Thailändisches Familienvisum: Voraussetzungen, Unterlagen, Kosten und mehr

Wenn Du thailändische Kinder hast, kommst Du womöglich für ein thailändisches Familienvisum statt für ein Heiratsvisum infrage. Es ist leichter zu bekommen und stellt geringere finanzielle Anforderungen, was es zu einer praktischen Option für Expats macht, die in Thailand Kinder großziehen.

Nur wenige Expats mit thailändischen Kindern wissen das, aber Du kannst in Thailand ein thailändisches Familienvisum statt eines thailändischen Heiratsvisums beantragen.

Der Ablauf für das thailändische Familienvisum ist im Grunde derselbe wie beim Heiratsvisum, doch die finanziellen Anforderungen fallen geringer aus.

In diesem Ratgeber erkläre ich, welche Voraussetzungen Du erfüllen und welche Unterlagen Du einreichen musst, um ein einjähriges thailändisches Familienvisum zu erhalten. Außerdem gehe ich auf die damit verbundenen Kosten ein und gebe ein paar Tipps, wie Du Dein Visum in gutem Stand hältst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem thailändischen Familienvisum (Non-Immigrant „O“) dürfen Expats mit thailändischen Kindern ein Jahr in Thailand leben; es ist jährlich verlängerbar.
  • Anders als beim Heiratsvisum brauchst Du nur am Tag vor der Antragstellung THB400.000 auf Deinem thailändischen Bankkonto, nicht schon drei Monate im Voraus.
  • Du musst nicht mit einer Thailänderin oder einem Thailänder verheiratet sein, um infrage zu kommen; leibliche thailändische Kinder zu haben und sie finanziell zu unterstützen, reicht aus.
  • Zu den erforderlichen Unterlagen zählen ein Nachweis der Elternschaft, Familienfotos an Deinem Wohnort, thailändische Geburtsurkunden und ein Schreiben Deiner thailändischen Bank.
  • Das Visum kostet THB1.900 zuzüglich etwaiger Kopiergebühren im Immigration Office.
  • Wenn Du ins Ausland reist, beantrage zuerst eine Wiedereinreisegenehmigung, sonst wird Dein Visum bei der Rückkehr ungültig.
  • Über das Jahr hinweg musst Du Deine 90-Tage-Meldungen machen; versäumst Du sie, drohen Bußgelder von bis zu THB5.000.
  • Wenn Du dieses Visum mindestens drei Jahre lang hast und thailändische Steuern zahlst, kannst Du unter Umständen die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

Was ist das thailändische Familienvisum?

Das thailändische Familienvisum, technisch gesehen das Non-Immigrant-„O“-Visum für Familienangehörige thailändischer Staatsbürger, richtet sich an Expats, die in Thailand thailändische Kinder großziehen, ob allein oder mit ihrem Ehepartner. Es verschafft Dir ein Jahr im Land, und Du kannst es danach jedes Jahr verlängern, solange Du die Voraussetzungen erfüllst und die richtigen Unterlagen einreichst.

Thai Family Visa
Ein Bild meines einjährigen thailändischen Non-Immigration-O-Familienvisums.

Dass es das thailändische Familienvisum überhaupt gibt, wusste ich bis ein paar Jahre nach meinem Umzug nach Thailand 2014 gar nicht. In einem Jahr verrechnete ich mich beim Ablaufdatum meines thailändischen Heiratsvisums. Als ich für eine routinemäßige 90-Tage-Meldung beim Immigration Office auftauchte, teilte mir die Beamtin mit, mein Visum sei abgelaufen.

Das bedeutete, dass ich noch am selben Tag ein neues Visum beantragen oder das Bußgeld von THB500 pro Tag zahlen und das Land verlassen musste. Unvorbereitet wie ich war, hatte ich die erforderlichen THB400.000 nicht drei Monate lang auf meinem thailändischen Bankkonto liegen. Aber man sagte mir, wenn ich das Geld am nächsten Tag vorweisen könne, dürfe ich ein thailändisches Familienvisum beantragen, für das man die 400.000 nur am Tag vor der Antragstellung auf dem Konto haben muss, nicht schon Monate im Voraus.

Also überwies ich das Geld aus den USA mit Wise und beantragte mein allererstes thailändisches Familienvisum. Seitdem verlängere ich dieses Visum jedes Jahr.

