WorldRemit ist ein Online-Geldtransferdienst, der in 150 Ländern verfügbar ist und niedrige Gebühren sowie eine übersichtliche App bietet. Er eignet sich gut, um Geld aus den USA, Großbritannien oder Australien nach Thailand zu senden – Überweisungen aus Thailand werden derzeit jedoch nicht unterstützt.
Wer regelmäßig Geld überweist, weiß: In den meisten Fällen kostet das Überweisen selbst auch Geld. Bei Western Union zum Beispiel fällt für jede Transaktion eine Gebühr an. Und Überweisungen über lokale Banken sind oft noch teurer, weil sie sowohl Transfer- als auch Wechselkursgebühren berechnen.
WorldRemit ist eine gute Alternative, um Geld von ausländischen oder Nicht-Thai-Bankkonten zu erhalten, ohne dafür in eine Bankfiliale gehen zu müssen.
Contents
Die wichtigsten Punkte
- WorldRemit unterstützt Überweisungen in 150 Länder, allerdings sind Transfers aus Thailand nicht möglich.
- Wer aus den USA, Großbritannien oder Australien nach Thailand überweist, profitiert von einem schnellen und vergleichsweise günstigen Service.
- Die Gebühren beginnen bei 3,39 € (US$3,99) für eine Banküberweisung von den USA nach Thailand – vergleiche die Kurse aber vorher immer auf Monito.
- Das Limit pro Transaktion liegt bei rund 1.700 € (US$2.000) für USD-Überweisungen nach Thailand, was bei größeren Beträgen ein Nachteil ist.
- Die Kontoeinrichtung geht schnell, eine Anmeldung über Google oder Facebook ist aber nicht möglich.
- Kleinere Überweisungen unterhalb des Limits kommen oft innerhalb weniger Minuten an, größere Transfers in anderen Währungen können ein bis drei Tage dauern.
- Der Kundenservice ist eher schwach, verlasse Dich also nicht darauf bei dringenden oder zeitkritischen Überweisungen.
So funktioniert WorldRemit
WorldRemit ist ein Online-Geldtransferdienst, mit dem Nutzer Geld in 150 Länder senden können. Zu den Optionen für das Senden und Empfangen zählen Barabholung, Banküberweisung, Mobile Money und Guthabenaufladung. Der Dienst funktioniert ähnlich wie viele andere Anbieter für Online-Geldtransfers, allerdings mit ein paar Einschränkungen. Gesendet werden kann zum Beispiel nur aus fünfzig Ländern.
Laut Kundensupport arbeitet das Unternehmen daran, für Länder mit eingeschränkten Möglichkeiten weitere Services hinzuzufügen. Vor ein paar Monaten habe ich versucht, per Banküberweisung Geld von einem thailändischen Bankkonto aus an einen Empfänger in den USA und auf den Philippinen zu senden, aber das hat nicht funktioniert.
Um zu prüfen, ob es auch bei anderen Ländern Einschränkungen gibt, habe ich willkürlich Großbritannien, Australien und Singapur ausgewählt, um Geld nach Thailand zu senden, und festgestellt, dass man aus diesen Ländern per Banküberweisung, Barabholung und Guthabenaufladung senden kann. Geld aus Thailand zu senden, ist momentan jedoch nicht möglich.
Dass man kein Geld aus Thailand senden kann, ist ein klarer Nachteil. Wenn Du aber Geld von Deinem US-, UK- oder australischen Konto auf Dein Thai-Bankkonto überweisen möchtest, funktioniert das problemlos. Bevor Du ein Konto erstellst, Deine Bankdaten verifizierst und einen Empfänger hinzufügst, solltest Du prüfen, ob die geplante Transaktion überhaupt möglich ist.

Vor- und Nachteile
Der Service ist recht unkompliziert und eine gute Alternative zu teureren Optionen wie Banken oder Western Union. Wenn Du nach Alternativen für Geldüberweisungen suchst, lohnt sich ein Blick auf die folgenden Vor- und Nachteile.
Vorteile von WorldRemit
- Profil- und Kontoverifizierung sind schnell und einfach
- niedrige Transaktionsgebühren
- eine gute Option, wenn andere Anbieter nicht die besten Wechselkurse bieten
- benutzerfreundliche App
- Support rund um die Uhr
Nachteile von WorldRemit
- WorldRemit hat kein Tool zum Vergleich von Wechselkursen
- begrenzte Anzahl an Ländern, aus denen gesendet werden kann
- keine Anmeldung über Facebook, Google oder LinkedIn möglich
- maximal 1.700 € (US$2.000) pro Transaktion
- schwacher Kundenservice
Konto einrichten
Anders als bei anderen Diensten ist bei WorldRemit keine Anmeldung über Facebook, LinkedIn oder Google möglich, was für alle praktisch gewesen wäre, die ungern Formulare ausfüllen. Kein Problem: Für die Anmeldung brauchst Du nur Deinen Namen, Deine E-Mail-Adresse, ein Passwort und das Land, aus dem Du sendest.

