Psychische Gesundheit in Thailand: Erkrankungen, Beratung und Anlaufstellen

Expats in Thailand leiden häufiger unter Stress, Angst und Depressionen. Dieser Guide zeigt dir Krisen-Hotlines, Beratungsstellen, Psychiater, Versicherungsfragen und wo du englischsprachige Hilfe findest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einer Studie im International Journal of Mental Health leiden Expats häufiger unter Angststörungen, Depressionen und Substanzmissbrauch als Menschen in ihrem Heimatland.
  • Bei einer psychischen Krise ruf die englischsprachige Hotline der Samaritans Thailand an: (02) 113-6789, dann die 2 drücken – anonym und rund um die Uhr besetzt.
  • PSI (Psychological Services International) und NCS (New Counseling Service) sind Bangkoks zwei größte Beratungsstellen und vermitteln dir schnell einen passenden Therapeuten.
  • Bestehe bei Medikamenten auf einen Termin beim Psychiater statt beim Allgemeinarzt; sowohl das Bangkok Hospital als auch das Manarom Hospital haben eigene psychiatrische Abteilungen.
  • Nicht jede Krankenversicherung deckt psychiatrische Behandlung ab, und die meisten haben eine Wartezeit von 6 bis 10 Monaten, bevor die Leistung greift – kümmere dich also gleich nach deiner Ankunft um den passenden Schutz.
  • Wenn du außerhalb der großen Städte lebst, kannst du Beratungsgespräche per Videocall wahrnehmen, und Medikamente lassen sich nach einer Fernberatung liefern; für psychiatrische Behandlung solltest du zunächst ein Krankenhaus in einer Großstadt aufsuchen.
  • Englischsprachige AA-Treffen finden regelmäßig in Bangkok, Chiang Mai, Pattaya und Hua Hin statt, ergänzt durch verwandte Programme für Drogen, Essstörungen und Spielsucht.

Wusstest du, dass Expats ein höheres Risiko für psychische Probleme haben? Fernab der Heimat und im neuen Umfeld können sich Stress, Angst oder Depressionen entwickeln. Unbehandelt können solche Probleme dein Leben stark belasten. Zum Glück bietet Thailand verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit Beratern und Psychiatern, die nach westlichen Standards ausgebildet sind.

Dieser Artikel informiert nicht nur über psychiatrische Versorgung, Kriseneinrichtungen, Beratung und Psychotherapie in Thailand. Ich erzähle auch von echten Erfahrungen unserer Leser, die auf der Suche nach Hilfe bei psychischen Problemen in Thailand waren – mit Rückschlägen und Erfolgen. Namen wurden zum Schutz der Privatsphäre weggelassen.

Wenn du gerade akut in einer Krise steckst, spring direkt zum Abschnitt weiter unten mit 3 Sofortmaßnahmen.

Was ist ein psychisches Problem?

Deine psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie deine körperliche. Psychische Probleme sind real. Und sie zu überwinden, gelingt meist nur mit der Hilfe eines Therapeuten.

Aber was genau ist eigentlich los? Hast du ein psychisches Problem, oder bist du einfach unglücklich? Sind deine Gefühle eine normale, wenn auch schmerzhafte Reaktion auf Lebensereignisse? Oder leidest du unter einem ernsthaften psychischen Problem?

Als Expat läufst du eher Gefahr, mit psychischen Problemen zu kämpfen, als du vielleicht denkst. Eine Studie im International Journal of Mental Health kommt zu folgendem Schluss:

„Menschen, die als Expatriates leben, sind einer Reihe von Risiken in höherem Maße ausgesetzt als ihre Landsleute in den USA. Expatriates scheinen ein höheres Risiko für internalisierende und externalisierende Probleme sowie für Substanzmissbrauch zu haben.“

Online-Tests und gängige Vorstellungen über psychische Gesundheit sind oft irreführend. Was kannst du also tun?

Denk darüber nach!