Familienvisum vs. Heiratsvisum

Wichtig zu wissen: Das thailändische Familienvisum ist nicht dasselbe wie das Non-Immigrant-„O“-Visum auf Grundlage einer Ehe mit einem thailändischen Ehepartner. Ein Visum auf Grundlage der Ehe bekommst Du, solange Du mit einer thailändischen Staatsbürgerin oder einem thailändischen Staatsbürger verheiratet bist, egal ob Du und Dein Ehepartner thailändische Kinder habt oder nicht. Mit anderen Worten: Kinder sind dabei kein entscheidendes Kriterium.

Trotzdem kannst Du ein Heiratsvisum statt eines Familienvisums nehmen, wenn Du thailändische Kinder hast. Die Wahl liegt bei Dir. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass Du für das Heiratsvisum die THB400.000 drei Monate lang auf Deinem Bankkonto liegen haben musst, bevor Du den Antrag stellst.

Familienvisum vs. Guardian-Visum

Ein thailändisches Familienvisum ist außerdem nicht dasselbe wie ein thailändisches Guardian-Visum. Das thailändische Guardian-Visum, ebenfalls ein Non-Immigrant-„O“-Visum, erlaubt es Dir, Deine nicht-thailändischen Kinder nach Thailand zu begleiten, wenn sie an einer anerkannten Schule lernen hier im Land. Der Unterschied bei diesem Visum: Du musst THB500.000 auf einem Bankkonto vorweisen und ein Schreiben der Schule Deiner Kinder, das bestätigt, dass sie dort lernen.

Damit das geklärt ist, schauen wir uns die Voraussetzungen an, die Du für einen Antrag auf ein thailändisches Familienvisum erfüllen musst.

Voraussetzungen

Um das thailändische Familienvisum zu beantragen, musst Du thailändische Kinder haben (gemischter Abstammung, luk khrueng) und sie aktuell finanziell unterstützen. Diese finanzielle Unterstützung kann darin bestehen, dass Du Schulgebühren, Kleidung, Wohnung, Essen oder andere allgemeine Lebenshaltungskosten in Thailand bezahlst.

Trotz des Namens musst Du nicht mit einer thailändischen Staatsbürgerin oder einem thailändischen Staatsbürger verheiratet sein, um das thailändische Familienvisum zu beantragen. Du brauchst also keine vollständige Familie mit Mutter, Vater und Kindern. Ich kenne sogar einen geschiedenen Expat, der das alleinige Sorgerecht für seine thailändischen Kinder hat und dieses Visum jedes Jahr beantragt. Ein anderer Expat, den ich kenne, hat die Mutter seiner thailändischen Tochter nie geheiratet, kann das thailändische Familienvisum aber jedes Jahr beantragen.

Einer von ihnen musste tatsächlich einen thailändischen Anwalt engagieren und vor ein thailändisches Gericht ziehen, um das alleinige Sorgerecht für seine Kinder zu erhalten, weil seine thailändische Frau Thailand verlassen hatte, nie zurückkehrte und nicht da war, um Papiere für die Kinder zu unterschreiben. So wurde er zum alleinigen Erziehungsberechtigten und durfte sogar thailändische Pässe beantragen für seine thailändischen Kinder.

Für diesen Visumantrag musst Du nachweisen, dass Du der Elternteil der Kinder bist, und zwar mit den passenden Unterlagen. Darauf gehe ich im folgenden Abschnitt ein.

Unterlagen für das thailändische Familienvisum

Die Unterlagen für einen Antrag auf ein thailändisches Familienvisum sind fast dieselben wie für einen Antrag auf ein thailändisches Heiratsvisum. Die finanziellen Anforderungen unterscheiden sich allerdings ein wenig.

Statt die THB400.000 drei Monate lang vor der Antragstellung auf Deinem thailändischen Bankkonto zu halten, kannst Du dieses Geld einen Tag vor dem Antrag auf Dein Familienvisum einzahlen.

Das thailändische Außenministerium listet die Unterlagen auf, die Du für ein Non-Immigrant-O-Visum brauchst, unter das auch das thailändische Familienvisum fällt. Bedenke aber, dass es immer am besten ist, Dein örtliches thailändisches Immigration Office aufzusuchen und persönlich mit einem Beamten zu sprechen, um dessen Liste der Unterlagen zu erhalten. Schließlich arbeitet jedes Immigration Office einer Provinz etwas anders.

Schauen wir uns also alle Unterlagen an, die Du einreichen musst. Denk daran, dass Du von jedem der folgenden Punkte zwei Kopien zusätzlich zu den Originalen brauchst.