Nach der Anmeldung kannst Du Deine Zahlungsdetails auf der Seite „My Recipients“ hinterlegen. Eine Bestätigungs-E-Mail solltest Du nicht erwarten, denn die gibt es nicht.
Beim Hinzufügen eines Empfängers musst Du dessen Daten eingeben, darunter Adresse, E-Mail, Telefonnummer und Bankverbindung. Das ist nichts, was Du nicht auch bei einem Western-Union-Formular ausfüllen würdest, aber bei einem Dienst wie WorldRemit machst Du es zumindest nur einmal, wenn Du wiederholt an denselben Empfänger überweist.

Welche Bankdaten benötigt werden, hängt vom Bankensystem des jeweiligen Landes ab. Sendest Du zum Beispiel nach Großbritannien, wirst Du nach dem Sort Code gefragt; bei den Philippinen nach dem Branch Code.
Bei Überweisungen nach Thailand deckt WorldRemit die Banken ordentlich ab. Der Dienst erlaubt Überweisungen an die meisten großen Banken sowie einige kleinere lokale Banken. Einen Überblick über die wichtigsten Optionen findest Du in unserem Leitfaden zu thailändischen Bankkonten.

Nach der Einrichtung kannst Du direkt mit dem Senden von Geld beginnen.
Geld überweisen
Das Dashboard ist übersichtlich und leicht zu bedienen, da es im Wesentlichen nur Deine Empfänger und Transaktionen anzeigt.
Um eine Überweisung zu starten, gehst Du auf die Startseite, wählst ein Land aus dem Dropdown-Menü, klickst auf „Get started“ und füllst die Details aus. Das geht auch über die Seite „How it Works“.

Angenommen, Du überweist Geld aus den USA nach Thailand per Banküberweisung: Die Währung wird automatisch an den Standort des Empfängers angepasst. Anschließend bekommst Du eine kurze Übersicht: den gesendeten Betrag, die Gebühr, die je nach Land variiert, den Gesamtbetrag, den Du zahlst, sowie den Betrag, den Dein Empfänger erhält.
Der Wechselkurs wird am unteren Rand der Übersicht angezeigt. Sobald Du die Details bestätigt hast, kannst Du auf „Send“ klicken.

