Brauchst du als digitaler Nomade eine Krankenversicherung in Thailand? Hier erfährst du, welche Optionen es gibt, was sie kosten und welcher Tarif zu deinem Aufenthalt und Budget passt.
Seit der Einführung des Destination Thailand Visa (DTV) im Jahr 2024 kommen immer mehr digitale Nomaden nach Thailand. Das ist längst kein vorübergehender Trend mehr.
Thailand hat sich zu einem der wichtigsten Hubs für Remote-Worker in Asien entwickelt. Schätzungen der Tourism Authority of Thailand zufolge reisen jedes Jahr Hunderttausende Langzeitreisende und Nomaden durch das Land.
Doch sobald die Entscheidung fällt, wirklich hierzubleiben, taucht immer dieselbe Frage auf:
Brauche ich in Thailand wirklich eine Krankenversicherung? Und wenn ja, welcher Tarif ist der richtige?
So einfach ist das nicht zu beantworten. Digitale Nomaden passen in keine der üblichen Kategorien: Du bist kein klassischer Tourist, aber auch kein langfristiger Expat. Genau das macht die Wahl der richtigen Versicherung ziemlich unübersichtlich.
Um das genauer zu klären, habe ich mit mehreren Menschen gesprochen, die sich täglich damit beschäftigen:
- Carsten Creutzburg, internationaler Versicherungsberater mit Sitz in Thailand
- Thuyvan Zhang von Luma Health Insurance
- Laurent Genc, internationaler Experte für Krankenversicherungen in Asien bei April International
Außerdem habe ich mich in Communitys für digitale Nomaden umgesehen, um herauszufinden, welche Versicherungen tatsächlich genutzt werden und wo es häufig Probleme gibt.
Am Ende dieses Artikels weißt du genau, was du wirklich brauchst, worauf du verzichten kannst und wie du einen Tarif findest, der zu deinem Lifestyle passt.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Kurz gesagt: Was die meisten digitalen Nomaden wirklich brauchen
- Brauchst du wirklich eine Krankenversicherung in Thailand?
- Ein reales Beispiel für Gesundheitskosten in Thailand
- Welche Arten von Krankenversicherungen gibt es?
- Worauf du bei einem Tarif achten solltest
- Was kostet eine Krankenversicherung für digitale Nomaden in Thailand?
- Und wie sieht es mit Muay Thai und Tauchen aus?
- Häufige Fehler bei der Wahl der Krankenversicherung für digitale Nomaden
- Unsere Empfehlung
- Besonderer Dank
Das Wichtigste in Kürze
- Das thailändische DTV schreibt keine Krankenversicherung gesetzlich vor. Eine einzelne Operation in einem Privatkrankenhaus kann jedoch schnell 100.000 bis 500.000 THB oder mehr kosten, ein medizinischer Rücktransport sogar 300.000 bis 1.500.000 THB.
- Der häufigste Fehler digitaler Nomaden ist, dauerhaft bei einer Reiseversicherung zu bleiben: Sie hat niedrige Deckungsgrenzen, und bereits behandelte Erkrankungen können bei der Verlängerung ausgeschlossen werden.
- Eine Reiseversicherung (ACS, Luma, Genki) eignet sich für Aufenthalte unter drei Monaten. Internationale private Krankenversicherungen (Cigna, April International, Morgan Price) sind die richtige Wahl ab sechs Monaten oder wenn du zwischen mehreren Ländern pendelst. Um diese internationalen Tarife an einem Ort zu vergleichen, liefert International Citizens Insurance Angebote von mehreren internationalen Versicherern gleichzeitig.
- Lokale thailändische Versicherungen sind für digitale Nomaden meist keine gute Wahl. Sie lassen sich in der Regel nicht mitnehmen, und viele Tarife verlangen den Nachweis, dass du mindestens sechs Monate im Jahr in Thailand lebst.
- Achte beim Vergleich der Tarife auf Portabilität, die jährliche Deckungssumme (mindestens 425.000 € bzw. 500.000 US$ sollten es sein), das Tageslimit für die Unterbringung und ob ein medizinischer Rücktransport enthalten ist, besonders wenn du Zeit auf Inseln oder in ländlichen Gebieten verbringen willst.
