Erfahre, wie die 90-Tage-Meldung in Thailand funktioniert: wer sie machen muss, wann du sie einreichst, welche Unterlagen du brauchst, wie die Online-Meldung abläuft, was es mit dem TM30 auf sich hat und welche Strafen bei Verspätung drohen.
Als ich das erste Mal zur thailändischen Einwanderungsbehörde im Chaeng-Watthana-Regierungskomplex in Bangkok ging, um meine 90-Tage-Meldung zu erledigen, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Ich wusste weder, welche Unterlagen ich brauchte, noch ob ich Visafotos benötigte oder ob der Service etwas kostet.
Seit 2014 hat sich einiges getan – nicht nur bei mir selbst, sondern auch beim Ablauf der 90-Tage-Meldung in Thailand.
Am Ende dieses Guides weißt du genau, wie, wo und warum du deine 90-Tage-Meldung machst, egal in welchem Teil Thailands du lebst.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Was die 90-Tage-Meldung ist
- Was die 90-Tage-Meldung nicht ist
- Wann du die 90-Tage-Meldung machst
- Welche Unterlagen brauchst du für die 90-Tage-Meldung?
- So machst du deine 90-Tage-Meldung in Thailand
- Strafen bei versäumter 90-Tage-Meldung
- Wann setzt sich dein Fälligkeitsdatum für die 90-Tage-Meldung zurück?
- Formular TM30 und die 90-Tage-Meldung
- Adressänderung
- Fazit zur 90-Tage-Meldung in Thailand
Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Nicht-Thais mit einem Ein-Jahres-Visum müssen sich alle 90 Tage bei der thailändischen Einwanderungsbehörde melden.
- Die 90-Tage-Meldung verlängert nicht deinen Aufenthalt in Thailand; sie teilt der Einwanderungsbehörde lediglich mit, dass du noch unter derselben Adresse wohnst.
- Du musst die Meldung frühestens 15 Tage vor und spätestens 7 Tage nach deinem Fälligkeitsdatum erledigen.
- Wenn du die 90-Tage-Meldung nicht rechtzeitig machst, drohen dir bis zu THB5.000 Strafe.
- Am einfachsten geht die Meldung online über die Website der thailändischen Einwanderungsbehörde.
- Dein Fälligkeitsdatum für die 90-Tage-Meldung setzt sich nur zurück, wenn du aus- und wieder einreist.
Was die 90-Tage-Meldung ist
Alle Nicht-Thais, die mit einem Langzeitvisum für Arbeit, Ausbildung, Ruhestand, Heirat oder sogar mit dem Privilege Visa in Thailand bleiben, müssen sich alle 90 Tage bei ihrer örtlichen Einwanderungsbehörde melden.
Damit lässt du die Behörde wissen, dass du tatsächlich noch in Thailand bist und unter derselben Adresse wohnst.
Tust du das nicht, drohen dir Geldstrafen oder in extremen Fällen sogar die Abschiebung, etwa wenn du dich alle 90 Tage nicht meldest, weil du überzogen hast und nicht erwischt werden willst.
Auf die Strafen bei Nichtmeldung gehe ich später im Guide noch genauer ein.
Was die 90-Tage-Meldung nicht ist
Mit der 90-Tage-Meldung bekommst du keine zusätzliche Zeit in Thailand geschenkt. Dafür ist dein Thailand-Visum da. Du teilst der Behörde damit lediglich mit, dass du noch im Land bist und unter derselben Adresse wohnst.
Außerdem haben dein Thailand-Visum und die 90-Tage-Meldung nichts miteinander zu tun. Es handelt sich um zwei getrennte Verfahren.
Wann du die 90-Tage-Meldung machst
Du kannst deine 90-Tage-Meldung frühestens 15 Tage vor und spätestens sieben Tage nach deinem Fälligkeitsdatum erledigen, ohne eine Strafe zu zahlen (mehr dazu weiter unten).
Einmal war ich einen Tag zu spät dran, weil ich mit einer Grippe im Bett lag, aber die Beamten zeigten null Verständnis, und ich musste die Strafe zahlen.
Achte also darauf, deine 90-Tage-Meldung immer pünktlich zu erledigen, um saftige Strafen zu vermeiden. Trag dir das Fälligkeitsdatum am besten in deinen Kalender oder eine App ein, damit du es nicht vergisst.
Welche Unterlagen brauchst du für die 90-Tage-Meldung?
Anders als bei der Beantragung eines Thailand-Visums brauchst du für die 90-Tage-Meldung keine Berge von Papieren und musst auch nicht stundenlang etwas erledigen.
Mit ein paar Formularen, deinem Reisepass und ein paar Kopien bist du startklar. Für die 90-Tage-Meldung brauchst du folgende Unterlagen:
- deinen Reisepass
- eine Kopie deines Reisepasses
- eine Kopie deines Thailand-Visums
- das ausgefüllte Formular TM.47*
- deine bisherige Empfangsbestätigung der 90-Tage-Meldung (falls du schon mal gemeldet hast)
*Das Formular TM.47 bekommst du bei jeder thailändischen Einwanderungsbehörde. Fülle nur die obere Hälfte des Formulars aus. Die untere Hälfte füllt ein Beamter aus und gibt sie dir als Empfangsbestätigung zurück.
