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Wenn Du neu in Thailand bist, klingt die Vorstellung, hier selbst Auto zu fahren, gelinde gesagt einschüchternd.
Dichter Verkehr, verwirrende Straßen und ein Meer aus Motorrädern, die sich durch den Verkehr schlängeln, wirken auf den ersten Blick durchaus abschreckend. Für ungeübte Augen sieht Autofahren in Thailand chaotisch und gefährlich aus.
Vorsicht ist zwar angebracht, doch Autofahren in Thailand ist längst nicht so gefährlich, wie es oft dargestellt wird. Trotzdem ist es nichts für unerfahrene Fahrer: Es erfordert volle Aufmerksamkeit, Konzentration und ein gutes Gespür für das, was um Dich herum passiert.
In diesem Ratgeber beantworte ich die häufigsten Fragen und gebe Dir Tipps und Erfahrungswerte weiter, die ich beim Autofahren in Thailand gesammelt habe, damit Du im Land möglichst sicher unterwegs bist.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Mit welchem Führerschein darfst Du in Thailand fahren?
- Grundlagen der Autoversicherung für Fahrer
- Straßenzustand
- Wichtige Verkehrsvorschriften
- Herausforderungen
- Fahretikette und Gesten
- Parken
- Fahren in unterschiedlichen Situationen
- Navigation
- Umgang mit der Verkehrspolizei
- Weitere Tipps und Tricks
- Häufig gestellte Fragen
- Auf welcher Straßenseite fährt man in Thailand?
- Welche Dokumente muss ich beim Autofahren in Thailand mitführen?
- Wer hat an einer Kreuzung ohne Ampel oder Stoppschild in Thailand Vorfahrt?
- Sind die Straßen in Thailand sicher zu befahren?
- Muss ich beim Autofahren in Thailand Maut zahlen?
- Wie hoch ist das Tempolimit beim Autofahren in Thailand?
- Was soll ich tun, wenn ich an einer Polizeikontrolle in Thailand angehalten werde?
- Gibt es in Thailand eine gesetzliche Promillegrenze fürs Autofahren?
- Reicht mein ausländischer Führerschein allein aus, um in Thailand zu fahren?
- Was ist die Por-Ror-Bor-Versicherung und ist sie Pflicht?
- Brauche ich einen eigenen Führerschein, um in Thailand Motorrad zu fahren?
- Kann ich meinen ausländischen Führerschein in einen thailändischen umschreiben lassen?
- Zahlt meine Autoversicherung trotzdem, wenn ich ohne gültigen Führerschein fahre?
- Und jetzt bist Du dran
- Quellenangaben
Das Wichtigste in Kürze
- Um in Thailand legal Auto zu fahren, brauchst Du entweder einen Internationalen Führerschein (IDP) oder einen thailändischen Führerschein. Dein heimischer Führerschein allein reicht nicht aus, und ohne die passende Erlaubnis erlischt außerdem Dein Versicherungsschutz.
- In Thailand herrscht Linksverkehr mit Rechtslenkern. Wer aus einem Land mit Linksverkehr kommt, hat es leicht. Amerikaner und die meisten Europäer brauchen ein paar Wochen, bis sich das normal anfühlt.
- Die Vorfahrtsregelung an unmarkierten Kreuzungen ist in der Praxis wirklich mehrdeutig. Am sichersten fährst Du, wenn Du nie automatisch davon ausgehst, Vorfahrt zu haben: Warte, bis die Straße frei ist, oder bis Dir ein anderer Fahrer signalisiert, dass Du fahren kannst.
- Motorräder sind überall unterwegs und tauchen häufig im toten Winkel auf. Blinke immer und schau vor jedem Spurwechsel in die Spiegel, und halte extra Abstand zum Vordermann, da Taxis oft ohne Vorwarnung anhalten.
- Thailändische Fahrer nutzen die Warnblinkanlage als Kommunikationsmittel: um vor einer Gefahr zu warnen, um Danke zu sagen, um einen kurzen Stopp anzuzeigen oder um ein anderes Auto beim Abbiegen über den Gegenverkehr durchzuwinken.
- Vermeide es, nachts in unbekannten ländlichen Gegenden zu fahren: Die Straßenqualität sinkt, Soi-Hunde sind schwerer zu erkennen, und die meisten Schilder gibt es nur auf Thai.
- In der Regenzeit können Sturzfluten bestimmte Straßen und Sois unpassierbar machen. Fahr bei starkem Regen langsamer, prüfe vor der Fahrt, ob die Scheibenwischer funktionieren, und fahr nie durch sichtbar überflutete Abschnitte.
Mit welchem Führerschein darfst Du in Thailand fahren?
Um in Thailand zu fahren, brauchst Du entweder einen Internationalen Führerschein (IDP) oder einen thailändischen Führerschein.
Auch wenn Dir jemand erzählt, Du könntest mit Deinem heimischen Führerschein in Thailand fahren: Das ist illegal. Nach dem thailändischen Kraftfahrzeuggesetz kann das Fahren ohne jemals einen Führerschein erworben zu haben eine Geldstrafe von bis zu THB1.000 und sogar bis zu einen Monat Gefängnis nach sich ziehen, während schon das bloße Nichtmitführen des Führerscheins eine Geldstrafe von bis zu THB1.000 bedeutet.
Außerdem zahlen Versicherungen in Thailand nicht, wenn Du keinen thailändischen Führerschein oder internationalen Führerschein besitzt.
Manche Anbieter vermieten Dir auch kein Auto, wenn Du nur einen Führerschein aus Deinem Heimatland vorweisen kannst.
Wenn Dir zwei Räder lieber sind: Hier erfährst Du, wie Du ein Motorrad in Thailand kaufst.
Es gibt eine wichtige Ausnahme von dieser Regel: Du besitzt einen Führerschein aus einem der zehn ASEAN-Länder, etwa Malaysia, Singapur oder den Philippinen.