- Internationale Krankenversicherungen kosten für 30-Jährige je nach Tarif ab rund 61 € (ca. 72 US$) pro Monat für ein Budget-Modell und rund 144 € (ca. 169 US$) pro Monat für einen umfassenderen Schutz.
Kurz gesagt: Was die meisten digitalen Nomaden wirklich brauchen
Falls du dich für eine Krankenversicherung entscheidest, hilft dir diese kurze Übersicht, den passenden Tarif zu finden:
- Aufenthalt unter drei Monaten: Reisekrankenversicherung (ACS oder Luma)
- Aufenthalt von drei bis sechs Monaten: Langzeit-Reisekrankenversicherung (Genki)
- Aufenthalt ab sechs Monaten oder bei Wechsel zwischen mehreren Ländern: Internationale Krankenversicherung (Cigna Healthcare, April International oder Morgan Price)
- Bei knappem Budget: Ein reiner Stationär-Tarif kann eine Option sein
- Bei Aufenthalt auf Inseln: Achte darauf, dass dein Tarif einen medizinischen Rücktransport einschließt
Wenn du Hilfe bei der Wahl des richtigen Tarifs brauchst, kannst du dich an einen Makler wie Carsten wenden und ihn das für dich übernehmen lassen.
Wenn du mehr über diese Optionen erfahren willst, lies einfach weiter.
Brauchst du wirklich eine Krankenversicherung in Thailand?
Rein rechtlich brauchst du als digitaler Nomade in Thailand keine Krankenversicherung. Das thailändische Digital-Nomad-Visum (DTV) setzt sie nicht voraus.
Die eigentliche Frage ist also keine rechtliche. Es geht darum, ob du bereit bist, medizinische Behandlungen aus eigener Tasche zu bezahlen.
Das tägliche Leben in Thailand ist günstig. Bei der Gesundheitsversorgung sieht das anders aus, vor allem wenn du auf Privatkrankenhäuser setzt.
Sowohl Carsten Creutzburg als auch Thuyvan Zhang, die beide in Thailand leben und arbeiten, bestätigen das:
„Die Behandlungskosten in Thailand unterscheiden sich von Stadt zu Stadt und sogar zwischen Krankenhäusern in derselben Stadt. Schon ein einfacher Gipsverband kann, je nachdem ob du in ein gemeinnütziges Krankenhaus oder ein erstklassiges Privatkrankenhaus gehst, wenige Hundert bis mehrere Tausend Dollar kosten.“
Thuyvan Zhang, Head of Marketing bei Luma Health Insurance

„Krankenhäuser in Thailand, besonders private, haben einen sehr guten Ruf und bieten exzellenten Service und exzellente Behandlung. Diese Qualität hat allerdings ihren Preis. Private Gesundheitsversorgung ist hier nicht so günstig, wie viele erwarten.“
Carsten Creutzburg, internationaler Versicherungsberater mit Sitz in Thailand
Ein reales Beispiel für Gesundheitskosten in Thailand
Ein reales Beispiel: Unser Autor Jonathan Milman hatte vor einigen Jahren einen Motorradunfall. Ein Privatkrankenhaus, nicht einmal ein Spitzenhaus wie das Bumrungrad Hospital oder das Bangkok Hospital, stellte ihm für die Operation 230.000 THB (rund 6.290 €, ca. 7.400 US$) in Aussicht. Hier liest du seine ganze Geschichte.
Bei einem schwereren Unfall können die Kosten schnell 500.000 THB oder mehr übersteigen. Hier eine Übersicht, mit welchen Gesundheitskosten du in Thailand rechnen musst:
| Szenario | Geschätzte Kosten |
| Arztbesuch | THB1.000–3.000 |
| Notaufnahme | THB3.000–15.000 |
| Aufenthalt im Privatkrankenhaus (pro Nacht) | THB10.000–30.000+ |
| Operation | THB100.000–500.000+ |
| Medizinischer Rücktransport | THB300.000–1.500.000 |
Weitere Details findest du in unserem Ratgeber zu den Gesundheitskosten.
Was bedeutet das für dich?
