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Die passende Schule für Deine Kinder in Thailand zu finden, kann eine echte Herausforderung sein.
Thailand bietet an staatlichen Schulen bis zur 9. Klasse kostenlose Bildung an. Für viele Expats machen Sprach- und Kulturbarrieren staatliche Schulen aber zu einer schwierigen Option.
Zum Glück gibt es in Thailand über 160 internationale Schulen, die den gleichen Bildungsstandard wie im Westen bieten. Diese sind allerdings nicht billig, und die passende Schule für Dich und Deine Kinder zu finden, kann durchaus knifflig sein.
In diesem Leitfaden erklären wir Dir, wie das Bildungssystem in Thailand funktioniert, welche Optionen Du hast und was alles kostet. Außerdem gehen wir auf weniger konventionelle Möglichkeiten wie Homeschooling ein.
Contents
Das Wichtigste in Kürze
- Thailands staatliches Schulsystem hat gut dokumentierte Qualitätsprobleme: überfüllte Klassenzimmer, niedrige Testergebnisse im internationalen Vergleich und Lehrpläne, die stark auf Auswendiglernen setzen. Einige ausgewählte staatliche Schulen wie die Triam Udom Suksa sind allerdings wirklich konkurrenzfähig.
- Private Schulen mit thailändischem Lehrplan bieten kleinere Klassen und bessere Ausstattung als staatliche Schulen, und das für einen Bruchteil der Gebühren internationaler Schulen. Damit sind sie eine praktische Mittelweg-Lösung für Familien mit begrenztem Budget.
- Internationale Schulen folgen dem britischen, amerikanischen oder dem IB-Lehrplan und sind für die meisten Expat-Familien die naheliegende Wahl. Die Gebühren reichen von moderat bis über THB1.000.000 pro Jahr an Top-Schulen wie Harrow und NIST.
- Das Qualitätsgefälle zwischen Schulen in Großstädten und auf dem Land ist erheblich. Wo Du in Thailand lebst, hat also großen Einfluss darauf, welche Bildungsoptionen Dir zur Verfügung stehen.
- Homeschooling ist legal und wird immer beliebter. Es gibt eine aktive Community aus Expat- und thailändischen Familien, die Co-ops für gemeinsamen Unterricht, Sport und Ausflüge organisieren.
- Thailändische Universitäten sind im Vergleich zum Westen günstig. Manche staatlichen Programme starten bei rund THB12.000 pro Semester. Schulen wie die Chulalongkorn- und die Thammasat-Universität bieten englischsprachige Programme an, allerdings mit hohen Zulassungsvoraussetzungen.
Bildungsqualität in Thailand
Die Qualität der Bildung in Thailand ist sehr unterschiedlich.
Nachteile
Zuerst die schlechten Nachrichten. Laut einem Weltbank-Bericht von 2024 erreichten 23 Prozent der thailändischen Schüler am Ende der Grundschule nicht das Mindestniveau im Lesen. Beim Rechnen schafften am Ende der Unterstufe nur 32 Prozent das Mindestniveau.
Bei den PISA-Tests (Program for International Student Assessment) 2022 lagen thailändische Schüler beim Lesen auf Platz 64 von 81 Ländern. In Asien schnitt nur Indonesien und die Philippinen schlechter ab. Mathe und Naturwissenschaften sahen nicht viel besser aus: Hier belegte Thailand jeweils Platz 58.
Laut denselben Statistiken verfügen 45 Prozent der Schulen im ländlichen Thailand über grundlegende sanitäre Einrichtungen. Und nur 60 Prozent haben Zugang zu Trinkwasser.
Noch gravierender: Ein Drittel der 13- bis 15-Jährigen gibt an, in der Schule gemobbt worden zu sein. 29 Prozent haben körperliche Gewalt erlebt.
Viele thailändische Schulen praktizieren nach wie vor körperliche Züchtigung, obwohl diese illegal ist. Die Lehrpläne setzen trotz staatlicher Reformbemühungen weiterhin stark auf Auswendiglernen. Die Klassen sind überfüllt, und die Lehrer sind überlastet und unterbezahlt. Ich habe selbst Ein-Raum-Klassen mit über 50 Schülern in ländlichen Gebieten gesehen.