Wie lange Du bleibst, entscheidet, welcher Weg sinnvoll ist. Bist Du nur auf einem Kurztrip hier, reicht ein Internationaler Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949 zusammen mit Deinem Führerschein aus der Heimat. Für einen normalen Urlaub brauchst Du keinen thailändischen Führerschein.
Lässt Du Dich länger nieder, vor allem mit einem Non-Immigrant-Visum über die 90-Tage-Marke hinaus, ist ein thailändischer Führerschein die sicherere Option. Dafür gibt es zwei Wege:
- Deinen ausländischen Führerschein umschreiben lassen, wodurch Du die schriftliche und praktische Prüfung überspringst, falls Dein Heimatführerschein dafür qualifiziert.
- Die volle Prüfung ablegen, einschließlich schriftlicher Prüfung und praktischer Fahrprüfung, falls er nicht qualifiziert.
Dein erster thailändischer Führerschein ist zwei Jahre gültig, danach verlängerst Du ihn zu einem Fünf-Jahres-Führerschein. Die Gebühren sind moderat und ändern sich gelegentlich, also bestätige den aktuellen Betrag beim DLT. Als Richtwert kostet ein Fünf-Jahres-Autoführerschein etwa THB505 (eine THB500-Gebühr plus THB5 für das Formular) und ein Fünf-Jahres-Motorradführerschein etwa THB255.
Auto- und Motorradführerschein sind in Thailand getrennt. Ein Autoführerschein erlaubt Dir kein Motorradfahren und umgekehrt, also prüfe, ob Du den richtigen Motorradführerschein beantragst, falls Du damit fahren willst.
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Grundlagen der Autoversicherung für Fahrer
Jedes in Thailand zugelassene Fahrzeug muss eine Pflichtversicherung haben, bekannt als Por Ror Bor. Sie ist an das Fahrzeug gebunden, nicht an den Fahrer, und wird jedes Jahr zusammen mit der jährlichen Kfz-Steuer erneuert. Ein Fahrzeug ohne sie zu fahren, ist illegal.
Por Ror Bor zahlt nur bei Verletzung oder Tod von Unfallopfern. Schäden am eigenen Auto sind nicht abgedeckt, weshalb die meisten Fahrer zusätzlich eine freiwillige Police abschließen.
Freiwillige Autoversicherung in Thailand gibt es in mehreren Stufen:
- Klasse 1 deckt Dein eigenes Fahrzeug, Diebstahl, Feuer und Schäden an der Gegenpartei ab. Sie ist die umfassendste und teuerste Option.
- Klasse 2 und 2+ decken Diebstahl, Feuer und Schäden an der Gegenpartei ab, aber keinen selbstverschuldeten Unfall.
- Klasse 3 und 3+ decken nur Schäden an der Gegenpartei ab, die günstigste Option.
Wenn Du ein Auto mietest, statt Dein eigenes zu fahren, frag genau nach, was inbegriffen ist. Manche Mietwagenfirmen decken Dich nur mit der Pflichtversicherung Por Ror Bor ab und verlangen für eine umfassendere freiwillige Police extra.
Wie oben erwähnt, kann eine Fahrt ohne gültigen Führerschein eine freiwillige Versicherungsleistung ausschließen, selbst wenn Du für vollen Schutz bezahlt hast. Mehr dazu unter Por-Ror-Bor-Versicherung, einschließlich einer vollständigen Übersicht, was abgedeckt ist und wie Du Deine eigene Police prüfst.
Straßenzustand
Thailands Straßen sind größtenteils vergleichbar mit denen anderswo auf der Welt, solange Du nicht tief ins Hinterland fährst.
Natürlich hängt das davon ab, in welchem Landesteil Du unterwegs bist. Der Straßenzustand variiert von Stadt zu Stadt.
Hauptstraßen und Autobahnen sind in der Regel besser instand gehalten. Achte aber auf Unterschiede in weniger entwickelten Regionen, etwa auf Nebenstraßen und Inseln wie Koh Phangan oder anderen kleineren Inseln.

Egal auf welcher Straße Du unterwegs bist, achte immer auf schlechten Straßenzustand, Schlaglöcher, losen Kies und Schutt.
Fährst Du zum ersten Mal auf solchen Straßen, vermeide Nachtfahrten, um das Unfallrisiko zu senken.
Gefahr geht auch von streunenden Tieren aus, etwa Straßenhunden, die mitten auf der Fahrbahn liegen oder plötzlich vor fahrende Autos laufen. In Bangkok ist das mittlerweile kaum noch ein Problem, aber auf den Inseln und in ländlichen Gegenden Thailands ist es weiterhin verbreitet.
Straßenhunde sind in der Dämmerung besonders schwer zu erkennen, also halte jederzeit Ausschau nach ihnen.
Wichtige Verkehrsvorschriften
Wer aus einem anderen Land kommt, für den kann sich Autofahren in Thailand wie eine völlig andere Welt anfühlen, besonders wenn man aus dem Westen stammt. Zwar sind die Grundprinzipien dieselben, aber es gibt deutliche Unterschiede, die Du kennen solltest.
Schauen wir uns ein paar wichtige Unterschiede an, die bei der Umstellung aufs Autofahren in Thailand zur Herausforderung werden können.
Linksverkehr
Je nachdem, aus welchem Land Du kommst, ist das für Dich vielleicht gar kein großes Thema.

Kommst Du allerdings aus einem Land mit Rechtsverkehr, wie den USA, kann Dir das Fahren auf der linken Straßenseite anfangs ziemlich seltsam vorkommen.
Mich forderte nicht nur das Linksfahren, sondern auch das Lenkrad auf der rechten Fahrzeugseite. Am Anfang war das ehrlich gesagt ziemlich verwirrend, aber mit etwas Übung habe ich mich schnell daran gewöhnt.
Denk auch daran: Fährst Du in Thailand einen Schaltwagen, schaltest Du mit der linken statt mit der rechten Hand.
