Nomaden herausgesucht.

Chiang Mai Old city
In der Old City bekommst du als digitaler Nomade auch einen Eindruck von der thailändischen Kultur. Eine perfekte Mischung aus Alt und Neu.

Die Old City

Auch wenn die Old City vor allem als Touristenattraktion gilt, bietet sie digitalen Nomaden, die in Thailand gerade erst Fuß fassen, jede Menge Vorteile. Besonders schicke Unterkünfte findest du hier zwar kaum, dafür sind die Serviced Apartments in der Gegend günstig zu haben. Auch Cafés gibt es reichlich. Und weil es eben die Old City ist, bekommst du gleich noch eine Portion thailändische Kultur dazu.

Nimmanhaemin

Nimmanhaemin gehört zu den angesagteren Vierteln Chiang Mais. Die Dichte an Cafés, Restaurants und anderen Attraktionen macht es zu einem der liebsten Wohnorte für digitale Nomaden, die sich in Chiang Mai niederlassen wollen. Nimmanhaemin hat in den letzten Jahren einen echten Boom erlebt, entsprechend liegen die Preise hier höher als in anderen Teilen der Stadt.

Santitham

Santitham ist ein weiterer großartiger Ort für digitale Nomaden, die in Chiang Mai heimisch werden wollen. Wie Nimmanhaemin wächst auch Santitham stetig, und es gibt zahlreiche Mietmöglichkeiten für Neuankömmlinge und Einsteiger unter den digitalen Nomaden. Weitere Viertel stellen wir dir in unserem Guide zu unterschätzten Vierteln in Chiang Mai vor.

Auch in der Freizeit fehlt es hier nicht an Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wohnungen mieten

Willst du erst einmal testen, ob dir ein Leben in Chiang Mai zusagt, bevor du dich als digitaler Nomade fest niederlässt, kannst du statt einer Wohnungskaution auch ein Airbnb-Zimmer mieten. Saubere, praktische und gemütliche Hotels bekommst du bereits ab 13 € (US$15) pro Nacht.

Wichtig: Ein Airbnb musst du für mehr als 30 Tage buchen, sonst gilt das hier als illegal.

Steht dein Entschluss, in Chiang Mai zu leben, schon fest, lohnt sich die Suche nach einem langfristigen Mietvertrag. Am einfachsten findest du passende Immobilien über eine Website wie Hipflat. Dort lässt sich die Suche nach deinen Wünschen filtern, etwa ob du ein Haus oder einen Condo suchst, wie viele Schlafzimmer du brauchst und wie viel du ausgeben willst.

Angebote beginnen bei THB6.000 im Monat und reichen bis zu THB180.000. Wer gerade erst anfängt, sollte sich eher am unteren Ende der Preisliste umsehen.

Egal auf welcher Immobilien-Website du suchst, bleib skeptisch. Manche Angebote locken mit nur THB900 im Monat, doch solche Niedrigpreise dienen oft nur dazu, potenzielle Mieter anzulocken.

Fortbewegung

In Chiang Mai kommst du problemlos von A nach B. Es gibt drei Hauptoptionen, um dich in der Stadt fortzubewegen (vier, wenn man das Zufußgehen mitzählt): ein gemietetes Motorrad, Taxis, Tuk-Tuks oder Grab, sowie öffentliche Verkehrsmittel.

rent a motorbike chiang mai
Ein Motorrad in Chiang Mai zu mieten ist günstig, unkompliziert und macht Spaß. Vergiss nur nie den Helm.

Planst du, langfristig in Chiang Mai zu bleiben, solltest du dir ein Motorrad kaufen oder mieten. Vergiss dabei nicht, deinen thailändischen Führerschein zu machen, die Polizei geht mittlerweile in ganz Thailand konsequent gegen unlizenzierte Fahrer vor. Ein Motorrad bekommst du für etwa THB2.500 bis THB3.000 im Monat gemietet.

Auch Taxis, Tuk-Tuks und Grab sind für digitale Nomaden eine Option, allerdings summieren sich die Kosten bei täglicher Nutzung schnell. Setz sie also mit Bedacht ein.

Am günstigsten fährst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für nur THB20 bis THB50 kommst du mit einem Songthaew, einem überdachten Pickup-Truck mit Sitzbänken, quer durch die Stadt. Trotzdem bleibt für mich das Motorrad die beste Art, mich hier fortzubewegen.

