Motorrad kaufen in Thailand: Der komplette Guide

Besuchst Du Thailand – oder eigentlich jedes Land in Südostasien –, wirst Du schnell merken, dass es überall Motorräder gibt. Und der Grund dafür liegt auf der Hand: Motorräder sind günstig in der Anschaffung, günstig im Unterhalt, kommen elegant durch verstopften Autoverkehr und meistern mühelos enge Gassen und Seitenstraßen. Für viele langjährige Thailand-Expats ist der Kauf eines Motorrads eine Selbstverständlichkeit.

Allerdings gibt es auch jede Menge Nachteile – allen voran Thailands extrem hohe Zahl an Verkehrstoten, von denen die meisten Motorradfahrer sind. Auf Thailands Straßen kann es leicht passieren, dass Dich ein Bus streift oder ein Pick-up-Truck bei Rot über die Ampel rast und Dich erfasst. 

Motorradfahren in Thailand ist definitiv nichts für schwache Nerven – doch für manche Expats überwiegen am Ende die vielen Vorteile eines Motorrads.

Wenn Du Dich entschieden hast, dass ein Motorradkauf das Richtige für Dich ist, führt Dich dieser Artikel durch den gesamten Prozess. Wir gehen die Vor- und Nachteile von Neu- und Gebrauchtkauf durch, zeigen Dir, wie und wo Du Dein Bike legal anmeldest, und geben Dir Tipps für Deine ersten Fahrten auf Thailands Straßen.

Außerdem verraten wir Dir, wie Du Dein Motorrad in Top-Zustand hältst und wo Du die Steuer bezahlst, damit es legal bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Motorräder sind in thailändischen Städten schnell, günstig und praktisch. Ein Fahrer berichtete, dass er in unter 15 Minuten zur Arbeit kommt statt in 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Gesamtkosten von rund 800 THB im Monat.
  • Sicherheit ist der große Wermutstropfen. Thailand hat eine der höchsten Verkehrstotenraten der Welt, und die meisten Todesopfer sind Motorradfahrer.
  • Für die meisten Expats reicht ein kleiner automatischer 125-ccm-Roller völlig aus. Honda Click und Yamaha GT kosten neu zwischen 45.000 und 51.000 THB; der 155-ccm-Honda PCX oder Yamaha Nmax kostet zwischen 80.000 und 110.000 THB.
  • Wer gebraucht von einem ausreisenden Expat kauft, zahlt oft nur die Hälfte oder sogar ein Drittel des Neupreises – aber mach immer erst eine Probefahrt und prüfe Licht, Bremsen und Reifen.
  • Um legal zu fahren, brauchst Du einen Motorradführerschein, eine Pflichtversicherung und ein grünes Buch. Neue Bikes kommen bereits mit grünem Buch; bei Gebrauchtkäufen musst Du für die Ummeldung zum DLT-Büro, bei dem das Motorrad ursprünglich registriert wurde.
  • Die jährliche Kfz-Steuer ist praktisch nichts. Für einen Honda Click zahlst Du 100 THB im Jahr, und in den ersten fünf Jahren kannst Du sie online bezahlen.
  • Elektromotorräder gewinnen an Boden. Registrierte Modelle starten bei rund 35.000 THB und kosten im Betrieb nur 0,1 THB pro Kilometer, auch wenn ein Batteriewechsel alle 5 bis 10 Jahre eine zukünftige Ausgabe bedeutet.

Sollte ich in Thailand ein Motorrad kaufen?

Die Antwort auf diese Frage hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Standort: Wenn Du in einer Stadt mit starkem Verkehr wie Bangkok oder Chiang Mai lebst, kann Dir ein Motorrad viel Zeit sparen.
  • Fahrerfahrung: Motorradfahren in Thailand kann gefährlich sein. Du solltest schon etwas Fahrerfahrung haben, bevor Du ein Motorrad kaufst. Lies meinen anderen Artikel über sicheres Motorradfahren in Thailand für weitere Informationen.
  • Familie: Ich empfehle nicht, mit Kindern Motorrad zu fahren. Mit einem Auto ist es deutlich sicherer.

