Das Wichtigste in Kürze
- Thailand zählt zu den führenden Zielen für Medizintourismus in Asien: international akkreditierte Krankenhäuser, englischsprachiges Personal und Behandlungen, die 60 bis 80 Prozent weniger kosten als in den USA.
- Top-Privatkliniken wie Bumrungrad, Bangkok Hospital und Samitivej tragen die Akkreditierung der Joint Commission International (JCI) und arbeiten mit derselben Diagnosetechnik wie führende westliche Häuser.
- Beispielhafte Preisvergleiche: Ein Herzbypass kostet in Thailand rund 17.000 € (ca. 20.000 US$), in den USA rund 104.550 € (ca. 123.000 US$); Zahnimplantate liegen bei etwa 1.462 € (ca. 1.720 US$) gegenüber 2.125 € (ca. 2.500 US$).
- Medizintourismus-Pakete bündeln mehrere Behandlungen zu einem Gesamtpreis und sind besonders bei Schönheitsoperationen, Zahnbehandlungen und Gesundheits-Check-ups verbreitet. Kläre vor der Buchung immer genau, was im Preis enthalten ist.
- Die Wahl des richtigen Arztes ist genauso wichtig wie die Wahl des Krankenhauses. Recherchiere die Qualifikationen, die Ausbildung und den Schwerpunkt deines Facharztes.
- Plane über die Behandlung hinaus: Flüge, Unterkunft, Genesungszeit und Nachsorgetermine erhöhen die Gesamtkosten, selbst zu thailändischen Preisen.
- Viele thailändische Ärzte haben an westlichen Kliniken oder Universitäten ausgebildet und sind sowohl von thailändischen als auch internationalen Ärztekammern zertifiziert.
Für eine medizinische Behandlung ins Ausland zu reisen, klang vor zehn Jahren noch nach einer ungewöhnlichen Idee.
Doch dank hochwertiger Gesundheitsversorgung, exzellenter Einrichtungen, erschwinglicher Preise und dem besonderen Flair des Landes des Lächelns ist Thailand das Ziel für medizinische Behandlungen.
Dieser Guide zeigt dir, wie du deine medizinische Reise vorbereitest, den richtigen Arzt und das passende Krankenhaus findest und das Beste aus deinem Aufenthalt in Thailand herausholst.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Warum Thailand?
- Häufige Behandlungen
- Das richtige Krankenhaus für den Medizintourismus finden
- Ein Visum beantragen
- Deine Versicherung kontaktieren
- Kreditkartenunternehmen informieren
- Einen Reisebegleiter finden
- Unterkunft in Thailand
- Updates von der Botschaft einholen
- Die Behandlung durchführen lassen
- Deine Behandlung bezahlen
- Die Nachsorge
- Eine Warnung zum Medizintourismus
- Und jetzt du
Warum Thailand?
Thailand hält einen bedeutenden Marktanteil im medizinischen Tourismus Asiens, und die niedrigen Lebenshaltungskosten des Landes machen es bei Expats, die eine Gesundheitsversorgung suchen, besonders beliebt.
Es gibt aber noch viele weitere Gründe, sich für Thailand als Ziel für die medizinische Behandlung zu entscheiden. Hier ein paar davon.
Preise
Ein wichtiger Punkt beim Medizintourismus ist, wie viel deine Behandlung tatsächlich kostet.
Selbst mit Flugkosten, Hotel und den täglichen Ausgaben in Thailand ist eine medizinische Behandlung dort immer noch günstiger als in den USA.
