Das Wichtigste in Kürze
- Leitungswasser ist in ganz Thailand nicht zum Trinken geeignet, selbst in 5-Sterne-Hotels nicht, wegen des Chlorgeschmacks und der Gefahr von Verunreinigungen durch alte Rohrleitungen.
- Zum Duschen und Zähneputzen kannst Du Leitungswasser bedenkenlos verwenden.
- Abgefülltes Wasser zu kaufen ist günstig (unter THB15 pro 1,5 Liter) und praktisch, verursacht aber viel Plastikmüll.
- Wasserfilter (Ultrafiltrations- oder Umkehrosmose-Systeme), die am Küchenhahn angebracht werden, sind auf lange Sicht die kostengünstigste Lösung und bei Familien in Thailand am beliebtesten.
- Eis in Restaurants und an Straßenständen ist in der Regel unbedenklich, da es industriell hergestellt und in lebensmittelechten Beuteln geliefert wird, nicht aus Leitungswasser.
- Kostenloses Trinkwasser, das in Krügen serviert wird, stammt meist aus einem gefilterten Wasserspender und ist in der Regel unbedenklich.
- Wasserzapfstellen, die es auf den meisten Straßen gibt, verlangen rund THB1 pro Liter und sind eine praktische, umweltfreundliche Alternative zu abgefülltem Wasser.
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Ob Tourist oder Expat: Früher oder später fragt sich jeder, ob man in Thailand bedenkenlos Leitungswasser trinken kann.
Tatsächlich gehört das zu den häufigsten Fragen, die uns erreichen, seit wir Thailand Starter Kit vor fast zehn Jahren gestartet haben.
Und das aus gutem Grund: Wasser ist ein zentraler Bestandteil unseres Alltags, und unter der sengenden Sonne Thailands trinken wir wohl mehr davon als sonst irgendwo.
In diesem Ratgeber erfährst Du die ausführliche Antwort, einschließlich der Frage, ob Leitungswasser sowie kostenloses Wasser und Eis in Garküchen und Restaurants sicher sind. Außerdem bekommst Du ein paar Insider-Tipps, wie Du in Thailand sauberes Wasser trinkst.
Contents
Kann Man Leitungswasser in Thailand Trinken?
Nein, von Leitungswasser solltest Du in Thailand die Finger lassen. Zum Duschen oder Zähneputzen ist es zwar unbedenklich, aber selbst in einer modernen Stadt wie Bangkok solltest Du es nicht trinken.
Die Metropolitan Waterworks Authority (MWA), die Behörde, die für die Wasserversorgung in Bangkok und den umliegenden Provinzen Samut Prakan und Nonthaburi zuständig ist, veröffentlichte 2023 einen Bericht, wonach das Leitungswasser trinkbar sei. Trotzdem kenne ich niemanden in Thailand, der Leitungswasser trinkt, ohne es vorher abzukochen.

Dafür gibt es zwei Hauptgründe:
- Der Chlorgeruch
- Die Sorge vor Verunreinigungen durch rostige Rohre oder undichte Leitungen
Deshalb solltest Du nirgendwo in Thailand Leitungswasser trinken, auch nicht im Hotel. Selbst im 5-Sterne-Haus gilt: Finger weg vom Hahn, lieber zu abgefülltem Wasser greifen.
So Kommst Du Zu Hause An Sauberes Trinkwasser
Es gibt drei gängige Wege, zu Hause an trinkbares Wasser zu kommen.
Abgefülltes Wasser Kaufen
Die erste Methode ist denkbar einfach: Kauf abgefülltes Wasser im Supermarkt oder Convenience-Store. Es ist günstig, eine 1,5-Liter-Flasche kostet oft unter THB15.

