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Wenn Du neu in Thailand bist, kann die Vorstellung, hier selbst zu fahren, ziemlich einschüchternd wirken.
Dichter Verkehr, verwirrende Straßen und ein Meer aus Motorrädern, die sich durch den Verkehr schlängeln, können durchaus abschreckend sein. Für ungeübte Augen wirkt der Verkehr in Thailand chaotisch und gefährlich.
Vorsicht ist zwar angebracht, aber Autofahren in Thailand ist nicht so gefährlich, wie es oft dargestellt wird. Trotzdem ist es nichts für unerfahrene Fahrer. Es erfordert volle Aufmerksamkeit, Konzentration und ein gutes Gespür für das, was um Dich herum passiert.
In diesem Leitfaden beantworte ich einige häufige Fragen und teile Tipps und Erfahrungen, die ich beim Autofahren in Thailand gesammelt habe, damit Du so sicher wie möglich unterwegs bist.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Mit welchem Führerschein darfst Du in Thailand fahren?
- Straßenverhältnisse
- Wichtige Verkehrsvorschriften
- Herausforderungen
- Fahretikette und Handzeichen
- Parken
- Fahren in verschiedenen Situationen
- Navigation
- Umgang mit der Verkehrspolizei
- Weitere Tipps und Tricks fürs Autofahren
- Und jetzt bist Du dran
Das Wichtigste in Kürze
- Um in Thailand legal zu fahren, brauchst Du entweder einen Internationalen Führerschein (IDP) oder einen thailändischen Führerschein. Dein Führerschein aus dem Heimatland allein reicht nicht aus, und ohne die richtige Berechtigung verlierst Du außerdem Deinen Versicherungsschutz.
- In Thailand herrscht Linksverkehr mit Rechtslenkern. Wenn Du aus einem Land mit Rechtslenkern kommst, ist das kein Problem. Für Amerikaner und die meisten Europäer dauert es dagegen ein paar Wochen, bis es sich normal anfühlt.
- Die Vorfahrt an unmarkierten Kreuzungen ist in der Praxis wirklich uneindeutig. Am sichersten ist es, nie davon auszugehen, dass Du Vorfahrt hast: Warte, bis die Straße frei ist oder ein anderer Fahrer Dir signalisiert, dass Du fahren kannst.
- Motorräder sind überall und tauchen häufig im toten Winkel auf. Blinke immer und schau in die Spiegel, bevor Du die Spur wechselst, und halte extra Abstand zu Fahrzeugen vor Dir, da Taxis ohne Vorwarnung anhalten.
- Thailändische Fahrer nutzen die Warnblinkanlage als Kommunikationsmittel: um vor einer Gefahr zu warnen, um Danke zu sagen, um einen kurzen Stopp anzuzeigen oder um ein anderes Auto zum Abbiegen über den Verkehr durchzulassen.
- Vermeide es, nachts in unbekannten ländlichen Gegenden zu fahren: Die Straßenqualität sinkt, Straßenhunde sind schwerer zu erkennen, und die meisten Schilder sind nur auf Thai beschriftet.
- In der Regenzeit können Sturzfluten bestimmte Straßen und Sois unpassierbar machen. Fahre bei starkem Regen langsamer, stelle vor der Fahrt sicher, dass die Scheibenwischer funktionieren, und fahre nicht durch sichtbar überflutete Abschnitte.
Mit welchem Führerschein darfst Du in Thailand fahren?
Um in Thailand zu fahren, brauchst Du entweder einen Internationalen Führerschein (IDP) oder einen thailändischen Führerschein.
Auch wenn Dir jemand erzählt, Du könntest mit Deinem Führerschein aus dem Heimatland fahren, ist das illegal und bringt Dir mindestens eine Strafe von THB500 ein.
Zudem übernehmen thailändische Versicherungen keine Kosten, wenn Du weder einen thailändischen Führerschein noch einen Internationalen Führerschein besitzt.
Manche Anbieter vermieten Dir vielleicht auch kein Auto, wenn Du nur einen Führerschein aus Deinem Heimatland hast.
Es gibt eine wichtige Ausnahme von dieser Regel: Wenn Du einen Führerschein aus einem der 10 ASEAN-Länder besitzt, etwa aus Malaysia, Singapur oder den Philippinen.
Weiterführende Artikel:
- How to Get an International Driver’s License in the USA
- How to Get an International Driver’s License in the UK
- How to Get an International Driver’s License in Australia
Straßenverhältnisse
Thailands Straßen sind größtenteils genauso gut wie anderswo auf der Welt, es sei denn, Du fährst tief ins Landesinnere.