Sobald du alle Unterlagen beisammen hast, kannst du zum nächsten Schritt übergehen.
So machst du deine 90-Tage-Meldung in Thailand
Für die 90-Tage-Meldung hast du drei Möglichkeiten, die wir uns in den folgenden Abschnitten genauer ansehen.
Online
Das ist der einfachste und bequemste Weg für deine 90-Tage-Meldung. Online kannst du deine Meldung ERST abgeben, nachdem du deine erste 90-Tage-Meldung persönlich bei einer Einwanderungsbehörde erledigt hast.
So gehst du vor.
- Rufe die 90-Tage-Meldeseite der thailändischen Einwanderungsbehörde auf
- Melde dich mit Benutzername und Passwort an, oder registriere dich mit einem neuen Benutzernamen und Passwort
- Fülle das Formular TM.47 aus
- Hol dir die Bestätigungsseite (das ist NICHT deine Empfangsbestätigung)
- Warte zwei bis drei Werktage auf das Ergebnis per E-Mail
- Drucke deine Empfangsbestätigung aus (darauf steht auch dein nächstes Fälligkeitsdatum)
2026 stolpern viele über einen bestimmten Schritt: Beim Ausfüllen des Online-TM.47 fragt das Formular jetzt nach der Nummer deiner Thailand Digital Arrival Card (TDAC), dem Online-Formular, das den alten Papier-Einreiseschein ersetzt hat.
Das gilt, wenn du am oder nach dem 1. Mai 2025 nach Thailand eingereist bist. Die Nummer findest du auf dem PDF oder der Bestätigungsseite deiner TDAC, die du bei der Einreise ausgefüllt hast.
Expats, die dieses Jahr online gemeldet haben, berichten, dass eine falsche oder fehlende TDAC-Nummer der häufigste Grund ist, warum eine Meldung abgelehnt wird. Prüfe die Nummer also genau, bevor du absendest.
Bewahre deine Empfangsbestätigungen gut auf, damit du sie beim nächsten Behördengang griffbereit hast – etwa für einen Wiedereinreiseantrag, eine Wohnsitzbescheinigung zum Autokauf oder für den thailändischen Führerschein – als Nachweis, dass du dich alle 90 Tage gemeldet hast.
Manchmal bekommst du gar keine E-Mail mit deiner Empfangsbestätigung. Wenn du länger als eine Woche auf die Bestätigung wartest, logg dich in dein Konto ein und prüfe deinen Status manuell.
Möglich, dass du längst genehmigt wurdest, aber nie benachrichtigt worden bist.
Und noch etwas: Wenn du den Online-Weg wählst, reiche dein TM.47 unbedingt vor dem Fälligkeitsdatum ein. Die siebentägige Kulanzfrist für eine verspätete Meldung gilt nur, wenn du persönlich bei der Einwanderungsbehörde erscheinst.
Hinweis: Wenn du in Thailand umziehst, musst du deine erste 90-Tage-Meldung für die neue Adresse persönlich bei der Einwanderungsbehörde erledigen. Danach kannst du wieder alle weiteren Meldungen online machen.
Bei der Einwanderungsbehörde
Viele erledigen ihre 90-Tage-Meldung persönlich bei einer der örtlichen Einwanderungsbehörden, was allerdings ordentlich Zeit kostet – vor allem, wenn du in Thailand arbeitest und dir dafür einen Tag freinehmen musst.

Hier findest du eine Google-Maps-Liste der meisten Einwanderungsbehörden in Thailand.
In den meisten Fällen erscheinst du einfach vor Ort, ziehst eine Wartenummer und wartest, bis du an der Reihe bist.
Außerhalb Bangkoks geht es meist recht schnell – in der Regel unter 30 Minuten. In Bangkok kann es dagegen über eine Stunde dauern, je nachdem, wie viele Leute gerade da sind.
Du kannst deine 90-Tage-Meldung auch von jemand anderem erledigen lassen. Gib dieser Person einfach alle nötigen Unterlagen aus dem Abschnitt Unterlagen weiter oben mit.
Du musst dieser Person dafür übrigens keine Vollmacht ausstellen.
Im One Bangkok
Arbeitest du für ein Unternehmen, das vom Thailand Board of Investment (BOI) gefördert wird, gehst du nicht zu einer örtlichen Einwanderungsbehörde, sondern zum Thailand Investment and Expat Services Center (TIESC) im 6. und 7. Stock von One Bangkok, Parade Zone.
Der Ablauf ist aber derselbe wie bei einer regulären Einwanderungsbehörde.
Per Post
Du kannst das Formular TM.47 samt Kopien aller Unterlagen aus dem Abschnitt Unterlagen weiter oben auch per Post an eine Einwanderungsbehörde schicken (Adressen findest du über die Google-Links oben).
