Bei der Wahl einer internationalen Schule in Thailand geht es um weit mehr als den Vergleich der Gebühren. Dieser Ratgeber behandelt Lehrpläne, Akkreditierungen, das Tier-Ranking, versteckte Kosten und alles, was Expat-Familien wirklich wissen müssen.
Von allem Stress, den ein Umzug in ein neues Land für Familien mit sich bringt, gehört die Suche nach einer guten Schule sicher zu den größten Herausforderungen. Für die Kinder kommt der ganze Ärger hinzu, in einem völlig neuen Umfeld zu lernen: das neue Unterrichtsmaterial und der gesellschaftliche Albtraum, neue Freunde zu finden, von denen viele aus einer ganz anderen Kultur stammen als sie selbst.
Für die Eltern kommen die finanziellen Sorgen dazu: die Schulgebühren, die neuen Uniformen, die neuen Schulbücher. Und dann ist da noch die Angst, die falsche Wahl zu treffen und die Kleinen am Ende einer jener heruntergekommenen, dysfunktionalen Höllenschulen auszuliefern, über die schon Coolio gerappt hat.
Die Auswahl einer internationalen Schule kann für sich genommen schon zur Tortur werden. Vor der Entscheidung für eine Schule gibt es unzählige Dinge zu bedenken: Gebühren, Lehrplan, Lage, Ausstattung, das angebotene Leistungsspektrum und vieles mehr.
Zum Glück sind wir hier, um einige dieser Sorgen etwas zu lindern. Hier also ein grober Überblick darüber, was die internationalen Schulen vor Ort zu bieten haben.
Contents
Das Wichtigste in Kürze
- Internationale Schulen in Thailand folgen einem von mehreren Lehrplänen: IB, britisch (IGCSE/A-Level), amerikanisch oder dem nationalen Lehrplan eines anderen Landes wie Frankreich, Deutschland, Australien oder Singapur.
- Die Schulen werden grob in drei Tiers eingeteilt. Tier 1 kostet etwa THB400.000 bis THB1.000.000 pro Jahr, Tier 2 liegt bei THB200.000 bis THB800.000, Tier 3 beginnt ab THB80.000 pro Trimester.
- Achte als grundlegendes Qualitätsmerkmal auf die nationale ONESQA-Akkreditierung plus mindestens eine internationale Akkreditierung (CIS, NEASC oder WASC).
- Die Lage spielt eine größere Rolle, als die meisten neuen Familien erwarten: Der Schulverkehr in Bangkok kann eine eigentlich kurze Fahrt verdoppeln, also wähle dein Zuhause mit Blick auf den Campus deiner Schule.
- Bewirb dich bei den beliebtesten Schulen 12 bis 18 Monate im Voraus, denn sie führen Wartelisten, vor allem für den Einstieg in die frühe Grundschule und in Year 7.
- Zu den versteckten Kosten über das Schulgeld hinaus gehören eine einmalige Anmeldegebühr (rund THB200.000), eine Campus-Entwicklungsgebühr, Transport, Uniformen und die Prüfungsanmeldung in den IGCSE- oder IB-Jahren.
- Internationale Schulen folgen einem Schuljahr von August bis Juni, das vom thailändischen Schuljahr (Mai bis Februar/März) abweicht. Plane eine Übergangsphase ein, wenn du von einer thailändischen Schule wechselst.
- Qualifikation der Lehrkräfte, Klassengröße, Förderangebote, außerschulische Aktivitäten und die Schulkultur sagen oft mehr über die Passung aus als Tier-Ranking oder Preis allein.
Was ist eine internationale Schule?
Einfach gesagt ist eine internationale Schule in Thailand eine Schule, die entweder einen internationalen Lehrplan übernimmt, etwa das International Baccalaureate, Edexcel oder die Cambridge International Examinations, oder den nationalen Lehrplan eines anderen Landes.

Internationale Schulen richten sich vor allem an die Kinder von Expats in Thailand, die die Ausbildung ihrer Kinder mit möglichst wenig Unterbrechung fortsetzen möchten, während sie in Thailand arbeiten. Internationale Schulen sprechen außerdem Westler an, die Thais geheiratet haben, sich in Thailand niedergelassen haben und ihren Kindern eine gute Ausbildung bieten wollen.
