Motorrad fahren in der Regenzeit in Thailand: So bleibst Du sicher

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Die Regenzeit ist in Thailand in vollem Gange, und das macht die Straßen für Motorradfahrer noch gefährlicher als sonst. Mehr Verkehr, rutschige Fahrbahnen, schlechtere Sicht und Überschwemmungen sorgen für jede Menge Risiken für alle, die trotzdem mutig (oder leichtsinnig) genug sind, sich aufs Bike zu schwingen.

Zum Glück haben wir ein paar Tipps parat, mit denen sich die größten Risiken abfedern lassen – für alle, die während der vielen Stürme dieser Regenzeit unbedingt aufs Motorrad müssen.

Wir erklären, welche Ausrüstung unverzichtbar ist, wie man bei einem Gewitterschauer sicher durch den Verkehr kommt und was auf keinen Fall passieren sollte.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie, gerade zu dieser Jahreszeit. Wer sich aber an die folgenden Tipps hält, verbessert seine Chancen deutlich. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei starkem Regen ist die sicherste Entscheidung, einfach nicht zu fahren. Keine Besorgung ist das Risiko wert.
  • Prüfe vor Beginn der Regenzeit Reifenprofil, Bremsen und Beleuchtung. Abgefahrene Reifen auf nasser Fahrbahn sind ein Unfall, der nur auf seinen Moment wartet.
  • Ein Integralhelm, eine Regenjacke, eine Regenhose, wasserdichte Handschuhe und knöchelhohe Stiefel sollten immer im Bike verstaut sein, damit man für einen plötzlichen Wolkenbruch gewappnet ist.
  • Bei Regen sanft und mit beiden Bremsen gleichzeitig bremsen, Kurven langsam und weit nehmen und mindestens eine Autolänge Abstand zum Fahrzeug davor halten.
  • Niemals durch Hochwasser fahren. Darunter können sich tiefe Schlaglöcher verstecken, der Motor kann Schaden nehmen, und es drohen Kontakt mit Abwasser und freiliegenden Stromkabeln.
  • Auf besonders rutschige Stellen achten: Bahngleise, Kanaldeckel, Ölflecken und nasses Laub können blitzschnell zum Ausrutschen führen.
  • Wird der Sturm zu heftig, anhalten und an einer Tankstelle oder einem Convenience Store abwarten. Regenschauer in Thailand sind meist schnell vorbei.

Sollte ich bei Regen überhaupt fahren? 

Die mit Abstand sicherste Option an einem Regentag ist, gar nicht erst loszufahren

Selbst mit der besten Ausrüstung sind die Straßen rutschiger, die Sicht schlechter, und der Verkehr staut sich oft deutlich stärker. 

Motorräder sind sowohl für Expats als auch für Thais die Arbeitspferde des Landes, weshalb es oft keine Alternative gibt, als sich dem Sturm zu stellen.

Hier kommen unsere Tipps für Tage, an denen bei Regen wirklich kein Weg am Fahren vorbeiführt:

Motorrad-Check für die Regenzeit

Wer in Thailand bei Regen Motorrad fahren will, braucht mehr als nur den passenden Führerschein. Ein paar zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen sollten regelmäßig auf dem Plan stehen. 

  • Reifen: Achte auf ausreichend Profil und einen Reifendruck, der voll oder zumindest nahezu voll ist.
  • Bremsen: Stelle sicher, dass die Bremsen einwandfrei funktionieren und der Bremsflüssigkeitstank voll ist.
  • Regenausrüstung: Bevor es an einem Regentag losgeht, sollte die komplette Regenausrüstung im Bike-Fach und/oder in der Satteltasche oder im Topcase griffbereit liegen.
  • Ziploc-Beutel: Ein paar Ziploc-Beutel (oder Ähnliches) für Wertsachen einzupacken, ist eine gute Idee. Die kleinen Plastikbeutel mit Kordelzug, die viele Thais während der jährlichen Songkran-Wasserschlacht benutzen, eignen sich dafür perfekt – im März und April bekommt man sie praktisch überall im Land, also unbedingt aufheben, falls Du auf eine Songkran-Party gehst!
ziploc bag
Ziploc-Beutel vom Songkran-Fest eignen sich perfekt dafür.

Die richtige Ausrüstung

Während der Regenzeit ist es immer sinnvoll, die richtige Ausrüstung stets griffbereit zu haben.

Das Wetter in Thailand ist extrem unberechenbar, und heftige Regenschauer können selbst an einem klaren Tag aus dem Nichts auftauchen. 

Folgende Dinge sollten immer im Bike-Fach (oder im Topcase bzw. in der Satteltasche, falls vorhanden) verstaut sein.

