Bezahlbare Leistenbruch-OP in Pattaya: Die Erfahrung eines Lesers

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Ein Leser aus Pattaya berichtet aus erster Hand, wie er eine bezahlbare Leistenbruch-OP gefunden hat: Er vergleicht staatliche und private Krankenhäuser, kämpft sich durch eine verwirrende Versicherungssituation und landet schließlich im Petcharavej Hospital in Bangkok für 62.000 THB.

Wir hören von unseren Lesern immer wieder, wie sie sich in der Praxis durch das thailändische Gesundheitssystem navigieren. Diese Geschichte stammt von einem unserer Leser, der kürzlich auf der Suche nach einer bezahlbaren Leistenbruch-OP in Pattaya war und dabei zusätzlich mit einer frustrierenden Situation rund um seine Krankenversicherung zu kämpfen hatte.

Wenn Du Dich schon einmal gefragt hast, worin sich öffentliche und private Krankenhäuser in Thailand unterscheiden und welche Rolle die Krankenversicherung dabei spielt, gibt Dir dieser ausführliche Erfahrungsbericht einen guten Eindruck davon, was Dich erwartet.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Staatliche Krankenhäuser in Thailand sind deutlich günstiger als private, dafür musst Du mit langen Wartezeiten und begrenzter Verfügbarkeit von Fachärzten rechnen.
  • Die Kostenvoranschläge privater Krankenhäuser für eine Leistenbruch-OP in der Region Pattaya reichten von 62.000 THB in einer kleineren Einrichtung bis zu über 300.000 THB in einem großen Privatkrankenhaus.
  • Die Krankenversicherung deckt geplante chirurgische Eingriffe in Thailand möglicherweise nicht ab; kläre die Voraussetzungen für eine Vorabgenehmigung immer mit Deinem Versicherer, bevor Du weitermachst.
  • Kleinere Privatkrankenhäuser wie das Petcharavej in Bangkok können transparente Preise und solide Behandlung zu einem Bruchteil der Kosten von Luxuskliniken bieten.
  • Eine laparoskopische Leistenbruch-OP kostet in der Regel mehr als die offene Technik, bringt dafür aber eine kürzere Erholungszeit mit sich, also besprich beide Optionen mit Deinem Chirurgen.
  • Plane nach der Operation mindestens ein bis zwei Wochen Erholungszeit in Thailand ein, da die meisten Chirurgen davon abraten, unmittelbar nach dem Eingriff zu fliegen.
  • Reagiert ein Krankenhaus weder auf Anrufe noch auf E-Mails, ist ein persönlicher Besuch vor Ort oft die einzige zuverlässige Möglichkeit, um verlässliche Informationen zu bekommen und einen Termin zu vereinbaren.

Die Suche beginnt

Alles begann, als die Leistenbruch-Schmerzen unseres Lesers zunahmen. Ihm war klar, dass er das nicht länger ignorieren konnte, und so machte er sich auf die Suche nach einem Krankenhaus, in dem er sich zu einem vernünftigen Preis behandeln lassen konnte.

Ein Freund in Pattaya riet ihm, es zunächst mit einem staatlichen Krankenhaus zu versuchen, statt eines der neueren Privatkrankenhäuser zu wählen, die oft wie Luxushotels gestaltet sind und entsprechend hohe Preise verlangen.

Mithilfe der Krankenhausliste von Thailand Starter Kit prüfte er zunächst das Bang Lamung Hospital, eine bekannte staatliche Einrichtung in Pattaya. Dabei stieß er auch auf einen hilfreichen Hinweis zu öffentlichen Krankenhäusern:

„Staatliche Krankenhäuser behandeln auch Ausländer, verlangen dafür aber unter Umständen einen Aufpreis. Trotzdem sind sie noch immer deutlich günstiger als private Kliniken. Die Behandlung ist gut, allerdings solltest Du mit langen Wartezeiten rechnen, sowohl beim Arzttermin als auch bei einer geplanten Aufnahme. Manche Fachärzte sind nur an bestimmten Tagen verfügbar. Die meisten Ärzte sprechen Englisch, beim Pflege- und Verwaltungspersonal ist das aber nicht immer der Fall.“

Erster Besuch im Bang Lamung Hospital

Am 2. August ging er gemeinsam mit seiner thailändischen Verlobten ins Bang Lamung Hospital. Nachdem sie zwischen mehreren Abteilungen hin- und hergeschickt worden waren, erreichten sie schließlich das Büro der Chirurgen.