Wie in jedem Land gibt es auch hier in Thailand Verkehrsgesetze, Regeln und Vorschriften, an die man sich halten muss, damit alle sicher unterwegs sind.
Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen
Je nach Autobahnabschnitt liegt das Tempolimit zwischen 80 km/h und 120 km/h. Auf der Überholspur musst Du je nach Autobahn schneller als 90 km/h oder 100 km/h fahren.
Kannst Du das Tempolimit nicht einhalten, meide die Überholspur.
Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt
In Bangkok gilt auf den Hauptstraßen ein Tempolimit von 60 km/h, auch wenn das nicht immer klar ausgeschildert ist, während es in anderen Großstädten wie Chiang Mai und Phuket 80 km/h sind. Auf Wohnstraßen und kleineren Straßen solltest Du jedoch nicht schneller als 30 km/h fahren.
In der Praxis achtet in der Stadt kaum jemand auf Tempolimits. Und wegen des Verkehrs kommst Du sowieso selten schneller als 60 km/h voran.
Vorfahrtsregeln
Wer die Vorfahrt hat, ist manchmal reine Auslegungssache.
Ein Beispiel dazu:
In eindeutigen Situationen, etwa an Ampeln, ist die Vorfahrtsregel klar und folgt denselben Grundsätzen wie in jedem anderen Land.
Bei Kreuzungen ohne Ampel, an Stoppschildern und Kreisverkehren fällt es mir jedoch selbst nach vielen Jahren mit eigenem Auto und Fahrpraxis in Thailand schwer, eine eindeutige Antwort zu geben, wer Vorfahrt hat.
Es gibt zwar offizielle thailändische Gesetze, die die Vorfahrt in diesen Situationen regeln, doch meiner Beobachtung und Erfahrung nach hält sich kaum jemand an ein einheitliches Vorgehen.
Meine Faustregel in Thailand lautet: Geh nie davon aus, dass Du Vorfahrt hast. Warte stattdessen, bis Du sicher bist, dass es gefahrlos weitergeht. Manchmal helfen Dir auch Signale oder Gesten anderer Fahrer dabei zu erkennen, wann Du losfahren kannst.
Fahrbahnmarkierungen
Wie in den meisten Ländern zeigen Fahrbahnmarkierungen bestimmte Regeln an, etwa Wendespuren und Überholspuren. Achte auf durchgezogene Linien, denn sie verbieten Spurwechsel und Überholen. Manche Fahrer halten sich allerdings nicht daran.

Stoppschilder
Anders als in meinem Heimatstaat Kalifornien, wo man für einen sogenannten „Rolling Stop“ an einem Stoppschild belangt werden kann, sind Thailands Regeln zu Stoppschildern eher locker gefasst.
Aus meiner Erfahrung ist ein Stoppschild in Thailand eher eine Empfehlung, und Du solltest Dich bei der Annäherung an ein Stoppschild immer auf Dein eigenes Urteilsvermögen verlassen.
Kreuzungen ohne Stoppschild
Viele Sois und kleine Straßen haben gar kein Stoppschild. In diesem Fall ist es entscheidend, bei der Annäherung an solche Kreuzungen stets Dein eigenes Urteilsvermögen einzusetzen.
Herausforderungen
Autofahren in Thailand ist nicht einfach. Schauen wir uns die Herausforderungen an, die Dich auf der Straße erwarten.
Verkehr
Der Verkehr in Thailand kann generell überfordernd sein, besonders in Stadtgebieten von Provinzen wie Bangkok, Chiang Mai und Phuket.
Bist Du neu im Autofahren in Thailand, meide größere Städte, bis Du mehr Selbstvertrauen gewonnen hast.
Mein Rat: Übe zuerst in kleineren Bezirken und weniger belebten Provinzen, bevor Du Dich an den einschüchternden, dichten Stadtverkehr wagst.
Achte auf Motorräder
Bleiben wir beim Thema Verkehr: Achte auf die vielen unterschiedlichen Fahrzeugtypen, die sich die Straße teilen, von Motorrädern über Lastwagen bis hin zu Fahrrädern und Tuk-Tuks. Es ist entscheidend, sich jederzeit seiner Umgebung bewusst zu sein.
Zieh unbekannte Straßen, enge Sois (Gassen) und Motorräder, die sich durch den Verkehr schlängeln, in Betracht, und schon kann aus dem Traum vom Autofahren in Thailand ein Albtraum werden.

Wegen ihrer geringen Größe geraten Motorräder und Tuk-Tuks leicht in Deinen toten Winkel und werden übersehen.
Gewöhne Dir an, vor jedem Spurwechsel zu blinken und immer Spiegel sowie toten Winkel zu prüfen.
Soi-Hunde
Neben anderen Fahrzeugen auf der Straße solltest Du auch auf Soi-Hunde achten, besonders in kleinen Sois oder ländlichen Gegenden.
Die meisten Soi-Hunde sind zwar aufmerksam und weichen herannahenden Fahrzeugen aus, aber ich habe auch schon merkwürdiges Verhalten bei manchen Hunden beobachtet. Manche legen sich aus unerfindlichen Gründen genau mitten auf die Straße und können ziemlich stur sein, sich also weigern, sich zu bewegen.
Ein paar Hupsignale sollten meist reichen, aber verlass Dich nicht darauf, dass der Hund automatisch weggeht. Am besten fährst Du, wenn möglich, einfach um ihn herum.
Fahretikette und Gesten
Apropos Gesten: Auch wenn Autofahren in Thailand chaotisch wirken kann, ist die thailändische Kultur sehr höflich, und das spiegelt sich meist auch im Fahrstil wider. Grundloses Hupen und Fälle von Straßenwut sind ziemlich selten.
Natürlich gibt es immer Ausnahmen, wenn jemand einen schlechten Tag hat, und sich das dann auch im Fahrverhalten zeigt.
Du solltest Dich außerdem mit gängigen Gesten vertraut machen, die Fahrer in Thailand unterwegs verwenden. Das Kopfnicken ist eine davon.