Hier ein Preisvergleich wichtiger Eingriffe zwischen Thailand und den USA:
| Behandlung | USA | Thailand |
|---|---|---|
| Herzbypass | 104.550 € (ca. 123.000 US$) | 17.000 € (ca. 20.000 US$) |
| Herzklappenersatz | 144.500 € (ca. 170.000 US$) | 21.420 € (ca. 25.200 US$) |
| Hüftgelenkersatz | 34.309 € (ca. 40.364 US$) | 14.450 € (ca. 17.000 US$) |
| Zahnimplantat | 2.125 € (ca. 2.500 US$) | 1.462 € (ca. 1.720 US$) |
| Brustimplantate | 5.440 € (ca. 6.400 US$) | 3.400 € (ca. 4.000 US$) |
| Gebärmutterentfernung | 13.090 € (ca. 15.400 US$) | 4.250 € (ca. 5.000 US$) |
Standards
Nur weil du in Thailand weniger für die Gesundheitsversorgung zahlst, heißt das nicht, dass die Qualität niedriger ist.
Es gibt viele exzellente Privatkliniken in Thailand, darunter Bangkok Hospital, Bumrungrad Hospital, Samitivej und Phyathai Hospital, die für ihren hohen Servicestandard und ihre erstklassige Ausstattung bekannt sind.

Komfort und Service in diesen gehobenen Kliniken sind erstklassig und entsprechen internationalem Standard.
Diese Krankenhäuser bieten in der Regel Folgendes:
- Zimmer im 5-Sterne-Studio-Format
- gut ausgestattete Suiten
- modernste Medizintechnik
- hoch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal
- englischsprachiges Personal
Ärzte
Thailändische Ärzte erfüllen die Anforderungen weltweit anerkannter Ärztekammern und sind absolut in der Lage, eine hochwertige Versorgung zu bieten. Viele von ihnen haben in westlichen Kliniken studiert und sich dort weitergebildet.
Service
Die Servicequalität vieler thailändischer Krankenhäuser steht der in westlichen Ländern in nichts nach.
Viele thailändische Privatkliniken sind von der Joint Commission International akkreditiert und tragen das Zertifikat der International Organization for Standardization nach ISO 9001:2000.
Die JCI ist eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die Gesundheitseinrichtungen zertifiziert, sofern sie strenge Standards bei Patientenversorgung und Behandlungsqualität erfüllen.

Der Medical Council of Thailand, das Pendant zur American Medical Association, motiviert viele Krankenhäuser dazu, eigene Qualitätskontrollen durchzuführen.
Diese Akkreditierungen klingen auf dem Papier gut, aber was bedeuten sie konkret für dich?
Im Grunde bedeutet es, dass du in Einrichtungen behandelt wirst, die lokale und internationale Gesundheitsstandards erfüllen. Viele Menschen wünschen sich sogar, die Krankenhäuser in ihrer Heimat wären so gut wie die in Thailand.
Pakete
Ein weiterer Vorteil des Medizintourismus in Thailand: Du kannst Behandlungspakete statt einzelner Eingriffe buchen.
Behandlungspakete kombinieren mehrere medizinische Leistungen, die du in einem Aufenthalt bekommst und bezahlst. Der Preis deckt in der Regel alle medizinischen Kosten und Klinikgebühren ab.
Am besten klärst du direkt mit der Klinik, was im Paketpreis enthalten ist.
Egal ob Schönheitsoperation, Zahnbehandlung, allgemeine Chirurgie, Gesundheits-Check-up oder eine spezialisierte Behandlung: Ein Behandlungspaket lohnt sich fast immer nachzufragen.
Manche Krankenhäuser bieten Pakete speziell für Medizintouristen an. In anderen Fällen ist es eine Medizintourismus-Agentur, die diese Pakete zusammenstellt.
Behandlungspakete sind besonders bei Schönheitsoperationen und Zahnbehandlungen üblich, werden aber auch für andere medizinische Eingriffe angeboten.
Manche Agenturen bieten Pakete ausschließlich über ihre Partnerkliniken an.
Manche Medizintourismus-Agenturen arbeiten sogar ausschließlich mit ein oder zwei Kliniken zusammen.
Das ist bei Kliniken oder kleineren Praxen mit spezialisierten Behandlungen üblich.