- Wenn du diese Kosten nicht selbst tragen willst, brauchst du eine Krankenversicherung
- Passiert ohne Versicherung etwas Ernsthaftes, musst du dir einen anderen Weg suchen, die Kosten zu decken, zum Beispiel über GoFundMe
Am Ende hängt es davon ab, wie viel Risiko du bereit bist einzugehen.
Welche Arten von Krankenversicherungen gibt es?
Für digitale Nomaden in Thailand gibt es drei Hauptarten von Versicherungen: Reiseversicherung, internationale private Krankenversicherung und lokale thailändische Versicherung.
Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und passt zu unterschiedlichen Nomaden-Typen. Schauen wir uns die einzelnen Optionen genauer an.
Reiseversicherung
Kurz zusammengefasst:
- Günstig
- Gut für kurze Aufenthalte
- Eingeschränkter Schutz im Vergleich zu einer vollwertigen Krankenversicherung
- Für langfristiges Leben in Thailand nicht empfehlenswert
Empfohlene Anbieter: Luma (starkes Netzwerk in Thailand), ACS (gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim medizinischen Schutz) und Genki (hoher medizinischer Deckungsschutz).
Reiseversicherungen sind für viele digitale Nomaden oft die erste Wahl, eignen sich aber langfristig nicht gut. Sie sind grundsätzlich für kurze Reisen konzipiert, nicht dafür, monatelang in einem Land zu leben.
Alle Versicherungsexperten, mit denen wir gesprochen haben, sind sich einig: Sich langfristig auf eine Reiseversicherung zu verlassen, ist einer der größten Fehler, den digitale Nomaden machen.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Begrenzter medizinischer Schutz: Bei einem ernsten Vorfall kann der Versicherungsschutz nicht ausreichen
- Keine Kontinuität: Erkrankungen, die während einer Police behandelt wurden, können bei Verlängerung oder Tarifwechsel ausgeschlossen werden
Wie Thuyvan Zhang erklärt, ist eine Reiseversicherung für kurze Aufenthalte und unerwartete Unfälle gemacht. Sie deckt vielleicht einen kurzen Arztbesuch oder eine kleinere Sache ab, ist aber nicht für eine dauerhafte medizinische Versorgung gedacht.
Laurent Genc bringt es noch direkter auf den Punkt:
„Der größte Fehler ist mit Abstand, sich auf eine Reiseversicherung zu verlassen. Sie ist für kurze Reisen gemacht und kommt meist mit niedrigen Leistungsgrenzen, engem Deckungsumfang und Ausschlüssen, die sie für alle, die monatelang im Ausland leben, ungeeignet machen. Sie deckt vielleicht einen kurzen Arztbesuch ab, aber wenn etwas Ernstes passiert, kannst du schnell unterversichert dastehen.“
Laurent Genc, internationaler Experte für Krankenversicherungen in Asien bei April International
Mit anderen Worten: Eine Reiseversicherung funktioniert, bis sie es nicht mehr tut.
Deshalb kann sie für kurze Aufenthalte eine gute Wahl sein. Sobald du aber in Thailand lebst oder regelmäßig zwischen Ländern wechselst, reicht sie meist nicht mehr aus.
Für einen kurzen Aufenthalt kann eine Reiseversicherung trotzdem ausreichen.
Carsten weist darauf hin, dass eine Langzeit-Reisekrankenversicherung die bessere Option sein kann, wenn du für ein paar Monate bleibst, aber noch nicht endgültig sesshaft bist. Optionen findest du hier: https://www.safeandnotsorry.com
Hier ein kurzer Vergleich von Reiseversicherungen für einen 30-jährigen digitalen Nomaden, der nach Thailand reist.