Viele internationale Schulen in Thailand profitieren von großzügiger Finanzierung und verfügen über modernste Ausstattung. Da das lokale Bildungssystem in Thailand als mangelhaft wahrgenommen wird, sprechen internationale Schulen auch wohlhabende Thais an, die ihren Kindern lieber eine höher angesehene internationale Ausbildung als eine lokale ermöglichen möchten. Entsprechend ist die Schülerschaft an vielen internationalen Schulen sehr multikulturell.
Für Einheimische in Thailand gelten internationale Schulen damit als Oberliga der Bildung, und der Wettbewerb um einen Platz an den bestbewerteten Schulen kann hart sein.
Generell läuft der Unterricht an internationalen Schulen überwiegend auf Englisch, wobei es meist die Möglichkeit gibt, weitere Sprachen zu lernen, darunter auch Thai. Internationale Schulen sind aber nicht mit privaten zweisprachigen Schulen zu verwechseln. Diese ähneln internationalen Schulen zwar in vielerlei Hinsicht (in Privatbesitz, viele internationale Lehrkräfte, multikulturelle Schülerschaft), folgen jedoch dem thailändischen Lehrplan und halten viele ihrer Stunden oft auf Thai ab.
Das Tier-System
Wenn es darum geht, internationale Schulen einzuordnen, verwenden Kenner gern ein lockeres Tier-System und teilen die Schulen je nach mehreren Faktoren in Tier 1, Tier 2 oder Tier 3 ein.
So gliedert sich das Tier-System in Thailand auf.
Tier 1
Tier-1-Schulen sind die Besten der Besten, die Crème de la Crème, kurz: die absolute Spitze. In der Regel gehören sie Eltern oder werden als Stiftungsschulen geführt.
Sie verfügen über eine nationale Akkreditierung (durch das Office for National Education Standards and Quality Assessment, kurz ONESQA) und meist über mehrere internationale Akkreditierungen, etwa durch das Council of International Schools (CIS) und/oder die New England Association of Schools and Colleges (NEASC). Die Lehrkräfte sind überwiegend westlich geprägt und oft hoch qualifiziert und erfahren. Die Gebühren an diesen Schulen sind erwartungsgemäß hoch und reichen von THB400.000 bis über THB1.000.000 pro Jahr.
Tier 2
Tier-2-Schulen gehören meist einer Investorengruppe oder einem Konzern. Sie verfügen in der Regel über die nationale ONESQA-Akkreditierung und mindestens eine internationale Akkreditierung.
Die Gebühren schwanken, liegen aber im Allgemeinen etwas unter denen der Tier-1-Schulen, nämlich zwischen THB200.000 und THB800.000 pro Jahr. Hier gibt es meist weniger westliche Lehrkräfte, und in Thailand besteht die Schülerschaft mehrheitlich aus Thais.
Tier 3
Tier-3-Schulen gehören meist einer Einzelperson oder Familie. In der Regel besitzen sie nur die lokale ONESQA-Akkreditierung, wenn überhaupt. Die Gebühren liegen an Tier-3-Schulen deutlich niedriger und reichen von THB80.000 bis THB300.000 pro Trimester. Für preisbewusste Familien ist unser Ratgeber zu günstigen internationalen Schulen in Bangkok ein guter Ausgangspunkt. Das Personal an diesen Schulen ist entweder nicht-westlich oder besteht aus Westlern ohne Abschlüsse aus dem Heimatland, und die Schülerschaft ist mehrheitlich thailändisch.
Diese Tier-Einteilung ist weitgehend subjektiv und nicht immer ein eindeutiger Hinweis auf die Qualität einer Schule. So findest du womöglich Tier-3-Schulen, die eine bessere Ausbildung und Ausstattung bieten als manche Tier-2-Schule. Die Einstufung als Tier-3-Schule sollte für sich genommen die harte Arbeit der Lehrkräfte und Schüler an diesen Einrichtungen nicht schmälern, und an Schulen aller drei Tiers haben schon viele Schüler ihren Weg gemacht.
Dein Kind auf eine Schule eines niedrigeren Tiers zu schicken, ist beileibe nicht das Ende der Welt.
Lehrplan
Wahrscheinlich fällt deine erste Wahl auf eine Schule, die den Lehrplan deines Heimatlandes anbietet, besonders wenn dein Aufenthalt vorübergehend ist oder dein Kind bereits lange im Bildungssystem deines Heimatlandes war.