Wenn Du also ein guter Fahrer bist und in einer Stadt mit viel Verkehr lebst, hier ein paar gute Vorteile eines eigenen Bikes:

  • Geschwindigkeit: Mit dem Bike kommst Du sehr schnell von A nach B. Zum Beispiel brauche ich von meinem Condo bis zur Arbeit mit dem Motorrad weniger als 15 Minuten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wären es mindestens 30 Minuten.
  • Kosten: Es ist die günstigste Art, sich in Thailand fortzubewegen. Mein Bike kostet mich inklusive Sprit und Wartung nur 800 Baht im Monat.
  • Bequemlichkeit: Überall findest Du Parkplätze für Motorräder. Auch eine Werkstatt für die Wartung Deines Bikes zu finden, ist sehr einfach.

Was die Nachteile angeht: Basierend auf meiner Erfahrung, seit über 4 Jahren in Bangkok Motorrad zu fahren, sind das meine größten Probleme:

  • Sicherheit: Hier Motorrad zu fahren ist nicht immer sicher. Du musst ständig hellwach bleiben. Es gibt viele rücksichtslose Autofahrer. Straßen sind nicht immer gut in Schuss, und Schlaglöcher tauchen an unvorhersehbaren Stellen auf.
  • Regenzeit: Motorradfahren in der Regenzeit ist eine echte Herausforderung. Starker Regen macht alles schwieriger. Fahren wird deutlich anstrengender, und Unfälle passieren leichter. Außerdem besteht die Gefahr plötzlicher Überschwemmungen.

Wo Du Dein Motorrad kaufen kannst

Die erste Entscheidung beim Motorradkauf ist, ob Du neu oder gebraucht kaufst. 

Wie immer hat beides Vor- und Nachteile. Ein Neukauf garantiert Dir ein Bike in Top-Qualität, frisch aus der Fabrik, mit geringer Wahrscheinlichkeit, dass es schon einen halben Kilometer nach dem Händler den Geist aufgibt. Außerdem hast Du die Option der Finanzierung und kannst die Kfz-Steuer bis zu sieben Jahre nach dem Kauf online bezahlen, statt jedes Jahr lästig zum Amt zu fahren. Gebrauchte Motorräder sind dagegen oft deutlich günstiger, und viele sind genauso fahrtüchtig wie ein neues Bike.

Schauen wir uns an, wo Du für beide Optionen einkaufen kannst:

Neukauf

In ganz Thailand gibt es Motorradhändler. Große Marken wie Honda und Yamaha haben eigene Händler, aber es gibt auch einige unabhängige Anbieter, die Dir bei etwas Verhandlungsgeschick vielleicht einen besseren Deal bieten. Viele stellen ihre Motorräder direkt auf dem Gehweg aus, sodass Du Preise zwischen Händlern leicht vergleichen kannst.

Eine thailändische Straße mit einer Reihe geparkter Motorräder am Bürgersteig.
Motorradfahren ist vielleicht nicht die sicherste, aber die praktischste Art, sich in thailändischen Städten fortzubewegen.

Bevor Du Dein Motorrad beim Händler kaufst, brauchst Du folgende Dokumente:

  • Deinen Original-Reisepass sowie Kopien der Fotoseite, des aktuellen Visums und des Verlängerungsstempels.

Wenn Du Dein Bike auf Raten (Hire Purchase) kaufen möchtest, brauchst Du folgende Dokumente:

Leider ist eine Finanzierung für Inhaber eines Touristenvisums keine Option – stattdessen gibt Dir der Händler vielleicht ein paar Extras dazu, etwa eine Marken-Jacke oder ein Jahr bezahlte Kfz-Steuer. 

Tipp: Viele unabhängige Händler drängen Dich zum Leasing, weil das für sie mehr Gewinn bedeutet, und setzen dafür ihre Preise manchmal etwas höher an. Ist das der Fall, geh einfach direkt zum offiziellen Händler

Gebrauchtkauf

Wenn Du über einen Gebrauchtkauf nachdenkst: Es gibt einen Weg, ein Bike in top Zustand für fast die Hälfte des Neupreises zu bekommen. Lies unseren exklusiven Artikel, um mehr zu erfahren.

Gebrauchtkauf ist wahrscheinlich der häufigste Weg, wie Expats an ein Motorrad kommen – meistens von anderen Expats. Ständig reisen Leute wieder in ihre Heimat und wollen ihr Motorrad vorher fast immer loswerden, oft zu einem echten Schnäppchenpreis. Es ist keine Seltenheit, nur die Hälfte oder sogar ein Drittel dessen zu zahlen, was Du beim Händler bezahlen würdest. 

Selbstverständlich solltest Du beim Gebrauchtkauf vorsichtig sein, besonders bei einem unbekannten Dritten.