Nach dem Klick auf „Send“ gelangst Du zur nächsten Seite, auf der Du einen Empfänger auswählen musst. Falls Du vorher noch keinen angelegt hast, ist das kein Problem: Du kannst „New Recipient“ wählen und das Formular manuell ausfüllen. Wählst Du dagegen einen bereits gespeicherten Empfänger, werden dessen Daten automatisch übernommen. Außerdem wirst Du nach einem Überweisungsgrund gefragt, was bei Geldtransfers üblich ist.
Mit einem Klick auf „Next“ gelangst Du zur Zahlungsseite, auf der Du zwischen zwei Zahlungsmethoden wählen kannst: Debit- oder Kreditkarte, oder eine Online-Banküberweisung über das US Automated Clearing House-System, die direkt von Deinem Bankkonto abgebucht wird und bis zu vier Tage dauern kann. Letztere ist mit einer niedrigeren Gebühr verbunden, erfordert aber etwas mehr Papierkram.
Wählst Du die Online-Banküberweisung per USACH, muss das System zunächst das Konto authentifizieren, von dem Du überweist. Halte deshalb Deine Online-Banking-Daten bereit, einschließlich der bei dieser Bank hinterlegten Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Das gilt für Überweisungen von einem US-Konto nach Thailand.
Zur Authentifizierung Deines Kontos musst Du einen Kontoauszug sowie einen Ausweis, etwa einen Reisepass, einreichen.
Die gängigere Option ist die Überweisung per Debit- oder Kreditkarte. Entscheidest Du Dich dafür, musst Du auf der nächsten Seite nur Deine Kartennummer, Deinen Namen wie auf der Karte angegeben, das Ablaufdatum und den dreistelligen Code auf der Rückseite eingeben.
Anschließend klickst Du auf „Pay Now“.
Gebühren und Wechselkurse
Woher weißt Du, ob Du mit WorldRemit tatsächlich sparst? Dafür lohnt sich ein Blick auf ein Vergleichsportal wie Monito.
WorldRemit wirbt mit einem günstigen Service, was zumindest teilweise stimmt. Bei einer Gebühr von 3,39 € (US$3,99) pro Banküberweisung von den USA nach Thailand ist das durchaus gerechtfertigt. Für die Barabholung gilt derselbe Betrag. Wie bereits erwähnt, variieren die Gebühren je nach Land. Bei einer Überweisung an einen Empfänger auf den Philippinen lag die Gebühr bei nur 2,54 € (US$2,99), während eine Überweisung von Australien nach Thailand 4,24 € (US$4,99) kostet. Bevor Du damit Geld sendest, solltest Du aber immer auch die Gebühren anderer Anbieter vergleichen.
Um zu prüfen, ob das Versprechen günstiger Überweisungen wirklich stimmt, habe ich die Standardkurse bei XE mit den Angeboten von Bangkok Bank und Kasikorn Bank verglichen, zwei lokalen Banken, die internationale Überweisungen anbieten. In der folgenden Tabelle siehst Du, welche Gebühren WorldRemit pro überwiesenem USD, GBP und EUR berechnet.
| Anbieter | USD | GBP | EUR |
| WorldRemit | 3,11 % | 2,60 % | 2,79 % |
| Bangkok Bank | 3,61 % | 2,02 % | 1,84 % |
| Kasikorn Bank | 4,08 % | 3,17 % | 2,15 % |
Überweisungsdauer
Wenn Du andere Geldtransferdienste nutzt, hast Du wahrscheinlich schon mal Verzögerungen erlebt, vor allem bei größeren Überweisungen. Der maximale Überweisungsbetrag bei WorldRemit variiert. USD-Überweisungen nach Thailand sind zum Beispiel mal bei 1.700 € (US$2.000) gedeckelt, mal bei 2.337,50 € (US$2.750). Überweisungen unterhalb dieses Limits erreichen den Empfänger innerhalb von Minuten oder zumindest nicht später als nach 24 Stunden.
Größere Überweisungen in anderen Währungen als USD können dagegen ein bis drei Tage dauern. Barüberweisungen per Mobile Transfer oder Guthabenaufladung sind sofort verfügbar. Wahrscheinlich unterscheidet sich die Bearbeitungsdauer aber von Land zu Land.
Tipps und Aktionen
Es ist anzunehmen, dass Vielnutzer von WorldRemit irgendwann Promo-Codes erhalten, vermutlich für einen Gebührenerlass, schließlich gibt es auf der Seite „Add Recipient“ ein eigenes Feld dafür.
Expats auf Reddit berichten, dass WorldRemit nach dem Login generell transparent ist, die genauen Gebühren und Limits aber je nach Länderkombination variieren können und vor der Kontoerstellung nicht immer sichtbar sind. Es lohnt sich daher, vorab ein Test-Angebot einzuholen.
Fazit
Nachdem ich WorldRemit für meine eigene Transaktion getestet habe, würde ich sagen: Der Service ist ziemlich eingeschränkt. Ich überweise normalerweise Geld zwischen Thailand und den Philippinen, in beide Richtungen. Verfügbar war dafür aber nur die mobile Guthabenaufladung, was für mich nicht infrage kam. Auf Nachfrage beim Kundenservice, ob ich aus Thailand überweisen könnte, hieß es, dass die Optionen für bestimmte Länder auf die mobile Guthabenaufladung beschränkt sind.
Für alle, die nach einer Alternative zur Bank oder ähnlichen Diensten suchen, kann WorldRemit trotzdem eine gute Wahl sein. Sendest Du zum Beispiel aus Australien, Singapur, den USA oder Großbritannien, ist der Service vergleichsweise schnell und günstig. Die App funktioniert reibungslos und eignet sich hervorragend, um unterwegs Geld zu senden.
Musst Du dagegen Geld aus Thailand senden, bringt Dir WorldRemit wenig, da Überweisungen aktuell auf zweiundfünfzig Länder beschränkt sind und Thailand bislang nicht dazugehört, zumindest vorerst. Sendest oder empfängst Du in Australien, Singapur, Großbritannien oder den USA, funktioniert WorldRemit dagegen einwandfrei. Weitere Nachteile sind das Limit von 1.700 € (US$2.000) beim Senden und Empfangen sowie die oft wenig ausführlichen Antworten des Kundenservice.
Falls Du nach Alternativen suchst, lohnt sich ein Blick auf Monito, um bessere Optionen zu finden und Empfehlungen für günstigere Kurse bei anderen Anbietern wie Wise zu erhalten. Abgesehen von diesen kleinen Schwächen lohnt es sich, Dir WorldRemit als Option zu merken, schon allein wegen der günstigen Gebühren und schnellen Überweisungen.