  • Versuch zu benennen, was du fühlst.
  • Bist du traurig? Bist du ängstlich? Fehlt dir die Energie? Oder bist du so aufgewühlt, dass du nicht schlafen kannst?
  • Reagierst du auf Lebensereignisse anders als früher?
  • Kannst du bestimmte Themen benennen, etwa sexuelle Probleme, Beziehungsprobleme, einen Trauerfall oder belastende Erinnerungen?
  • Wie lange geht das schon so? Weißt du noch, wann das Problem zum ersten Mal aufgetreten ist?
  • Wie dringend fühlt es sich an? Vertrau diesem Gefühl und handle danach.

Hilfe holen

Wenn du einen Berater oder Psychotherapeuten aufsuchst, hilft er dir, das Problem zu erkennen. Er nimmt eine Einschätzung vor, hängt dir aber keine Diagnose einer psychischen Erkrankung an. Trotzdem beginnt deine Behandlung schon in der ersten Sitzung.

Falls tatsächlich ein psychisches Problem vorliegt, erarbeitet der Berater gemeinsam mit dir einen Behandlungsplan.

Ist dein Unglücklichsein kein psychisches Problem, sondern eine Reaktion auf ein Lebensereignis – etwa einen Verlust, Beziehungsstress oder Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung in Thailand –, kann dir der Berater helfen, diesen Prozess gemeinsam durchzuarbeiten.

Ein Termin kann sich lohnen (mehr Infos weiter unten). Sprich alles mit einem erfahrenen Berater durch. Falls du Medikamente brauchst, überweist dich der Berater an einen Psychiater.

Denk daran: Berater sind da, um dich zu unterstützen und zu beraten. Die Entscheidungen triffst am Ende aber du.

3 Sofortmaßnahmen

  1. Ruf die Samaritans an.
  2. Vereinbare noch diese Woche einen Termin bei einem Berater.
  3. Ist deine Krise lebensbedrohlich, geh in ein internationales Krankenhaus. Frag nach dem diensthabenden Psychiater.

Angebote im Bereich psychische Gesundheit sind VERTRAULICH. Nichts, was du sagst, wird an Dritte weitergegeben – außer du stellst eine Gefahr für dich selbst oder andere dar (etwa bei Suizidgedanken oder der Absicht, eine Gewalttat zu begehen).

Die Samaritans anrufen

Die Samaritans sind eine weltweite Organisation mit einer rund um die Uhr besetzten Krisen-Hotline, betreut von geschulten Freiwilligen. In Thailand erreichst du den englischsprachigen Service der Samaritans unter (02) 113–6789, dann die 2 drücken. Die Samaritans arbeiten anonym – du musst nicht einmal deinen echten Namen nennen. Alternativ kannst du sie über die auf ihrer Website angegebenen E-Mail-Adressen kontaktieren.

Auch die thailändische Regierung betreibt zwei Krisen-Hotlines auf Thai: 1667 und 1323. Diese Angebote richten sich allerdings vor allem an Thais.

Einen Berater aufsuchen – jetzt

Berater sind nicht rund um die Uhr erreichbar. Wenn du aber bis zum nächsten Morgen warten kannst, schreib jetzt gleich einer Beratungsstelle weiter unten oder einem Therapeuten deiner Wahl eine E-Mail. Mach deutlich, dass du dich in einer Krise befindest, und vereinbare so schnell wie möglich einen Termin. Und sag ihn nicht wieder ab.
Berater und Psychotherapeuten verurteilen dich nicht. Gemeinsam mit dir finden sie heraus, was in dir vorgeht, und erstellen einen Behandlungsplan für dich.

Zwei bekannte Beratungsstellen in Bangkok sind NCS und PSI. Beide vermitteln dir einen passenden Berater. Auch private Therapeuten nehmen sich in einer Krise oft kurzfristig Zeit für dich.

