Ein Expat-Leitfaden für nachhaltiges Leben in Thailand

Eine der größten Herausforderungen für Expats in Thailand ist der Umgang mit dem eigenen Müll und die Frage, wie man ihn sinnvoll recycelt.

Vielen Thailändern liegt Nachhaltigkeit und ein umweltbewusstes Leben durchaus am Herzen, doch die Recycling-Szene im Land steckt noch in den Kinderschuhen. Es fehlt an einheitlichen Recyclinglösungen, und die lokale Abfallwirtschaft ist stark zersplittert.

Erschwerend kommt für Ausländer hinzu, dass es kaum Informationen auf Englisch gibt. Die meisten Inhalte rund um Nachhaltigkeit kursieren auf Thai, wodurch der Austausch über lokale Umweltinitiativen für Fremde deutlich schwerer zugänglich ist.

Wie also lässt sich in Thailand nachhaltig leben und möglichst viel Müll vor der Mülldeponie bewahren? Lies weiter. Wir haben die besten Tipps an einem Ort gesammelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Thailand hat kein staatliches Recyclingprogramm. Müll, der ins offizielle System gelangt, landet in der Regel auf der Deponie – das Ziel ist also, möglichst viel davon fernzuhalten.
  • Informelle Sammler, sogenannte Saleng, fahren durch die Nachbarschaften und kaufen Papier, PET-Flaschen, Alu-Dosen und Karton kiloweise auf. Wer diese Materialien getrennt sammelt, kann sie ihnen ganz einfach übergeben.
  • Für viele Dinge gibt es feste Sammelstellen: Kosmetik bei Body Shop oder Yves Rocher, Elektronik im Tempel Wat Suan Kaew, Bücher in der Neilson Hays Library oder im Dasa Book Cafe, und BHs an den Wacoal-Ständen.
  • Die Facebook-Gruppe Bangkok Recycling Chain bringt Menschen zusammen, die Verpackungen, Kartons, Luftpolsterfolie und andere brauchbare Haushaltsgegenstände weitergeben möchten, statt sie wegzuwerfen.
  • Nicht abgelaufene Medikamente, Kosmetik und Kleidung lassen sich an bestimmte Hilfsorganisationen spenden, die abgelegene Krankenhäuser, Geflüchtete oder bedürftige Gemeinschaften versorgen.
  • Das fehlende Angebot an englischsprachigen Informationen ist ein echtes Hindernis, doch Expat-Communitys und Facebook-Gruppen sind oft die beste Quelle für aktuelle, praxisnahe Tipps.

Müllentsorgung in Thailand

Für viele Ausländer, die nach Thailand ziehen, stellt sich schnell eine der ersten Fragen: Gibt es überhaupt ein Recyclingsystem, das man nutzen kann – und warum trennt hier eigentlich niemand seinen Müll? 

Zwar gibt es Menschen, die den Müll nach verwertbaren Materialien durchsuchen, um sich damit etwas dazuzuverdienen, aber diese arbeiten meist nur in kleinem Rahmen. 

Als Faustregel gilt: Alles, was im staatlichen Abfallsystem landet, wird deponiert, verbrannt oder auf billigem Land irgendwo auf dem Land vergraben.

Es lohnt sich also, seinen Müll möglichst aus diesem System herauszuhalten.

Recycling in Thailand: So geht’s

Auch ohne offizielles staatliches Recyclingprogramm gibt es in Thailand zahlreiche Wege, Wertstoffe und Verbrauchsmaterial sinnvoll loszuwerden. Mit diesen Lösungen lässt sich der Großteil des Haushaltsmülls vor der Deponie retten.

Lokale Sammler & Schrottplätze

In Thailand gibt es ein informelles Netzwerk lokaler Sammler, die täglich die Mülltonnen in jeder Straße nach verkäuflichem Abfall durchsuchen. Ihr Lebensunterhalt besteht darin, Plastikflaschen, Alu-Dosen, Papier und Karton herauszusortieren und weiterzuverkaufen.