Größere Medizintourismus-Agenturen kooperieren dagegen eher mit bekannten Kliniken wie Samitivej und Bumrungrad.
Reiseziel
Thailand ist das beliebteste Reiseland im asiatisch-pazifischen Raum, und Bangkok die meistbesuchte Stadt.
Über 30 Millionen Touristen besuchten Thailand jährlich, und diese Zahl dürfte weiter steigen.
Was Thailand aber besonders attraktiv für Medizintourismus macht, ist:
- die lebendige Kultur
- die köstliche Küche
- exotische Orte
- beeindruckende historische Sehenswürdigkeiten
- exzellenter Gastgewerbe-Service
- schöne und gut erreichbare Einkaufszentren
- zahlreiche kleine Annehmlichkeiten
Häufige Behandlungen
Hier sind einige der häufigsten medizinischen Behandlungen, die du in Thailand bekommst, samt Infos zu den durchschnittlichen Kosten.
Gesundheits-Check-ups
Gesundheits-Check-ups werden in vielen Kliniken in Bangkok und anderen großen Städten Thailands angeboten.
Aber warum extra nach Thailand fliegen für einen allgemeinen Check-up?
Aus denselben Gründen, aus denen man auch für chronische Erkrankungen oder komplizierte Eingriffe fliegen würde:
- günstigere Preise
- kürzere Wartezeiten
- mehr Komfort
Thailändische Krankenhäuser sind auf Komfort ausgerichtet, und für viele Medizintouristen ist das Grund genug, nach Thailand zu fliegen, um sich einem umfassenden Check-up zu unterziehen.

Die Preise beginnen bei 170 € (ca. 200 US$), je nachdem, ob es sich um einen einfachen jährlichen Check-up oder einen umfassenderen Executive-Check-up handelt.
Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Guide zu Gesundheits-Check-ups.
Herzkrankheiten
Thailändische Krankenhäuser bieten eine Reihe von Behandlungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an, darunter:
- koronare Herzkrankheit
- angeborene Herzfehler
- Herzrhythmusstörungen
- Herzinsuffizienz
- und weitere Herzerkrankungen
Kliniken in Bangkok, Pattaya, Chiang Mai und Phuket bieten kleinere und größere Eingriffe an, darunter:
- Herzbypass-Operationen
- Herzklappenersatz
- koronare Angioplastie
- Koronarangiografie
- Herzoperationen am offenen Herzen
- koronare Bypass-Operationen bzw. Herzchirurgie
- und weitere Eingriffe
Für eine Herzoperation bieten Privatkliniken Pakete für rund 17.850 € (ca. 21.000 US$) an.
Vergleichbare Pakete kosten in den USA mindestens 68.000 € (ca. 80.000 US$).
Weitere thailändische Krankenhäuser, die Herzbehandlungen anbieten, sind:
Krebs
Thailand ist bei Medizintouristen auch für erschwingliche Krebsbehandlungen beliebt, darunter:
- Chemotherapie
- Strahlentherapie
- Operationen
Wie lange eine Chemotherapie dauert, hängt von der Krebsart und dem Stadium ab sowie davon, ob du ein paar Tage oder mehrere Wochen in Thailand verbringen möchtest.
Thailand eignet sich hervorragend, um ein paar Tage zur Erholung zu verbringen und einen Chemo-Zyklus abzuschließen.
In Bangkok gibt es Kliniken, die eine integrative Krebsbehandlung anbieten, falls du diesen Ansatz in Betracht ziehen möchtest.
Erfahrene Onkologen und Spezialisten findest du in vielen Privatkliniken Thailands:
- Aek Udon International Hospital
- Bangkok Christian Hospital
- Bangkok Hospital
- Bangkok Hospital Pattaya
- Bangkok Hospital Phuket
- BNH Hospital
- Bumrungrad Hospital
- Chaophya Hospital
- Chiang Mai Ram Hospital
- Chonburi Hospital
- Vejthani Hospital
Die Preise in staatlichen Krankenhäusern sind deutlich niedriger, allerdings sind auch die Wartezeiten länger.