Beratung ist zwar ein Prozess, der sich über mehrere Wochen oder Monate erstreckt, aber viele berichten, dass schon die erste Sitzung spürbar zu ihrem Wohlbefinden beiträgt.

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Expats, die kürzlich Hilfe gesucht haben, berichten oft, dass es am schwierigsten ist, einen englischsprachigen Berater mit freiem Termin zu finden. Es hilft, gleichzeitig mehrere Beratungsstellen anzuschreiben und klar zu sagen, dass du zeitnah einen Termin brauchst.

Berater können dich außerdem an einen Psychiater überweisen, falls du Medikamente brauchst.

In einer lebensbedrohlichen Krise: zum diensthabenden Psychiater im internationalen Krankenhaus

Du kannst außerdem jederzeit, Tag und Nacht, in ein internationales Krankenhaus gehen. Frag nach dem diensthabenden Psychiater. Wichtig ist, dass er gut Englisch spricht.

Sprich nicht mit einem Familienmitglied oder Freund über psychische Probleme. Krankenhäuser verlangen eine Zahlung oder deine Versicherung. Lass dich davon aber nicht abschrecken, wenn du in einer Krise steckst. Deine Gesundheit ist das Wichtigste.

In Bangkok haben Bangkok Hospital und Manarom Hospital eigene psychiatrische Abteilungen. Im Notfall kann dir aber jeder Psychiater helfen.

Wenn du einen Berater oder Psychologen aufsuchst, nimmt er eine Einschätzung vor und hilft dir, das Problem zu erkennen.

Und obwohl deine Behandlung schon in der ersten Sitzung beginnt, wird dir keine psychische Erkrankung diagnostiziert.

Die häufigsten psychischen Probleme

Psychische Probleme zeigen sich auf ganz unterschiedliche Weise. Schon wenn du dich nur ein bisschen „daneben“ fühlst, lohnt es sich, Hilfe zu suchen.

Ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Ich verlor jeden Tag die Geduld mit meiner Familie. Ich hatte Wutausbrüche, unrealistische Tiefs und Hochs. Irgendwann konnte ich nicht einmal mehr kleine oder große Entscheidungen treffen. Ich wusste, dass ich Hilfe brauchte, aber ich wollte einen Ort finden, an dem ich mich wohlfühle – wegen des Rufs, den psychische Gesundheit in Thailand hat. Gleichzeitig wusste ich, dass meine Möglichkeiten begrenzt waren. – TSK-Leser

Schauen wir uns einige der häufigsten psychischen Probleme an, mit denen Expats zu kämpfen haben, und wo du Hilfe findest.

Depression

Auch wenn viele sagen „ich bin deprimiert“, wenn sie sich niedergeschlagen fühlen, ist die klinische Depression eine echte Diagnose. Depression ist nicht dasselbe wie Traurigkeit, Unglücklichsein oder Erschöpfung, auch wenn das Symptome sein können.

Depression bedeutet über längere Zeit anhaltende Energielosigkeit, fehlende Motivation und Konzentrationsschwierigkeiten. Sie geht mit negativen Gedanken und einem geringen Selbstwertgefühl einher. Auslöser sind oft Lebensereignisse, aber die Ursachen sind meist komplex und schwer zu benennen. Ein Leben im Ausland ohne stützendes Netzwerk kann Einsamkeit und das Gefühl der Isolation auslösen – und damit eine Depression begünstigen. Der Schweregrad kann stark variieren. Halten die Symptome länger als zwei Monate an (oder kürzer, wenn sie schwer ausgeprägt sind), solltest du dir Hilfe holen. Eine klinische Depression muss von Fachleuten diagnostiziert werden.

Hier findest du eine gute Anlaufstelle, um mehr über Depression zu erfahren.

Depression lässt sich mit Beratung und Medikamenten behandeln.