Persönliche Unterlagen

  • Reisepass sowie Kopien Deiner Fotoseite und jeder benutzten Seite
  • Zwei Fotos in Visumgröße
  • Formular TM7 (PDF-Download)

Nachweis der Verwandtschaft zu Deinen thailändischen Kindern

  • Kopien des thailändischen Personalausweises des Ehepartners (falls verheiratet)
  • Thailändische Heiratsurkunde oder ausländische Heiratsurkunde (falls verheiratet)
    • Formular ค.ร. 22 (falls im Ausland geheiratet)
    • Formulare ค.ร. 2 und 3 (falls in Thailand geheiratet)
  • Thailändische Geburtsurkunden (oder ins Thailändische übersetzte ausländische Geburtsurkunden, falls Dein thailändisches Kind außerhalb Thailands geboren wurde)
  • Familienfotos von Dir, Deinem Ehepartner (falls verheiratet) und Deinen thailändischen Kindern in Deinem Zuhause
    • Die Fotos müssen in Deiner Küche, im Wohnzimmer, in den Schlafzimmern und vor dem Haus bzw. Condo aufgenommen sein, wobei die Haus- bzw. Zimmernummer auf den Fotos deutlich zu sehen sein muss
    • Fotos von Dir und Deinen thailändischen Kindern in der Schule
  • Kopien der Adressseite des thailändischen Hausbuchs (Blue Book) mit dem Namen des Ehepartners (falls verheiratet)
  • Kopien der Adressseite des thailändischen Hausbuchs (Blue Book) mit dem Namen Deiner thailändischen Kinder
  • Eine handgezeichnete Karte, die zeigt, wie man vom Immigration Office zu Deinem thailändischen Wohnsitz gelangt
  • Kopien Deines Mietvertrags (falls Du mietest), des Ausweises des Vermieters sowie der Eigentumsurkunde/des Grundbucheintrags
  • Steuermarken des thailändischen Finanzamts, berechnet aus Deiner monatlichen Miete
    • Miete x 12 Monate / 1.000 = Anzahl der Steuermarken, die Du kaufen und an Deinem Mietvertrag anbringen musst

Einkommensnachweis (nur für nicht-thailändische Männer)

  • Schreiben der thailändischen Bank, das THB400.000 an Ersparnissen ausweist
    • Beim thailändischen Familienvisum muss das Geld nicht drei Monate lang auf Deinem Konto liegen
  • Kopien der aktuellsten Seite Deines Bankbuchs, die die THB400.000 zeigt
  • Kopien der ersten Seite Deines Bankbuchs mit Deinem Namen und Deiner Kontonummer

Mehr dazu: Ein thailändisches Bankkonto eröffnen: Ein Ratgeber für Expats und Touristen

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Antragsablauf

Um das thailändische Familienvisum zu beantragen, gehst Du zu Deinem örtlichen thailändischen Immigration Office. In den meisten Ämtern gibt es einen Servicedesk. Dort fragt Dich das Personal nach dem Grund Deines Besuchs und gibt Dir dann eine Wartenummer.

Du musst warten, bis Deine Wartenummer auf dem Bildschirm erscheint. Sobald sie das tut, gehst Du zu dem Schalter mit der Nummer, die neben Deiner Wartenummer auf dem Bildschirm angezeigt wird.

Übergib alle Deine Unterlagen dem Immigration-Beamten, der dann jede einzelne genau prüft. Sind Deine Unterlagen korrekt, zahlst Du die Visumgebühr und gehst weiter zur nächsten Station. Wenn nicht, bittet er oder sie Dich vielleicht, mit den fehlenden Unterlagen wiederzukommen, oder sie per E-Mail nachzureichen.

An der nächsten Station machst Du ein Gruppenfoto mit Deinen thailändischen Kindern (und Deinem Ehepartner), und anschließend nimmt das Personal Deinen Reisepass an sich.

Zum Schluss musst Du warten, bis Du Deinen Reisepass zurückbekommst. Darin sollte ein Datum 30 Tage nach dem Tag Deiner Antragstellung gestempelt sein. An diesem Datum musst Du zur Immigration zurückkehren, um das Ergebnis Deines Antrags und den neuen Einjahresstempel in Deinem Reisepass zu erhalten.

Kosten des thailändischen Familienvisums

Das thailändische Familienvisum kostet THB1.900 zuzüglich etwaiger Kopiergebühren, die bei der Immigration anfallen.

Wiedereinreisegenehmigung

Wenn Du planst, im Laufe des Jahres ins Ausland zu reisen, solltest Du eine Genehmigung für eine einmalige oder mehrmalige Wiedereinreise beantragen. So kannst Du kommen und gehen, ohne Dein thailändisches Visum zu verlieren. Verlässt Du Thailand ohne Wiedereinreisegenehmigung und kehrst dann zurück, machen die Immigration-Beamten am Flughafen Dein Visum ungültig, und Du musst als Tourist einreisen.