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  • Bitte darum, das Bike vorher Probe zu fahren, um zu sehen, wie es sich verhält.
  • Funktionieren Licht und Bremsen einwandfrei?
  • Qualmt der Auspuff? 
  • Sind die Reifen abgefahren?
  • Tritt Öl aus?

Gibt es ein Problem mit dem Bike, lässt Du besser die Finger davon, egal wie gut der Preis ist.

Tipp: Entscheidest Du Dich für den Kauf von privat, hast Du jede Menge Optionen. Facebook Marketplace ist eine davon, und in Facebook-Gruppen wie dem Bangkok Expats Classifieds Forum werden regelmäßig Bikes zum Verkauf angeboten. Außerdem gibt es überall in Thailand Gebraucht-Händler – viele sind ganz einfache Straßenstände unter Planen, mit Preisen, die direkt auf die Windschutzscheibe geklebt sind.

Mieten

Viele Expats verzichten lieber ganz auf einen Kauf und mieten ihr Bike einfach. Mieten bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Du musst Dich nicht mit dem lästigen Verkauf des Bikes herumschlagen, wenn Du fertig bist – gib es einfach beim Vermieter zurück. Auch die Wartung ist im Preis inklusive, also keine bösen Überraschungen, wenn Dein Bike plötzlich Öl verliert. 

Langfristig ergibt Mieten finanziell aber weniger Sinn, besonders weil Gebrauchtbikes relativ günstig sind – Dein 20.000-THB-Honda-Click hat sich innerhalb eines Jahres amortisiert, wenn Du ihn kaufst statt mietest.

Manche Vermieter wie Fatboy’s bieten mit Rent-to-Buy-Modellen das Beste aus beiden Welten – meist kommt das aber etwas teurer als ein direkter Gebrauchtkauf.

Das richtige Motorrad wählen

Sobald Du entschieden hast, wo Du kaufst, geht es darum, das richtige Bike auszusuchen. 

Für die meisten Expats, die einfach nur zur Arbeit und zurück wollen, reicht ein kleiner 125-ccm-Roller völlig aus.

Zwei der beliebtesten Marken sind der Honda Click und der Yamaha GT, leichte und einfach zu fahrende Automatikbikes. Dazu kommen die etwas wuchtigeren, an Vespas erinnernden Modelle Yamaha Fino und Honda Scoopy. Alle diese Bikes kosten neu zwischen 45.000 und 51.000 THB, je nach Modell und Händler.

Willst Du mit Deinem Bike weitere Strecken zurücklegen oder einfach etwas mit mehr Power, sind der Honda PCX und der Yamaha Nmax mit 155 ccm beliebte Optionen. Beide Modelle kosten neu zwischen 80.000 und 110.000 THB. 

Bist Du wirklich Bike-begeistert, lohnt sich vielleicht ein Sportmotorrad. Beliebte Modelle sind die 400-ccm-Kawasaki Ninja oder die außergewöhnlich lässige 350-ccm-Royal Enfield Bullet.

Phoebes Royal Enfield Classic 350
Stell Dir die Freiheit vor, in Thailand ein echtes Motorrad zu besitzen! Foto Phoebe Storm

Für eine neue Ninja zahlst Du mindestens 300.000 THB (wahrscheinlicher sogar über eine Million). Bullets sind deutlich günstiger und starten bei rund 150.000 THB.

Elektromotorrad

Neben einem Benzin-Motorrad kannst Du auch ein Elektromotorrad in Betracht ziehen, das in Thailand immer beliebter wird.

Da es sich um einen jungen Markt handelt, stammen die meisten Elektromotorräder in Thailand von thailändischen oder chinesischen Marken, die Dir vielleicht noch nicht bekannt sind.

Bei Elektromotorrädern gibt es hauptsächlich zwei Optionen:

  • nicht registrierte Elektromotorräder
  • registrierte Elektromotorräder

Nicht registrierte Elektromotorräder

Bei diesem Typ Motorrad bekommst Du weder ein Kennzeichen noch ein grünes Buch. Das bedeutet, Du darfst damit nicht legal auf der Straße fahren. Es eignet sich vor allem für alle, die nur von zu Hause in die nähere Umgebung fahren müssen.

Dafür kann der Preis günstig sein – oft 2- bis 3-mal billiger als registrierte Elektromotorräder mit vergleichbaren Spezifikationen.

Und Du kannst es direkt online über eine Shopping-Seite wie Lazada kaufen.