| Merkmal | ACS Globe Partner | Luma Essential Plan | Genki Traveler |
| Preis (90 Tage) | 135 € (~145 $) | 130 € (~153 $) | 191,70 € (~205 $) |
| Medizinische Deckungssumme | 300.000 € (~325.000 $) | 170.000 € (~200.000 $) | 1.000.000 € (~1,08 Mio. $) |
| Krankenhauskosten | 100 % der tatsächlichen Kosten | Gedeckt (Tageslimit 222 €, ~261 $) | 100 % der tatsächlichen Kosten |
| Ambulante Behandlung | 100 % der tatsächlichen Kosten | Gedeckt | Gedeckt (Arztbesuche, Untersuchungen, Medikamente) |
| Medizinischer Rücktransport (Notfall) | 100 % der tatsächlichen Kosten | Unbegrenzt | Inbegriffen |
| Rückführung | Inbegriffen | Inbegriffen | Inbegriffen |
| Such- und Rettungsaktionen | Bis zu 3.000 € | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
| Gepäckversicherung | 1.150 € | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
| Reiseverspätung/-stornierung | Eingeschränkte Assistanceleistungen | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
| Privathaftpflicht | 4.500.000 € (Personenschäden), 450.000 € (Sachschäden) | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
| Unfallschutz (Tod/Invalidität) | 8.000 € / 30.000 € | 1.700 € (~2.000 $) | Nicht enthalten |
| Zahnnotfall | 300–600 € | Nicht angegeben | Bis zu 1.000 € (nur bei Unfall) |
| Selbstbeteiligung | 100 € pro Schadensfall | Nicht angegeben | 50 € pro Fall |
*Hinweis: Die oben genannten Preise und Leistungen basieren auf einem Beispielprofil (30-Jähriger auf Reise nach Thailand) und dienen nur zur Orientierung. Die tatsächlichen Beiträge und Leistungen können je nach Alter, Wohnort und gewählten Optionen abweichen. Prüfe immer die vollständigen Versicherungsbedingungen oder sprich mit dem Versicherer, bevor du dich entscheidest.
Mehr erfahren: So findest du die beste Reiseversicherung für deine Thailand-Reise
Internationale private Krankenversicherung (IPMI)
Kurz zusammengefasst:
- Für die meisten digitalen Nomaden empfehlenswert
- Hoher Versicherungsschutz, jährliche Deckungssummen starten meist bei 850.000 € (rund 1.000.000 US$)
- Deckt Thailand und weitere Länder ab
- Kann die teuerste Option sein
Empfohlene Anbieter: Cigna Healthcare, April International, Morgan Price
Die internationale private Krankenversicherung (IPMI), manchmal auch „internationale Versicherung“ oder „Expat-Versicherung“ genannt, ist in den meisten Fällen die passendste Versicherungsart für digitale Nomaden. Darin waren sich alle unsere Versicherungsexperten einig.
IPMI ist für Menschen gemacht, die im Ausland leben und arbeiten. Sie ist nicht nur für klassische Expats gedacht, sondern genauso für digitale Nomaden.
Laurent Genc erklärt, warum sie so gut funktioniert:
- Sie deckt sowohl reguläre als auch unerwartete Behandlungen ab, nicht nur Notfälle
- Sie ist länderübergreifend portabel, sodass der Schutz beim Wechsel zwischen Zielen nicht verloren geht
- Sie lässt sich individuell anpassen: Deckungsgebiet, Selbstbeteiligung und Leistungen können sich mit deinen Bedürfnissen ändern
Genau diese Flexibilität macht den Unterschied. Der Lebensstil digitaler Nomaden ändert sich häufig, und IPMI ist darauf ausgelegt, sich anzupassen, was bei anderen Versicherungsprodukten schlicht nicht der Fall ist.
Das heißt aber nicht, dass IPMI immer die richtige Wahl ist.
Carsten erklärt: „Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen. Neben der Dauer der Reise hängt es auch vom Budget, den persönlichen Leistungsanforderungen und der Bequemlichkeit ab.“
Einer der größten Nachteile von IPMI ist der Preis. Meist ist sie die teuerste Option.
Die Tabelle unten zeigt einen Vergleich von Leistungen und Preisen für einen 30-jährigen digitalen Nomaden, der in Thailand lebt.