Fühle dich dazu aber keineswegs verpflichtet, vor allem wenn dein Kind zum ersten Mal eingeschult wird oder deine Zukunftspläne viele Ortswechsel beinhalten. Am besten suchst du immer den Lehrplan, der am besten zu den Fähigkeiten und Begabungen deines Kindes passt.
Internationale Schulen folgen einem anderen Lehrplan als dem des Gastlandes. In Thailand gibt es vier Hauptkategorien.
IB-Lehrplan
Zu den beliebten IB-Schulen in Thailand zählen die KIS International School, die NIST International School und die Concordian International School. Auch in Ruamrudee und St. Andrews gibt es eine Diplom-Option.
Das International Baccalaureate ist eine ehrwürdige Institution, die bis ins Jahr 1968 zurückreicht. Es setzt einen hohen, aber machbaren Leistungsmaßstab und legt großen Wert sowohl auf kreatives und kritisches Denken als auch auf kooperatives Lernen.
Amerikanischer Lehrplan
Zu den Schulen mit amerikanischem Lehrplan gehören die ISB, die Ruamrudee International School und die American School of Bangkok. Es ist schwierig, genau zu fassen, was ein amerikanischer Lehrplan ist, da die USA den einzelnen Bundesstaaten viel Autonomie bei der Festlegung ihrer eigenen Lehrplanstandards gewähren.
Allgemein deckt das amerikanische Lehrplanmodell jedoch ein breites Fächerspektrum ab, um eine umfassende Bildung zu vermitteln, und konzentriert sich darauf, den Schülern zu helfen, das Beste aus ihren Talenten zu machen.
Britischer Lehrplan
Zu den Schulen mit britischem Lehrplan gehören die Bangkok Patana, die Harrow International School, die Shrewsbury International School und die verschiedenen Schulen der Marke St. Andrews. Der britische Lehrplan besteht seit 1988 und ist einer der weltweit am häufigsten an internationalen Schulen verwendeten Lehrpläne.
Der britische Lehrplan ist stark schülerzentriert und auf das Erreichen klarer Ziele und Standards ausgerichtet. Wer einen Kurs nach dem britischen Lehrplan erfolgreich abschließt, erhält das International General Certificate of Secondary Education (IGCSE), gefolgt von AS- und A-Levels.
Sonstige
Eine Handvoll internationaler Schulen in Thailand bietet die Lehrpläne anderer Länder als der oben genannten an. Den französischen Lehrplan bieten die Le Petite Ecole und das Le Lycée Français International de Bangkok.
Den deutschen Lehrplan bieten die Christliche Deutsche Schule in Chiang Mai und die First Steps International Pre-School in Bangkok.
Die St. Marks International School und die Australian International School bieten wenig überraschend den australischen Lehrplan.
Den singapurischen Lehrplan bieten schließlich Schulen wie die Thai-Singapore International School (TSIS), die Singapore International School of Bangkok (SISB) und die Anglo-Singapore.
Worauf du vor der Anmeldung achten solltest
Es gibt über 150 internationale Schulen in Thailand, an Auswahl mangelt es also nicht. Und es ist leicht, in die Falle zu tappen, nur die Studienkosten zu vergleichen und allein auf die teuerste Schule zu zielen, in der Annahme, dass am teuersten gleich am besten bedeutet.

Zwar wirst du an den günstigsten Schulen wohl kaum eine erstklassige Ausbildung und die Gelegenheit zum Netzwerken mit künftigen Staatslenkern bekommen, doch Preis bedeutet nicht zwangsläufig Qualität oder Eignung. Zumal es genug Schulen gibt, die diese Haltung nur zu gern ausnutzen.
Es ist daher weit sinnvoller, bei der Schulwahl einige der folgenden Punkte zu berücksichtigen.
Akkreditierung
Ein guter Hinweis auf die Qualität einer Schule ist die Frage, bei welchen Stellen sie akkreditiert ist. In Thailand wird die externe Qualitätssicherung durch die bereits erwähnte ONESQA gewährleistet.