Ich persönlich würde diesen Weg nicht wählen, weil ich sicher wissen möchte, dass die Behörde meine Unterlagen auch tatsächlich erhalten hat. Schickst du alles per Post, gibt es einfach keine Garantie, dass es ankommt.
Seit 2014 kenne ich nur einen Expat, der seine 90-Tage-Meldung per Post erledigt hat. Es geht also – aber ich wäre vorsichtig.
Strafen bei versäumter 90-Tage-Meldung
Irgendwann vergisst jeder mal seine 90-Tage-Meldung. Das passiert praktisch jedem Expat. Ist das bei dir der Fall, musst du eine Strafe von bis zu THB5.000 zahlen.
Zu Beginn dieses Guides habe ich erwähnt, dass ich einmal einen Tag zu spät dran war. Die Beamten haben mir dafür THB2.000 abgeknöpft.
Musst du eine Strafe zahlen, lass dir unbedingt eine offizielle Quittung mit dem genauen Betrag ausstellen.
Wann setzt sich dein Fälligkeitsdatum für die 90-Tage-Meldung zurück?
Jedes Mal, wenn du deine 90-Tage-Meldung in Thailand erledigst, verschiebt sich dein Fälligkeitsdatum um weitere 90 Tage. Das heißt aber nicht, dass du noch 90 Tage länger in Thailand bleiben darfst, falls dein Thailand-Visum in dieser Zeit abläuft. Auch hier gilt: Dein Thailand-Visum und die 90-Tage-Meldung haben nichts miteinander zu tun.
Nach der Meldung findest du dein nächstes Fälligkeitsdatum auf deiner Empfangsbestätigung, egal ob du persönlich oder online gemeldet hast.
Nur in einem Fall setzt sich deine 90-Tage-Meldung zurück: wenn du aus- und wieder einreist. Dann zählst du 90 Tage ab dem Tag deiner Wiedereinreise und musst persönlich bei der Einwanderungsbehörde erscheinen, um den Vorgang abzuschließen.
Sobald du diese erste Meldung persönlich erledigt hast, kannst du wieder zur Online-Meldung zurückkehren.
Nebenbei bemerkt: Planst du eine Ausreise aus Thailand und hast ein Langzeitvisum, brauchst du eine Wiedereinreiseerlaubnis, sonst erlischt dein Visum. Die bekommst du entweder am Flughafen am Ausreisetag oder im Voraus bei einer Einwanderungsbehörde.
Formular TM30 und die 90-Tage-Meldung
Ziehst du in eine neue Wohnung, bitte immer den Eigentümer, das Formular TM30 bei der örtlichen Einwanderungsbehörde einzureichen.
Das TM30 ist eine Wohnsitzmeldung, die der Eigentümer innerhalb von 24 Stunden nach deinem Einzug einreichen muss. Du kannst dieses Formular auch selbst einreichen.
Reicht weder du noch jemand anderes das Formular für dich ein, wird eine Strafe von THB800 bis THB1.600 fällig. Außerdem kannst du dann deine 90-Tage-Meldung nicht bei der Einwanderungsbehörde erledigen.
Nutzt du eine Visa-Agentur für deine 90-Tage-Meldung, achte darauf, dass sie dein TM30 bei deiner örtlichen Einwanderungsbehörde einreicht.
Manche Visa-Agenturen reichen dein TM30 lieber bei einer Behörde ein, die für sie selbst praktisch liegt, damit sie deine 90-Tage-Meldung dort erledigen können.
Langfristig bringt dir das nichts: Willst du deine 90-Tage-Meldung später selbst erledigen, musst du entweder den weiten Weg zur anderen Behörde auf dich nehmen oder deinen Vermieter bitten, das TM30 erneut bei deiner örtlichen Behörde einzureichen.
Adressänderung
Ziehst du in Thailand um, musst du die Einwanderungsbehörde umgehend informieren.
Du denkst vielleicht, du kannst damit bis zur nächsten fälligen 90-Tage-Meldung warten, aber dann drohen dir bis zu THB2.000 Strafe.
Gesetzlich musst du die Behörde innerhalb von 24 Stunden nach dem Einzug informieren. In der Praxis ist das kaum machbar, wenn du gerade voll mit dem Umzug beschäftigt bist.
Eine Adressänderung ist kein kompliziertes Verfahren, braucht aber die Mithilfe des Eigentümers. Ich habe dazu einen eigenen Guide zum Ändern deiner Adresse in Thailand geschrieben, für die Provinz, in der ich lebe – der Ablauf ist aber überall im Land im Wesentlichen gleich.
Fazit zur 90-Tage-Meldung in Thailand
Hast du deine 90-Tage-Meldung einmal erledigt, merkst du schnell, dass es eine der einfacheren Pflichten im Thailand-Alltag ist. Hoffentlich schafft die thailändische Einwanderungsbehörde das ganze Verfahren irgendwann ab, denn einen echten Zweck scheint es kaum zu erfüllen.
Bis dahin gehört sie aber zum Alltag als Expat in Thailand dazu – eines dieser Dinge, die du erledigen musst, um langfristig entspannt im Land zu leben.