| Kategorie | Cigna Silver | Morgan Price (Flexible Choices Asia) |
| Typ | Umfassend | Budget |
| Preis | 143,57 €/Monat (1.722 €/Jahr, ca. 168,90 $/Monat) | 733 €/Jahr (ca. 61 €/Monat, ca. 862 $/Jahr) |
| Deckungssumme | 850.000 € (ca. 1.000.000 $) | 212.500 € (ca. 250.000 $) |
| Selbstbeteiligung | 638 €/Jahr (ca. 750 $) | 850 €/Jahr (ca. 1.000 $) |
| Krankenhauswahl | Keine Nachteile bei Top-Krankenhäusern | 25 % Selbstbeteiligung bei Krankenhäusern wie Bumrungrad |
| Deckungsgebiet | Weltweit außer USA | Weltweit außer USA, China, Hongkong, Singapur |
| Stationär (Krankenhaus) | Gedeckt bis zur Tarifgrenze | Gedeckt bis zur Tarifgrenze |
| Krebs | Gedeckt bis zur Tarifgrenze | Gedeckt bis zur Tarifgrenze |
| Chronische Erkrankungen | Gedeckt bis zur Tarifgrenze | 85.000 € akut / 21.250 € für die laufende Behandlung (ca. 100.000 $ / 25.000 $) |
| Psychische Gesundheit | 4.250 € für bis zu 30 Tage (ca. 5.000 $) | n/a |
| Rehabilitation | 4.250 € für bis zu 30 Tage (ca. 5.000 $) | 30 Tage |
| Häusliche Pflege | 2.125 € für bis zu 30 Tage (ca. 2.500 $) | n/a |
| Akupunktur/Alternativmedizin | 1.275 € (ca. 1.500 $) | Nur über optionales Ambulanz-Modul |
| Palliativpflege | 29.750 € (ca. 35.000 $) | 21.250 € (ca. 25.000 $) |
| Krankentransport | Gedeckt | Gedeckt |
| Notfall außerhalb des Deckungsgebiets | 85.000 € (ca. 100.000 $) | 85.000 € für bis zu 30 Tage (ca. 100.000 $) |
*Hinweis: Die oben genannten Preise und Leistungen basieren auf einem Beispielprofil (30-Jähriger, lebt in Thailand) und dienen nur zur Orientierung. Die tatsächlichen Beiträge und Leistungen können je nach Alter, Wohnort und gewählten Optionen abweichen. Prüfe immer die vollständigen Versicherungsbedingungen oder sprich mit dem Versicherer, bevor du dich entscheidest.
Mehr erfahren: Krankenversicherung in Thailand: Was Expats wissen müssen
Lokale thailändische Versicherung
Kurz zusammengefasst:
- Guter Schutz innerhalb Thailands
- Günstiger als IPMI
- Nicht portabel
- Für die meisten digitalen Nomaden ungeeignet
Empfohlene Anbieter: Luma
Eine weitere Option für digitale Nomaden in Thailand ist die lokale thailändische Versicherung. Sie ist zwar meist günstiger als IPMI, eignet sich aber aus mehreren Gründen in der Regel nicht für digitale Nomaden:
- Nur in Thailand gültig: Die meisten Tarife decken nur innerhalb des Landes
- Nicht portabel: Der Schutz endet in der Regel, sobald du in ein anderes Land ziehst
- Aufenthaltsvoraussetzungen: Ohne langfristigen Aufenthalt in Thailand erfüllst du die Voraussetzungen unter Umständen gar nicht
Manche hochwertigeren Tarife in Thailand bieten auch regionalen Schutz. Ob sie zu dir passen, hängt aber von deinem Lebensstil und deinen Reiseplänen ab.
Carsten Creutzburg hat dazu eine klare Meinung:
„Eine lokale thailändische Krankenversicherung ist wahrscheinlich die schlechteste Idee, weil sie sich nicht auf ein anderes Land übertragen lässt, was aber gerade der Kerngedanke des digitalen Nomadentums ist.“
Carsten Creutzburg, internationaler Versicherungsberater mit Sitz in Thailand
Thuyvan Zhang weist außerdem auf eine praktische Einschränkung hin:
„Achte auf die Aufenthaltsvoraussetzungen. Manche Versicherer verlangen Dokumente zum Nachweis des Wohnsitzes, etwa eine Arbeitserlaubnis. Bei LUMA verlangen wir in der Regel den Nachweis, dass du mindestens sechs Monate im Jahr in Thailand lebst, inklusive lokaler Adresse und gültigem Langzeitvisum.“
Worauf du bei einem Tarif achten solltest
Jetzt, wo du die wichtigsten Versicherungsarten für digitale Nomaden in Thailand kennst, geht es im nächsten Schritt darum, den richtigen Tarif zu wählen.
Als digitaler Nomade unterscheidet sich dein Lebensstil von dem eines klassischen Expats. Du wechselst wahrscheinlich zwischen Ländern, und deine Versicherung muss da mithalten können.