Daneben gibt es viele verschiedene internationale Organisationen, die bereit sind, Schulen zu akkreditieren, mit unterschiedlichem Renommee. Zu den größeren und angeseheneren Organisationen gehören:
- Council of International Schools (CIS)
- New England Association of Schools and Colleges (NEASC)
- Western Association of Schools and Colleges (WASC)
Die besten Schulen sind unter Umständen auch Mitglied internationaler Organisationen wie des East Asia Regional Council of Overseas Schools oder der International Schools Association of Thailand.
Eine solche Schule ist die KIS International School. Die KIS bietet den Lehrplan des International Baccalaureate (IB) an und ist sowohl vom Council of International Schools als auch vom Office of National Education Standards and Quality Assurance (ONESQA) akkreditiert.
Lage
In Bangkok kann man es nicht oft genug betonen: Informiere dich vor der Anmeldung gründlich darüber, wo deine Schule liegt. Während einige wenige Spitzenschulen recht zentral gelegene Campusse haben (Wells, St. Andrews Sukhumvit, NIST), liegen viele andere wie Ruamrudee, ISB und Bromsgrove in weit entfernten Vororten, ein gutes Stück vom öffentlichen Nahverkehr Bangkoks entfernt.
Gut zu wissen: Der Verkehr in Bangkok ist der am meisten unterschätzte Faktor für neue Familien: Eine Fahrt, die auf der Karte nach 45 Minuten aussieht, kann sich zu den Stoßzeiten des Schulverkehrs auf 90 Minuten ausdehnen. Deshalb wählen viele Expat-Familien ihren Wohnort nach der Lage der Schule und nicht umgekehrt.
Viele dieser Einrichtungen bieten einen eigenen Transport an, doch rechne dabei den unvermeidlichen Bangkoker Verkehr mit ein.
Nur wenige Kinder haben die Geduld, zweimal täglich einen zweistündigen Schulweg zwischen Sukhumvit und Minburi zu ertragen oder dafür zu nachtschlafender Zeit aufzustehen. Einige Schulen wie Bromsgrove bieten Internatsplätze an, um das abzumildern, doch ein Internat ist natürlich nicht für jedes Kind geeignet oder gewünscht.
Lehrkräfte
Was eine gute Lehrkraft ausmacht, ist ein recht strittiges Thema, wie ein kurzer Blick in jedes beliebige Lehrerforum schnell zeigt. Noch umstrittener ist die endlose Debatte darüber, ob westlich ausgebildete Lehrkräfte bessere Pädagogen sind als Lehrkräfte aus nicht-westlichen Ländern.
Wie dem auch sei: Lehrkräfte an Spitzenschulen sind überwiegend westlich, im Heimatland qualifiziert und erfahren, wobei dieser Anteil mit jedem niedrigeren Tier kleiner wird.
An Tier-2-Schulen übernehmen westliche Lehrkräfte meist die akademischen Kernfächer, während Nicht-Westler den Rest abdecken. An Tier-3-Schulen sind westliche Lehrkräfte klar in der Minderheit und gelegentlich unqualifiziert oder nur bis zum Bachelor-Niveau ausgebildet.
Das ist nicht zwangsläufig eine Herabwürdigung nicht-westlicher Lehrkräfte und sollte auch nicht so verstanden werden. Tatsache ist aber, dass die Einstellung westlicher Lehrkräfte teuer ist und ein vollständiges Kollegium aus qualifizierten, erfahrenen westlichen Lehrkräften, die alle Gehälter auf westlichem Niveau oder besser erwarten, schlicht das Budget vieler internationaler Schulen übersteigt.
Es gibt zahlreiche vorbildliche, engagierte Lehrkräfte mit nicht-westlichem Hintergrund. Auch wenn es persönliche Gründe geben mag, aus denen Eltern bevorzugen, dass die Mehrheit der Lehrkräfte ihrer Kinder westlicher Herkunft ist (etwa gemeinsame kulturelle Werte, Sprachkenntnisse), sollte die Nationalität allein im Großen und Ganzen kein Grund sein, eine Lehrkraft abzulehnen.
Bei der Beurteilung der Lehrkräfte einer Schule sind Qualifikation und Erfahrung weit bessere Maßstäbe als die Nationalität. Viele Schulen werben damit, dass ihre Lehrkräfte aus angesehenen akademischen Laufbahnen stammen, und meist ist es nicht schwer, eine Liste der Lehrkräfte und ihrer Qualifikationen aufzutreiben.