Natürlich hängt das davon ab, in welchem Teil des Landes Du unterwegs bist. Der Straßenzustand variiert von Stadt zu Stadt.
Hauptstraßen und Autobahnen sind in der Regel besser instand gehalten. Achte aber auf die Unterschiede im Straßenzustand in weniger entwickelten Landesteilen, etwa auf Nebenstraßen und Inseln wie Koh Phangan sowie anderen kleineren Inseln.

Egal auf welcher Straße Du unterwegs bist, achte immer auf schlechte Straßenverhältnisse, Schlaglöcher, losen Kies und Schutt.
Wenn Du zum ersten Mal auf solchen Straßen fährst, vermeide Nachtfahrten, um das Unfallrisiko zu senken.
Gefahr kann auch von streunenden Tieren wie Straßenhunden ausgehen, die mitten auf der Straße liegen oder plötzlich vor fahrende Autos laufen. In Bangkok ist das inzwischen kaum noch ein Problem, aber auf den Inseln und in ländlichen Gegenden Thailands kommt es weiterhin häufig vor.
Straßenhunde sind in der Dämmerung besonders schwer zu erkennen, weshalb Du jederzeit nach ihnen Ausschau halten solltest.
Wichtige Verkehrsvorschriften
Wenn Du aus einem anderen Land kommst, kann sich Autofahren in Thailand wie eine völlig andere Welt anfühlen, besonders wenn Du aus dem Westen kommst. Zwar sind die Grundprinzipien dieselben, doch es gibt einige klare Unterschiede, die Du kennen solltest.
Schauen wir uns ein paar wichtige Unterschiede an, die Dir die Umstellung erschweren könnten.
Linksverkehr
Je nachdem, aus welchem Land Du kommst, ist das für Dich vielleicht gar kein großes Thema.

Kommst Du allerdings aus einem Land mit Rechtsverkehr, wie den USA, kann es Dir am Anfang etwas seltsam vorkommen, auf der linken Straßenseite zu fahren.
Mir bereiteten nicht nur das Fahren auf der linken Straßenseite Probleme, sondern auch das Lenkrad auf der rechten Fahrzeugseite. Am Anfang war das ziemlich verwirrend für mich, aber mit etwas Übung habe ich mich schnell daran gewöhnt.
Denk auch daran: Wenn Du in Thailand einen Schaltwagen fährst, schaltest Du mit der linken Hand statt mit der rechten.
Wie in jedem Land gibt es auch hier in Thailand Verkehrsregeln und Vorschriften, die eingehalten werden müssen, damit alle sicher unterwegs sind.
Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen
Je nach Abschnitt der Autobahn liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 80 km/h und 120 km/h. Auf der Überholspur musst Du schneller als 90 km/h oder 100 km/h fahren, je nach Autobahn.
Wenn Du das Tempo nicht mithalten kannst, meide die Überholspur.
Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt
Auch wenn es nicht immer klar ausgeschildert ist: In Bangkok liegt das Tempolimit auf Hauptstraßen bei 60 km/h, während es in anderen Großstädten wie Chiang Mai und Phuket 80 km/h sind. In Wohngebieten und auf kleineren Straßen solltest Du jedoch nicht schneller als 30 km/h fahren.
In der Praxis achtet beim Fahren in der Stadt kaum jemand auf Tempolimits. Und wegen des Verkehrs kommst Du sowieso selten über 60 km/h hinaus.
Vorfahrt
Wer die Vorfahrt hat, ist manchmal reine Auslegungssache.
Hier ein Beispiel dazu:
In eindeutigen Situationen, etwa an Ampeln, ist völlig klar, wer Vorfahrt hat, genau wie in jedem anderen Land.
Bei Kreuzungen ohne Ampel, Stoppschildern und Kreisverkehren fällt es mir jedoch auch nach vielen Jahren mit eigenem Auto und Fahrpraxis in Thailand immer noch schwer, eine klare Antwort zu geben, wer Vorfahrt hat.
Zwar gibt es offizielle thailändische Gesetze, die in solchen Situationen die Vorfahrt regeln, aber meiner Beobachtung und Erfahrung nach hält sich niemand an ein einheitliches Vorgehen.
Meine Faustregel in Thailand lautet: Geh nie davon aus, dass Du Vorfahrt hast. Warte stattdessen, bis Du sicher bist, dass Du gefahrlos weiterfahren kannst. Manchmal helfen Dir auch Signale oder Handzeichen anderer Fahrer dabei zu erkennen, wann Du fahren kannst.