Suchtbehandlung
Suchtbehandlungen werden auch in mehreren thailändischen Städten, Provinzen und auf verschiedenen Inseln angeboten.
Viele thailändische Suchtkliniken beschäftigen englischsprachige Psychiater, Therapeuten und Pflegepersonal.
Sie bieten Unterbringung mit vollständigen Entgiftungsprogrammen, eine Auswahl an Mittelklasse- bis Luxusunterkünften sowie zahlreiche Annehmlichkeiten.
Solche Einrichtungen findest du in Bangkok, Chiang Mai und Koh Chang.
Die natürliche Schönheit und relative Ruhe einer Stadt wie Chiang Mai machen sie zu einem idealen Ort für die Behandlung von Suchterkrankungen.
Auch die Behandlung selbst ist in einer thailändischen Einrichtung deutlich günstiger. Ein einmonatiger Aufenthalt kostet im Schnitt 8.500 € bis 12.750 € (ca. 10.000 bis 15.000 US$). Das ist weit günstiger als in den USA, wo ein vergleichbares Reha-Zentrum leicht über 68.000 € (ca. 80.000 US$) im Monat kosten kann.
Rehabilitation
Ob Physio- und Ergotherapeuten, Orthopädietechniker oder Logopäden: Thailand hat sie alle, in den Privatkliniken des Landes.
Rehabilitationsmedizin wird in diesen thailändischen Krankenhäusern angeboten:
- Bangkok Hospital
- Bangkok Hospital Pattaya
- Bangkok Hospital Samui
- BNH Hospital
- Bumrungrad Hospital
- Chaophya Hospital
- Chiang Mai Ram Hospital
- Mission Hospital
- Ramkamhaeng Hospital
- Piyavate Hospital
- Praram 9 Hospital
- Saint Louis Hospital
- Samitivej Hospital
- Wattana International Clinic
In ganz Thailand gibt es zertifizierte Spezialisten, die Rehabilitationsleistungen für neurologische Erkrankungen anbieten, darunter:
- Parkinson-Krankheit
- Schlaganfälle
- Rückenmarksverletzungen
- Hirnverletzungen
- neuromuskuläre Erkrankungen
- koronare Herzerkrankungen
- Lungenerkrankungen
- gynäkologische Erkrankungen
Rekonstruktive Chirurgie
Rekonstruktive Eingriffe stellen die normale Funktion und Form des Körpers wieder her und werden ebenfalls in vielen thailändischen Krankenhäusern angeboten.
Operationen bei kleineren und größeren Wunden und Verletzungen, am vorderen Kreuzband, bei Verbrennungen, Brüchen, Verstauchungen, Verrenkungen sowie chirurgische Eingriffe für
Säuglinge und Kinder werden angeboten bei:
Schönheitschirurgie
Es ist kein Geheimnis, dass Thailand ein äußerst beliebtes Land für einfache und komplexe rekonstruktive Eingriffe ist, sowohl aus medizinischen als auch aus ästhetischen Gründen.
Schönheitschirurgie ist hier praktisch eine eigene Branche, mit Eingriffen wie:
- Facelifting
- Botox-Injektionen
- Brustimplantate und/oder -verkleinerung
- Bauchdeckenstraffung („Tummy Tuck“)
- Fettabsaugung
- Geschlechtsangleichende Operationen
Viele thailändische Ärzte und Chirurgen sind zertifiziert und sehr erfahren darin, diese Eingriffe zu günstigen Preisen durchzuführen.
Zur Einordnung hier ein paar Preisvergleiche für bestimmte Eingriffe:
Eine Brustvergrößerung in einer thailändischen Privatklinik kostet rund 4.250 € (ca. 5.000 US$), während sie in Australien etwa 13.600 € (ca. 16.000 US$) kosten würde.