Manche fahren mit Motorrädern samt Beiwagen, den sogenannten „Saleng“, durch die Nachbarschaften, um Müll aufzukaufen, den sie mit kleinem Gewinn an Schrottplätze oder Recyclingfabriken weiterverkaufen. 

Diese Arbeiter retten auf diese Weise jede Menge verwertbaren Abfall vor der Deponie. 

Wer in einem Kondominium wohnt oder eine Haushaltshilfe beschäftigt, wird häufig feststellen, dass das Personal oder die Wachleute verkäuflichen Müll sammeln, um ihn für ein kleines Zubrot an die Recycling-Saleng zu verkaufen. 

Du kannst dabei helfen, indem Du Deine Wertstoffe trennst und neben den Gemeinschaftstonnen bereitstellst, oder sie direkt dem Personal überlässt, damit es sie an die Saleng weiterverkaufen kann.

Du kannst Deinen Müll auch selbst an die Saleng oder an einen Schrottplatz verkaufen. Gib dazu einfach „junk yard“ bei Google Maps ein, um einen in Deiner Nähe zu finden – dort wird der Abfall kiloweise abgekauft. 

Allerdings nehmen sie nur bestimmte Materialien an. Hier eine Übersicht, was Du an lokale Sammler & Schrottplätze abgeben kannst.

Papier

Die lokalen Sammler nehmen Büropapier, Zeitungen, Zeitschriften und Karton jeder Art.  

Plastik

Die lokalen Sammler nehmen nur zwei Kunststoffarten an – PET-Wasserflaschen (PET #1) und Milchflaschen (HDPE#2). 

Die Verschlüsse musst Du dabei nicht entfernen, da die Recyclingfabriken über eigene Maschinen zum Trennen der Deckel verfügen.

Wie Du den Rest Deiner Einwegplastikartikel recyceln kannst, erfährst Du im nächsten Abschnitt. 

Glas

Auch Glas wird von den lokalen Sammlern angenommen. Sammle dafür Deine Gläser sowie Wein- und Spirituosenflaschen. 

Besonders gefragt sind Bier- und Sodaflaschen – sie sind mehr wert, da sie oft direkt an Getränkehersteller zurückverkauft werden können. 

Metall 

Metall ist für die lokalen Sammler besonders wertvoll, da sie dafür einen guten Preis erzielen.

Dazu zählen Alu-Dosen & Flaschendeckel, Konservendosen und Schrott wie alte Kochtöpfe oder -pfannen, aber auch andere Gegenstände mit hohem Metallanteil wie Regenschirme.

Kaputte Elektronik 

Lokale Sammler und Schrottplätze kaufen defekte Elektrogeräte wie alte Drucker, Fernseher oder Küchengeräte kiloweise an. Sie bauen die verwertbaren Teile für das Recycling aus.

Private Recycling-Initiativen 

Seit 2025 ist die Einfuhr von Plastikmüll nach Thailand zwar verboten, doch die Preise, zu denen lokale Akteure Plastikabfall weiterverkaufen können, bleiben niedrig. Dadurch verdienen die lokalen Sammler weniger an dem, was sie einsammeln – der Anreiz zum Sammeln und Weiterverkaufen sinkt, und immer mehr recycelbarer Abfall landet auf thailändischen Mülldeponien.

Um diese Lücken im thailändischen Recyclingsektor zu schließen, sind zahlreiche private Recyclingunternehmen und Basisinitiativen entstanden. Sie arbeiten deutlich strukturierter, bieten etwa Abholservices direkt nach Hause an und kümmern sich auch um Abfallarten, die von den lokalen Sammlern und Schrottplätzen nicht angenommen werden. 

Trash Lucky 

Trash Lucky ist ein lokales Start-up, das Recycling zu Hause mit monatlichen Gewinnspielen belohnt. Für jeden eingeschickten Abfall gibt es Punkte für die Verlosung. Zu gewinnen gibt es unter anderem Gutscheine für lokale Supermärkte, Goldbarren oder sogar Autos.

Trash Lucky
Trash Lucky diagram for how to label recyclable items
Welche Abfallarten Trash Lucky annimmt
und wie Du sie zum Versand kennzeichnest

Der Service bietet monatlich kostenlose Abholungen direkt zu Hause an und nimmt alles an, was auch die lokalen Sammler annehmen – zusätzlich noch klare Stretchfolien, Tetra Paks & PP#5-Kunststoff (die meisten Lebensmittelbehälter).