Fahrbahnmarkierungen
Wie in den meisten Ländern zeigen Fahrbahnmarkierungen bestimmte Regeln an, etwa Wendespuren und Überholspuren. Achte auf durchgezogene Linien, denn sie verbieten Spurwechsel und Überholvorgänge. Manche Fahrer halten sich allerdings nicht daran.

Stoppschilder
Anders als in meinem Heimatstaat Kalifornien, wo man für einen sogenannten „rollenden Stopp“ an einem Stoppschild eine Strafe bekommen kann, sind die Regeln zu Stoppschildern in Thailand nur locker gefasst.
Aus meiner Erfahrung ist ein Stoppschild in Thailand eher eine Empfehlung, und Du solltest an einem Stoppschild immer Dein eigenes Urteilsvermögen einsetzen.
Kreuzungen ohne Stoppschilder
Viele Sois und kleine Straßen haben gar kein Stoppschild. In diesem Fall ist es besonders wichtig, an solchen Kreuzungen immer Dein eigenes Urteilsvermögen zu nutzen.
Herausforderungen
Autofahren in Thailand ist nicht einfach. Schauen wir uns die Herausforderungen an, die Dich auf der Straße erwarten.
Verkehr
Der Verkehr in Thailand kann generell überwältigend sein, besonders in Stadtgebieten von Provinzen wie Bangkok, Chiang Mai und Phuket.
Wenn Du noch neu im Fahren in Thailand bist, meide größere Städte, bis Du Dich sicherer fühlst.
Mein Rat: Übe zuerst in kleineren Unterbezirken und weniger überlaufenen Provinzen, bevor Du Dich an den einschüchternden Verkehr in größeren, überfüllten Städten wagst.
Achte auf Motorräder auf der Straße
Apropos Verkehr: Achte auf die vielen verschiedenen Fahrzeugtypen, die sich die Straße teilen, von Motorrädern über große Lkw bis hin zu Fahrrädern und Tuk-Tuks. Es ist wichtig, jederzeit auf Deine Umgebung zu achten.
Wenn Du dann noch unbekannte Straßen, enge Sois (Gassen) und Motorräder, die sich durch den Verkehr schlängeln, dazunimmst, kann aus Deinem Traum vom Autofahren in Thailand schnell ein Albtraum werden.

Wegen ihrer geringen Größe können Motorräder und Tuk-Tuks leicht im toten Winkel Deines Fahrzeugs übersehen werden.
Mach es Dir zur Gewohnheit, vor jedem Spurwechsel zu blinken und immer Deine Spiegel und den toten Winkel zu checken.
Straßenhunde (Soi Dogs)
Neben anderen Fahrzeugen auf der Straße solltest Du auch auf Straßenhunde achten, besonders wenn Du durch eine kleine Soi oder eine ländliche Gegend fährst.
Die meisten Straßenhunde sind zwar aufmerksam und weichen herannahenden Fahrzeugen aus, aber ich habe auch schon merkwürdiges Verhalten bei manchen Hunden beobachtet. Manche haben die eigenartige Angewohnheit, sich mitten auf die Straße zu legen, und können dabei ziemlich stur sein und sich weigern, sich zu bewegen.
Ein paar Mal Hupen hilft meistens, aber verlass Dich nicht immer darauf, dass sie zur Seite gehen. Am besten fährst Du, wenn möglich, einfach um sie herum.
Fahretikette und Handzeichen
Apropos Handzeichen: So chaotisch der Verkehr in Thailand auch wirken mag, die thailändische Kultur ist sehr höflich, und das spiegelt sich meist auch im Fahrverhalten wider. Unnötiges Hupen und Fälle von Straßenwut sind eher selten.
Natürlich gibt es immer die Ausnahme, dass jemand einen schlechten Tag hat und sich das auch im Fahrverhalten zeigt.
Du solltest Dich außerdem mit den gängigen Handzeichen vertraut machen, die Fahrer in Thailand unterwegs benutzen. Das Kopfnicken gehört dazu.
Überholen
Zu wissen, wann Du ein anderes Fahrzeug sicher überholen kannst, ist wichtig, wenn Du außerhalb der Stadt unterwegs bist.
Obwohl das Gesetz vorschreibt, dafür die rechte Spur zu nutzen, tun das manche Fahrer auf der linken Spur.
Wenn Du in einer bergigen Gegend unterwegs bist, überhole nur, wenn die Straße wirklich frei ist. In ländlichen Gegenden solltest Du besonders auf Straßenhunde und Kinder achten. Sie können plötzlich auf die Straße laufen.