  • Helme: Am besten eignet sich ein Integralhelm. HJC-Helme sind eine gute Wahl – solide verarbeitet und mit viel Schutz (wenn auch nicht ganz billig!). Bei einem Jethelm sollte unbedingt ein Visier dabei sein, oder Du bringst eine eigene Schutzbrille mit, damit die Sicht erhalten bleibt. Ein Pinlock-Einsatz fürs Visier ist ein Muss, damit es im feucht-heißen tropischen Klima nicht beschlägt.
  • Regenjacke: Regenjacken sind in Thailand weit verbreitet, von hochwertigen Polyurethan-Jacken bis zum einfachen Plastikponcho ist alles erhältlich. Im Minimum braucht es etwas Atmungsaktives. Wer eine richtige Regenjacke sucht, sollte auf atmungsaktive synthetische Fasern wie Gore-Tex achten. Die Jacke sollte einen hohen Kragen und enge Ärmelbündchen haben, damit möglichst wenig Wasser eindringt. Grelle Farben sind außerdem von Vorteil, da sie die Sichtbarkeit erhöhen.
  • Poncho: Wer kein Hardcore-Biker ist und für den täglichen Arbeitsweg nur etwas gegen den Regen sucht, findet jede Menge einfache Ponchos. IKEA bietet eine günstige, leicht faltbare Variante, die problemlos ins Bike-Fach passt. Wer bei einem plötzlichen Wolkenbruch komplett überrascht wird, bekommt in fast jedem 7-Eleven einen super simplen, super günstigen Plastikponcho (rund THB100), der zumindest das Gröbste abhält.
  • Regenhose: Genau wie bei der Jacke braucht es unbedingt Atmungsaktivität – auch hier sind synthetische Fasern und/oder Gore-Tex die beste Wahl. Die Regenhose sollte großzügig geschnitten sein, damit sie über die normale Kleidung passt, aber an den Knöcheln gut abschließen, damit kein Wasser eindringt.
  • Regenhandschuhe: Auch hier gilt: wasserdichtes, atmungsaktives Material (Gore-Tex oder ähnlich) mit gutem Grip. 
  • Stiefel: Am besten eignen sich robuste, knöchelhohe Stiefel mit wasserdichtem Futter – Hose bzw. Regenhose einfach reinstecken und die Füße möglichst nicht ins Hochwasser tauchen. Praktisch ist außerdem ein Paar wasserdichter Überschuhe, Silikonhüllen, die sich direkt über die normalen Schuhe ziehen lassen und sie (halbwegs) trocken halten.

Unterwegs

  • Scheinwerfer einschalten: Die meisten Motorräder in Thailand schalten den Scheinwerfer automatisch ein, sobald der Motor läuft, und lassen ihn dauerhaft an – darum muss man sich in der Regel keine Gedanken machen. Sollte das Bike ausnahmsweise keinen Dauerlicht-Modus haben, unbedingt bei starkem Regen das Licht einschalten, sowohl für die eigene Sicht als auch um für andere sichtbar zu sein.
  • Genug Abstand zu anderen halten: Klar, Du weißt, dass Du sicher fährst – das heißt aber nicht, dass alle anderen auf der Straße das auch tun. Fehler passieren ständig, und auf nasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg erheblich. Am besten immer mindestens eine Autolänge Abstand zum Fahrzeug davor halten.
  • Die Umgebung im Blick behalten: Thailands Straßen sind für ihre Unberechenbarkeit bekannt, und an Regentagen gilt das doppelt. Neben anderen Verkehrsteilnehmern, die plötzlich in den eigenen Weg geraten, lauern auf der Fahrbahn selbst mehr Gefahren – Ölflecken, unsichtbare Schlaglöcher, überflutete Stellen und mehr. Also lieber langsam fahren und die Straße genau im Auge behalten.
  • Sanft fahren: Kurven, Beschleunigen und Bremsen erfordern bei Nässe deutlich mehr Feingefühl. Nicht zu hart bremsen oder in Kurven zu weit in die Schräglage gehen, sonst rutscht das Bike schnell weg. Lieber langsam und vorsichtig fahren.
  • Vorsichtig abbiegen: Kurvenfahren gehört bei Nässe zu den riskantesten Manövern überhaupt. Schon eine Kleinigkeit zu viel Schräglage oder eine etwas zu scharfe Lenkbewegung reicht, um die Kontrolle zu verlieren. Bei Regen also grundsätzlich langsam und vorsichtig in die Kurve gehen. Schon beim Einlenken herunterschalten und die Kupplung ziehen (bei einem manuellen Getriebe). Auf keinen Fall die Bremse reißen, sonst gerät das Bike ins Rutschen – lieber sanft in die Kurve abbremsen und beim Herausfahren wieder vorsichtig Gas geben.
  • Sanft bremsen: Wenn möglich, das Tempo schon vorher reduzieren, statt abrupt zu bremsen – sonst droht auf nasser Fahrbahn ein Kontrollverlust. Immer beide Bremsen gleichzeitig und langsam sowie vorsichtig ziehen.
  • Ruhig Schutz suchen: Regenschauer in Thailand können plötzlich und heftig einsetzen. Wenn es sich anfühlt, als würde einem ein Feuerwehrschlauch ins Gesicht spritzen, ist es Zeit, kurz aufzugeben und das Schlimmste unter einem Dach abzuwarten. In thailändischen Städten gibt es zum Glück reichlich Möglichkeiten dafür – Tankstellen, Convenience Stores und Ähnliches. Im absoluten Notfall geht auch, was die Einheimischen machen: am Straßenrand unter einer Brücke abwarten.
road accident while raining
Verkehrsunfälle passieren bei Regen besonders häufig. Sei extra vorsichtig, wenn Du in dieser Zeit Motorrad fahren musst.