Kontaktiere sie über Line @trashlucky, um eine Mitgliedsnummer zu erhalten. Sortiere nach Abfallart und beschrifte alles mit Deiner Mitgliedsnummer. Gegen eine kleine Gebühr organisiert Trash Lucky auch individuelle Abholtermine.

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Trash Lucky bietet außerdem ein Recyclingprogramm für Schulen, Kondominien und Wohnviertel an. Ein kurzer Kontakt zur Schulverwaltung oder Hausverwaltung genügt, um es ins Rollen zu bringen. 

Vor Ort wird eine Recyclingstation eingerichtet, dazu gibt es Workshops und Aufklärung für die Bewohner rund ums Thema Recycling.

Green Road Project

Eine weitere lästige Abfallquelle sind aluminiumbeschichtete oder mehrschichtige Kunststoffe aus Snacktüten, Lebensmittelverpackungen und Tierfutterbeuteln.

Ein Professor aus Chiang Mai wollte genau dieses Problem angehen. So entstand das Green Road-Projekt.

Green Road Project's recycled plastic tiles
Ein wunderschönes Upcycling-Projekt: Pflastersteine aus recyceltem Plastik von Green Road Project, Thailand.

Mehrschichtige Kunststoffe kannst Du per Post an Green Road Project senden: 148/3 Village No. 19, Makhuea Chae Subdistrict, Mueang District, Lamphun, 51000 Tel. 0886843104. Green Road recycelt sie zu Pflastersteinen für benachteiligte Gemeinden & zu Gartenmöbeln.

Won Together

Anfang 2020 haben sich die Thai Retailers Association und über 70 weitere Marken zusammengeschlossen, um Einwegplastiktüten in Kaufhäusern, Malls, Supermärkten und Convenience-Stores zu verbannen.

Trotzdem sind Plastiktüten nach wie vor allgegenwärtig.

Eine gute Möglichkeit, sie von der Mülldeponie fernzuhalten, bietet das lokale Projekt Won, das Sammelstellen in der ganzen Stadt für weiche & dehnbare Kunststoffe unterhält. 

YouTurn

Es gibt noch weitere Sammelstellen für Plastik in der Stadt. YouTurn, eine Initiative der PTTGC-Gruppe, betreibt über 70 Sammelstellen in ganz Bangkok für dehnbare und harte Kunststoffe.

Precious Plastic Thailand making pots out of recycled bottle lids
Precious Plastic Thailand schmilzt Flaschendeckel schonend ein und verleiht ihnen so ein zweites Leben.

Precious Plastic

Precious Plastic ist ein lokales Recyclingunternehmen, das Flaschendeckel annimmt und daraus niedliche Wohnaccessoires herstellt. Durch die Einbindung von Schulen und lokalen Unternehmen leistet das Unternehmen zudem wichtige Aufklärungsarbeit in der Gemeinschaft.

Entsorgung von nicht recycelbarem Abfall

Für nicht recycelbaren Abfall gibt es deutlich weniger Unterstützung, um ihn von der Deponie fernzuhalten. Terracycle, in einigen westlichen Ländern sehr aktiv, ist zwar auch in Thailand vertreten, allerdings nur mit eingeschränkten Kapazitäten. 

Einen Blick wert ist Soomboon Greenwaste. Das Unternehmen sammelt nicht recycelbaren Abfall in ganz Bangkok und hat sich auf die Sortierung und Entsorgung ungefährlicher Industrieabfälle spezialisiert. Diese Materialien lassen sich auch per Post an die Fabrik in Chonburi schicken – darunter Stoffreste, Stifte und Bleistifte, Masken von gesunden Personen, Luftfilter, Autoreifen, abgelaufene Medikamente und sogar Kaffeesatz & Silikagel-Beutel.

Das ist eine letzte Option für Dinge, die sich nicht recyceln lassen.