Mehr dazu: Thailand Re-Entry Permits: So verlierst Du Dein Thailand-Visum NICHT

Dein thailändisches Familienvisum verlängern

Streng genommen „verlängerst“ Du Dein thailändisches Visum nicht. Du musst jedes Jahr ein komplett neues Visum beantragen. Der Ablauf ist genau derselbe wie bei der Erstbeantragung. Der einzige Unterschied, der mir über die Jahre aufgefallen ist: Die thailändischen Immigration-Beamten prüfen meine Originalunterlagen nicht mehr. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie gesehen haben, dass ich seit 2014 für dasselbe Visum dorthin gehe.

Alternative Visa

Wenn Du thailändische Kinder hast und nach einer Alternative zum thailändischen Familienvisum suchst, kommt das thailändische Heiratsvisum infrage, sofern Dein Ehepartner Thai ist. Außerdem gibt es das Destination Thailand Visa und das Thailand Elite Visa, bei denen die finanziellen Anforderungen allerdings tendenziell höher liegen.

Visum überziehen

Sobald Du Dein thailändisches Familienvisum hast, merke Dir das Ablaufdatum. Du willst Dein Visum auf keinen Fall überziehen, denn dann musst Du ein Bußgeld zahlen und könntest für eine bestimmte Anzahl von Jahren die Einreise nach Thailand verwehrt bekommen. Ich kenne einen Mann, der sein thailändisches Visum überzog und monatelang in Thailand blieb. Die thailändische Immigration kam zu seinem Condo, verhaftete ihn und schob ihn ab. Ihm wurde die Rückkehr nach Thailand für 10 Jahre untersagt.

90-Tage-Meldungen

Wenn Du ein thailändisches Familienvisum hast, musst Du Deine 90-Tage-Meldungen einhalten. Deine erste 90-Tage-Meldung ist 90 Tage nach Deiner Ankunft in Thailand fällig, nicht 90 Tage nach Erhalt Deines Visums. Achte darauf, denn wenn Du Deine Meldung versäumst, wird ein Bußgeld von bis zu THB5.000 fällig. Tatsächlich musste ich mehr als einmal THB2.000 Bußgeld zahlen, weil ich meine 90-Tage-Meldetermine verpasst hatte. Heutzutage kannst Du das online erledigen, und die thailändische Immigration schickt Dir zwei Wochen im Voraus eine Erinnerung, wann es fällig ist.

Mehr dazu: So machst Du Deine 90-Tage-Meldung in Thailand

Thailändisches Familienvisum und dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung

Wenn Du thailändische Kinder hast und ein thailändisches Familienvisum beantragst, kannst Du dieses Visum letztlich als Weg zur Beantragung der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung in Thailand nutzen. Du musst das Familienvisum mindestens drei Jahre in Folge beantragen und drei Jahre lang Steuern auf in Thailand erzieltes Einkommen zahlen. Das heißt, Du musst einen Job in Thailand haben. In manchen Fällen kannst Du jedoch das Einkommen und die Steuererklärungen Deines thailändischen Ehepartners als „Nachweis“ heranziehen, dass Du Steuern gezahlt hast.

Tipps aus der Community zum thailändischen Familienvisum

Expats in Thailand-Foren und Facebook-Gruppen bewerten das thailändische Familienvisum durchweg als eine der unkomplizierteren Optionen für einen Langzeitaufenthalt in Thailand. Häufige Tipps aus diesen Communities:

  • Bring von jeder Unterlage zusätzliche Kopien mit, da die Anforderungen zwischen den Ämtern leicht variieren können.
  • Achte darauf, dass Deine Familienfotos klar und aktuell sind und jeden Raum zeigen, auch die Vorderseite des Anwesens mit sichtbarer Hausnummer.
  • Wer mit dem alleinigen Sorgerecht zu tun hat, sollte Gerichtsbeschlüsse und Sorgerechtspapiere zu jedem Termin mitbringen.

Der breite Konsens lautet: Solange Deine Unterlagen vollständig und von Jahr zu Jahr konsistent sind, zeigen sich die Immigration-Beamten kooperativ, und der Ablauf wird zur Routine.

Jetzt bist Du dran

Solange Du die Voraussetzungen erfüllst und alle erforderlichen Unterlagen einreichst, ist der Antrag auf ein thailändisches Familienvisum unkompliziert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Immigration-Beamten eher mit Dir als gegen Dich arbeiten, weil sie wissen, dass Du aus einem guten Grund hier bist: um Deine thailändischen Kinder großzuziehen.

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