Darauf solltest du achten:
- Portabilität: Dein Schutz sollte dich begleiten. Verbringst du ein paar Monate in Thailand und ziehst dann nach Vietnam oder zurück in die Heimat, sollte dein Tarif weiterhin gelten, ohne dass du kündigen und neu abschließen musst.
- Ausreichende Deckungssummen: Private Gesundheitsversorgung in Thailand ist qualitativ hochwertig, kann aber teuer sein, besonders in internationalen Krankenhäusern in Bangkok. Ein paar Nächte stationäre Behandlung können schnell mehrere Zehntausend Euro kosten. Dein Tarif sollte das abdecken können. Aus unserer Sicht sollte die Mindestdeckung nicht unter 425.000 € (rund 500.000 US$) pro Jahr liegen.
- Zimmerkosten: Achte auf das Tageslimit für die Unterbringung. In Thailand sind Einzelzimmer in den meisten Krankenhäusern Standard, niedrige Limits können also zu Kosten aus eigener Tasche führen.
- Digitaler Zugang und Support: Die Verwaltung deiner Police, das Einreichen von Ansprüchen und der Zugang zu Hilfe sollten unkompliziert sein. Klingt selbstverständlich, ist es bei vielen Versicherern aber nicht.
- Wartezeiten: Manche Erkrankungen sind nicht sofort abgedeckt. Prüfe, ob der Schutz ab dem ersten Tag greift oder bestimmte Erkrankungen für eine Weile ausgeschlossen sind.
- Medizinischer Rücktransport: Wird oft übersehen, bis er tatsächlich gebraucht wird. In ländlichen Gegenden oder kleineren Städten können lokale Einrichtungen ernste Fälle möglicherweise nicht behandeln. Das ist besonders wichtig, wenn du auf Inseln oder in abgelegenen Gebieten bleiben willst.
Laurent Genc, internationaler Experte für Krankenversicherungen in Asien, erklärt dazu:
„Eine Versicherung, die für langfristiges Leben im Ausland gemacht ist, gibt digitalen Nomaden die Stabilität, ihren mobilen Lebensstil beizubehalten, ohne mit ihrer Gesundheit zu spielen.“
Auch Thuyvan Zhang von Luma betont, wie wichtig es ist, vor der Wahl eines Tarifs die Details zu verstehen, besonders Deckungsgrenzen, Wartezeiten und den Rücktransportschutz.
Was kostet eine Krankenversicherung für digitale Nomaden in Thailand?
Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der gewählten Versicherungsart, deinem Alter, dem Deckungsgebiet und den Leistungen.
Zur Orientierung: Das zahlt ein 30-jähriger digitaler Nomade in Thailand ungefähr:
- Reiseversicherung: 34–60 € (ca. 40–70 $) pro Monat
- Budget-IPMI: 68–102 € (ca. 80–120 $) pro Monat
- Umfassende IPMI: 102–170 € (ca. 120–200 $) pro Monat
Am genauesten bekommst du ein Angebot, wenn du deine Daten direkt auf der Website eines Versicherers einträgst oder über einen Makler gehst.
Und wie sieht es mit Muay Thai und Tauchen aus?
Du bist in der Heimat von Muay Thai, warum also nicht die Gelegenheit nutzen und ein Training ausprobieren oder einige der erstklassigen Tauchspots des Landes erkunden?
Ein wichtiger Punkt dabei: Beide Aktivitäten gelten oft als „extrem“ oder risikoreich. Das bedeutet, sie sind möglicherweise nicht durch Standard-Tarife abgedeckt.