Viele Lkw-Fahrer in Thailand signalisieren, dass Du überholen darfst, indem sie schnell erst den linken und dann den rechten Blinker setzen. Dabei fahren sie manchmal auch leicht nach links.
Blinker benutzen
Wie in Deinem Heimatland solltest Du auch hier immer vor dem Abbiegen blinken. Erwarte aber nicht, dass andere Autofahrer das auch tun.
Abstand zu anderen Autos halten
Halte auch zu anderen Autos genug Abstand, besonders wenn Du hinter einem Taxi fährst. Taxis können manchmal ohne zu blinken abrupt anhalten, um Fahrgäste auf- oder absteigen zu lassen.
Warnblinkanlage (Notlicht)
Egal aus welchem Land Du kommst, wir kennen es wohl alle: dieses genervte Gefühl, wenn andere Fahrer ihre Warnblinkanlage zweckentfremden, etwa um illegal zu parken und schnell einen Kaffee zu holen.
Ich habe aber auch gelernt zu schätzen, wie Thailänder ihre Warnblinkanlage nutzen, um sich besser mit anderen Verkehrsteilnehmern zu verständigen.
Zum Beispiel setzen thailändische Fahrer die Warnblinkanlage ein, um andere vor Gefahren auf der Straße zu warnen oder um einen plötzlichen Nothalt im Verkehr anzukündigen. Siehst Du andere Fahrer mit der Warnblinkanlage blinken, achte auf Deine Umgebung. Wahrscheinlich wollen sie Dich vor einer möglichen Gefahr warnen.
Manche Fahrer nutzen die Warnblinkanlage auch, um kurz „Danke“ zu sagen, indem sie sie für eine Sekunde blinken lassen. Thailändische Fahrer setzen sie außerdem ein, wenn sie kurz halten oder gerade in einen Parkplatz einfahren.
Und wenn Du in eine Straße oder einen Parkplatz einbiegen möchtest, indem Du den entgegenkommenden Verkehr querst, verlangsamen manche Fahrer und setzen ihre Warnblinkanlage ein, um Dir (und den Fahrern hinter ihnen) zu signalisieren, dass Du vor ihnen abbiegen kannst.
Kopfnicken
Kopfnicken kommt meist bei Motorrädern zum Einsatz, da Du den Fahrer durch die getönten Scheiben Deines Autos oft nicht sehen kannst.
Nickt jemand mit dem Kopf nach oben, bedeutet das, dass er Dir die Vorfahrt gewährt. Du kannst mit einem kurzen Nicken nach unten antworten, um das anzuerkennen und Dich für die Vorfahrt zu bedanken. Umgekehrt siehst Du vielleicht auch andere Fahrer, die mit dem Kopf nach unten nicken, um anzuzeigen, dass sie die Vorfahrt selbst übernehmen.
Da die Vorfahrt oft nur locker geregelt ist, verlasse ich mich meistens auf gesunden Menschenverstand und Instinkt sowie darauf, mich mit anderen Verkehrsteilnehmern zu verständigen, um herauszufinden, wann ich fahren kann.
Parken
Viele Einkaufszentren bieten die ersten 15 Minuten bis zu zwei Stunden kostenloses Parken an. Danach kostet es je nach Standort etwa THB20 bis THB60 pro Stunde.
Wenn Du im Einkaufszentrum einen Mindestbetrag ausgibst, bekommst Du oft zusätzliche kostenlose Parkstunden. Heb einfach Deine Quittungen auf.
Parken auf der Straße
In weniger überlaufenen Städten und Provinzen kann das Parken ziemlich ungeregelt ablaufen.
Rot bemalte Bordsteine bedeuten Parkverbot, schwarz bemalte Bordsteine sind für das Parken vorgesehen, und gelb bemalte Bordsteine sind öffentlichen Bussen sowie 15-minütigen Be- und Entladezonen vorbehalten.
Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, dass jemand zu Dir kommt und THB10 oder THB20 fürs Parken auf der Straße verlangt.
Thailänder nennen diese Leute gerne die „Parkmafia“ (auch wenn sie völlig harmlos sind). Meistens handelt es sich um langjährige Anwohner, die auf das Parken in der Straße aufpassen.
Nutze Deinen gesunden Menschenverstand und achte auf Parkschilder und andere Parkvorschriften.
In größeren, überfüllten Städten kann das Parken zum Albtraum werden. Da weniger Platz zur Verfügung steht, achte auf Vorschriften wie Parkverbotsschilder und rot bemalte Bordsteine, und blockiere keine Einfahrten von Geschäften oder Wohnhäusern.