Eine Nasenkorrektur in einem erstklassigen Schönheitschirurgie-Zentrum in Thailand kostet etwa 1.700 € (ca. 2.000 US$), in Neuseeland dagegen rund 8.500 € (ca. 10.000 US$).
Das Yanhee Hospital in Bangkok ist eine der beliebtesten Adressen für Medizintouristen, die eine Schönheitsoperation planen.
Es bietet das gesamte Spektrum chirurgischer Eingriffe an, von einfachen dermatologischen und Anti-Aging-Behandlungen bis hin zur Adamsapfelverkleinerung und geschlechtsangleichenden Operationen.
Weitere Krankenhäuser:
- Bangkok Hospital
- Bangkok Hospital Pattaya
- Bangkok Hospital Samui
- BNH Hospital
- Bumrungrad Hospital
- Chaophya Hospital
- Nirunda International Aesthetic Center
- Pattaya International Hospital
- Piyavate Hospital
- Samitivej Hospital
- Vejthani Hospital
Trotzdem solltest du die Klinik oder den Chirurgen sowie den geplanten Eingriff gründlich recherchieren.
Thailand hat viele zertifizierte und erfahrene Chirurgen.
Aber du willst nicht extra herfliegen, dich operieren lassen und danach feststellen, dass ein unqualifizierter Pfuscher die Operation durchgeführt hat.
Zwischenfälle passieren überall, also solltest du bei größeren Eingriffen mit Sorgfalt vorgehen und alles gründlich recherchieren.
Zahnimplantate
Thailand ist auch ein erstklassiges Ziel für Medizintouristen, die eine Zahnbehandlung suchen, egal ob es sich um kleinere Eingriffe handelt wie:
- Wurzelbehandlungen
- Zahnspangen
- Füllungen
- Zahnsteinentfernung
- Reinigungen
Oder um invasivere Eingriffe wie:
- Brücken
- Zahnimplantate

BIDC und CIDC sind bekannt für Zahnbehandlungen in Thailand.
Es gibt Hunderte Zahnkliniken in ganz Bangkok, Chiang Mai, Hua Hin, Pattaya, Udon Thani, Phuket und Koh Samui zur Auswahl.
Mein Zahnimplantat brauchte ein ganzes Jahr, bis es fertig war, weil das Implantat sich nicht mit meinem Kieferknochen verbunden hat.
Deshalb musste ich mehr als sechs Monate lang eine provisorische Krone tragen, was mir der Kieferorthopäde als durchschnittliche Dauer für die Verknöcherung nannte.
Ein einzelnes Zahnimplantat kostet zwischen 45.000 und 80.000 Baht, inklusive:
- Beratungsgespräche
- Operationskosten
- provisorische Krone
- dauerhafte Krone
Viele thailändische Zahnärzte und Kieferorthopäden sind nach westlichen Standards ausgebildet, geschult und zertifiziert.
Trotzdem solltest du die Klinik sorgfältig auswählen und die Qualifikationen der Zahnärzte recherchieren.
Das richtige Krankenhaus für den Medizintourismus finden
Jetzt, wo du weißt, dass du deine Behandlung in Thailand bekommen kannst, geht es darum, das richtige Krankenhaus für deinen Fall zu finden.

Du kannst selbst nach einer Klinik suchen oder eine Medizintourismus-Agentur beauftragen. So oder so solltest du ein paar wichtige Punkte im Blick behalten.
Selbst suchen
Schau dir unseren Guide zu Krankenhäusern in Thailand an, um eine ganze Liste an Empfehlungen zu sehen. Findest du direkt, wonach du suchst, umso besser.
Möglicherweise willst du deine Auswahl aber noch weiter eingrenzen. So findest du eine gute Klinik.