Andere Fahrzeuge überholen
Zu lernen, wann Du sicher überholen kannst, ist wichtig, sobald Du außerhalb von Städten unterwegs bist.
Obwohl das Gesetz vorschreibt, dazu die rechte Spur zu nutzen, überholen manche Fahrer auf der linken Spur.
Fährst Du in einer bergigen Gegend, überhole nur, wenn Du siehst, dass die Straße frei ist. In ländlichen Gebieten sei besonders vorsichtig mit Straßenhunden und Kindern. Sie können plötzlich auf die Straße laufen.
Viele Lkw-Fahrer in Thailand signalisieren, dass Du überholen kannst, indem sie kurz den linken und dann den rechten Blinker setzen. Dabei fahren sie manchmal auch etwas nach links.
Blinker setzen
Wie in Deinem Heimatland solltest Du vor jedem Abbiegen blinken. Erwarte aber nicht, dass andere Autofahrer das auch tun.
Abstand zu anderen Fahrzeugen halten
Halte außerdem Abstand zu anderen Fahrzeugen, besonders wenn Du hinter einem Taxi fährst. Diese können abrupt und ohne Blinken anhalten, um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen.
Warnblinker
Egal aus welchem Land Du kommst, wahrscheinlich kennen wir alle den Ärger über Fahrer, die ihren Warnblinker missbräuchlich für Nicht-Notfälle nutzen, etwa beim illegalen Parken, nur um schnell einen Kaffee zu holen.
Ich habe jedoch gelernt zu schätzen, wie Thailänder den Warnblinker nutzen, um sich besser mit anderen Verkehrsteilnehmern zu verständigen.
Zum Beispiel nutzen thailändische Fahrer den Warnblinker, um andere vor möglichen Gefahren auf der Straße zu warnen oder einen plötzlichen Nothalt im Verkehr anzuzeigen. Siehst Du andere Fahrer mit Warnblinker, sei besonders aufmerksam. Wahrscheinlich wollen sie Dich vor einer möglichen Gefahr warnen.
Manche Fahrer nutzen den Warnblinker auch, um „Danke“ zu sagen, indem sie ihn kurz aufblinken lassen. Thailändische Fahrer schalten den Warnblinker außerdem ein, wenn sie kurz halten oder gerade einparken.
Und schließlich: Wenn jemand in eine Straße oder auf einen Parkplatz abbiegen will, indem er den Gegenverkehr kreuzt, verlangsamen andere Fahrer manchmal und setzen den Warnblinker, um Dir (und den Fahrern hinter ihnen) zu signalisieren, dass Du vor ihnen abbiegen kannst.
Kopfnicken
Kopfnicken kommt meist bei Motorrädern zum Einsatz, da Du den Fahrer eines Autos durch getönte Scheiben oft nicht sehen kannst.
Nickt jemand mit dem Kopf nach oben, bedeutet das, dass er Dir die Vorfahrt überlässt. Du kannst mit einem kurzen Nicken nach unten antworten, um das anzuerkennen und Dich für die Vorfahrt zu bedanken. Umgekehrt kann ein Nicken nach unten auch bedeuten, dass der andere selbst die Vorfahrt nimmt.
Da die Vorfahrtsregelung eher locker gehandhabt wird, verlasse ich mich meist auf gesunden Menschenverstand und Instinkt sowie auf die Verständigung mit anderen Verkehrsteilnehmern, um zu erkennen, wann es sicher ist, loszufahren.
Parken
Viele Einkaufszentren bieten die ersten 15 Minuten bis zwei Stunden kostenloses Parken an. Danach werden je nach Standort etwa THB20 bis THB60 pro Stunde berechnet.
Wenn Du im Einkaufszentrum einen Mindestbetrag ausgibst, bekommst Du oft zusätzliche Stunden gratis. Hebe dafür einfach Deine Kassenbons auf.
Parken am Straßenrand
In weniger belebten Städten und Provinzen geht es beim Parken manchmal ziemlich chaotisch zu.
Rot markierte Bordsteine bedeuten Parkverbot, schwarz markierte Bordsteine sind zum Parken vorgesehen, und gelb markierte Bordsteine sind für öffentliche Busse sowie 15-minütige Lade- und Entladezonen reserviert.
Es kommt allerdings öfter vor, dass jemand auf Dich zukommt und THB10 oder THB20 fürs Parken auf der Straße verlangt.
Thailänder nennen diese Leute scherzhaft „Parkmafia“ (auch wenn sie harmlos sind). Meist handelt es sich um langjährige Anwohner, die sich um das Parken auf der Straße kümmern.
Nutze gesunden Menschenverstand und achte auf Parkschilder und andere Parkvorschriften.
In größeren, überfüllten Städten kann das Parken zum Albtraum werden. Achte bei knappem Platzangebot auf Vorschriften wie Parkverbotsschilder und rot markierte Bordsteine, und blockiere keine Geschäfts- oder Wohneinfahrten.
Parkverbotsschilder
Es gibt auch Parkverbotsschilder, die das Parken nur an bestimmten Tagen (etwa an geraden oder ungeraden Tagen) oder zu bestimmten Tageszeiten (morgens, nachmittags oder abends) erlauben.

Auf diesem Parkverbotsschild steht, dass Du zwischen 06:00 und 09:00 Uhr sowie zwischen 16:00 und 20:00 Uhr nicht parken darfst, außer sonntags (dann darfst Du jederzeit parken).
Allerdings steht das nur auf Thai. Kannst Du kein Thai lesen, orientierst Du Dich am besten daran, was andere Fahrer tun. Parken sie dort, kannst Du das wahrscheinlich auch. Im Zweifel frag jemanden in einem der Geschäfte auf dieser Straße.
Nicht alle Fahrer halten sich an Parkverbotsschilder. Manche parken trotzdem im Verbotsbereich. Wenn Du ihrem Beispiel folgst, tust Du das auf eigenes Risiko.