Parkverbotsschild
Es gibt auch ein Parkverbotsschild, das an bestimmten Tagen (etwa an geraden oder ungeraden Tagen) oder zu bestimmten Tageszeiten (morgens, nachmittags oder abends) das Parken erlaubt.

Auf diesem Parkverbotsschild steht, dass Du zwischen 06:00 und 09:00 Uhr sowie 16:00 und 20:00 Uhr nicht parken darfst, außer sonntags (an Sonntagen darfst Du also jederzeit parken).
Allerdings ist es nur auf Thai beschriftet. Kannst Du kein Thai lesen, orientiere Dich am besten daran, was andere Fahrer tun. Wenn dort geparkt wird, kannst Du wahrscheinlich auch parken. Im Zweifel frag jemanden, der in einem der Geschäfte in dieser Straße arbeitet.
Nicht alle Fahrer halten sich an Parkverbotsschilder. Manche parken trotzdem in einer verbotenen Zone. Folge also auf eigenes Risiko.
Strafzettel
Strafzettel sind nicht besonders häufig. Die Polizei stellt sie aber aus, wenn es angebracht ist.
Strafzettel gehen oft mit einer Reifenkralle der Polizei einher. Mir ist das einmal in Phuket passiert: Ich hatte in einer Parkverbotszone geparkt und fand zu meiner unangenehmen Überraschung eine Kralle am Reifen.
So stellt Thailand sicher, dass Du das Strafgeld zahlst. Du musst die zuständige Polizeistation kontaktieren und die Strafe zahlen, damit die Kralle entfernt wird.
Wenn ich mich richtig erinnere, musste ich THB500 für den Strafzettel bezahlen. Abgesehen von den Kosten kann das eine sehr stressige und unangenehme Erfahrung sein. Deshalb ist es immer besser, sich an die Parkvorschriften zu halten, um Kosten und Ärger zu vermeiden.
Fahren in verschiedenen Situationen
In diesem Abschnitt erfährst Du mehr über verschiedene Situationen beim Autofahren in Thailand.
Fahren auf der Autobahn
Anders als die riesigen drei- und vierspurigen Autobahnen, die sich durch die USA ziehen, sind Thailands Autobahnen meist zwei bis drei Spuren breit.
Während der Rushhour kann sich der Verkehr in Bangkok im Schneckentempo bewegen.
Ein wichtiger Punkt ist die richtige Nutzung der Überholspur in Thailand. Vorschriftsmäßig sollte die rechte Spur (die Überholspur) nur zum Überholen langsamerer Fahrzeuge genutzt werden.
Wenn jedoch ein stetiger Strom langsamerer Fahrzeuge auf der linken Spur unterwegs ist, nutze ich die Überholspur oft für längere Strecken der Autobahn.
Nach thailändischem Recht kann die unsachgemäße Nutzung der Überholspur aber zu einem Strafzettel führen.
Eine Faustregel lautet: Wenn Du auf der Überholspur fährst und das Auto hinter Dir schneller ist als Du, solltest Du die Spur wechseln und es vorbeilassen.
Im Zweifel versuche, Dich so gut wie möglich an die korrekten Regeln der Überholspur zu halten.
Fahren auf einer Schnellstraße (Expressway)
Es gibt eine Schnellstraße quer durch Bangkok sowie Mautstraßen in nahegelegene Provinzen wie Chonburi, Ranong und Kanchanaburi. Die Nutzung dieser Schnellstraßen kostet je nach Distanz zwischen THB20 und THB240.
Sei besonders vorsichtig auf einer Schnellstraße, da Thailänder dort wirklich schnell fahren können. Es gibt auch rücksichtslose Fahrer, die die Geschwindigkeitsbegrenzung überschreiten und ständig andere Autos überholen.
Als Faustregel gilt: Die rechte Spur ist nur zum Überholen da. Fährst Du also nicht schnell genug, nutze besser die mittlere Spur.
Trotzdem kannst Du Staus auf der Schnellstraße während der Rushhour nicht immer vermeiden. Manchmal ist der Verkehr auf der Schnellstraße sogar dichter als auf einer normalen Straße. Behalte Dein GPS im Blick.

Bei der Nutzung einer Schnellstraße kannst Du bar zahlen oder Dir einen Easy Pass fürs bargeldlose Bezahlen ins Auto einbauen lassen.
Durch kleine Sois fahren
Sois ziehen sich durch Thailands Städte.
Über Sois kannst Du den Verkehr auf den Hauptstraßen umgehen. Es gibt allerdings einige Nachteile und Dinge, auf die Du achten solltest.