Manche Gegenstände nimmt Soomboon allerdings nicht an:

  • Medizinischer/klinischer Abfall
  • Glas
  • Glühbirnen
  • Batterien
  • Elektroschrott
  • Druckerpatronen
  • Gummischläuche
  • PVC-Rohre
  • Kunstleder
  • Fliesen
  • Zink
  • Metallschrott oder Gegenstände mit Metallteilen
  • Spitze Nadeln oder Rasierklingen
  • Elektrokabel oder andere Leitungen
  • Regenschirme
An infographic of items that N15 can and can't recycle.
Eine Übersicht, was Soomboon Greenwaste annimmt und was nicht

Am besten kontaktierst Du sie direkt, um Details zur nächsten Sammelaktion zu erfahren.

Kompostieren

Küchenabfälle lassen sich zusätzlich durch Kompostieren reduzieren. 

Das lokale Unternehmen Pakdone bietet einen Kompostturm aus Ton in zwei Größen an, der sich sowohl für den Kondo-Balkon als auch für den Hausgarten eignet. 

Einen elektronischen Smart-Home-Komposter für Küchenabfälle gibt es bei HASS Thailand. 

Gefährlicher Abfall

Gefährlichen Abfall kannst Du in Thailand auf folgende Weise entsorgen:

Elektroschrott 

Elektroschrott kannst Du bei den Filialen des lokalen Telekomanbieters AIS abgeben oder in einem mit „E-Waste“ beschrifteten Karton bei der thailändischen Post aufgeben. Von dort gelangt er sicher zu spezialisierten Entsorgungsbetrieben.

Zerbrochenes Glas

Zerbrochenes Glas kannst Du an das oben genannte Trash Lucky schicken (getrennt sammeln, sicher verpacken und beschriften).

Spraydosen

Spraydosen kannst Du an der Sammelstelle im B1-Parkdeck der Emporium Mall in Bangkok abgeben.

Batterien

In Bangkok gibt es Batteriesammelstellen im B1-Parkdeck der Emporium Mall, im Bürogebäude Park Ventures und bei IKEA. 

Glühbirnen

Bei IKEA gibt es eine Sammelstelle für gebrauchte Glühbirnen.

Abgelaufene Medikamente

Abgelaufene Medikamente sollten an N15 geschickt werden.

Wiederverwenden & Upcyceln

Eine weitere Kategorie, die sich zu Hause schnell ansammelt, sind Verbrauchsmaterialien – von sauberen Papiertüten über Plastikbesteck und Soßenpäckchen bis hin zu Umzugskartons und Luftpolsterfolie. Zum Glück gibt es im ganzen Land zahlreiche Projekte, die solche Alltagsgegenstände weiterverwenden oder upcyceln.

Kartons & Luftpolsterfolie 

Diese lassen sich über die Facebook-Gruppe Bangkok Recycling Chain an andere Expats und Locals weitergeben. Dort kannst Du bei einem Umzug auch selbst nach Kartons oder Verpackungsmaterial von anderen fragen.

Auch für andere große Städte in Thailand gibt es entsprechende Recycling-Chain-Gruppen.

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Kleinkram

Alles, was sauber und wiederverwendbar ist, oder sonstiger Krimskrams lässt sich ebenfalls über die Bangkok Recycling Chain-Gruppe weitergeben – etwa an lokale Unternehmen oder Lehrer, die es gebrauchen können. Achte nur darauf, dass alles sauber und sortiert ist. 

  • Papiertüten
  • Gläser
  • Pumpflaschen
  • Eierkartons
  • Hotel-Pflegeprodukte & Hausschuhe
  • Zeitungen & Zeitschriften

Verpackungsmüll von Essenslieferungen

Es kann nerven, wenn Soßen, Plastikbesteck und Essstäbchen einfach mitgeliefert werden, obwohl Du versuchst, sie abzulehnen. Der Fatima Handicraft Shop in Bangkok nimmt saubere Essensbehälter, Soßenpäckchen, Plastikbesteck und Essstäbchen als Spende an.

Kosmetik 

Kosmetik- und Make-up-Verpackungen kannst Du bei Filialen von Yves Rocher oder The Body Shop in ganz Thailand zum fachgerechten Recycling abgeben.