Planst du einen längeren Aufenthalt, kannst du dir stattdessen auch ein Auto kaufen, praktisch besonders an Tagen mit starkem Regen.

Co-Working-Spaces

Chiang Mai ist auch für seine Co-Working-Spaces bekannt. In der Maya Shopping Mall gibt es im obersten Stockwerk einen großen Co-Working-Space namens CAMP (Creative and Meeting Place), mit superschnellem WLAN und kostenloser Nutzung in der ersten Stunde.

Danach musst du für mindestens THB50 im Café bestellen, um einen 2-Stunden-WLAN-Gutschein zu bekommen. Geöffnet ist rund um die Uhr.

Punspace im Stadtteil Nimmanhaemin ist ein weiterer Favorit unter Nomaden: zuverlässiges Internet, flexible Mitgliedschaften und eine soziale Atmosphäre, in der man leicht Gleichgesinnte kennenlernt.

city area in Chiang Mai
Chiang Mai ist eine gut ausgebaute Stadt. In der Innenstadt bekommst du alles, was du brauchst.

Es gibt noch weitere Orte, an denen du WLAN findest. Ich persönlich bevorzuge Starbucks und Hotellobbys. Bei Starbucks bekommst du in der Regel zwölf Stunden kostenlosen Internetzugang, und die Geschwindigkeit ist ziemlich gut.

Eine Hotellobby kostet dich etwas mehr Aufenthalt (bestell immer etwas an der Bar) ist dafür aber ruhiger als ein Starbucks.

Je nachdem, ob du eher Trubel oder Ruhe brauchst, kannst du auch einfach aus deinem Hotel oder Airbnb heraus arbeiten. Ich frage den Gastgeber oder das Hotel vorab aber immer nach der Internetgeschwindigkeit, denn die kann je nach Ausstattung stark variieren.

Arbeit finden

Kommst du mit einem Touristenvisum nach Chiang Mai, ist dir das Arbeiten offiziell nicht gestattet. Thailand schützt seine Wirtschaft und will nicht, dass Ausländer Thailändern Jobs wegnehmen. Wer hier arbeitet, auch nur digital, verstößt womöglich gegen die Vorschriften. Zwar habe ich noch nie davon gehört, dass ein digitaler Nomade dafür belangt wurde, im Starbucks zu arbeiten, trotzdem solltest du dir bewusst sein, dass du dich damit theoretisch strafbar machst.

Bist du dagegen mit einem DTV-Visum hier, darfst du problemlos remote für Kunden außerhalb Thailands arbeiten.

Zu Beginn habe ich mich zuerst an die naheliegendsten Kontakte gewandt: mein bestehendes Netzwerk aus Freunden und Familie. Menschen helfen gerne bei einem neuen Business, das ist quasi der amerikanische Traum, auch fernab von Amerika. Sei also nicht zurückhaltend. Erzähl offen, was du vorhast, und frag nach, ob jemand jemanden kennt, der Unterstützung sucht.

Der wichtigste erste Schritt ist ganz einfach zu fragen. Oder online zu recherchieren. Dazu haben wir einen ausführlichen Guide zur Jobsuche in Thailand.

Und auch wenn der Guide einige Ressourcen für die Jobsuche bei klassischen Unternehmen enthält, dreht sich ein Teil der Strategien speziell um Arbeit als digitaler Nomade in Thailand.

Bezahlung erhalten

Leider funktioniert PayPal in Thailand nicht besonders gut. Eine Alternative ist es, ein Multi-Währungskonto bei Wise einzurichten und sich anschließend eine Wise-Karte zu holen. Damit kannst du in mehreren Währungen bezahlt werden, darunter USD, EUR, GBP und weitere. Anschließend kannst du das Geld ohne Verluste bei den Wechselkursen in Thai Baht umtauschen und mit der Wise-Karte in Chiang Mai abheben und bezahlen.

Für digitale Nomaden ist es sehr schwierig, ein Bankkonto in Thailand zu eröffnen. Ich habe kaum von jemandem gehört, dem das als digitaler Nomade gelungen ist, es sei denn, er hatte ein anderes Langzeitvisum oder hat einen Agenten beauftragt.

mountain in Chiang mai
Was ich an Chiang Mai besonders mag: Schon 20 Minuten außerhalb der Innenstadt umgibt dich eine Landschaft wie diese.