Strafzettel
Strafzettel sind nicht besonders häufig. Die Polizei stellt sie aber aus, wenn es angebracht ist.
Zum Strafzettel gehört meist auch eine Reifenkralle. Mir ist das einmal in Phuket passiert: Ich parkte mein Auto in einer Parkverbotszone, und zu meiner unangenehmen Überraschung fand ich anschließend eine Kralle am Reifen.
So stellt Thailand sicher, dass Du das Bußgeld auch tatsächlich zahlst. Du musst die zuständige Polizeistation kontaktieren, die den Strafzettel ausgestellt hat, und dort zahlen, damit die Kralle entfernt wird.
Wenn ich mich richtig erinnere, musste ich damals THB500 für den Strafzettel zahlen. Abgesehen vom Geld ist das eine ziemlich stressige und unangenehme Erfahrung. Deshalb ist es immer am besten, sich an die Parkregeln zu halten, um Ärger und Kosten zu vermeiden.
Fahren in unterschiedlichen Situationen
In diesem Abschnitt geht es um verschiedene Situationen, denen Du beim Autofahren in Thailand begegnen kannst.
Fahren auf der Autobahn
Anders als die riesigen drei- und vierspurigen Highways, die sich in den USA über weite Strecken erstrecken, haben Thailands Autobahnen meist nur zwei bis drei Spuren.
Zur Rushhour kann sich der Verkehr in Bangkok im Schneckentempo bewegen.
Ein wichtiger Punkt ist die korrekte Nutzung der Überholspur in Thailand. Vorschrift ist, dass die rechte Spur (die Überholspur) nur zum Überholen langsamerer Fahrzeuge genutzt werden darf.
Herrscht auf der linken Spur jedoch durchgehend langsamer Verkehr, nutze ich die Überholspur oft über längere Strecken der Autobahn.
Nach thailändischem Recht kann die unsachgemäße Nutzung der Überholspur jedoch einen Strafzettel nach sich ziehen.
Als Faustregel gilt: Fährst Du auf der Überholspur und das Auto hinter Dir fährt schneller als Du, solltest Du die Spur wechseln und es vorbeilassen.
Im Zweifel versuche, die korrekten Regeln für die Überholspur so gut wie möglich einzuhalten.
Fahren auf einer Expressway
In Bangkok gibt es eine Expressway sowie Mautstraßen in nahegelegene Provinzen wie Chonburi, Rayong und Kanchanaburi. Die Nutzung dieser Expressways kostet je nach Entfernung zwischen THB20 und THB240.
Sei auf der Expressway besonders vorsichtig, denn Thailänder fahren dort oft sehr schnell. Es gibt auch rücksichtslose Fahrer, die das Tempolimit überschreiten und ständig andere Autos überholen.
Als Faustregel gilt: Die rechte Spur ist nur zum Überholen da. Fährst Du also nicht schnell genug, nutze besser die mittlere Spur.
Trotzdem kannst Du Staus auf der Expressway zur Rushhour nicht immer vermeiden. Manchmal ist der Verkehr auf der Expressway sogar dichter als auf einer normalen Straße. Wirf einen Blick aufs GPS.

Auf der Expressway kannst Du bar zahlen oder Dir einen Easy Pass fürs Auto zulegen und bargeldlos bezahlen.
Kleine Sois befahren
Sois durchziehen die Städte Thailands.
Sois zu nutzen kann helfen, den Verkehr auf Hauptstraßen zu umgehen. Es gibt aber viele Nachteile und Dinge, auf die Du achten solltest.
Viele Sois sind sehr eng und nicht für größere Fahrzeuge geeignet. Außerdem sind sie oft schlecht instand gehalten und voller Schlaglöcher. Am wichtigsten: Sie sind gespickt mit unübersichtlichen Kurven und Kreuzungen ohne Stoppschild.
Genau hier zahlt sich Deine gesamte Erfahrung und Übung aus. Sei aufmerksam gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, Soi-Hunden und Fußgängern, die sich die Fahrbahn teilen.
Fahren bei starkem Regen
Wenn Du ganzjährig in Thailand lebst oder das Land während der Monsunzeit besuchst, kommst Du um Fahrten bei starkem Regen nicht herum.

Starker Regen in Thailand kann zu schlechter Sicht, Sturzfluten und schlechtem Straßenzustand führen.
Neben allgemeiner Vorsicht rate ich Dir, langsamer zu fahren, besonders achtsam zu sein und immer zu prüfen, ob die Scheibenwischer Deines Fahrzeugs einwandfrei funktionieren.
Das gilt besonders, wenn Du ein Auto mietest.
Einsatzfahrzeuge
In den meisten westlichen Ländern schreibt das Gesetz vor, dass alle anderen Fahrzeuge Platz machen müssen, wenn ein Einsatzfahrzeug vorbeifahren will.
Hier in Thailands Städten wird das Gesetz nicht immer eingehalten, einfach weil der Verkehr oft so dicht ist, dass Fahrer gar keinen Platz zum Ausweichen haben. Meiner Beobachtung nach sind Einsatzfahrzeuge gut darin geschult, sich durch dichten Verkehr zu manövrieren.
Selbst wenn Du nicht vollständig ausweichen kannst, gib Dein Bestes, um Platz zu machen.
Navigation
Autofahren in Thailand zu lernen ist nur die halbe Miete.
Die Herausforderung, sich in unbekannten Straßen zurechtzufinden, ganz zu schweigen vom endlosen Labyrinth aus kleinen Sois und Nebengassen, und dabei gleichzeitig auf andere mögliche Gefahren wie Schlaglöcher, Fußgänger und Motorräder zu achten, kann anstrengend sein.

Zum Glück finde ich Google Maps sehr hilfreich. Aber es hat auch seine Grenzen. Ja, Google Maps bringt Dich an Dein gewünschtes Ziel. Es wählt aber nicht immer die beste Route. Der Algorithmus von Google Maps versucht, die schnellste verfügbare Route zu finden. Die schnellste Route ist aber nicht immer die einfachste.