Viele Sois sind sehr eng und nicht für größere Fahrzeuge geeignet. Zudem sind sie oft schlecht instand gehalten und voller Schlaglöcher. Am wichtigsten ist, dass sie viele unübersichtliche Kurven und Kreuzungen ohne Stoppschilder haben.
Hier zeigt sich, was Deine Erfahrung und Übung wert sind. Sei aufmerksam und achte auf andere Verkehrsteilnehmer, Straßenhunde und Fußgänger, die sich die Gasse mit Dir teilen.
Fahren bei starkem Regen
Wenn Du ganzjährig in Thailand lebst oder während der Monsunzeit hierher reist, kommst Du um Fahrten bei starkem Regen nicht herum.

Starker Regen in Thailand kann schlechte Sicht, Sturzfluten und schlechte Straßenverhältnisse verursachen.
Sei bei solchen Bedingungen besonders vorsichtig, fahre langsamer, sei extra achtsam und prüfe immer, ob die Scheibenwischer Deines Fahrzeugs funktionieren.
Das gilt besonders, wenn Du ein Fahrzeug mietest.
Einsatzfahrzeuge
In den meisten westlichen Ländern schreibt das Gesetz vor, dass alle anderen Fahrzeuge Platz machen müssen, damit ein Einsatzfahrzeug vorbeifahren kann.
Hier in Thailands Städten wird das Gesetz nicht immer eingehalten, einfach weil der Verkehr oft so dicht ist, dass die Fahrer nirgendwo hin ausweichen können. Meiner Beobachtung nach sind Einsatzfahrzeuge gut darin trainiert, sich durch dichten Verkehr zu manövrieren.
Auch wenn Du nicht vollständig ausweichen kannst, gib Dein Bestes, um Platz zu machen.
Navigation
Autofahren in Thailand zu lernen ist nur die halbe Miete.
Die Herausforderung, unbekannte Straßen und das endlose Labyrinth aus kleinen Sois und Nebengassen zu navigieren, während Du gleichzeitig auf andere mögliche Gefahren wie Schlaglöcher, Fußgänger und Motorräder achtest, kann anstrengend sein.

Zum Glück finde ich Google Maps sehr hilfreich. Aber es hat seine Grenzen. Klar, Google Maps bringt Dich an Dein gewünschtes Ziel. Allerdings führt es Dich nicht immer über die beste Route. Der Algorithmus von Google Maps versucht, die schnellste verfügbare Route zu wählen. Die schnellste Route ist aber nicht immer die einfachste.
Und weil manche Mautstraßen und Autobahnen über Hauptstraßen gebaut sind, hat Google Maps manchmal Schwierigkeiten zu erkennen, auf welcher Ebene Du Dich befindest, und bittet Dich, an Stellen ohne Auf- oder Abfahrt ein- oder auszufahren. In anderen Fällen fordert Google Maps Dich auf, eine Autobahn zu verlassen, nur um Dich später wieder auffordern zu lassen, aufzufahren.
In Thailand gelten sogar Sois auf Google Maps als Straßen. Oft schickt mich Google auf schmale, schwierige Straßen, die für größere Fahrzeuge nicht geeignet sind.
Das lässt sich beheben, indem Du in den Google-Maps-Einstellungen sicherstellst, dass die Route für Autos und nicht für Motorräder berechnet wird. Du kannst Google Maps auch so einstellen, dass Autobahnen und Mautstraßen vermieden werden.
Aber selbst mit den richtigen Einstellungen schickt Dich Google Maps immer noch gerne durch ungünstige Sois und Nebengassen.
Mein Rat: Überprüfe die vorgeschlagenen Routen von Google immer noch einmal und bleib nach Möglichkeit auf den Hauptstraßen statt auf Sois, besonders wenn Du ein größeres Fahrzeug fährst.
Wenn Du außerhalb von Bangkok unterwegs bist und die Gegend nicht kennst, solltest Du Routen mit vierstelligen Nummern meiden. Diese Nummern kennzeichnen ländliche Straßen, die möglicherweise nicht gut instand gehalten sind.
Umgang mit der Verkehrspolizei
Kommst Du aus einem westlichen Land, kennst Du wahrscheinlich das flaue Gefühl im Magen, wenn plötzlich blinkende Polizeilichter im Rückspiegel auftauchen.
In Amerika können selbst kleinste Verstöße teuer werden und weitere Folgen haben, etwa Punkte im Führerschein und höhere Versicherungsbeiträge.
Thailand geht die Durchsetzung der Verkehrsregeln jedoch anders an.