Da Lieferdienste mittlerweile fast überall in Thailand verfügbar sind, kannst Du über die App von 7-Eleven oder Tesco Wasser bestellen und Dir kostenlos nach Hause liefern lassen.
Das Problem an dieser Methode: Sie ist alles andere als umweltfreundlich. Du verbrauchst jede Menge Plastikflaschen und trägst damit zu Thailands anhaltendem Plastikmüll-Problem bei.
Einen Wasserfilter Nutzen
Du kannst online bei Lazada oder Shopee einen Wasserfilter kaufen oder bei HomePro oder ThaiWatsadu einen holen und ihn an Deinem Küchenhahn anbringen.
Diese Methode ist auf Dauer günstiger als abgefülltes Wasser zu kaufen, besonders wenn Du viel Trinkwasser verbrauchst. Unter Familien in Thailand ist sie außerdem die beliebteste Art, Leitungswasser zu filtern.
Es gibt zwei gängige Filtersysteme:
- Ultrafiltrationssystem (UF): ein mehrstufiger Filtrationsprozess, der Viren, Bakterien, größere organische Moleküle, Partikel und Schlamm herausfiltert. Spuren von Salzen und gelösten organischen Stoffen bleiben allerdings zurück.
- Umkehrosmose-System (RO): ein Filterverfahren, das mehr Ausrüstung erfordert als ein UF-System, dafür aber deutlich mehr Mineralien herausfiltert, darunter auch Salze und gelöste organische Stoffe.

Meiner Meinung nach reicht das UF-System aus, wenn Du in einer Stadt mit guter Leitungswasserqualität lebst und Mineralien wie Magnesium erhalten möchtest. Lebst Du dagegen in einer ländlichen Gegend oder willst ganz sichergehen, dass Dein Wasser rein ist, solltest Du zum RO-System greifen.
Ein einfaches UF-Filtersystem gibt es schon ab THB1.500, allerdings erhältst Du dafür nur ein einfaches Drei-Stufen-System. Top-Modelle mit UV-Licht können bis zu THB20.000 oder mehr kosten.
Egal für welches Filtersystem Du Dich entscheidest: Alles Nötige, um es an Deinem Küchenhahn anzubringen, ist im Lieferumfang enthalten. Mit ein wenig handwerklichem Geschick sollte die Installation kein Problem sein.
Je nach Modell musst Du Deinen Wasserfilter gelegentlich reinigen. Außerdem solltest Du die Filter alle sechs bis zwölf Monate wechseln, wobei das auch davon abhängt, wie oft Du ihn benutzt.
Einen Wasserfilter-Service Abonnieren
Wenn Du den Wasserfilter nicht selbst installieren möchtest, kannst Du ein Unternehmen wie CoWay oder AmWay damit beauftragen.
Diese Methode bringt vier Vorteile mit sich:
- In den meisten Fällen bekommst Du ein RO-Filtersystem
- Die Installation ist kostenlos
- Das Unternehmen wechselt Deine Filter und reinigt das System alle zwei bis drei Monate
- Möglicherweise bekommst Du sogar gefiltertes Warm- und Kaltwasser
Zwar ist das die bequemste Lösung, doch am Ende zahlst Du wahrscheinlich mehr als bei der Installation eines Drei-Stufen-Filters. Die Preise starten bei THB500 im Monat.
Öffentliche Wasserzapfstellen
In vielen öffentlichen Bereichen Thailands findest Du Wasserzapfstellen, besonders in Wohngebieten mit vielen Apartmentgebäuden. Dort bekommst Du gefiltertes Wasser für THB1 pro Liter.
So günstig sie auch sind: Am besten meidest Du sie.
Diese Zapfstellen hängen an der Wasserversorgung des jeweiligen Gebäudes und nutzen ein eigenes Filtersystem. Je nachdem, wie gut das Gebäude gepflegt wird, wird dieses System oft vernachlässigt.
Laut einer Untersuchung der MWA aus dem Jahr 2018 kann die Wasserqualität dieser Zapfstellen wegen fehlender Wartung oder Reinigung sogar schlechter sein als die von Leitungswasser.
Deshalb solltest Du besser einen Bogen um sie machen.
Trinkwasser in Restaurants
Viele Restaurants in Thailand servieren kostenloses Wasser. Meistens handelt es sich dabei um Leitungswasser, das nicht zum Trinken geeignet ist.
Zwar löst es in der Regel keine ernsten langfristigen Gesundheitsprobleme aus, aber Durchfall kann durchaus vorkommen, wenn Du Leitungswasser in Restaurants trinkst. Das Gleiche gilt für Eis.