Und weil manche Mautstraßen und Autobahnen über Hauptstraßen gebaut sind, hat Google Maps manchmal Schwierigkeiten zu erkennen, auf welcher Ebene Du Dich befindest, und fordert Dich auf, Straßen zu befahren oder zu verlassen, wo es gar keine gibt. In anderen Fällen bittet Dich Google Maps, eine Autobahn zu verlassen, nur um Dich später wieder aufzufordern, sie erneut zu befahren.
In Thailand gelten sogar Sois auf Google Maps als reguläre Straßen. Oft schickt mich Google auf schwierige, enge Straßen, die für größere Fahrzeuge nicht gut geeignet sind.
Abhilfe schafft es, in den Google-Maps-Einstellungen zu prüfen, ob die App auf Autos statt Motorräder eingestellt ist. Du kannst Google Maps außerdem so einstellen, dass es Autobahnen und Mautstraßen meidet.
Doch selbst mit den richtigen Einstellungen schickt Dich Google Maps immer noch gern durch ungünstige Sois und Nebengassen.
Mein Rat: Prüfe die von Google vorgeschlagenen Routen immer noch einmal und bleib, wenn möglich, auf den Hauptstraßen statt in Sois, besonders wenn Du ein größeres Fahrzeug fährst.
Fährst Du außerhalb Bangkoks und kennst die Gegend nicht, solltest Du Routen mit vierstelligen Nummern meiden. Diese Nummern kennzeichnen ländliche Straßen, die möglicherweise schlecht instand gehalten sind.
Umgang mit der Verkehrspolizei
Kommst Du aus einem westlichen Land, kennst Du wahrscheinlich das flaue Gefühl im Magen, wenn plötzlich blinkende Polizeilichter im Rückspiegel auftauchen.
In Amerika können selbst kleinste Verstöße teuer werden und weitere Folgen nach sich ziehen, etwa Punkte im Führerschein und höhere Versicherungsprämien.
Thailand geht bei der Durchsetzung von Verkehrsgesetzen jedoch einen anderen Weg.
Polizeikontrollen
Statt Fahrzeuge einzeln anzuhalten, richtet die Polizei in der Stadt und auf großen Autobahnen Kontrollpunkte ein.
Sie sind gut in ihrem Job und platzieren die Kontrollpunkte meist an unübersichtlichen Kurven, wo sie kaum zu erkennen und schwer zu umgehen sind.
Auf Autobahnen stehen sie meist an Provinzgrenzen.
Blinkt Dir ein entgegenkommender Fahrer plötzlich mehrmals mit der Lichthupe, ist das ein informelles Zeichen dafür, dass vor Dir eine Polizeikontrolle wartet.
An der Helmfarbe der Beamten erkennst Du, um welche Art von Kontrolle es sich handelt.
- Weiße Helme tragen Verkehrspolizisten
- Goldene Helme tragen Beamte, die andere Gesetze durchsetzen, etwa gegen illegale Substanzen, entsprechendes Zubehör und andere schwerwiegendere Vergehen.
Am besten vermeidest Du Ärger mit der Polizei, indem Du Dich so gut wie möglich an die Verkehrsregeln hältst und den Beamten gegenüber immer höflich bleibst. Sie können auch nach Deinem Führerschein fragen.
Höflichkeit bringt Dich weit und wirkt sich im Umgang mit der Polizei durchweg positiv aus.
Umgang mit Strafzetteln
Fährst Du regelmäßig in Thailand, bekommst Du irgendwann garantiert einen Strafzettel. Gängige Verstöße kosten mittlerweile deutlich mehr als früher: Geschwindigkeitsüberschreitung, das Überfahren einer roten Ampel oder Telefonieren am Steuer können jeweils bis zu THB4.000 kosten, während Fahren ohne Sicherheitsgurt oder Motorradhelm bis zu THB2.000 kostet. Trunkenheit am Steuer wird deutlich härter geahndet, mit THB5.000 bis THB20.000 sowie bis zu einem Jahr Gefängnis. Für die Zahlung eines Strafzettels hast Du sieben bis 14 Tage Zeit.
Du kannst auf einer Polizeistation, bei der Post zahlen oder Deine Banking-App nutzen: im Menü „Zahlung“ wählst Du „Royal Thai Police – Police Ticket“.
Hast Du Deinen Strafzettel noch nicht bezahlt, kannst Du das online gleichzeitig mit Deiner jährlichen Kfz-Steuer erledigen.
Bitte beachte: Versuchst Du, einen Polizisten zu bestechen, um einen Strafzettel zu vermeiden, ist das illegal. Nimmt jemand die Transaktion auf und teilt sie den richtigen Stellen mit, kann das für Dich ernste Konsequenzen haben.
Bekommst Du einen Strafzettel und kannst ihn direkt vor Ort bezahlen, etwa an einer Autobahnkontrolle, achte immer darauf, eine offizielle Quittung für die Zahlung zu bekommen. Polizisten können diese in den meisten Fällen direkt vor Ort ausdrucken.
Wenn Du zum Beispiel schon einmal einen Strafzettel bekommen hast, weil Du keinen thailändischen Führerschein hattest, und Du am selben Tag oder kurz danach erneut wegen desselben Vergehens angehalten wirst, kannst Du den Strafzettel vorzeigen, und der Beamte wird Dir höchstwahrscheinlich keinen weiteren ausstellen.
Sag ihm einfach, dass Du gerade dabei bist, das jeweilige Problem zu klären, sei es ein fehlender Führerschein, eine abgelaufene Prüfplakette oder etwas Ähnliches.
Verkehrskameras
Verkehrskameras stehen in Thailands Städten und an Autobahnen, hauptsächlich um Fahrer zu erwischen, die zu schnell fahren.
