Thai-Sprachschule im Test: AUA Chiang Mai

Website: AUA Chiang Mai
Telefon: 081-138-2831, 081-138-2837

Adresse: 24 Rajadamnern Road, Chiang Mai, Thailand 50200 (nahe dem Thapae Gate)

AUA liegt an einer Hauptstraße in Chiang Mais Altstadt, trotzdem wirkt das Gelände ruhig, und die Gebäude erinnern stark an alte thailändische Häuser. 

Der Unterricht

Aktuell werden acht Kurse angeboten. Alle sind Konversationskurse, von Conversation 1A bis Conversation 4B, für THB4.500 pro 20-Stunden-Kurs.

Der Unterricht dauert zwei Stunden täglich, Montag bis Freitag, mit einer 15- bis 20-minütigen Pause nach der ersten Stunde. 

Außerdem gibt es Privatunterricht für THB400 pro Stunde.

Preis-Leistungs-technisch macht diese Schule definitiv einiges richtig. Die Lehrkräfte bei AUA waren sehr erfahren und mit spürbarem Engagement bei der Sache. Sie trichtern einem die Wörter regelrecht ein und korrigieren so lange, bis die Aussprache stimmt, und das am besten mit einem Lächeln im Gesicht.

AUA ist ganz sicher keine Schule, an der man nur eingeschrieben ist, um das ED-Visum zu bekommen. Anwesenheit und aktive Teilnahme sind Pflicht, und genau das ist ein Pluspunkt: Wer mitmacht, ist motiviert und macht Fortschritte.

Dazu erwartet die Schule, dass man auch außerhalb des Unterrichts übt und lernt. 

Etwas ungewöhnlich fand ich zu Beginn, dass es keine Tische im Klassenzimmer gibt. Alle sitzen im Halbkreis und schreiben mit dem Notizblock auf den Knien.

Gleichzeitig macht diese Anordnung Übungen, bei denen man mit allen sprechen muss, deutlich einfacher. Man steht einfach auf und geht quer durch den Raum, ohne Tische verschieben oder sich zwischen ihnen hindurchzwängen zu müssen.

Dieses offene System erleichtert es außerdem, den Gesprächspartner zu wechseln und sich an unterschiedliche Akzente zu gewöhnen.

Conversation Level One

Im Kurs Conversation Level One, den ich besuchte, waren alle Mitschüler ausgesprochen freundlich und motiviert; jeder war da, um Thai zu lernen. Kein Einziger der 12 Studierenden hatte ein ED-Visum, und selbst am ruhigsten Tag waren noch sieben anwesend.

In meiner Klasse gab es nur drei Farang (Nicht-Asiaten), was bei AUA offenbar die Regel ist.

Schon ein paar verpasste Stunden reichen aus, um den Anschluss zu verlieren, und bei AUA hatte man das Gefühl: Wer zu viele Stunden versäumt, wird höflich gebeten zu überlegen, ob er weitermachen möchte.

Das bestärkte den Eindruck, dass sich Digitale Nomaden eher selten bei AUA einschreiben (vermutlich, weil regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit erwartet werden).

Allerdings war das Niveau innerhalb der Klasse sehr unterschiedlich, wodurch der Unterricht zeitweise nicht ganz gleichmäßig voranging.

Aus demselben Grund fiel mir auch ein Dialog mit anderen auf Thai nicht ganz leicht. Dafür zwingt es einen, umso genauer zuzuhören.

Unsere Lehrerin achtete gleichzeitig darauf, dass alle mitkamen und niemand absichtlich zurückblieb. Trotzdem wurde niemand übermäßig an die Hand genommen. 

Im Anfängerkurs übten wir in den ersten zwei Wochen 30 Minuten lang gezielt Töne und Vokale.

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Wir spielten recht häufig „Errate den Ton“, und obwohl es anfangs frustrierend war, waren wir uns nach einiger Zeit alle über den richtigen Ton einig. 

Unterrichtsmethode

Der Unterricht basierte stark auf Wiederholung. Wörter und Sätze wurden täglich immer wieder laut wiederholt.

Die Lehrerin erwartete, dass wir alle neuen Wörter aktiv anwenden und darüber hinaus auch selbst neue Wörter suchen.

Um uns die Denkweise hinter der Sprache näherzubringen, veranschaulichte unsere Lehrerin „eigenartige“ Wörter und Ausdrücke anhand eigener Lebenserfahrungen und Situationen.

In diesem Kurs gab es kein Lehrbuch, nur Arbeitsblätter und ein Whiteboard mit Notizen.

Weil kein festes Curriculum vorgegeben war, konnte sich unsere Lehrerin auf das konzentrieren, was ihr sinnvoll erschien, und zwar so, wie es auch für sie selbst passte, wodurch der Unterricht für uns kurzweilig und spannend blieb.

Mein einziger Wunsch wäre gewesen, dass mehr Alltags-Thai vermittelt wird, also das, was man beim Straßenverkäufer oder Taxifahrer tatsächlich braucht.