Dort erfuhren sie leider, dass bis zum 29. August kein Facharzt für Leistenbrüche verfügbar sei, denn erst dann würde der Spezialist wieder für Sprechstunden vor Ort sein. Ein Operationstermin ließe sich erst nach diesem Beratungsgespräch vereinbaren.

Obwohl er das Krankenhaus bereits am 2. August besuchte, war sein Termin beim Leistenbruch-Spezialisten erst am 29. August.
Obwohl er das Krankenhaus bereits am 2. August besuchte, war sein Termin beim Leistenbruch-Spezialisten erst am 29. August.

Das war frustrierend, zumal die Schmerzen immer schlimmer wurden. Am nächsten Tag rief seine Verlobte im Krankenhaus an, um den Namen des Chirurgen zu erfahren, doch niemand ging ans Telefon. 

Später stellten sie fest, dass das Krankenhaus Anfragen nur per Fax entgegennahm, nicht per E-Mail. Doch selbst die Versuche, ein Fax zu senden, scheiterten an technischen Problemen.

Verwirrung mit der Krankenversicherung

Parallel dazu versuchte er herauszufinden, ob seine Krankenversicherung die Kosten übernehmen könnte. Er ging davon aus, dass sie für staatliche Krankenhäuser wie das Bang Lamung Hospital gedacht sei.

Das Bang Lamung Hospital ist eindeutig als staatliches Krankenhaus gelistet. Als er sich jedoch an seinen Versicherer wandte, war die Antwort alles andere als hilfreich.

Ich habe ein Ablehnungsschreiben zu meinem ES-Plan erhalten. Ich habe keine Ahnung, was ein ES-Plan überhaupt ist. Sie teilten mir lediglich mit, dass alle geplanten stationären und ambulanten Operationen vorab von ihnen genehmigt werden müssen, bevor man behandelt wird. Weitere Erklärungen oder Hinweise gab es nicht.“

Das ließ ihn verwirrt und im Stich gelassen zurück.

Mein Eindruck ist, dass diese Krankenversicherung in Thailand praktisch unbrauchbar ist. Am besten kündigt man sie gleich. Die Firma gibt unverständliche Antworten und zahlt nicht. Wenn ich ihnen schreibe und um Hilfe bitte, bekomme ich nur eine Ablehnung und überhaupt keine Anleitung.

Er steht weiterhin mit seinem Versicherer wegen des Antrags in Kontakt, und wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald wir vom Ergebnis erfahren.

Auf der Suche nach Alternativen

Da es beim Bang Lamung Hospital kaum vorwärtsging und die Versicherung nicht half, begann er, Kliniken und Krankenhäuser in ganz Pattaya und Bangkok zu kontaktieren. Für Expats, die bereit sind, in die Hauptstadt zu reisen, lohnt sich ein Blick auf staatliche Universitätskliniken wie das Chulalongkorn Hospital, da diese Ausländern oft günstigere Preise bieten als die meisten Privatkliniken.

Außerdem wandte er sich an das Bangkok Pattaya Hospital, eines der größten und modernsten Privatkrankenhäuser der Region. Der Kostenvoranschlag lag jedoch bei rund 300.000 THB (etwa 7.055 €) und damit weit über dem, was er sich leisten konnte.

Schließlich wandte er sich an MediGence, einen medizinischen Vermittlungsdienst, der ihm allgemeine Preisinformationen gab:

  • Leistenbruch-OP: ab rund 2.125 €
  • Laparoskopische Leistenbruch-OP: in der Regel zwischen 2.125 € und 5.100 €

Andere Quellen nannten Kosten von bis zu 14.450 €, je nach Krankenhaus und Verfahren.

Diese Preise waren ihm immer noch zu hoch, also suchte er weiter nach Alternativen.

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Interessant zu lesen: Was kostet die Gesundheitsversorgung in Thailand? Eine vollständige Aufschlüsselung

Die Entdeckung des Petcharavej Hospital

Bei seiner Online-Recherche stieß er auf das Petcharavej Hospital in Bangkok. Anders als viele Privatkliniken, die nur spärliche Informationen lieferten, bot Petcharavej ausführliche Erklärungen zu Leistenbrüchen, den OP-Verfahren und vor allem transparente Preise.