So viel zu den schlechten Nachrichten.
Vorteile
Die gute Nachricht für Expats: Eine wirklich gute Bildung in Thailand zu bekommen, ist möglich. In jeder Provinz Thailands gibt es gute Schulen. In Städten wie Bangkok oder Chiang Mai steigt die Zahl der guten Schulen sogar noch weiter an.
Das liegt daran, dass zwischen Schulen in Großstädten und in ländlichen Gebieten ein großes Qualitätsgefälle besteht.
In Thailands Städten sieht die Lage deutlich besser aus, denn dort gibt es viele erstklassige staatliche und private Schulen.
Außerdem gibt es in Thailand über 250 internationale Schulen, und jedes Jahr kommen neue hinzu. Diese Schulen folgen entweder dem Lehrplan eines anderen Landes oder einem eigenständigen internationalen Curriculum.
Schauen wir uns diese Optionen im Detail an.
Kindergärten und Vorschulen
Staatliche Schulen in Thailand bieten zwei Jahre Kindergarten für Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren an. Außerdem gibt es ein Vorschuljahr für 5-Jährige. Die meisten privaten und internationalen Schulen bieten ähnliche Programme an, allerdings gegen Bezahlung.
Obwohl diese Programme freiwillig sind, sind sie äußerst beliebt. Sie verschaffen Kindern einen Vorsprung gegenüber Gleichaltrigen, die erst mit 6 Jahren in die Schulpflicht kommen. Und da in Thailand meist beide Elternteile arbeiten, ist tagsüber auch jemand da, der auf die Kinder aufpasst.
Für Eltern, die die Bildung ihrer Kinder besonders früh beginnen möchten, bieten Sprachschulen wie Helen Doron Kurse für Kinder ab 3 Monaten an.
Wie bereits erwähnt, bieten die meisten großen internationalen Schulen wie Shrewsbury Kindergartenprogramme für Kinder ab 3 Jahren an.
Gute spezialisierte Kindergärten sind zum Beispiel Storytime Preschool und Raintree.
Thailändische Schulen
Zwar liegen alle Schulen in diesem Artikel in Thailand, aber nicht alle folgen dem nationalen Lehrplan. In diesem Abschnitt konzentrieren wir uns daher auf Schulen, die dem thailändischen Nationallehrplan des Bildungsministeriums folgen.
Schulen mit thailändischem Lehrplan lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
- staatliche Schulen
- private Schulen
Staatliche Schulen
Staatliche Schulen finanzieren sich über staatliche Mittel statt über Gebühren der Eltern. Sie sind für alle thailändischen Staatsbürger kostenlos, einschließlich Kindern mit einem thailändischen Elternteil. Wenn Du also mit einem Thailänder oder einer Thailänderin verheiratet bist, kann Dein Kind eine kostenlose Ausbildung erhalten.
Um Dein Kind an einer staatlichen Schule anzumelden, musst Du die Geburtsurkunde und das tabien baan, also die Hausregistrierung, vorlegen.
Auch wenn die Bildung kostenlos ist, müssen Eltern für Schulgebühren, Bücher, Schreibwaren und Uniformen aufkommen. Diese Kosten reichen von wenigen Tausend Baht bis über THB20.000 pro Jahr, je nach Schule.
Viele Schulen bieten auch zusätzlichen Unterricht auf Englisch an. Dein Kind kann also Naturwissenschaften und Mathe auf Englisch lernen, oft bei Muttersprachlern. Auch Nachmittagskurse sind verfügbar.
Die meisten der oben genannten Probleme betreffen vor allem staatliche Schulen. Niedrige Testergebnisse und überfüllte Klassenzimmer sind die häufigsten Probleme. Es wäre aber unfair, staatliche Schulen deswegen komplett abzuschreiben.
Einige staatliche Schulen wie die Triam Udom Suksa genießen einen ausgezeichneten Ruf, und die Konkurrenz um einen Platz kann hart sein.