Polizeikontrollen
Statt Fahrzeuge anzuhalten, richtet die Polizei in der Stadt und auf großen Autobahnen Kontrollpunkte ein.
Sie kennen ihr Handwerk und platzieren die Kontrollpunkte meist an unübersichtlichen Kurven, wo sie schwer zu erkennen und schwer zu umgehen sind.
Auf Autobahnen befinden sie sich meist an Provinzgrenzen.
Siehst Du einen Fahrer im Gegenverkehr plötzlich mehrmals mit dem Fernlicht blinken, ist das ein informelles Zeichen, dass vor Dir eine Polizeikontrolle wartet.
An der Helmfarbe der Beamten kannst Du erkennen, um welche Art von Kontrolle es sich handelt.
- Weiße Helme tragen Verkehrspolizisten
- Goldene Helme tragen Beamte, die andere Gesetze durchsetzen, etwa im Bereich illegaler Substanzen, Utensilien und andere, schwerwiegendere Verstöße.
Der beste Weg, Ärger mit der Polizei zu vermeiden, ist, Dich so gut wie möglich an die Verkehrsregeln zu halten und den Beamten gegenüber immer höflich zu sein. Sie könnten auch nach Deinem Führerschein fragen.
Höflichkeit bringt Dich weit und wirkt sich beim Umgang mit der Polizei durchweg positiv aus.
Umgang mit Strafzetteln
Wenn Du öfter in Thailand fährst, wirst Du irgendwann einen Strafzettel bekommen. Verkehrsstrafen liegen meist zwischen THB500 und THB2.000, je nach Verstoß. Und Du hast sieben bis 14 Tage Zeit, um die Strafe zu zahlen.
Du kannst bei einer Polizeistation, einem Postamt zahlen oder Deine Banking-App unter dem Menüpunkt „Zahlung“ nutzen und dort „Royal Thai Police – Police Ticket“ auswählen.
Falls Du Deinen Strafzettel noch nicht bezahlt hast, kannst Du das online erledigen, gleichzeitig mit Deiner jährlichen Kfz-Steuer.
Beachte, dass es illegal ist, einen Polizeibeamten zu bestechen, um einen Strafzettel zu vermeiden. Wenn jemand die Transaktion aufzeichnet und an die richtige Stelle weitergibt, kannst Du dadurch in Schwierigkeiten geraten.
Bekommst Du einen Strafzettel und hast die Möglichkeit, ihn direkt vor Ort zu bezahlen, etwa an Autobahnkontrollen, achte immer darauf, dass Du eine offizielle Quittung für die Zahlung erhältst. Polizeibeamte können diese in den meisten Fällen direkt vor Ort ausdrucken.
Wenn Du zum Beispiel einen Strafzettel wegen eines fehlenden thailändischen Führerscheins bekommen hast und am selben Tag oder in der Nähe dieses Tages erneut angehalten wirst, kannst Du dem Polizeibeamten den Zettel zeigen. Meistens bekommst Du dann keinen weiteren Strafzettel für dasselbe Vergehen.
Erkläre einfach, dass Du dabei bist, das Problem zu lösen, egal ob es um einen fehlenden Führerschein, eine abgelaufene Prüfplakette oder etwas Ähnliches geht.
Verkehrskameras
Verkehrskameras stehen überall in Thailands Städten und auf Autobahnen, hauptsächlich um Fahrer zu erfassen, die die Geschwindigkeitsbegrenzung überschreiten.
Strafzettel werden an die im Fahrzeugschein hinterlegte Adresse geschickt und können je nach Verstoß zwischen THB500 und THB2.000 liegen.
Ich habe zum Glück noch nie persönlich einen Strafzettel per Post bekommen, aber Du hast dann sieben bis 15 Tage Zeit, um ihn zu bezahlen.
Weitere Tipps und Tricks fürs Autofahren
So chaotisch Autofahren in Thailand auch wirken mag, je vertrauter Du damit wirst, desto mehr merkst Du, dass hinter dem Chaos durchaus eine gewisse Ordnung steckt.
Hier noch ein paar zusätzliche Tricks, die Dir helfen, sicher in Thailand zu fahren.

1. Kenne die riskanten Gewohnheiten einheimischer Fahrer
Auf Thailands Autobahnen kann sich der Verkehr recht schnell bewegen, und die große Zahl an Rollern und Motorrädern erhöht die Zahl der beweglichen Faktoren, auf die Du achten musst.
Du wirst feststellen, dass Roller- und Motorradfahrer auf beiden Seiten überholen und unkonventionelle Wege durch den Verkehr nutzen, etwa kurzzeitig den Gehweg.