Als Freelancer kannst du außerdem in Betracht ziehen, Kreditkartenzahlungen über Portale wie Stripe oder Square anzunehmen. Beide Anbieter sind gut etabliert, und du erhältst dein Geld meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Zahlungseingang.

Steuern zahlen

Nur weil du dein Heimatland verlassen hast, heißt das nicht, dass du keine Steuern mehr zahlen musst. US-Bürger etwa müssen weiterhin ihr weltweites Einkommen deklarieren und je nach Höhe auch versteuern. Wer das nicht tut, riskiert im schlimmsten Fall sogar den Entzug des Reisepasses.

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Mehr zum Thema Steuern während eines Aufenthalts im Königreich findest du in unserem ausführlichen Guide zu US-Steuern aus Thailand.

Krankenversicherung

Wie eingangs erwähnt: Die Gesundheitsversorgung in Thailand ist im Vergleich zum Westen günstig.

Trotzdem solltest du dir eine Krankenversicherung für digitale Nomaden in Thailand zulegen, für größere Unfälle und medizinische Notfälle. Und glaub mir, die passieren uns allen irgendwann einmal.

Ob Sturz vom Motorrad, Verletzung beim Wandern, eine ernste Erkrankung oder eine Geburt in Thailand: All das lässt sich mit einer Versicherung im Rücken deutlich leichter verkraften, auch finanziell.

Ich habe viele Geschichten von Touristen ohne Versicherung gelesen, die eine GoFundMe-Seite starten mussten, um Krankenhausrechnungen und Rücktransport zu finanzieren. Das ist keine schöne Situation. Deshalb rate ich jedem zu einer Krankenversicherung, notfalls reicht auch ein Plan mit hoher Selbstbeteiligung für stationäre Behandlungen, dadurch bleibt er günstig, und du brauchst ihn nur, wenn es wirklich nötig ist.

Wenn du diesen Artikel gelesen hast, wirf auch einen Blick in die folgenden Guides:

Communities

Chiang Mai ist mittlerweile eines der weltweiten Zentren für digitale Nomaden. Egal welche Nationalität du hast, hier findest du Gleichgesinnte. Genau dieses großartige Expat-Erlebnis ist einer der Gründe, warum Chiang Mai immer mehr digitale Nomaden anzieht.

Hier ein paar Anlaufstellen, um Kontakt zu Gleichgesinnten in Chiang Mai zu finden.

Herausforderungen

Ein Leben als digitaler Nomade in Chiang Mai bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Meisterst du die folgenden Punkte, sollte dir das Leben im Königreich aber gut gelingen.

Kultur

Alle Gepflogenheiten Thailands zu lernen, braucht seine Zeit. Wichtig ist zu wissen, was erlaubt und was regelrecht anstößig ist. In Thailand musst du zum Beispiel deine Schuhe ausziehen, bevor du Tempel, Privathäuser und manche Geschäfte betrittst.

Im zwischenmenschlichen Umgang sind die meisten Menschen weniger direkt als im Westen. In Thailand zählt oft nicht das Gesagte, sondern das Unausgesprochene. Flexibilität ist daher nicht nur wichtig, sondern entscheidend, um Beziehungen hier erfolgreich zu pflegen.

Respekt spielt in der thailändischen Gesellschaft ebenfalls eine große Rolle, besonders gegenüber Älteren, der Königsfamilie und der Religion.

Neben der Kultur ist die Sprache eine weitere häufige Hürde.

Sprache

Zum einen beherrschen die meisten Thailänder Englisch nicht besonders gut. Du wirst dich häufig in kurzen, knappen Sätzen ausdrücken, die die meisten Menschen verstehen können. Google Translate und ähnliche Apps sind hier eine große Hilfe.

Chiang Mai walking street
Um in Chiang Mai zu leben, musst du kein Thai lernen, trotzdem lohnt es sich, ein paar Grundsätze zu beherrschen. Das hilft dir, näher an die lokale Kultur heranzukommen.

Zum anderen hat Englisch einige zusätzliche, oft unnötige Floskeln. Sagst du kurz und direkt, was du meinst, zwingt dich das automatisch, auf den Punkt zu kommen, und das ist etwas Gutes.