Nicht abgelaufene Kosmetik- und Pflegeprodukte lassen sich an Bangkok Soap Opera spenden, das sie an bedürftige Gruppen an der Grenze weitergibt. Abgelaufenes Make-up wiederum nehmen Krankenhaus-Pathologien für die Vorbereitung von Verstorbenen vor Beerdigungen an.

BHs 

BHs kannst Du im Rahmen des „Bra Day“-Programms von Wacoal Thailand an Wacoal-Ständen und -Filialen im ganzen Land abgeben. Sie werden dort zerlegt und die einzelnen Teile fachgerecht recycelt.

CDs & DVDs

Die APDI Foundation nimmt CDs & DVDs sowie Computerschrott an, den sie als Wertstoff an lokale Recyclingzentren verkauft. Die Einnahmen aus dem Verkauf des recycelbaren Abfalls fließen in die Stiftungsarbeit für Menschen mit Behinderung.

Bücher

Bücher kannst Du an die Neilson Hays Library für ihren jährlichen Wohltätigkeits-Bücherbasar spenden – auch verkäufliche CDs und DVDs werden dort angenommen – oder an die öffentliche Wohltätigkeitsbibliothek the Reading Room. Notenbücher gehen am besten an die Paintbrush Foundation

Das Dasa Book Cafe nimmt Deine Bücher ebenfalls an und zahlt Dir sogar noch etwas dafür. 

Alte Elektronik 

Alte oder defekte Elektrogeräte kannst Du an den Wat Suan Kaew-Tempel in Bangkok spenden. Dort werden kaputte oder gebrauchte Geräte gesammelt, um sie zu reparieren und weiterzuverkaufen oder als Ersatzteillager zu nutzen.

Auch das Don Bosco Technical College an der Petchaburi Road in Bangkok nimmt defekte Elektronik an, damit Studierende im Rahmen ihres Studiums das Reparieren üben können.

Medikamente

Nicht abgelaufene Medikamente kannst Du an das Umphang Hospital in der Provinz Tak spenden. Adressiere die Sendung an: Director of Umphang Hospital (Medicine Donation) No. 159, Village No. 1, Umphang Sub-district, Umphang District, Tak, 63170 Tel. 055 561 270.

Wohltätigkeitsorganisationen, die sich über Spenden freuen

Über folgende Organisationen kannst Du gezielt an bedürftige Gruppen spenden.

Für lokale Bildungsprojekte kannst Du über die Pankan Society oder die Mirror Foundation spenden – bei größeren Spenden holen sie diese sogar bei Dir zu Hause ab.

An Geflüchtete spendest Du über Liferaft International oder IRC Thailand.

Tierschutzprojekte unterstützt Du, indem Du Bücher und Spiele an den Squiggles Charity Shoppe spendest, die dort zugunsten des guten Zwecks weiterverkauft werden, oder Tierbedarf und alte Decken an PAWS Bangkok oderThe Adoptable Puppy Cafe schickst.

Schwangeren und Kindern, die Unterkunft brauchen, hilfst Du, indem Du Baby- & Kleinkindartikel an den Home of Grace, Community Store schickst, wo sie weiterverkauft werden. 

Überschüssige Lebensmittel oder Trockenwaren kannst Du an die Scholars of Sustenance spenden, die sie an bedürftige Gruppen verteilen. Als Gastronomiebetrieb kannst Du außerdem über Yindii oder Oho! Thailand gerettete Mahlzeiten verkaufen und so Lebensmittelverschwendung reduzieren. 

Tipps für ein grüneres Leben

Es braucht einen Ansatz auf mehreren Ebenen: weniger verbrauchen und den Abfall, der trotzdem entsteht, so gut wie möglich entsorgen.

Weniger Müll produzieren

Es gibt viele Möglichkeiten, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen, bevor er zum Problem für Thailands Umwelt wird. Überlege Dir schon vor dem Verlassen des Hauses, welche wiederverwendbaren Dinge Du brauchst. Ein Rucksack mit allem Nötigen für den Tag oder eine Reise hilft, unnötigen Müll zu vermeiden.