Private Schulen
Private Schulen folgen dem thailändischen Lehrplan, finanzieren sich aber über Schulgebühren. Dadurch bieten sie bessere Ausstattung und kleinere Klassen als staatliche Schulen. Das macht sie zu einer guten Wahl für Eltern, die eine Ausbildung nach thailändischem Vorbild wollen, ohne die Probleme vieler staatlicher Schulen in Kauf zu nehmen.
Viele private Schulen in Thailand wurden von christlichen Missionaren gegründet. Die bekannteste ist das reine Jungen-Internat Bangkok Christian College. Mit 174 Jahren ist sie sogar Thailands älteste noch bestehende Schule.
Andere sind technische Schulen oder Übungsschulen, die an Universitäten angegliedert sind und auf Thai satit-Schulen genannt werden. Ein Beispiel ist die Chulalongkorn Demonstration School. Außerdem gibt es mehrere Ketten privater Schulen, wobei Sarasas die bekannteste ist.
Private Schulen sind eine gute Option für Eltern mit begrenztem Budget. Sie bieten viele der Vorteile internationaler Schulen zu niedrigeren Kosten.
Ein möglicher Nachteil für Expats: An privaten Schulen wird der Großteil der Fächer auf Thai unterrichtet. Das kann für Kinder, die kein Thai als Muttersprache sprechen, schwierig sein.
Viele private Schulen bieten wie staatliche Schulen Englischprogramme an. Kernfächer wie Mathe und Naturwissenschaften werden auf Englisch unterrichtet, alles andere auf Thai. Diese Programme sind allerdings meist teurer.
Internationale Schulen
Internationale Schulen folgen einem anderen Lehrplan als dem thailändischen Nationallehrplan. Dieser kann aus Großbritannien oder den USA stammen, oder es handelt sich um ein eigenständiges internationales Curriculum wie das International Baccalaureate (IB). Internationale Schulen, insbesondere britische, sind Ableger privater Schulen aus ihren jeweiligen Heimatländern. Zwei Beispiele sind Harrow und Shrewsbury.
Internationale Schulen wurden ursprünglich gegründet, um die Bildung der Kinder von im Ausland arbeitenden Expats nahtlos fortzusetzen. Heute sind sie auch für viele Einheimische attraktiv. Schließlich können Kinder so eine renommierte internationale Ausbildung erhalten, ohne Thailand zu verlassen.
Internationale Schulen wollen das gleiche Bildungsniveau wie Top-Schulen im Westen bieten. Deshalb verfügen sie meist über erstklassige Ausstattung und hochqualifizierte Lehrer. Entsprechend hoch fallen die Gebühren aus: An den besten Schulen kann das Jahresschulgeld bis zu THB1.000.000 betragen. Es gibt aber auch günstigere Alternativen.
Trotzdem sind internationale Schulen für die meisten Expat-Familien in der Regel die beste Wahl.
Der Unterricht an den meisten internationalen Schulen findet fast ausschließlich auf Englisch statt, wobei die meisten internationalen Schulen auch verpflichtenden Thai-Unterricht anbieten. Schüler können außerdem Abschlüsse erwerben, die in ihren Heimatländern anerkannt werden, darunter IGCSEs/A-Levels an britischen Schulen und SATs an amerikanischen Schulen.
Weitere Informationen findest Du in unserem Leitfaden zur Wahl der richtigen internationalen Schule.
Universitäten
Für Westler mag Thailand auf den ersten Blick nicht wie eine naheliegende Wahl für ein Studium wirken, doch das Land verfügt durchaus über einige Top-Universitäten. Allerdings schaffen es nur wenige thailändische Universitäten in internationale Rankings. Die beste Universität des Landes, die Chulalongkorn-Universität, belegt im QS World University Ranking Stand Januar 2026 Platz 221.
Im Vergleich zu westlichen Universitäten sind thailändische Hochschulen günstig. Und es gibt zahlreiche Optionen für Expats, die in angenehmer Umgebung studieren möchten.
Die renommiertesten Universitäten Thailands sind die Chulalongkorn-Universität, die Thammasat-Universität und die Mahidol-Universität. Sie werden vom thailändischen Staat finanziert, verwalten sich aber ansonsten selbst.