Angst (einschließlich Panikattacken)

Angst allein ist noch kein psychisches Problem – sie kann dich sogar vor Gefahren schützen. Doch anhaltende Angst, Nervosität und ständiges Sorgen können deinen Alltag erheblich beeinträchtigen. In ihrer klinischen Form diagnostizieren Therapeuten eine generalisierte Angststörung. Ein Leben im Ausland konfrontiert dich mit vielen Unsicherheiten – und die können bereits vorhandene Ängste verstärken. Werden deine Sorgen überwältigend und beeinträchtigen sie dein Leben spürbar, solltest du dir Hilfe holen.

Wie bei Depression reicht der Schweregrad von Angst von leicht über moderat bis schwer, und sie hängt eng mit Stress zusammen. Panikattacken können sich extrem beängstigend anfühlen. Sie sind eine Überreaktion deines Stresssystems und können auch durch Angstprobleme ausgelöst werden. Hol dir fachkundigen Rat.

Wie Depression lässt sich auch Angst von Fachleuten behandeln.

Kindheitstrauma

Ein Kindheitstrauma kann dein gesamtes Leben überschatten. Der Umzug in ein anderes Land und der Neuanfang können traumatische Erinnerungen wieder wachrufen. Kindheitstraumata entstehen durch psychischen und emotionalen Missbrauch, Vernachlässigung, Mobbing oder Überbehütung. Die Symptome ähneln oft denen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Ein Kindheitstrauma kann Ursache für Angst- und Depressionssymptome sein. Es lässt sich in einer Psychotherapie behandeln. Das Trauma zu überstehen und sich Hilfe zu holen, kann der Beginn eines neuen Lebens sein.

Eingewöhnungsprobleme in Thailand

Die Eingewöhnung in Thailand kann psychische Probleme zutage fördern. Wie gehst du mit Isolation um? Mit dem Verlust deines sozialen Netzwerks? Wie findest du deine Rolle in der thailändischen Gesellschaft? Und wie findest du heraus, was du hier eigentlich erreichen willst?

Beratung kann dir helfen, Lösungen zu finden, bevor aus solchen Themen ein ernsthaftes Problem wird.

Sexuelle Probleme

Über Sex und Sexualität wird oft gar nicht oder nur auf schädliche Weise gesprochen. Sexuelle Probleme und Scham rund um Sexualität können dein Selbstwertgefühl untergraben. Sie können deine Beziehungen belasten. Such dir einen Berater, der sich auf sexuelle Themen spezialisiert hat. Du kannst davon ausgehen, dass er schon alles gehört hat. Er wird dich weder verurteilen noch beschämen.

Sexuelle Orientierung

Die eigene sexuelle Orientierung ist kein psychisches Problem. Probleme entstehen aber dadurch, wie manche Menschen mit einer anderen Orientierung umgehen. Wenn du LGBTQIA bist (lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, inter oder asexuell), suchst du dir am besten einen Berater, der sich mit deiner Lebensrealität auskennt. Entsprechende Links findest du weiter unten bei den Ressourcen.

Beziehungsprobleme

Enge Beziehungen bringen das Beste und das Schlechteste in uns zum Vorschein. Interkulturelle Paare haben dabei noch eine zusätzliche Ebene zu bewältigen.

Paarberatung hilft euch, besser miteinander zu kommunizieren. Such dir einen Spezialisten für Paarberatung.

Essstörungen

Essstörungen wie Bulimie, Binge-Eating und Magersucht betreffen viele Menschen in Thailand – Thais wie Ausländer gleichermaßen. Am besten werden sie von Ärzten, Beratern und Ernährungsberatern gemeinsam behandelt. Ist die Essstörung schwer und braucht sie eine langfristige stationäre Behandlung, kann eine Rückkehr ins Heimatland die bessere Lösung sein. Leidet ein Teenager unter einer Essstörung, wende dich an den Schulberater und bitte um eine Überweisung.