Zu Hause recyceln

Weil die Recyclingangebote so über die Stadt verstreut sind, muss man verschiedene Abfallarten oft an ganz unterschiedliche Stellen bringen – das kann für alle, die in Thailand recyceln wollen, frustrierend und zeitaufwendig sein. Diese Tipps helfen Dir, Dein Recycling in Thailand zu vereinfachen und den Überblick zu behalten.

Eine Recyclingstation zu Hause einrichten

Der Blog Less Plastic Thailand liefert einige Ideen, wie Du zu Hause eine Recyclingstation einrichtest, um Deine Wertstoffe zu bündeln und platzsparender zu lagern.

So lässt sich platzsparender Abfall nach und nach sammeln und dann per Post verschicken oder an Sammelstellen abgeben, wenn Du sowieso vorbeikommst.

Selbst abgeben

Nutze lokale Sammelstellen, um Versandkosten zu sparen, oder verbinde den Weg dorthin mit anderen Erledigungen, um Deinen CO2-Fußabdruck zu senken.

In Einkaufszentren im ganzen Land gibt es zahlreiche Sammelstellen für recycelbaren Abfall.

A trash collection initiative by CIRPLAS
Eine Müllsammelaktion von CIRPLAS in Thailand

In Bangkok findest Du sie an lokalen Refill-Stationen, bei IKEA und in Malls wie Siam Paragon, Emporium, Habito Mall oder True Digital Park. 

Außerdem gibt es zahlreiche Sammelstellen für Plastiktüten von Won sowie für weiche & harte Kunststoffe von YouTurn. 

Einen Überblick über alle Sammelstellen bietet die Thailand Green Map.

Per Post oder Kurier verschicken  

Wenn Dir die Zeit zum Abgeben fehlt, sparst Du bei kleineren Mengen Geld, indem Du sie per Post an lokale Recyclingprogramme schickst. Größere Mengen lassen sich per Kurierdienst wie Grab oder Lalamove verschicken oder selbst vorbeibringen.

Zero Waste & Refill-Stationen

Refill-Shops findest Du überall in Bangkok sowie in allen größeren Städten und auf den Inseln Thailands. Am einfachsten findest Du sie über Google Maps. 

In Bangkok gibt es in praktisch jedem beliebten Expat-Viertel eine Refill-Station, etwa The Yard in Ari.

Lebensmittel in großen Mengen bekommst Du bei Sunshine Market , Zero-Waste-Produkte bei Happy Grocers.

Kleidertausch

Kleidertausch-Events erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit – nicht nur unter Expats, sondern auch bei den Locals. 

Fashion Revolution Thailand clothing swap
Fashion Revolution Thailand ist eine der Gruppen, die Kleidertausch-Events organisieren, bei denen Du auch Kleidung spenden kannst

Your Neighbor Clotheswap von Fashion Revolution oder die lokale Plattform SwoopBuddy veranstalten regelmäßig Kleidertausch-Events in Bangkok.

Secondhand-Shopping

Auch in Thailand gibt es eine lokale Secondhand-Kultur, die sich vor allem auf Nachtmärkten findet. 

In Bangkok findest Du sie auf dem Train Market, in bestimmten Bereichen des JJ Market – vor allem im JJ Mall-Gebäude für Antiquitäten und Vintage-Stücke – oder auf dem vierteljährlichen Tae Flea Market.

Weitere Adressen für Secondhand-Schnäppchen sind die japanische Kette Treasure Factory, der Wohltätigkeitsladen Second Chance, Lucky Home in Samrong oder der reConcept Store im Asiatique-Markt für schöne Möbel.

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Das Dasa Books Cafe in Bangkok ist ein charmanter Secondhand-Buchladen, der ausgewählte alte Bücher gegen Ladenguthaben eintauscht.

Reparieren statt neu kaufen 

Lokale Straßenschneider helfen bei Kleidungs- oder Schuhreparaturen. Frag einfach in Deiner Nachbarschaft nach einem. 

Reviv Thailand bietet Kleidungsreparaturen online an und setzt dabei auf faire Arbeitsbedingungen. 