Das solltest Du beim Fahren im Regen vermeiden

Nach einem Regenschauer verwandeln sich Thailands Straßen in eine Art Hindernisparcours (na ja, mehr als sonst!). Auf Folgendes gilt es besonders zu achten:

  • Überschwemmungen: Nach besonders heftigen Regengüssen sind Überschwemmungen ein ernstes und häufiges Risiko. Manche Straßenabschnitte stehen bis zur Wadenhöhe (oder schlimmer) unter Wasser. Gibt es die Möglichkeit, umzudrehen und eine andere Route zu nehmen, statt durchs Hochwasser zu fahren, sollte man das unbedingt tun. Das schmutzige Wasser (mit zurückgestautem Abwasser) ist schlecht für Dich und Dein Bike. Lieber kein Risiko eingehen.
  • Schlaglöcher: Viele Straßen in Thailand sind in schlechtem Zustand, Schlaglöcher gibt es reichlich. Nach einem Regenschauer können sich diese teils tiefen Löcher bis zum Rand mit trübem Regenwasser füllen und sehen dann aus wie eine ganz normale flache Pfütze. Auf unbekannten Straßen sollte man große Pfützen lieber meiden – trifft man bei Tempo ein verstecktes Schlagloch, ist ein Sturz schnell passiert.
  • Blitzschlag: Gewitter im tropischen Klima Thailands können heftig ausfallen, und Blitze schlagen manchmal wie aus dem Nichts ein. Als einziges Fahrzeug auf einer einsamen Straße wird man dabei schnell selbst zum potenziellen Ziel. Wird aus dem Regen ein Gewitter, sofort Schutz suchen und abwarten.
  • Rutschige Stellen: Manche Straßenabschnitte werden nach Regen besonders rutschig. Dazu gehören Bahngleise, Kanaldeckel, herabgefallenes Laub und unbefestigte Wege. Auch Ölflecken sind auf nasser Fahrbahn schwerer zu erkennen. Bei all diesen Untergründen besonders vorsichtig sein – sehr langsam fahren und darauf vorbereitet sein, das Bike notfalls mit beiden Füßen abzustützen.
  • Freiliegende Stromkabel: Die Elektroinstallation in Thailand ist, vorsichtig gesagt, nicht immer optimal. Lose, stromführende Kabel sind eine häufige Gefahr, auch für Motorradfahrer. Immer auf die Umgebung achten, auf herabhängende Kabel achten und auf nassem Untergrund vorsichtig sein, wenn lose Kabel zu sehen sind, bevor Du die Füße abstellst.
navigating floodwater in Thailand
Überschwemmungen kommen bei starkem Regen häufig vor. Die Durchfahrt durch Hochwasser kann gefährlich sein.

Gut zu wissen

Wer ein gebrauchtes Motorrad in Thailand kaufen möchte, ist während der Regenzeit am besten dran. Die Preise sind in dieser Zeit meist niedriger als im Rest des Jahres.

Zum Schluss

Ein gelegentlicher Regentag sollte Dich nicht vom Motorradfahren in Thailand abhalten. Vorsichtsmaßnahmen sind aber Pflicht, denn Unfälle passieren bei Regen regelmäßig. Bei starkem Regen kann ein Flug sogar sicherer sein als eine Fahrt mit dem Motorrad.

Achte darauf, dass Du alles, was Du bei Regenwetter brauchen könntest, im Bike verstaut hast. 

Wenn Dich ein plötzlicher Regenschauer erwischt: Tempo raus, vorsichtig fahren und die Umgebung im Blick behalten – dann kommst Du in der Regel gut durch.

Außerdem lohnt es sich, vorab diesen Artikel darüber zu lesen, was bei einem Verkehrsunfall zu tun ist. So weißt Du im Ernstfall gleich, wie Du reagieren musst.

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