Allgemein gilt: Eine Lehrkraft an einer Tier-1-Schule wird
- mindestens einen Bachelor-Abschluss haben, vorzugsweise in dem Fach, das sie unterrichtet.
- eine Lehrbefähigung aus dem Heimatland besitzen, etwa den PGCE im Vereinigten Königreich.
- den Qualified Teacher Status (QTS) besitzen oder in ihrem Heimatstaat in den USA zum Unterrichten zertifiziert sein, was nicht zwangsläufig dasselbe ist wie ein PGCE oder Gleichwertiges. Voll qualifizierte Lehrkräfte haben für die Qualifikation in der Regel mindestens ein Jahr an einer Schule im Heimatland absolviert.
- mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nach der Qualifikation haben, vorzugsweise an einer Schule im Heimatland oder einer anderen internationalen Schule.
- einen hohen TOEIC-Wert haben, falls die Lehrkraft kein Englisch-Muttersprachler ist.
An Schulen niedrigerer Tiers liegt die Eingangshürde natürlich niedriger, sodass Lehrkräfte etwa keinen QTS besitzen oder es ihnen an Erfahrung mangelt.
Klassengröße
Bei der Klassengröße gilt: kleiner ist besser. Kleine Klassen sind persönlicher. Die Lehrkraft kann die Schwächen deiner Tochter besser erkennen, statt dass sie in der Masse untergeht, und den Unterricht auf die Fähigkeiten, Begabungen und Interessen deines Sohnes zuschneiden. Viele der besseren internationalen Schulen legen aus diesen Gründen eine Obergrenze für die Klassengröße fest.
Andererseits begrenzt das die Schülerzahl, die eine Schule aufnehmen kann, und verschärft den Wettbewerb um die Plätze. Für die Schule mag das gut sein, für dich oder deine Kinder aber eine potenziell stressige und frustrierende Erfahrung.
Bei der Schulgröße gehen die Meinungen meist weiter auseinander. Manche bevorzugen eine größere Schule mit mehr Ausstattung, mehr Finanzierung und mehr Gelegenheiten, Freunde zu finden. Schließlich will dein Sohn nicht in einer kleinen Klasse mit Leuten eingepfercht sein, die er nicht mag.
Andere bevorzugen eine kleinere Schule mit stärkerem Gemeinschaftsgefühl. Das ist Geschmackssache. So oder so lohnt es sich, etwas Zeit darauf zu verwenden, herauszufinden, was für deine Kinder passt, und vorab ein wenig zu recherchieren.
Außerschulische Aktivitäten
Außerschulische Aktivitäten reichen von Schulausflügen über Sport bis zu darstellender Kunst. Natürlich willst du eine Schule finden, die den Interessen deiner Tochter am besten gerecht wird, und manche Schulen ragen in bestimmten Bereichen heraus.
Die NIST punktet mit dem Chelsea-FC-Fußballprogramm, bei dem sie mit Trainern des FC Chelsea zusammenarbeitet, um ein vorbildliches Fußballtraining anzubieten. Harrow bietet dagegen ein riesiges Spektrum an außerschulischen Aktivitäten, darunter Taekwondo, Kajakfahren, Muay Thai (Thaiboxen), Ballett, Bogenschießen und Trampolinspringen. Viele internationale Schulen bieten zudem mehrtägige Aufenthalte und Exkursionen zu berühmten Orten in Thailand und darüber hinaus an.
Förderung und Beratung
Wenn dein Kind zusätzliche Förderung benötigt, lohnt es sich, vorab herauszufinden, welche Angebote die Schule dafür bereithält. Viele der Top-Schulen verfügen über ein eigenes Förderprogramm für Schüler mit Lernschwierigkeiten, und an Schulen mit englischem Unterricht ist auch ein Programm für Englisch als Zusatzsprache (EAL) üblich.
Es lohnt sich außerdem herauszufinden, welche Beratungsangebote die Schule bietet. Größere Schulen wie die NIST verfügen über ein ganzes Beratungsteam, das Schüler bei der akademischen und emotionalen Unterstützung begleitet. Kleinere Schulen haben dagegen womöglich nur einen einzigen Berater.
Je nach den Bedürfnissen deines Kindes kann es bei deiner Schulwahl eine wichtige Rolle spielen, das vorab zu klären. An manchen Schulen kann diese zusätzliche Beratung allerdings extra auf die Rechnung kommen.