Qualitätskennzahlen der Klinik anfordern
Achte darauf, dass die gewählte Klinik JCI-akkreditiert ist. Das bedeutet, dass die Klinik die strengen Versorgungsstandards der Joint Commission International erfüllt.
Leistungen
Prüfe, ob die gewählte Klinik die Leistungen anbietet, die du brauchst. Wenn du für eine Behandlung nach Thailand fliegst, willst du hochwertige Versorgung und eine möglichst komfortable Genesung.
Thailändische Krankenhäuser, insbesondere die meisten in Bangkok, Chiang Mai, Pattaya und Phuket, decken ein Spektrum an Fachrichtungen ab, das kleinere Kliniken nicht bieten können.
Ausstattung
Achte darauf, dass die Ausstattung den Standards entspricht. In einer Privatklinik kannst du die üblichen Krankenhauseinrichtungen erwarten:
- klimatisierte Zimmer
- eigenes Bad mit Dusche und Warmwasser
- umfassende Pflegebetreuung
Wenn du aber etwas Besonderes brauchst, frag am besten frühzeitig nach.
Personal
Prüfe, ob die gewählte Klinik über englischsprachiges Personal verfügt, das speziell auf internationale Patienten eingeht. Das Personal in den meisten Bangkoker Privatkliniken spricht Englisch.
Ärzte
Prüfe die Qualifikationen von Ärzten und Chirurgen. Ein Arzt, der in einer großen Klinik arbeitet, hat meist Informationen online, darunter:
- Berufserfahrung
- Zertifizierungen
- Fachgebiete
- Anzahl der durchgeführten Eingriffe.
Als ich einen Kieferorthopäden für mein Zahnimplantat suchte, war die Erfolgsquote meines Orthopäden einer der ausschlaggebenden Faktoren.
Und zu meiner Überraschung hat mein gewählter Kieferorthopäde diese Info von sich aus geliefert. Er hatte 200 erfolgreiche Eingriffe innerhalb von fünf Jahren durchgeführt.
Kostenvoranschläge einholen
Preisangebote bekommst du in der Regel, nachdem du deine Krankenakten geschickt hast, besonders bei komplizierteren Eingriffen.
Kliniken schicken dir eine Kostenschätzung per E-Mail, sofern du auf diesem Weg Kontakt aufgenommen hast.
Du kannst auch anrufen, aber per E-Mail bekommst du meist genauere Schätzungen, und es ist einfacher.
Bei deiner ersten Anfrage an einen Mitarbeiter erhältst du meist Kostenschätzungen zu:
- Arztgebühr pro Besuch
- Gebühr der Ambulanz pro Besuch
- Zimmer-, Pflege- und sonstige Kosten
- Stationsgebühren
- Intensivstationsgebühren
- Ausschlüsse: Medizintechnik, Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial, Mahlzeiten usw.
Bei gängigen Eingriffen bitten dich Kliniken oft, ihre Website zu besuchen oder schicken dir eine Broschüre.
Deinen eigenen Arzt einbinden
In manchen Fällen ist es möglich, dass dein Hausarzt sich mit dem thailändischen Arzt abstimmt, besonders bei komplexen Behandlungen mit unerwarteten Komplikationen.

Das gilt für chirurgische Eingriffe und andere langfristige Behandlungen.
Kliniken betonen, dass die Einbindung deines Arztes, sei es per Telefonat, E-Mail oder Dreier-Videoanruf, im Einzelfall entschieden wird.
Ein Visum beantragen
Ein weiterer Grund, warum Thailand ein ideales Land für Medizintouristen ist: die vergleichsweise einfache Einreise.
Thailand erlaubt Bürgern vieler Länder die visumfreie Einreise, was das Land zugänglicher macht als Europa oder Nordamerika. Viele Staatsangehörige können 30 bis 60 Tage ohne Visum in Thailand bleiben.