Was wir letztlich lernten, war etwas anspruchsvoller und half mir beim Essenbestellen nicht wirklich weiter.

Das mag aber auch an meiner europäischen Denkweise liegen, da ich jede einzelne europäische Sprache, die ich spreche, quasi vergessen und bei null anfangen musste.

Ich hätte mir zwar gewünscht, im Unterricht etwas mehr zu sprechen, aber dank der Wiederholungsmethode blieb das meiste tatsächlich hängen. Wir haben viel Stoff durchgenommen, und alle konnten gut folgen. 

Ich habe Level One Speaking inzwischen abgeschlossen und mich entschieden, Payap auszuprobieren.

Conversation Level Three

In AUA Level Three saß ich mit einer kleinen, sympathischen Gruppe von Studierenden aus Taiwan, Korea, Japan, China und Europa zusammen.

In diesem Kurs stiegen Tempo und Niveau deutlich an. Die Lehrerin sprach in relativ normalem Tempo, achtete aber auf Wörter und Satzbau, die für alle verständlich waren.

Diese Unterrichtsweise trainiert einen darin, normal gesprochenes Thai zu erkennen und aktiv darauf zu reagieren.

Auch hier verging die Zeit wie im Flug, und der Unterricht machte großen Spaß. Alle wurden dazu angeregt, Geschichten zu erzählen und zusammengesetzte Sätze zu erklären. Englisch war im Unterricht tabu, neuer Wortschatz wurde aber auf Arbeitsblättern in Thai, Englisch und Lautschrift bereitgestellt.

Viele Mitschüler konnten bereits recht gut lesen und schreiben und machten sich ihre Notizen nur in Thai-Schrift, auch wenn es noch einige gab, mich eingeschlossen, die zwar lesen konnten, sich beim Schreiben aber schwerer taten.

Trotz des schnellen Sprechtempos und der Annahme, dass manches einfach verstanden werden sollte, gab es in diesem Kurs überraschend wenig Hausaufgaben. Allerdings schien jeder von uns zu Hause zumindest etwas nachzuarbeiten, um für die nächste Stunde gewappnet zu sein.

Wie schon im vorherigen Kurs handelt es sich um ein unkonventionelles Klassenzimmer: Alle sitzen im Halbkreis, ohne Tische, und machen sich Notizen in Heften, die auf den Knien balancieren.

Es wird viel in Paaren gearbeitet, und man ist gezwungen, jeden Tag mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Das hilft nicht nur dabei, neue Freunde zu finden, sondern auch dabei, andere Aussprachen zu hören und genau einzuschätzen, auf welchem Niveau die anderen stehen.

Privatunterricht

Bei meinem Einstufungstest bei AUA in Chiang Mai hieß es, mein Wortschatz sei zwar gut, meine Grammatik aber unstrukturiert und durcheinander, weshalb mir Privatunterricht vor dem Wechsel in die zweite Stufe empfohlen wurde.

Die Stunde kostete THB400. Das bedeutete: eine Stunde, zwei- bis dreimal pro Woche, im Gespräch mit einer Lehrkraft, die die Diskussion einfach mit ein paar Fragen anstieß.

Jede Stunde behandelte tatsächlich ein anderes Grammatikthema, auch wenn das nie so ausdrücklich gesagt wurde, sodass mir das erst am Ende des Monats richtig bewusst wurde.

Die Stunde verging wie im Flug, mit Gesprächen, die von Einwanderung und Arbeitslosigkeit bis hin zu weiten Hosen und der russischen Mafia reichten.

Weil es eine Einzelstunde ist und man mit der Lehrkraft allein zusammensitzt, kann man sich nicht einfach verstecken und so tun, als hätte man alles verstanden, weshalb man dabei besonders viel lernt.

Es war ziemlich anstrengend, hat mir aber Spaß gemacht und sich gelohnt. Am Ende des Monats stufte mich die Lehrkraft nicht in die zweite, sondern gleich in die dritte Stufe ein.

Lohnt sich AUA Chiang Mai für mich?

Meiner Meinung nach ist AUA Chiang Mai eine wirklich gute Thai-Sprachschule. Die Methode legt den Schwerpunkt aufs Sprechen. Selbst im Gruppenunterricht wird man also jede Menge Sprechpraxis bekommen, und alle werden ermutigt, aktiv Thai zu sprechen.

Das kann das eigene Selbstvertrauen im Umgang mit Thai im Alltag deutlich stärken.

Weil sich das Programm aber vor allem aufs Sprechen konzentriert, bleibt bei der Grammatik womöglich einiges offen. Es kann sich daher lohnen, zusätzlich Privatunterricht zu nehmen (der ist günstig) oder einen weiteren Thai-Kurs zu belegen, um Grammatik und Schreiben zu vertiefen.

Insgesamt bin ich mit AUA Chiang Mai zufrieden und empfehle die Schule jedem, der hier Thai lernen möchte.

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