Strafzettel werden an die im Fahrzeugschein eingetragene Adresse geschickt und können bei Geschwindigkeitsverstößen je nach Überschreitung bis zu THB4.000 betragen.
Ich habe zum Glück noch nie persönlich einen Strafzettel per Post bekommen, aber Du hast dafür in der Regel sieben bis 15 Tage Zeit zum Zahlen.
Weitere Tipps und Tricks
Auch wenn Autofahren in Thailand chaotisch wirken kann, entdeckst Du mit wachsender Vertrautheit vielleicht doch ein gewisses System im Chaos.
Hier sind weitere Tricks, die Dir helfen, in Thailand sicher zu fahren.

1. Kenne die riskanten Gewohnheiten einheimischer Fahrer
Auf Thailands Autobahnen kann der Verkehr recht schnell fließen, und die vielen Roller und Motorräder erhöhen die Zahl der Faktoren, auf die Du achten musst.
Du wirst merken, dass Roller- und Motorradfahrer auf beiden Seiten überholen und ungewöhnliche Wege durch den Verkehr nutzen, etwa kurzzeitig den Gehweg.
Und obwohl es ein Gesetz gegen die Handynutzung am Steuer gibt, schreiben und telefonieren manche trotzdem, selbst beim Motorradfahren.
Kennst Du diese riskanten Gewohnheiten, kannst Du viele Zusammenstöße vermeiden. Achte immer auf Deine Umgebung und auf Fahrer, die am Handy sind, denn sie können unerwartet die Spur wechseln, langsamer als der übrige Verkehr fahren oder seltener blinken.
2. Verstehe Thailands Straßenverkehrsordnung
Um in Thailand legal zu fahren, musst Du entweder einen thailändischen Führerschein oder einen gültigen internationalen Führerschein für die Fahrzeugklasse, die Du fahren möchtest, mitführen. Die Gurtpflicht gilt für Fahrer und alle Insassen auf Vorder- und Rücksitzen.
Alle Roller- und Motorradfahrer müssen einen Helm tragen, auch wenn sich viele nicht daran halten. Die Promillegrenze liegt bei 50 mg pro 100 ml Blut, wobei für Fahrer unter 20 Jahren, Inhaber vorläufiger oder befristeter Führerscheine sowie unlizenzierte Fahrer eine niedrigere Grenze von 20 mg gilt. Sei sicher, trag immer einen Helm, nutze öffentliche Verkehrsmittel, wenn Du getrunken hast, und schnall Dich an, auch wenn die Gesetze locker gehandhabt werden.
3. Kenne die Grundlagen
Du musst Dich an alle Gesetze, Regeln und den gesunden Menschenverstand halten, wenn Du Dir in Thailand die Straße mit anderen teilst.
Thailand ist wie Großbritannien, wo Linksverkehr herrscht. Kommst Du aus einem der vielen anderen Länder mit Rechtsverkehr, musst Du Dich erst umgewöhnen.
Das ist besonders beim Abbiegen wichtig, damit Du nicht versehentlich in den Gegenverkehr abbiegst.
Außerdem solltest Du Dich stets an die Grundregeln halten, etwa Ampeln, Tempolimits und allgemeine Höflichkeit. In Thailand sind allerdings manche Feinheiten, wie die Vorfahrtsregelung, bestenfalls Auslegungssache.
Mit anderen Worten: Statt darauf zu vertrauen, dass sich alle an ein festes Regelwerk halten, fährst Du in Thailand am besten, wenn Du die gängigen Fahrgewohnheiten kennst, gesunden Menschenverstand einsetzt und aufmerksam bleibst.
4. Kenne den Weg
Nimm Dir jeden Tag Zeit, um die Route zu verstehen, die Du fahren wirst. Lass Dich nicht von Einbahnstraßen und knifflige Abzweigungen überraschen, wenn Dir wenig Zeit zum Reagieren bleibt. Kraftstoff findest Du leicht, mit Tankstellen entlang aller wichtigen Routen.
Fahr mit dem Verkehrsfluss mit und bleib aufmerksam gegenüber kleineren Fahrzeugen wie Tuk-Tuks und Motorrädern. Außerdem solltest Du wissen, dass unterschiedliche Städte und Provinzen unterschiedliche Fahrstile und Umgangsformen pflegen.
Fahrer in Bangkok sind zum Beispiel eher aggressiv unterwegs und zeigen mehr von der hektischen Großstadtmentalität. Fahrer in anderen Städten wie Chiang Mai haben dagegen einen entspannteren, gelasseneren Fahrstil.
Planst Du, von Stadt zu Stadt zu reisen, versuch, Dich an den Stil und die Mentalität der jeweiligen Stadt anzupassen, um den Verkehrsfluss nicht zu stören.
5. Nicht hetzen und rechts fahren
Thailändische Fahrer sausen zwar gern durch den Verkehr, aber sie hupen nicht und setzen langsamere Fahrer nicht unter Druck, solange diese rechts fahren und den Verkehr um sich herum vorbeilassen.
Nutze das zu Deinem Vorteil und fahr vorsichtig und selbstbewusst, mit genug Zeit, um Abbiegungen, veränderte Straßenverhältnisse und die Aktionen anderer Fahrer vorauszusehen.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind die Fragen, die am häufigsten zum Autofahren in Thailand gestellt werden.
Auf welcher Straßenseite fährt man in Thailand?
In Thailand herrscht Linksverkehr, das Lenkrad sitzt auf der rechten Fahrzeugseite. Fahrer aus Ländern mit Linksverkehr gewöhnen sich schnell daran. Fahrer aus den USA, den meisten europäischen Ländern und anderen Ländern mit Rechtsverkehr brauchen meist ein paar Wochen, um sich einzufinden, besonders beim Abbiegen.
Welche Dokumente muss ich beim Autofahren in Thailand mitführen?