Beachte, dass Bürger bestimmter Länder unter Umständen ein Visum bei Ankunft benötigen, das für 15 Tage gültig ist.
Wenn du für einen Medizintourismus-Aufenthalt nach Thailand reist und wissen möchtest, ob du ein Visum brauchst, schau dir unseren ausführlichen Guide zum thailändischen Visum an.
Falls deine Behandlung länger dauert, als dein visumfreier Aufenthalt erlaubt, kannst du dich an die Klinik wenden, die dir eventuell bei der Beantragung eines medizinischen Behandlungsvisums helfen kann.
Deine Versicherung kontaktieren
Während du deine Behandlung vorbereitest, wende dich an deine Krankenversicherung und frage nach, ob sie Kosten für Behandlungen in Thailand übernimmt.
Handelt es sich um eine notwendige Behandlung, übernimmt deine Versicherung die Kosten unter Umständen. Beachte aber, dass sie die Reisekosten in der Regel nicht abdeckt.
Falls du eine Reiseversicherung hast, übernimmt sie die Behandlung hier wahrscheinlich nur, wenn es sich um die Folge eines Reiseunfalls handelt.
Kreditkartenunternehmen informieren
Die meisten Krankenhäuser in Thailand akzeptieren gängige Kreditkarten.
Zahlst du deine Behandlung mit Kreditkarte, solltest du deinen Kartenanbieter informieren, dass du Transaktionen in Thailand tätigen wirst.
Ohne Vorwarnung könnte deine Karte gesperrt werden.
Außerdem solltest du dein verfügbares Kartenlimit kennen, da thailändische Krankenhäuser keine Ratenzahlung akzeptieren.
Einen Reisebegleiter finden
Bei einem einfachen Eingriff, etwa einer Zahnaufhellung, brauchst du natürlich keinen Reisebegleiter.
Steht aber eine invasive Operation oder ein anderer größerer Eingriff an, ist es sinnvoll, jemanden dabei zu haben, der dir hilft und moralisch unterstützt.
Möchtest du während deiner Reise Unterstützung, findest aber niemanden zum Mitreisen, kannst du eine Medizintourismus-Agentur beauftragen.
Unterkunft in Thailand
An Hotels, Airbnb und anderen Unterkünften herrscht in Thailand natürlich kein Mangel.
Aber ganz ehrlich: Bangkok ist keine ideale Stadt, um dich mit Rollstuhl oder Gehhilfen fortzubewegen, denn die Barrierefreiheit in der Stadt ist eher schlecht.
Viele Kliniken und Hotels sind auf Menschen mit Behinderung eingerichtet, aber der Weg zur und von der Klinik im Rollstuhl kann schwierig sein, wenn du öffentliche Verkehrsmittel nutzt.
Falls das für dich ein Thema ist, solltest du entweder die Klinik oder deinen Ansprechpartner bei der Medizintourismus-Agentur rechtzeitig informieren.
Updates von der Botschaft einholen
Reist du zum ersten Mal nach Thailand und willst auf Nummer sicher gehen, lohnt es sich, bei der Botschaft deines Landes nach aktuellen Reisewarnungen zu fragen.
US-Bürger können sich beispielsweise beim Smart Traveler Enrollment Program registrieren und erhalten dann aktuelle Sicherheitsupdates.
Thailand wäre nicht eines der beliebtesten Reiseziele weltweit, wenn es nicht sicher wäre.
Trotzdem schadet es nicht, sich über mögliche politische Unruhen oder zivile Spannungen auf dem Laufenden zu halten.
Die Behandlung durchführen lassen
Noch bevor du in Thailand bist, schickt dir die Klinik oder die Medizintourismus-Agentur Anweisungen zum weiteren Vorgehen.
So weißt du bei deiner Ankunft im Land genau, was Schritt für Schritt zu tun ist.
Einer der größten Vorteile, eine Medizintourismus-Agentur zu beauftragen: Meistens bekommst du einen genauen Ablaufplan für deine Behandlung.