Behandlung

Suchtbehandlung

Genesung von einer Sucht braucht tägliche Aufmerksamkeit, gerade in der Anfangsphase. Am erfolgreichsten bewährt hat sich dabei AA (Anonyme Alkoholiker). Es gibt auch verwandte Gruppen für Drogen, Essstörungen, Spielsucht und andere Abhängigkeiten. Bei AA-Treffen kommen Betroffene und ehemalige Süchtige anonym zusammen. Zusätzlich gibt es ein ehrenamtliches Patenmodell, bei dem AA-Mitglieder mit mehr als zwei Jahren Abstinenz als Mentoren zur Seite stehen.

In Bangkok, Chiang Mai, Pattaya, Hua Hin und anderen touristischen Gegenden gibt es englischsprachige AA-Treffen. AA bietet außerdem Online-Foren und landesweite Treffen in Thailand an. Das Angebot ist kostenlos und wirksam.

Stationäre Suchthilfe bieten verschiedene Zentren in Thailand an. Siehe die Ressourcen weiter unten.

Kämpfst du mit einer schweren Sucht und brauchst eine längere stationäre Behandlung, kann eine Rückkehr in dein Heimatland die bessere Option sein.

Beratung und Psychotherapie

Beratung und Psychotherapie ähneln sich. Beides sind sogenannte Gesprächstherapien. Der Therapeut hilft dir, deine Themen zu erkennen, ihre Ursachen zu finden und Lösungen zu entwickeln. Beratung besteht aus mehreren Sitzungen, deren Anzahl von Art und Schwere des Problems abhängt.

Der Berater ist da, um dich zu verstehen und dir zu helfen. Therapie ist wertfrei und vertraulich. Ziel ist es, dass du wieder die Kontrolle über dein eigenes Leben übernimmst. Berater und Psychotherapeuten haben eine mehrjährige, in ihrem Heimatland anerkannte Ausbildung durchlaufen.

Gesprächstherapien haben eine hohe Erfolgsquote.

Verlass dich bei der Wahl deines Beraters auf dein Bauchgefühl. Du musst ihm vertrauen können. Er muss dich verstehen können. Ein guter Berater fordert dich auch heraus und macht Veränderung leichter. Den richtigen Berater zu finden, ist bereits Teil des Heilungsprozesses. Genauso wichtig ist Vertrauen in den Psychiater und sein Wissen um die richtige Medikation. Scheu dich nicht, Fragen zu stellen.

Berater und Psychotherapeuten folgen unterschiedlichen therapeutischen Schulen, passen ihren Ansatz aber an die Bedürfnisse ihrer Klienten an. Wenn du neu in der Beratung bist, frag ruhig nach den Methoden des Therapeuten und der Theorie dahinter. Vergiss aber nicht: Die Beziehung zwischen Klient und Therapeut ist das wirksamste Heilmittel.

Psychiater und Medikamente

Ein Psychiater ist ein Arzt mit zusätzlicher Ausbildung in Psychiatrie, dem medizinischen Fachgebiet für psychische Erkrankungen. In Thailand darf grundsätzlich jeder Arzt Medikamente verschreiben. Bestehe für Rezepte trotzdem auf einen Termin beim Psychiater, nicht beim Allgemeinarzt.

Bangkok Hospital, Manarom Hospital und Chulalongkorn Hospital beschäftigen Psychiater, Berater und weitere Fachkräfte im Gesundheitswesen. Beratungsstellen wie PSI und NCS sowie private Therapeuten können dich an Psychiater und Krankenhäuser überweisen, mit denen sie zusammenarbeiten.

In Thailand überweisen Psychiater dich unter Umständen nicht automatisch an eine Beratungsstelle. In manchen Ländern arbeiten beide Berufsgruppen dagegen eng zusammen.

Scheu dich nicht, Fragen zu deiner Medikation zu stellen.

In internationalen Krankenhäusern in Bangkok und Chiang Mai kannst du problemlos einen Psychiater aufsuchen, außerhalb dieser Städte ist das Angebot jedoch dünn.