Du brauchst entweder einen thailändischen Führerschein oder einen gültigen Internationalen Führerschein (IDP) für die Fahrzeugklasse, die Du fährst; ein Führerschein aus Deinem Heimatland allein reicht nicht aus. Führe außerdem das Fahrzeugregistrierungsdokument (oder Deinen Mietvertrag) sowie den Versicherungsnachweis mit, denn die Versicherung erlischt, wenn Du ohne den korrekten Führerschein oder die passende Erlaubnis fährst.
Wer hat an einer Kreuzung ohne Ampel oder Stoppschild in Thailand Vorfahrt?
Das ist in der Praxis wirklich mehrdeutig, auch wenn das thailändische Gesetz Vorfahrtsregeln festlegt. Am sichersten ist es, nie automatisch davon auszugehen, Vorfahrt zu haben: Warte, bis die Straße frei ist, oder achte auf das Signal eines anderen Fahrers, etwa ein Kopfnicken oder Winken, bevor Du weiterfährst.
Sind die Straßen in Thailand sicher zu befahren?
Hauptstraßen und Autobahnen sind meist gut instand gehalten und vergleichbar mit Straßen anderswo. Auf dem Land und auf kleineren Inseln wird der Zustand unberechenbarer, mit mehr Schlaglöchern, losem Kies und streunenden Tieren. Vermeide es, nachts unbekannte Landstraßen zu befahren, wenn Straßenqualität und Beleuchtung am schwersten einzuschätzen sind.
Muss ich beim Autofahren in Thailand Maut zahlen?
Bangkoks Expressways und die Mautstraßen zu nahegelegenen Provinzen erheben eine entfernungsabhängige Gebühr, etwa THB20 bis THB240 pro Fahrt. Du kannst bar an der Mautstation zahlen oder Dir einen Easy Pass für bargeldlose Zahlungen zulegen.
Wie hoch ist das Tempolimit beim Autofahren in Thailand?
Auf Autobahnen liegen die Tempolimits je nach Streckenabschnitt meist zwischen 80 km/h und 120 km/h. In Städten gilt in Bangkok auf Hauptstraßen ein Limit von 60 km/h, in Chiang Mai und Phuket 80 km/h, und auf Wohnstraßen 30 km/h. In den Städten werden diese Limits allerdings kaum durchgesetzt, und dichter Verkehr macht sie ohnehin oft irrelevant.
Was soll ich tun, wenn ich an einer Polizeikontrolle in Thailand angehalten werde?
Bleib ruhig, sei höflich und halte Deinen Führerschein bereit. Kontrollpunkte findest Du häufig an Autobahnen und an unübersichtlichen Kurven in der Stadt; Beamte mit weißen Helmen kümmern sich um die Verkehrsüberwachung, während goldene Helme auf Beamte hinweisen, die nach anderen Vergehen suchen. Höflichkeit bringt Dich meist weit.
Gibt es in Thailand eine gesetzliche Promillegrenze fürs Autofahren?
Ja. Das thailändische Recht legt eine Grenze für Fahren unter Alkoholeinfluss fest, allerdings variiert der genaue Grenzwert je nach Fahrerkategorie und wurde durch jüngere Gesetzesänderungen verschärft. Behandle daher jede veröffentlichte Zahl als etwas, das Du gegen eine offizielle Quelle gegenprüfen solltest. Am sichersten ist es, einfach nicht nach dem Trinken zu fahren und stattdessen ein Taxi, einen Fahrdienst oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Reicht mein ausländischer Führerschein allein aus, um in Thailand zu fahren?
Nein. Du brauchst entweder zusätzlich einen Internationalen Führerschein oder einen thailändischen Führerschein. Die Ausnahme sind Führerscheine aus anderen ASEAN-Ländern, die allein anerkannt werden.
Was ist die Por-Ror-Bor-Versicherung und ist sie Pflicht?
Por Ror Bor ist Thailands Pflichtversicherung für Kraftfahrzeuge. Jedes zugelassene Fahrzeug muss sie haben, und sie wird jedes Jahr zusammen mit der Kfz-Steuer erneuert. Sie deckt Verletzungen oder den Tod von Unfallopfern ab, nicht aber Schäden am eigenen Auto.
Brauche ich einen eigenen Führerschein, um in Thailand Motorrad zu fahren?
Ja. Ein Autoführerschein und ein Motorradführerschein sind getrennte Kategorien, und einer deckt den anderen nicht ab.
Kann ich meinen ausländischen Führerschein in einen thailändischen umschreiben lassen?
In den meisten Fällen ja. Wenn Dein Führerschein aus dem Heimatland für die Umschreibung qualifiziert, kannst Du die schriftliche und die praktische Prüfung überspringen. Qualifiziert er nicht, musst Du stattdessen die volle Prüfung ablegen.
Zahlt meine Autoversicherung trotzdem, wenn ich ohne gültigen Führerschein fahre?
Nicht zuverlässig. Versicherer in Thailand können eine Schadensmeldung ablehnen, selbst bei einer freiwilligen Police, für die Du bezahlt hast, wenn Du zum Unfallzeitpunkt ohne gültigen Führerschein oder IDP unterwegs warst.
Und jetzt bist Du dran
Wie ich am Anfang des Artikels erwähnt habe, ist Autofahren in Thailand nichts für schwache Nerven. Mit etwas Übung sollte aber ein selbstbewusster und motivierter Fahrer keine Probleme haben, im Land zurechtzukommen.
Autofahren in Thailand ist zwar nicht unmöglich, aber die Herausforderungen sollte man auch nicht unterschätzen. Wie erfolgreich Du hier fährst, hängt letztlich von Deinem Selbstvertrauen, Deinen Fähigkeiten und Deiner Entschlossenheit ab.
Quellenangaben
- Expressway Authority of Thailand: Gebühren für Expressways und Mautstraßen.
- Thailand Public Relations Department: Promillegrenzen und Strafen für Trunkenheit am Steuer.
- Department of Land Transport: Regeln zur Führerscheinvergabe und Verkehrsstrafen nach dem Kraftfahrzeuggesetz und dem Landstraßenverkehrsgesetz.