Registrierte Elektromotorräder

Mit einem registrierten Elektromotorrad bekommst Du wie bei einem normalen Motorrad ein Kennzeichen und ein grünes Buch.

Dafür ist der Preis deutlich höher als bei einem nicht registrierten Elektromotorrad. Ein einfaches Modell startet normalerweise bei 35.000 Baht.

Brauchst Du ein gutes Elektromotorrad, das etwa 80 Kilometer pro Ladung schafft, solltest Du mit mindestens 60.000 Baht rechnen.

Beliebte Marken sind Deco, Sleek EV, EM, Lyva, Scomadi und Zeeho.

Elektromotorräder im Vergleich

Damit Du einen besseren Überblick über die aktuellen Spezifikationen bekommst, vergleicht die Tabelle unten beliebte Modelle und Marken von Elektromotorrädern.

ModellSleek PlayEM OwenLyva MKKScomadi TURISMO ELECTRONICAZEEHO AE8 S+
Preis66.900 THB58.900 THB75.00 THB149.900 THB149.900 THB
Watt3.000 Watt2.500 Watt2.500 Watt3.000 Watt5.000 Watt
Höchstgeschwindigkeit90 km/h75 km/h85 km/h90 km/h100 km/h
Reichweite80 km100 km100 km100 km140 km
AkkutypLithium-IonenLithium-IonenLFP-AkkuLithium-IonenLithium-Ionen NMC
Ladezeit3,5 Stunden4 Stunden4 Stunden4 Stunden6 Stunden

Sollte ich ein Elektromotorrad kaufen?

Damit Dir die Entscheidung leichter fällt, hier eine kurze Liste der Vor- und Nachteile von Elektromotorrädern in Thailand.

Vorteile:

  • Bequemlichkeit: Du musst nicht mehr an der Tankstelle vorbeifahren. Du kannst einfach zu Hause aufladen.
  • Spritkosten: Ein Elektromotorrad kostet nur 0,1 THB pro Kilometer, das ist 8- bis 10-mal günstiger als ein Benzinmotorrad.
  • Lärm: Ein Elektromotorrad ist sehr leise. Du hörst kaum ein Motorengeräusch.
  • Umweltfreundlich: Es gibt keine Abgase mehr aus dem Auspuff.
  • Wartung: Kein regelmäßiger Ölwechsel mehr nötig, das macht die Wartung einfacher.

Nachteile:

  • Parkplatz: Du brauchst einen Stellplatz mit einer Steckdose in der Nähe.
  • Reichweite: Die meisten Elektromotorräder schaffen bis zu 100 Kilometer pro Ladung.
  • Markenreputation: Alle Elektromotorrad-Marken sind neu am Markt. Wir wissen noch nicht, wie sich ihre Qualität langfristig bewährt.
  • Akkukosten: Du musst den Akku alle 5-10 Jahre ersetzen, was bis zu einem Drittel des Motorradpreises kosten kann.
  • Preis: Im Vergleich zu Benzinmotorrädern ist der Einstiegspreis für ein Elektromotorrad deutlich höher.

Mehr erfahren: Elektromotorräder in Thailand: Vorteile, Preise und wo Du sie kaufen kannst

Dein Motorrad anmelden/ummelden

Alle Fahrzeuge in Thailand brauchen ein tabien rot, um straßenzugelassen zu sein, besser bekannt als „grünes Buch“. Das grüne Buch enthält eine Liste aller bisherigen Besitzer des Bikes sowie Seriennummer und Kennzeichen.

Kaufst Du neu beim Händler, bekommst Du das grüne Buch direkt vor Ort. Kaufst Du gebraucht, musst Du Deinen Besitz des Bikes selbst beim Department of Land Transport anmelden.

So funktioniert’s:

Benötigte Dokumente

Das brauchst Du, um Dein Bike anzumelden:

  • Antragsformular – das bekommst Du direkt im DLT-Büro.
  • Eine Kopie Deines Reisepasses (Fotoseite, aktuelles Visum und letzter Einreisestempel) sowie das Original.
  • Wohnsitzbescheinigung (Residence Certificate) – die bekommst Du bei der Einwanderungsbehörde oder Deiner Botschaft.
  • Das Original-grüne Buch des Bikes.
  • Kopien des Reisepasses des vorherigen Besitzers (bei Ausländern) oder des Personalausweises (bei Thailändern).
  • Eine Kopie des tabien baan (Hausbuch) des aktuellen Besitzers – kaufst Du von einem Nicht-Thailänder, kann hier stattdessen eine Wohnsitzbescheinigung eingereicht werden.