Religion
Noch so ein heikles Thema. Viele internationale Schulen in Thailand wurden von Missionaren gegründet und sind nominell nach wie vor christlich. Wie stark christliche Werte den Lehrinhalt prägen, ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Wenn du also nicht religiös bist oder einer anderen Glaubensrichtung angehörst, kann es sich lohnen, das vorab ein wenig zu recherchieren.
Genauso solltest du recherchieren, wenn du dein Kind an einer Schule mit einem bestimmten religiösen Programm anmelden möchtest.
Gebühren
Niemand hat je behauptet, eine Ausbildung an einer internationalen Schule sei günstig. Zu den ohnehin beträchtlichen Schulgebühren kommen an vielen internationalen Schulen noch eine Reihe versteckter Gebühren hinzu.

Bearbeitungsgebühr für die Bewerbung
Noch bevor dein Kind überhaupt in die engere Wahl kommt, musst du unter Umständen eine nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühr für die Bewerbung zahlen. Diese fällt im Vergleich zu dem, was später kommt, meist recht gering aus und liegt bei den Spitzenschulen zwischen THB4.000 und THB6.000.
Anmeldegebühren
Anmeldegebühren sind einmalige, in der Regel nicht erstattungsfähige Zahlungen, die neue Schüler bei der Aufnahme an einer internationalen Schule leisten. Sie können recht happig ausfallen, doch rund THB200.000 sind durchaus üblich.
Campus-Entwicklungsgebühren
Campus-Entwicklungsgebühren sind Zahlungen, die die Ausstattung der Schule auf Top-Niveau halten sollen. Auch sie fallen meist ziemlich happig aus. So beträgt die Campus-Entwicklungsgebühr der NIST entweder eine erstattungsfähige Einmalzahlung von THB575.000 oder eine nicht erstattungsfähige Jahreszahlung von THB60.500.
Internatsgebühren
Internatsgebühren hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die Nationalität des Schülers und ob er sich für ein Wochen- oder Vollinternat entscheidet. Du kannst jedoch mit Kosten zwischen THB200.000 und THB600.000 pro Jahr rechnen.
Sonstige Gebühren
Darüber hinaus sollten Familien, die ein Expat-Leben in Thailand planen, auch Folgendes einplanen:
- Einmalige Aufnahmegebühren: THB100.000 bis THB250.000
- Jährlicher Transport: THB45.000 bis THB85.000 für einen Tür-zu-Tür-Busservice,
- Prüfungsanmeldegebühren: THB30.000 bis THB80.000 in den IGCSE- oder IB-Jahren.
Das Schuljahr
Internationale Schulen orientieren sich meist grob an den Kalendern ihrer Heimatländer und laufen von August bis Juni, mit Ferien zu Weihnachten und Ostern.
Das unterscheidet sich deutlich vom thailändischen Schulkalender, der von Mai bis Februar oder März läuft, mit einer langen Pause im April und offiziell keinen Ferien zu Weihnachten, auch wenn viele Schulen über Neujahr schließen.
Das solltest du bedenken, wenn dein Kind von einer thailändischen auf eine internationale Schule wechselt, da zwischen dem Verlassen der einen und dem Beginn an der anderen Schule eine lange Pause liegen kann.
Tipp: Expat-Communitys raten durchweg, sich 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Starttermin zu bewerben. Aushängeschilder wie NIST, Patana und Shrewsbury führen das ganze Jahr über Wartelisten, besonders für die Years 1 bis 3 und Year 7.
Jetzt bist du dran
Sich für eine internationale Schule für dein Kind zu entscheiden, ist eine Herausforderung. Thailand hat viele gute internationale Schulen, und letztlich kommt es auf die Bildungsbedürfnisse deines Kindes an und auf die Schule, die ihnen am besten gerecht wird.
Jetzt, da du die Grundlagen kennst, wie internationale Schulen in Thailand funktionieren, bist du auf dem besten Weg, eine fundierte Wahl zu treffen, von der dein Kind profitiert. Falls der Aufenthaltsstatus eine Rolle spielt, behandelt unser Ratgeber zum Thailand Education Visa die Optionen. Familien, die keine passende Schule finden oder sich die Gebühren nicht leisten können, werden feststellen, dass Homeschooling in Thailand legal und zunehmend verbreitet ist.