Die Elektronik-Kette Amorn, die in allen größeren Städten Thailands vertreten ist, repariert defekte Geräte, sofern der Schaden nicht zu groß ist.

Secondhand verkaufen

Wenn Du umziehst, lohnt es sich, funktionstüchtige Gegenstände, die Du nicht mitnehmen kannst, gegen Bargeld zu verkaufen. 

Am einfachsten geht das über den Facebook Marketplace oder eine der zahlreichen Kauf-und-Verkauf-Gruppen, die es für praktisch jede Stadt in Thailand gibt. Second Hand Thailand ist nur eines von Hunderten Beispielen.

Auch in vielen Expat-Frauen-Communitys sind Verkaufsposts für Damenkleidung willkommen. Markenware lässt sich zudem bei Ketten wie SOS – Sense of Style oder Komehyo verkaufen. 

Kleidung oder Haushaltsgegenstände kannst Du auch an eine lokale Secondhand-Kette wie Treasure Factory verkaufen, wobei Du dafür nur sehr wenig bekommst.

Baby- und Kleinkindartikel lassen sich in der Expat Mummy Sale-Gruppe verkaufen oder schneller und unkomplizierter direkt an Treasure Factory.

Elektrogeräte verkaufst Du am besten im Untergeschoss von Fortune Town in Bangkok oder in anderen IT-Zentren.

Weitere Ressourcen

Es gibt viele lokale Communitys, denen Du beitreten oder folgen kannst, um über nachhaltiges Leben auf dem Laufenden zu bleiben oder Dir Wissen anzueignen. 

Online-Communitys 

Bist Du gerade erst nach Bangkok gezogen, lohnt sich die Facebook-Gruppe Bangkok Recycling Chain — eine Schenk-Ökonomie, in der Du nach so ziemlich allem fragen kannst, was Du für Dein neues Zuhause brauchst.

Offline-Communitys

In Bangkok setzen sich unter anderem der ökologische Park Sansiri Backyard T77 Community und die Initiative Greenery Challenge für Nachhaltigkeit ein – Letztere veranstaltet monatlich das Nachhaltigkeitsfest Greenery Market.

Nachhaltigkeit in anderen Provinzen

Die meisten Recyclinginitiativen konzentrieren sich derzeit auf die Hauptstadt, doch auch in anderen Provinzen und größeren Städten gibt es grüne Projekte. 

Ein guter Einstieg ist die Suche nach dem Trash Hero-Event in Deiner Stadt, wenn Du beim Umweltschutz mitmachen und Gleichgesinnte treffen möchtest. 

Pattaya

Wohnst Du in Pattaya, kannst Du recycelbaren und nicht recycelbaren Abfall direkt zur N15-Fabrik in Chonburi bringen.

Samui

Der Samui Health Shop by Lamphu ist eine Refill-Station und ein Bioladen auf der Insel, während der Samui Green Market ein monatliches Event ist, bei dem Du Anschluss an die Nachhaltigkeits-Szene findest.

Koh Phangan 

Die Insel Koh Phangan hat eine sehr umweltbewusste Bevölkerung. Die aktive Facebook-Gruppe Buy Nothing Phangan lebt eine Schenk-Ökonomie und ist ein guter Ort, um Gleichgesinnte kennenzulernen.

Phuket 

Der Phuket Swapshop ist eine gute Anlaufstelle für Wissen rund um lokale Recyclinginitiativen und Nachhaltigkeits-Events wie Kleidertausch.

Chiang Mai 

Free Bird Cafe in Chiang Mai ist ein Café und Secondhand-Laden mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Bei den dortigen Events lernst Du leicht andere nachhaltig denkende Menschen kennen.

Jetzt bist Du dran

Thailand wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht wie der nachhaltigste Ort zum Leben, doch dank zahlreicher privater Basisinitiativen, die Recycling für alle zugänglicher machen, tut sich einiges. 

Finde Anschluss an lokale Nachhaltigkeits-Communitys – mit Tipps und Unterstützung von anderen umweltbewussten Menschen bist Du auf dem besten Weg, Deinen Abfall in Thailand zu reduzieren. 

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