Der Vorgang kostet 200 THB, plus 300 THB für die Pflicht-Unfallversicherung.

Department of Land Transport

Sobald Du alle Dokumente beisammen hast, gehst Du zum Department of Land Transport, um die Ummeldung zu registrieren. Wichtig: Du musst zu der Filiale, bei der das Bike ursprünglich angemeldet wurde, nicht zu Deiner örtlichen Filiale (falls das nicht dieselbe ist) – das steht in Deinem grünen Buch.

Eine thailändische Straße mit einem Dutzend Motorrädern, die an einer roten Ampel warten.
Honda und Yamaha sind die beiden beliebtesten Motorradmarken in Thailand.

Am besten gehen Käufer und Verkäufer gemeinsam zum DLT – so vermeidest Du mögliche Missverständnisse oder Pannen. Es ist außerdem sinnvoll, das Bike mitzubringen, falls eine Inspektion nötig ist.

Tipp: Beim DLT gibst Du einfach Deine Dokumente und das Geld ab und wartest, bis die Ummeldung abgeschlossen ist. Das geht recht schnell – in weniger als einer Stunde bist Du normalerweise fertig, wenn nicht gerade viel los ist. Das Bike gehört jetzt offiziell Dir!

Versicherung

Wie oben erwähnt, musst Du im Rahmen der Anmeldung eine Pflicht-Motorradversicherung abschließen. Diese deckt im Falle eines Unfalls jedoch nur Deine medizinischen Kosten ab, und das auch nur im absoluten Minimalumfang.

Machst Du Dir Sorgen um Schäden am Bike oder Haftungskosten bei einem Unfall, lohnt sich wahrscheinlich eine private Zusatzversicherung. 

Es gibt vier Stufen der Motorradversicherung:

  • Typ 1 – die teuerste Stufe, meist für große (250 ccm+) und/oder neuere (jünger als sieben Jahre) Bikes. Typ 1 deckt praktisch jeden Fall ab, auch Unfälle ohne Beteiligung Dritter.
  • Typ 2+ – im Wesentlichen wie Typ 1, deckt aber keine Unfälle ohne Beteiligung Dritter ab. Bei einer Typ-2+-Versicherung werden Reparaturen nur in einer unabhängigen Werkstatt übernommen, nicht bei einer offiziellen (z. B. Honda-)Vertragswerkstatt.
  • Typ 2 – bietet denselben Schutz wie Typ 2+, deckt aber keine Unfälle ab.
  • Typ 3+ – Diese Stufe deckt Unfälle und Zusammenstöße ab, aber keine Schäden aus anderen Ursachen (z. B. Feuer, Überschwemmung, Diebstahl usw.). Dafür ist sie günstiger als die oben genannten Stufen.

Es gibt außerdem eine Stufe Typ 3, die derzeit aber nur für Autos verfügbar ist.

In diesem Artikel findest Du einen ausführlicheren Leitfaden zur Motorradversicherung.

Motorradfahren in Thailand

Du hast Dein Motorrad erfolgreich gekauft und bist bereit für die offene Straße. Die erste Fahrt kann ziemlich einschüchternd sein – was solltest Du also wissen?

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Phoebe auf einem Abenteuer mit dem Motorrad in Thailand.
Sobald Du Dich beim Motorradfahren in Thailand sicher fühlst, kannst Du epische Roadtrips starten!
Foto Phoebe Storm

So etwas wie „sicher“ gibt es auf einem Motorrad in Thailand nicht (eigentlich nirgendwo). Es gibt aber ein paar wichtige Dinge, mit denen Du einige der vielen Risiken verringern kannst.

Vergiss nicht, Dir einen Motorradführerschein zu besorgen, den Du brauchst, um hier legal zu fahren. 

Trage Schutzkleidung

Klar, auf Thailands Straßen wirst Du kaum jemanden in kompletter Lederkluft sehen. Trotzdem solltest Du niemals ohne einen guten (idealerweise Integral-)Helm, richtige Schuhe (keine Sandalen) und robuste Kleidung wie eine Jeans und eine Lederjacke losfahren.

Zugegeben, bei einem Sturz mit hoher Geschwindigkeit nützt Dir diese Kleidung nicht viel, aber bei einem langsamen Umfaller rettet sie Dir vielleicht ein Stück Haut.