Sie regeln fast alles für dich, von der Ankunft am Flughafen bis zu den Behandlungstagen und, falls nötig, den Nachsorgeterminen.
Deine Behandlung bezahlen
Bei stationärer Aufnahme oder einem umfangreichen Eingriff verlangen Privatkliniken häufig eine Vorauszahlung.
Zunächst zahlst du einen Kostenvoranschlag, der die voraussichtliche Aufenthaltsdauer, die Operationskosten und weitere relevante Gebühren berücksichtigt.
Die Höhe der Anzahlung ist von Fall zu Fall unterschiedlich und kann erst nach einem persönlichen Beratungsgespräch festgelegt werden, üblicherweise ab 10 Prozent.
Krankenhäuser in Thailand erlauben in der Regel keine Ratenzahlungen oder ähnliche Zahlungsvereinbarungen.
Ratenzahlungen musst du direkt mit deinem Kreditkartenanbieter vereinbaren.
Zahlungen per Scheck oder Reisescheck werden nur selten akzeptiert.
Du kannst bar, mit Debitkarte oder Kreditkarte bezahlen. Auch eine internationale Überweisung ist möglich, die aber mindestens fünf Werktage im Voraus erfolgen muss, damit sie verifiziert werden kann.
Die meisten Krankenhäuser akzeptieren ausschließlich thailändische Baht.
Kliniken wie Bumrungrad bieten einen eigenen Geldwechselservice vor Ort. Am besten fragst du aber vorab bei der Klinik nach.
Die Nachsorge
Bei komplexen medizinischen und chirurgischen Eingriffen ist es möglich, mit dem thailändischen Arzt, der dich behandelt hat, in Kontakt zu bleiben.

Thailändische Ärzte verweisen dich unter Umständen an einen anderen Arzt oder eine andere Klinik oder empfehlen einen weiteren Besuch in Thailand.
Wie die Nachsorge im Detail aussieht, hängt natürlich von deinem individuellen Fall ab.
Deine thailändischen Krankenakten bekommst du von der Klinik, wenn du nach deiner Behandlung danach fragst.
Eine Warnung zum Medizintourismus
Planst du eine Reise nach Thailand für eine medizinische oder zahnärztliche Behandlung, achte auf gefälschte, unzureichend qualifizierte oder unlizenzierte Ärzte.
Recherchiere außerdem die Erfahrungen anderer Expats mit der gewählten Klinik. Krankenhäuser in Thailand sind nicht perfekt, und auch Ärzten unterlaufen Fehler.
Fairerweise muss man sagen: Unerwartete Komplikationen und Behandlungsfehler passieren in jedem Krankenhaus, in jedem Land.
Um das Risiko zu vermeiden, solltest du am besten zu seriösen Kliniken gehen. Das kann etwas teurer sein, ist aber deutlich sicherer.
Deshalb solltest du als Medizintourist den Eingriff sowie den Arzt oder Chirurgen recherchieren, bevor du nach Thailand reist.
Einen thailändischen Arzt, Chirurgen oder Zahnarzt wegen eines Behandlungsfehlers zu verklagen, kann mit vielen Hürden verbunden sein und dich viel Zeit und Geld kosten.
Das thailändische Gesundheitsministerium listet alle zugelassenen und lizenzierten medizinischen Einrichtungen in Thailand auf und hilft dir, den Ruf von Kliniken zu überprüfen.
Die Seite ist auf Thailändisch, lässt sich aber mit Google Translate übersetzen.
Und jetzt du
Möchtest du für deine nächste medizinische Behandlung nach Thailand kommen und bist bereit, eine Klinik auszuwählen, schau dir unseren Guide zu Privatkliniken in Bangkok an.
Hast du bereits eine medizinische Behandlung in Thailand gemacht und möchtest deine Erfahrung teilen? Nur zu, in den Kommentaren.