Zwei Faustregeln solltest Du beim Essen im Restaurant beachten:
- Verzichte auf kostenloses Wasser und Eis
- Trink stattdessen immer abgefülltes Wasser
Viele Thailänder trinken das Restaurantwasser ganz ohne Probleme, aber das liegt daran, dass sie an die lokalen Bakterien gewöhnt sind, während sich Dein Körper erst daran gewöhnen muss.
Abgekochtes Wasser
Auch wenn Du Leitungswasser nicht trinken solltest, wird es zum Kochen ganz normal verwendet. Das ist in Garküchen und Restaurants in Thailand gängige Praxis, denn durch das Abkochen werden Bakterien und andere Mikroorganismen abgetötet, sodass das Wasser zum Kochen oder Trinken unbedenklich wird.
Heiße und Kalte Getränke
Bei Getränken, die mit abgekochtem Wasser zubereitet werden, wie Kaffee, Tee und Kakao, musst Du Dir in der Regel keine Sorgen machen. Durch das Abkochen werden schädliche Mikroorganismen zuverlässig abgetötet.

Bei Smoothies, Fruchtsäften und Eisgetränken, die es überall in Thailand gibt, ist dagegen etwas Vorsicht angebracht. Zwar sind sie meist unbedenklich, weil die meisten Anbieter industriell hergestelltes Eis oder gefiltertes Wasser verwenden, doch in weniger sauberen Umgebungen kann es trotzdem zu Verunreinigungen kommen.
Achte deshalb auf die Sauberkeit des Standes. Wirkt er ordentlich und gepflegt, kannst Du das Getränk bedenkenlos genießen. Wirkt er dagegen schmuddelig, solltest Du lieber einen anderen Stand aufsuchen.
Was Tun Bei Durchfall?
Laut der Thai Travel Clinic ist Durchfall die häufigste Erkrankung bei Thailand-Reisenden. Manche Besucher bekommen sogar einen verstimmten Magen, Durchfall oder eine Lebensmittelvergiftung durch verunreinigte Speisen.
Solltest Du während Deiner Reise in Thailand Durchfall bekommen, hier ist, was Du tun solltest.
- Bei leichtem Durchfall geh in eine örtliche Apotheke. Die findest Du überall in Thailand, und sie führen Durchfallmedikamente. Alternativ kannst Du in jedem Convenience-Store Aktivkohle wie Air-X kaufen.
- Wird es schlimmer, solltest Du umgehend ein Krankenhaus aufsuchen. Dort bekommst Du Medikamente und eine Infusion, um Deinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, denn bei Durchfall verlierst Du eine Menge Flüssigkeit.
Zwar sind Krankenhausbesuche in Thailand in der Regel erschwinglich, doch schwere Durchfallfälle, die eine Klinikeinweisung erfordern, können in einem normalen Privatkrankenhaus mindestens THB15.000 pro Nacht kosten.
Willst Du kein Risiko eingehen und im Ernstfall nicht aus eigener Tasche zahlen, solltest Du eine Reiseversicherung abschließen. Durchfall auf Reisen ist normalerweise von Reiseversicherungen abgedeckt.
Über Safe and Not Sorry findest Du eine Reisekrankenversicherung schon für ein paar Euro am Tag, mit mindestens 85.000 € (US$100.000) Deckung im Notfall.
Jetzt Bist Du Dran
Zusammengefasst:
- Vom Trinken von Leitungswasser und Eis in Thailand ist abzuraten, besonders wenn es in kleinen Läden kostenlos angeboten wird.
- Greif stattdessen immer zu abgefülltem Wasser.
- Möchtest Du Smoothies oder Fruchtsäfte trinken, achte darauf, dass der Anbieter einen sauberen Laden führt.
- Lebst Du in Thailand, kannst Du abgefülltes Wasser kaufen, einen Wasserfilter installieren oder einen professionellen Service beauftragen.
Doch egal, welche Vorsichtsmaßnahmen Du triffst: Manchmal passiert trotzdem etwas. Deshalb lohnt es sich immer, für Deine Thailand-Reise eine Versicherung abzuschließen. Im medizinischen Notfall kann sie Dir buchstäblich das Leben (und Deinen Geldbeutel) retten. Und selbst wenn nichts passiert, gibt sie Dir zumindest ein gutes Gefühl.
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