Carsten Creutzburg gibt einen wichtigen Hinweis:
„Das hängt von der jeweiligen Police ab und lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Manche Anbieter, wie Genki, decken bestimmte Sportarten ab, andere nicht. Es kommt auf den Wortlaut der Police an. Am wichtigsten ist: Wenn du diese Aktivitäten regelmäßig ausübst, solltest du das dem Versicherer vor Vertragsabschluss mitteilen und sicherstellen, dass sie abgedeckt sind. Muay Thai und Gerätetauchen sind in der Regel kein Problem, solange sie als Freizeitaktivität und nicht auf professionellem Niveau betrieben werden.“
Thuyvan Zhang ergänzt:
„Einführungskurse unter Aufsicht eines ausgebildeten Trainers sind normalerweise kein Problem, alles, was professionell oder im Wettkampf betrieben wird, ist aber ausgeschlossen. Beim Tauchen schließen unsere Tarife (Luma) das Tauchen mit Sauerstoffflaschen aus. Wer Gerätetauchen plant, sollte sich besser eine spezialisierte Versicherung für tauchbezogene Risiken zulegen.“
Kurz gesagt:
- Muay Thai: Training als Freizeitaktivität ist meist gedeckt, besonders unter Aufsicht
- Gerätetauchen: Oft ausgeschlossen, besonders mit Sauerstoffflaschen, eine separate Versicherung kann nötig sein
Am sichersten ist es, die Vertragsbedingungen sorgfältig zu lesen und vor Vertragsabschluss beim Versicherer nachzufragen.
Häufige Fehler bei der Wahl der Krankenversicherung für digitale Nomaden
Wir haben allen unseren Versicherungsexperten dieselbe Frage gestellt: „Was sind die häufigsten Fehler, die digitale Nomaden bei der Wahl ihrer Krankenversicherung machen?“
Der mit Abstand GRÖSSTE FEHLER, da waren sich alle einig: sich auf eine Reiseversicherung zu verlassen, wegen ihres begrenzten Schutzes und der fehlenden Kontinuität, wie bereits erwähnt.
„Eine Langzeit-Reisekrankenversicherung mit einer echten privaten Krankenversicherung zu verwechseln, ist ein häufiges Problem. Endet eine Reisekrankenversicherung, endet auch der Schutz für Erkrankungen, die währenddessen behandelt wurden. Selbst bei erneutem Abschluss sind diese Erkrankungen im neuen Vertrag nicht durchgehend versichert.
Carsten Creutzburg, Versicherungsberater bei CIC Insurance Consultancy“
Laurent Genc von April International nennt zwei weitere häufige Fehler:
- Rücktransportschutz weglassen: Thailand hat in den großen Städten gute Krankenhäuser, in abgelegenen Gebieten kann die nächste geeignete Einrichtung aber stundenweit entfernt sein.
- Nur nach dem Preis entscheiden: Verständlich, da digitale Nomaden oft aufs Geld achten. Der günstigste Tarif ist aber meist aus gutem Grund günstig. Wichtiger ist zu verstehen, was tatsächlich abgedeckt ist, nicht nur, wie viel die Prämie kostet.
Am Ende entstehen die meisten dieser Fehler, weil der Fokus auf Preis oder Bequemlichkeit liegt statt auf langfristigem Schutz. Eine Krankenversicherung fällt nicht auf, solange alles gut läuft, wird aber entscheidend, sobald etwas schiefgeht.
Unsere Empfehlung
Nach allem, was wir besprochen haben, hier die einfachste Entscheidungshilfe:
Eine Reiseversicherung passt zu dir, wenn du:
- vorhast, ein paar Monate in Thailand zu bleiben
- ein begrenztes Budget hast
- mit einem geringeren Versicherungsschutz leben kannst
IPMI passt zu dir, wenn du:
- langfristig in Thailand bleiben willst
- umfassenden Versicherungsschutz brauchst
- das Budget für höhere Beiträge hast
Eine lokale thailändische Versicherung passt zu dir, wenn du:
- nur Schutz innerhalb Thailands brauchst
- nicht vorhast, in ein anderes Land zu ziehen
- vorhast, das Leben als digitaler Nomade aufzugeben
Selbst versichern kannst du dich, wenn du:
- kein Geld für eine Versicherung ausgeben willst
- genug Ersparnisse hast, um Notfälle zu decken
Besonderer Dank
Ein besonderer Dank geht an unsere Versicherungsexperten für ihre Einblicke:
- Carsten Creutzburg, internationaler Versicherungsberater mit Sitz in Thailand
- Thuyvan Zhang von Luma Health Insurance
- Laurent Genc, internationaler Experte für Krankenversicherungen in Asien bei April International
Für eine persönliche Beratung kannst du sie direkt kontaktieren, über die Links bei ihren Namen oder ihren Versicherungsunternehmen.