Quittung für die Leistenbruch-OP im Petcharavej Hospital.
Quittung für die Leistenbruch-OP im Petcharavej Hospital.

Das Petcharavej ist kein modernes Luxuskrankenhaus, sondern eine bereits 50 Jahre alte Einrichtung, die sich auf unkomplizierte, bezahlbare Behandlungen konzentriert. Der Kostenvoranschlag für die Leistenbruch-OP mit offener Technik, einseitig, lag bei 62.000 THB (etwa 1.445 €) und damit deutlich unter anderen privaten Angeboten, ja sogar nur einem Bruchteil des Angebots vom Bangkok Pattaya Hospital.

Randnotiz: Wir kennen außerdem jemanden, der sich beidseitig laparoskopisch am Leistenbruch operieren ließ, und zwar in einem gewöhnlichen Privatkrankenhaus. Selbst mit thailändischer Sozialversicherung musste er zusätzlich noch 50.000 THB aus eigener Tasche zahlen.

Der Tag der Operation

Nachdem er das nötige Geld zusammengekratzt hatte, fuhr er mit dem Taxi nach Bangkok, um sich operieren zu lassen. Bei seiner Ankunft führte das Krankenhaus zunächst eine gründliche Voruntersuchung durch.

Am 26. August wurde er operiert.

Aktuell befindet er sich noch in der Genesung, trägt einen Verband an der Leiste und wird in Kürze zur Entfernung wiederkommen.

Erkenntnisse für andere Expats

Diese Erfahrung zeigt einige wichtige Punkte für Expats, die in Thailand eine Operation oder spezialisierte Behandlung suchen:

  • Staatliche Krankenhäuser sind günstiger, aber Du musst mit langen Wartezeiten und eingeschränktem Zugang zu bestimmten Fachärzten rechnen.
  • Private Krankenhäuser bieten eine schnellere Behandlung, aber die Preise können stark variieren: von 60.000 THB bis weit über 300.000 THB, je nach Krankenhaus und Eingriff.
  • Die Krankenversicherung hilft nicht immer. Wenn Du Dich auf Deine Versicherung verlassen willst, solltest Du genau verstehen, was sie abdeckt und wie Ansprüche genehmigt werden, und einen zuverlässigen Anbieter wählen, der Erfahrung mit Expat-Ansprüchen hat. Hier findest Du einen ausführlichen Artikel darüber, wie Du in Thailand eine Krankenversicherung abschließt.
  • Kleinere, nicht auf Luxus ausgelegte Privatkrankenhäuser wie Petcharavej können ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten: gute Behandlung zu deutlich niedrigeren Preisen als bei großen Privatkliniken.
  • Die Kommunikation kann schwierig sein. Manche Krankenhäuser reagieren schlecht auf Anfragen per Telefon oder E-Mail, weshalb es sich lohnt, wenn möglich persönlich vorbeizugehen.

Wenn Du vor einer ähnlichen Situation stehst, lohnt es sich, sowohl staatliche als auch private Optionen zu prüfen und notfalls bereit zu sein, nach Bangkok oder in eine andere Großstadt zu reisen.

Für alle mit internationaler Krankenversicherung ist diese Geschichte auch eine Erinnerung daran, einen zuverlässigen Krankenversicherer mit nachweislich guter Bilanz zu wählen, damit Du nicht ausgerechnet dann Tausende von Dollar aus eigener Tasche zahlen musst, wenn es wirklich darauf ankommt.

Tipp: Wenn Du einen ähnlichen Eingriff planst, solltest Du auch Zeit für die Genesung einplanen. Bei einer offenen Leistenbruch-OP brauchst Du in der Regel mindestens eine Woche, bevor Du bequem reisen kannst, und die meisten Chirurgen raten für zwei bis vier Wochen nach der Operation von Flügen ab. Expats in Reddit- und Thailand-Facebook-Gruppen berichten häufig, davon überrascht worden zu sein, weil sie angenommen hatten, schon wenige Tage nach der Entlassung nach Hause fliegen zu können.

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