Es kommt nur ein zugelassener Psychiater auf 250.000 Menschen. Das Ziel des öffentlichen Gesundheitswesens liegt bei einem Psychiater pro 100.000 Menschen. In der thailändischen Kultur ist es unüblich, Therapie in Anspruch zu nehmen, solange die Symptome einer psychischen Erkrankung nicht deutlich sichtbar sind. Konservative Thais haben oft ein schlechtes Bild von Menschen, die in Therapie gehen. – Dr. Somrak Chuwanichawong, Srithanya Hospital, Bangkok

Weitere Infos zum Unterschied zwischen Psychiatern und Psychotherapeuten – beziehungsweise Psychologen in den USA.

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Stationäre Behandlung

Die meisten leichten bis moderaten psychischen Probleme lassen sich behandeln, während du dein Leben ganz normal weiterführst. So kannst du in der Therapie erarbeitete Lösungen ausprobieren, Beziehungen reparieren und deine Lebensumstände verbessern. Eine stationäre Behandlung wird nötig, wenn du deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst. Einige Krankenhäuser in Bangkok bieten stationäre Behandlung an, sofern deine Versicherung dafür aufkommt.

Auch für Suchterkrankungen gibt es stationäre Hilfe. Wenn dein Problem dich aber über längere Zeit oder in schwerer Form beeinträchtigt, kann eine Behandlung in deinem Heimatland die bessere Wahl sein. Die Genesung fällt dort oft leichter, weil kulturelle Unterschiede wegfallen, Freunde und Familie näher sind und Hilfe günstiger oder sogar kostenlos sein kann.

Zwangseinweisung in die Psychiatrie

Wie in den meisten Ländern ist es auch in Thailand möglich, Menschen mit schweren Problemen, die eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen, gegen ihren Willen zu behandeln, wenn ein Psychiater das für notwendig hält.

Wie in den meisten Ländern ist das aber auch in Thailand ein aufwendiger Prozess, der thailändische Rechtsverfahren durchläuft. In der Praxis kommt es selten vor, dass Fachleute Ausländern raten, für die Behandlung in ihr Heimatland zurückzukehren. Es empfiehlt sich, eine Patientenverfügung zu haben, die eine verantwortliche Person in Thailand benennt, die im Fall deiner Geschäftsunfähigkeit über deine Behandlung entscheiden kann. Trag Name und Kontaktdaten dieser Person immer bei dir.

Fachleute für Kinder und Jugendliche

Die meisten internationalen Schulen haben Schulberater, die den Bedarf deines Kindes einschätzen und auch Therapiesitzungen anbieten können. Den Schulberater aufzusuchen ist klug und kein Zeichen des Versagens. Er kann dein Kind bei Bedarf auch an Therapeuten oder Psychiater überweisen. Die Merak Clinic in Nonthaburi ist ein umfassendes Zentrum für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und behandelt unter anderem Autismus und ADHS. Auch einige private Therapeuten sind auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert. Vergewissere dich vorab, dass der Berater mit der passenden Altersgruppe arbeitet.

Paarberatung

Ich wünschte, wir wären früher zur Paarberatung gegangen! Das ist der häufigste Kommentar von Klienten. In der Paarberatung lernt ihr, effektiv, offen sowie mit Neugier und Mitgefühl miteinander zu sprechen, und ihr übt Konfliktlösung. Paarberatung kann eure Beziehung nicht retten. Aber sie hilft euch beiden herauszufinden, was ihr euch von dieser Beziehung wünscht, und wie ihr das beste Ergebnis aushandelt. Frag deinen Berater, ob er dich an einen Spezialisten für Paarberatung überweisen kann.

EAPs – betriebliche Unterstützungsprogramme

Viele Unternehmen bieten Employee Assistance Programs an – in Thailand ist diese Option aber oft wenig bekannt. Frag ruhig bei deiner Personalabteilung nach. Solche Programme gibt es besonders häufig bei Arbeitgebern wie internationalen Schulen. Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen haben dabei Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Beratungssitzungen pro Jahr, die der Arbeitgeber übernimmt.