Nach thailändischem Gesetz sollten Motorräder immer ganz links auf der Straße fahren. Leider ist das oft nicht praktikabel, weil die linke Spur auch voller abbiegender Autos ist, Busse alle paar Meter halten, Straßenhändler ihre Wagen schieben, Fußgänger holprigen Bürgersteigen ausweichen, und so weiter.

Trotzdem lohnt es sich, möglichst weit links zu bleiben, wann immer es geht – hast Du einen Unfall auf einer anderen Spur, zahlt Deine Versicherung unter Umständen deswegen nicht.

Halte Abstand

Versuche, mindestens eine Autolänge Abstand zum Fahrzeug vor Dir zu halten. So bleibt Dir genug Zeit zu reagieren, falls (oder, wie es oft der Fall ist, wenn) jemand etwas Unüberlegtes macht.

Nutze Deine Spiegel

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Fahrer in Thailand ihre Seitenspiegel einfach abmontiert haben. Benutze sie! Fahrzeuge schleichen sich ständig von hinten an, und das passiert wirklich oft. Wechselst Du gerade in dem Moment die Spur, endet das für beide Seiten in einem üblen Crash.

Nutze Die Sois

Thailands Großstädte sind von Hunderten enger Straßen und Gassen durchzogen, genannt Sois. Es würde Dich überraschen, wie viel der Stadt Du allein über diese Sois mit ein bisschen sorgfältiger Planung durchqueren kannst. Viele dieser Sois sind wenig befahren und gespickt mit Bodenschwellen, was das Fahren dort deutlich sicherer (wenn auch langsamer) macht als auf den Hauptstraßen.

Trink Nicht & Fahr Nicht

Eigentlich selbstverständlich, aber Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist mit großem Abstand wohl die größte Todesursache für Ausländer in Thailand. Lass es. Wirklich.

Motorradfahren in einer Überschwemmung in Thailand.
Prüfe das Wetter sorgfältig. In eine Überschwemmung in Thailand willst Du definitiv nicht hineinfahren

Wartung

An Werkstätten mangelt es in Thailand nicht, falls an Deinem Bike mal etwas gemacht werden muss – es ist keine Übertreibung, dass es praktisch an jeder Straße eine gibt. Viele sind kleine unabhängige Läden – erkennbar an den verstreuten Motorradteilen und der Luftpumpe davor -, aber auch große Händler wie Honda betreiben eigene Werkstätten.

Als Faustregel solltest Du Dein Bike alle 5.000 km zur vollständigen Wartung bringen. Dazu gehören die Grundpflege (Ölwechsel, Filter reinigen, Bremsbeläge und -flüssigkeit prüfen) sowie die Kontrolle von Reifen und Kettenspannung. Das kannst Du professionell in der nächsten Werkstatt machen lassen, und der Vorgang ist ziemlich günstig. 

Steuer

Für Dein Bike musst Du jährlich Steuern zahlen. In den ersten fünf Jahren kannst Du den gesamten Vorgang online über die Webseite des DLT hier erledigen. Danach musst Du jährlich zu Deinem örtlichen DLT-Büro oder einer zugelassenen Prüfstelle (erkennbar am Logo eines gelben Zahnrads auf blauem Grund), wo Dein Fahrzeug inspiziert wird. Du brauchst dafür das grüne Buch Deines Bikes (siehe oben) und eventuell Deinen Reisepass (aber eher unwahrscheinlich).

Die Steuer für die meisten Bikes ruiniert Expats nicht gerade – zum Beispiel kostet die Jahressteuer für einen Honda Click nur 100 THB (etwa 2,55 €). Rechnest Du Versicherung und Gebühr dazu, landest Du wahrscheinlich bei rund 500 THB im Jahr. Sobald Du bezahlt hast und Dein Bike geprüft ist, bekommst Du Deine Steuerplakette. Steck sie einfach in die Kapsel am Heck Deines Bikes, und Du bist startklar!

Nächste Schritte

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Motorradfahren in Thailand ist nicht für jeden. Aber wer glaubt, damit klarzukommen, findet hier ein beispielloses (wenn auch gelegentlich feuchtes und/oder verschwitztes) Maß an Freiheit bei der Fortbewegung, und das zu einem sehr niedrigen Preis im Vergleich zum Autofahren. 

An Auswahl mangelt es nicht, und ein lebendiger Expat-Markt garantiert Dir, dass immer ein Motorrad verfügbar ist, wenn Du eines brauchst. Achte nur darauf, alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Bist Du noch nicht bereit, hier Motorrad zu fahren, kannst Du stattdessen einfach ein Auto kaufen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

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