Und obwohl es ein Gesetz gegen die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer gibt, schreiben und telefonieren manche Leute trotzdem, sogar auf dem Motorrad.
Wenn Du Dir dieser riskanten Gewohnheiten bewusst bist, kannst Du Zusammenstöße besser vermeiden. Achte immer auf Deine Umgebung und auf Fahrer, die ihr Handy benutzen, die Spur wechseln, langsamer als der übrige Verkehr fahren oder seltener blinken.
2. Verstehe Thailands Straßenverkehrsordnung
Um in Thailand legal zu fahren, musst Du entweder einen thailändischen Führerschein oder einen gültigen internationalen Führerschein für die entsprechende Fahrzeugklasse bei Dir tragen. Die Anschnallpflicht gilt für den Fahrer und alle Insassen auf Vorder- und Rücksitzen.
Alle Roller- und Motorradfahrer sind zum Tragen eines Helms verpflichtet, auch wenn sich viele nicht daran halten. Die Blutalkoholgrenze liegt bei 50 mg pro 100 ml Blut. Sei sicherheitsbewusst: Trag immer einen Helm, nutze nach dem Trinken öffentliche Verkehrsmittel und schnall Dich an, auch wenn die Gesetze locker gehandhabt werden.
3. Kenne die Grundlagen
Du musst Dich beim Teilen der Straße in Thailand an alle Gesetze, Regeln und den gesunden Menschenverstand halten.
Thailand ist wie Großbritannien: Man fährt hier auf der linken Straßenseite. Kommst Du aber, wie die Mehrheit der Länder weltweit, aus einem Land mit Rechtsverkehr, musst Du Dich umgewöhnen.
Das ist besonders beim Abbiegen wichtig, damit Du nicht versehentlich in den Gegenverkehr abbiegst.
Außerdem solltest Du Dich immer an die Grundlagen halten, wie Ampeln, Tempolimits und allgemeine Höflichkeit. In Thailand sind jedoch manche Feinheiten, etwa wer Vorfahrt hat, bestenfalls Auslegungssache.
Anders gesagt: Statt Dich darauf zu verlassen, dass sich alle an ein festes Regelwerk halten, kommst Du beim Autofahren in Thailand am besten zurecht, wenn Du die gängigen Fahrgewohnheiten kennst und dabei gesunden Menschenverstand sowie ein waches Auge einsetzt.
4. Kenne den Weg
Nimm Dir jeden Tag die Zeit, die Route zu verstehen, die Du fahren wirst. Lass Dich nicht von Einbahnstraßen und knifflige Abzweigungen überraschen, wenn Dir wenig Zeit zum Reagieren bleibt.
Fahre mit dem Verkehrsfluss und bleib aufmerksam gegenüber kleineren Fahrzeugen wie Tuk-Tuks und Motorrädern. Außerdem solltest Du wissen, dass verschiedene Städte und Provinzen unterschiedliche Fahrstile und Umgangsformen pflegen.
Bangkok-Fahrer sind zum Beispiel eher aggressiv unterwegs und zeigen mehr von der hektischen Großstadtmentalität. Fahrer aus anderen Städten wie Chiang Mai haben dagegen einen entspannteren, gelasseneren Fahrstil.
Wenn Du von Stadt zu Stadt reist, versuche, Dich dem jeweiligen Fahrstil und der Mentalität anzupassen, um den Verkehrsfluss nicht zu stören.
5. Keine Eile, links halten
Thailändische Fahrer flitzen zwar gerne umher, hupen aber nicht und drängen langsamere Fahrer nicht zur Eile, solange diese links bleiben und den Verkehr an ihnen vorbeilassen.
Nutze das zu Deinem Vorteil, um vorsichtig und selbstbewusst zu fahren und Dir genug Zeit zu geben, um Abbiegungen, veränderte Straßenverhältnisse und die Reaktionen anderer Fahrer vorherzusehen.
Und jetzt bist Du dran
Wie ich zu Beginn des Artikels schon gesagt habe, ist Autofahren in Thailand nichts für schwache Nerven. Mit etwas Übung sollte ein selbstbewusster und motivierter Fahrer aber keine Probleme haben, hier zurechtzukommen.
Autofahren in Thailand ist zwar nicht unmöglich, aber die Herausforderungen sollten trotzdem nicht unterschätzt werden. Wie erfolgreich Du hier fährst, hängt letztlich von Deinem Selbstvertrauen, Deinen Fähigkeiten und Deiner Entschlossenheit ab.