Die Beratung ist vertraulich. Dein Arbeitgeber erfährt nicht, worüber du gesprochen hast. In ernsten Fällen können dich Fachleute an weiterführende Hilfe überweisen.

Selbsthilfe und Wellness

Von traditioneller Massage über Meditation bis hin zu Selbsthilfegruppen – in Thailand findest du all das. Psychische Probleme lassen sich in der Regel gut behandeln. Lerne meditieren in einem Kloster oder einem englischsprachigen Meditationszentrum wie dem Little Bangkok Meditation Center oder dem Rojana Dhamma Center.

Nimm an einem Yoga-Retreat teil, praktiziere Yoga, Qi Gong oder die Alexander-Technik in einem Yoga-Zentrum, und genieße die gesundheitlichen Vorteile einer traditionellen Thai-Massageschule. Wenn du in Bangkok, Hua Hin oder Chiang Mai lebst, kannst du nach Meet-ups und Selbsthilfegruppen suchen, die dir helfen, wieder mehr Freude in dein Leben zu bringen.

Körperliche Bewegung und geistige Anregung sind entscheidend bei der Behandlung von Depression und Angst. Freundschaften mit Gleichgesinnten aufzubauen und dich aktiv mit deiner Umwelt auseinanderzusetzen, kann dir helfen, mit psychischen Problemen besser umzugehen.

Beratung aus der Ferne

Wenn du außerhalb der großen Städte lebst, bist du unter Umständen auf Beratung per Zoom oder anderen Videocall-Plattformen angewiesen. Berater, die in Thailand leben, möchten dich aber meist mindestens einmal persönlich treffen. Es gibt auch seriöse Online-Beratungsangebote, falls du lieber mit einem Berater aus deinem Heimatland arbeiten möchtest.

Expats außerhalb der großen Städte berichten oft, dass Videositzungen besser funktionieren, als sie erwartet hatten. Viele bleiben so auch nach einem Umzug in eine andere Stadt bei ihrem gewohnten Berater.

Nach einer Fernberatung lassen sich Medikamente auch direkt zu dir liefern.

Die Sprache der psychischen Gesundheit

Da die Behandlung psychischer Probleme auf Gesprächen beruht, spielt die Sprache eine entscheidende Rolle.

Die meisten internationalen Berater in Thailand arbeiten auf Englisch. In Bangkok oder Chiang Mai findest du aber auch Berater, die eine große europäische Sprache oder Japanisch und Mandarin sprechen. Bitte eine Beratungsstelle um Vermittlung.

Psychiater in internationalen Krankenhäusern sprechen gut Englisch. Wenn du außerhalb der großen Städte lebst, fahr zunächst in ein Krankenhaus in einer Großstadt, um Diagnose und Rezept vom Psychiater zu bekommen, und lass dich dann an ein Krankenhaus in deiner Nähe überweisen. Vereinbare regelmäßige Kontrolltermine beim Psychiater.

Behandlung in Thailand oder Rückkehr in die Heimat

Berater und Psychiater in internationalen Krankenhäusern arbeiten nach westlichen Standards. Sie sind mit Expats vertraut und kennen ihre besondere Situation. Egal ob du nur auf Reisen bist oder langfristig in Thailand lebst – hier findest du gute Hilfe.

Ausnahmen sind schwere, langfristige psychische Probleme, die eine stationäre Behandlung erfordern. In solchen Fällen kann die Rückkehr in die Heimat die bessere Lösung sein – finanziell und mit Blick auf die richtige Behandlung und ein stützendes Netzwerk. Das gilt auch für langfristige Suchthilfe. Lebst du außerhalb der großen Städte, musst du für die Behandlung möglicherweise reisen.

Versicherung für psychische Probleme

Nicht alle Versicherungen decken psychiatrische Behandlung ab. Und selbst wenn sie es tun, musst du in der Regel zehn Monate warten, bevor du sie für einen Psychiater-Termin nutzen kannst.