„Wo ist die Toilette?“ lässt sich zum Beispiel genauso gut mit „Toilette?“ ausdrücken.

Planst du aber, langfristig in Thailand zu bleiben, führt an der Sprache kein Weg vorbei. Wir haben dazu einen ausführlichen Guide zum Thai lernen verfasst, schau ihn dir unbedingt an.

Einkommen

Die größte Herausforderung als digitaler Nomade in Chiang Mai ist mit Abstand, ein stabiles Einkommen zu erwirtschaften.

Verdienst du mit deinem Business noch keine verlässlichen 4.250 bis 8.500 € (US$5.000 bis US$10.000) oder mehr im Monat und hast auch kein diszipliniertes Team an deiner Seite, können Ablenkungen und das Leben als Solopreneur zur echten Herausforderung werden.

Für viele Menschen ist das Leben als digitaler Nomade dennoch der richtige Weg. Um mein Business aufzubauen, coache ich meine Kunden per Zoom. Ein verlässliches Einkommen aufzubauen, kostet Arbeit, und zwar jede Menge.

Lässt du dich leicht von den Lichtern der Stadt, Elefantenschutzgebieten, buddhistischen Tempeln oder dem wilden Nachtleben ablenken, musst du dich selbst disziplinieren und dein Arbeitsumfeld so gestalten, dass du diesen Verlockungen zumindest meistens widerstehst.

Du wirst hunderte Expats treffen, die ihre Rente in Thailand vertrinken. Willst du nicht selbst zum Facebook-Meme werden, solltest du dir feste Termine mit dir selbst setzen, für Gesundheit, Fitness und Business.

Ohne Chef, der dich zur Verantwortung zieht, fällt es leicht, alles vor sich herzuschieben.

Luftverschmutzung

Meiner Meinung nach ist die Luftverschmutzung das größte Problem in Chiang Mai. Während der jährlichen Brandrodungssaison von Januar bis April kann der Luftqualitätsindex (AQI) an schlechten Tagen 200 übersteigen und in Spitzenwochen sogar über 300 klettern, gesundheitsschädliche Werte inklusive, und du wirst Smog am Himmel sehen.

Zwar hat sich die Lage in den letzten Jahren verbessert, garantiert ist aber nichts.

In dieser Jahreszeit lohnt es sich daher, in andere Provinzen mit sauberer Luft auszuweichen, etwa nach Phuket oder in andere Provinzen im Süden Thailands.

Solltest du digitaler Nomade in Chiang Mai werden?

Diese Frage kann dir niemand besser beantworten als du selbst. Meiner Meinung nach gibt es hunderte Gründe, warum Chiang Mai eine großartige Stadt für Nomaden ist. Aus mehreren Gründen gilt sie praktisch als Nomadenhauptstadt Thailands, zum Beispiel:

  • Günstige Lebenshaltungskosten: 30 bis 50 % billiger als Bangkok, Pattaya und Phuket.
  • Der Lebensstil ist richtig gut. Du wachst jeden Tag mit Blick auf Berge auf, entspannt, aber trotzdem mit allem Komfort.
  • In der ganzen Stadt gibt es zahlreiche schöne Co-Working-Spaces mit gutem Kaffee und angenehmer Arbeitsatmosphäre.
  • Die Nomaden-Community hier ist groß. Neue Freundschaften entstehen leicht, es gibt fast jede Woche Networking-Events für digitale Nomaden in Chiang Mai.

Andererseits ist Chiang Mai vielleicht nicht die richtige Wahl für dich, wenn du:

  • Am Meer leben willst: Chiang Mai liegt als Bergstadt mehrere hundert Kilometer von den Stränden entfernt.
  • Dich ausschließlich auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen willst: In Chiang Mai ist ein eigenes Fahrzeug deutlich praktischer.
  • Ein durchgehend pulsierendes Nachtleben suchst: Da ist Bangkok klar die bessere Wahl.

Am Ende gibt es nichts Besseres, als sich Chiang Mai mit eigenen Augen anzusehen. Komm für ein paar Wochen her und finde heraus, ob es dir gefällt. Falls nicht, kannst du einfach weiterziehen, wir sind schließlich digitale Nomaden.

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