Dadurch sind die Studiengebühren relativ niedrig, für manche Studiengänge schon ab THB12.000 pro Semester. Die Zulassungsvoraussetzungen sind allerdings sehr hoch. Diese Universitäten bieten auch englischsprachige Studiengänge an, die jedoch tendenziell teurer sind.
Private Universitäten wie die Bangkok University oder die Assumption University bieten ebenfalls englischsprachige Programme an. Sie werben aktiv um internationale Studierende und sind daher für Expats oft die bessere Wahl.
Weitere Informationen findest Du in unserem Artikel über Universitäten in Thailand.
Homeschooling
Homeschooling wird bei thailändischen und ausländischen Eltern in Thailand immer beliebter. Damit können Eltern die Ausbildung ihrer Kinder individueller gestalten.
Und Homeschooling bringt einige Vorteile mit sich. Du kannst den Lehrplan an die Interessen Deiner Kinder anpassen. Sie können in ihrem eigenen Tempo lernen. Und Du sparst eine Menge Geld bei Schulgebühren, Uniformen und Fahrtkosten.
Auf der anderen Seite ist es nicht für jeden geeignet. Homeschooling erfordert viel Zeit, Energie und Recherche von Eltern, die oft auch noch einen Vollzeitjob unter einen Hut bringen müssen.
Ein häufiger Kritikpunkt am Homeschooling ist, dass es die sozialen Fähigkeiten der Kinder einschränkt. Das trifft aber nicht zu, insbesondere in Thailand, wo zahlreiche Expat- und thailändische Familien ihre Kinder zu Hause unterrichten und sich regelmäßig treffen.
Manche Homeschooling-Eltern ergänzen den Unterricht ihrer Kinder mit Co-ops. Bei diesen Co-ops treffen sich Homeschooling-Familien für gemeinsamen Unterricht, Sport, Ausflüge und mehr.
Wenn Du Interesse hast, Deine Kinder in Thailand zu Hause zu unterrichten, suche nach Gruppen auf Facebook. Das ist ein guter Ort, um andere Homeschooling-Familien im Land kennenzulernen.
Weitere Informationen findest Du in unserem Leitfaden zum Homeschooling in Thailand.
Kosten
Wie bereits erwähnt, können die Bildungskosten in Thailand stark variieren, von praktisch kostenlos bis über eine Million Baht pro Jahr. Die Schulgebühren liegen im Durchschnitt bei rund THB500.000 pro Jahr. Rechne aber damit, dass sich diese Summe von Jahr zu Jahr ändert, da die Gebühren mit jeder Klassenstufe steigen. Eltern von Schülern der 12. Klasse zahlen also deutlich mehr als Eltern von Kindergartenkindern.
Es gibt außerdem eine ganze Reihe zusätzlicher Kosten zu bedenken, etwa Bewerbungsgebühren, Kautionen und Materialkosten.
Hier ist eine Übersicht der durchschnittlichen Jahresgebühren einiger bekannter Schulen in Thailand. Beachte, dass diese Gebühren nur für den regulären Unterricht gelten. Manche Schulen bieten zusätzliche Programme an, die extra kosten können.
| Triam Udom Suksa | Bangkok Christian College | Ruamrudee International School | Harrow International School | NIST International School | |
| Schultyp: | Staatlich | Privat | International (USA) | International (UK) | International (IB) |
| KG: | – | – | THB544.400 | THB646.100 | THB628.200 |
| Jahr 1-6/P1-P6: | – | THB40.000 | THB686.000 | THB852.600 | THB842.800 |
| Jahr 7-9/M1-3: | – | THB38.000 | THB716.000 | THB933.900 | THB923.700 |
| Jahr 10-13/M4-6: | THB12.000 | THB80.000 | THB786.000 | THB1.012.200 | THB1.094.500 |
Und jetzt Du
Thailand bietet viele großartige Schulen, die den Bedürfnissen jeder Expat-Familie gerecht werden.
Und weil es so viele internationale Schulen in Thailand gibt, wird die Ausbildung Deiner Kinder auch nicht unterbrochen. Egal, ob sie aus den USA, Großbritannien oder anderswo kommen: Sie werden sich problemlos einleben.
Egal, woher Du kommst: Deine Kinder können in Thailand eine hochwertige und zugleich erschwingliche Bildung erhalten.