Reiseversicherungen decken das in der Regel nicht ab.

Manche Versicherungen verlangen bei psychischen Problemen einen Eigenanteil. Vergleich deine Versicherungsoptionen.

Je nach Anbieter kann die Wartezeit bei einer Krankenversicherung zwischen 6 und 10 Monaten liegen. Schließ die Versicherung daher am besten gleich nach deiner Ankunft in Thailand ab. So kannst du bei Bedarf ohne Wartezeit zum Psychiater gehen.

Manche Beratungsstellen bieten außerdem ermäßigte, einkommensabhängige Tarife an, wenn du wenig verdienst und keine Versicherung hast.

Ressourcen

Hinweis: Die folgenden Angebote gibt es auf Thai und Englisch. Manche haben nur eine thailändische Website, antworten aber laut meiner Recherche auf Englisch.

Krankenhäuser mit eigenen Fachabteilungen für psychische Gesundheit

Ich habe jemandem geholfen, der absichtlich eine Überdosis Medikamente genommen hatte. Ich brachte ihn ins Manarom Hospital. Ich war schockiert, dass sie ihn ans Bett fixiert haben – offenbar ist das aber ziemlich üblich. Trotz der Sprachbarriere fand ich, dass das Personal sich gut um ihn gekümmert hat. Ich würde das Krankenhaus jedem empfehlen, der Hilfe braucht. – Ein deutscher Freund von Karsten

Beratungsstellen

  • PSI (Psychological Services International): Bangkoks größte und zentralste Beratungsstelle. Große Auswahl an internationalen und thailändischen Beratern.
  • NCS (New Counseling Service): Bangkoks am längsten bestehende Beratungsstelle mit fast 20 Jahren Erfahrung. Internationale und thailändische Berater.
  • Center for Psychological Wellness an der Chulalongkorn-Universität: Bietet ein kostengünstiges Angebot für die Allgemeinheit, betreut von Beratern und Psychiatern der Universität vor Ort. Es kann eine Warteliste geben.
  • Bangkok Community Resources: Eine umfassende Liste an Anlaufstellen.

Sie haben mir wirklich sehr geholfen. Vor sieben Jahren starb meine thailändische Frau an Aids, und ich musste mich allein um ihre Tochter kümmern. Ohne die Hilfe von Chrissy und Alex von The Life Change People hätte ich das alles nicht bewältigen können. – Ozzi Jarvinen, Inhaber von Iglu.net

Psychiatrische Versorgung in thailändischen Krankenhäusern außerhalb Bangkoks

Die Englischkenntnisse sind unterschiedlich. Frag vorab nach. Bestehe für Rezepte auf einen Termin beim Psychiater statt beim Hausarzt. Verlass dich nicht darauf, dass Familienmitglieder für dich übersetzen.

Suchthilfe-Angebote

  • AA: Anonyme Alkoholiker
  • The Cabin: Beratungsstelle in Bangkok und stationäre Einrichtungen in Chiang Mai
  • Dara Thailand: Stationäre Behandlung in Chanthaburi und auf Ko Chang
  • Inspire Rehab: Stationäre Hilfe in Bangkok

Krisen-Hotlines

Samaritans Thailand: [email protected]

Samaritans Thailand: (02) 113–6789, dann die 2 drücken
Thailändische Regierungs-Hotlines: 1667/1323

BITTE BEACHTEN: DIESE NUMMERN FUNKTIONIEREN VON ÜBERALL IN THAILAND AUS.

Ressourcen für Kinder und Jugendliche

  • Merak Clinic: Die von den meisten Schulen und Beratern bevorzugte Klinik. Spezialisierte Behandlung durch Experten für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

LGBTQIA-Ressourcen

  • Tangerine Center: Bietet ganzheitliche Angebote für die Transgender-Community.

Selbstfürsorge, Entspannung, Meditation

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