Wie man einen internationalen Freight Forwarder in Thailand findet

Waren nach Thailand ein- oder auszuführen ist nicht ganz so einfach wie einen Brief abzuschicken oder abzuholen. Im internationalen Warenhandel stehst Du vor einem komplexen Prozess, der viel Papierkram mit sich bringt.

Du hast es mit Spediteuren, Transportunternehmen und Behörden zu tun.

Ein Freight Forwarder – also ein Speditionsdienstleister – kann Dir dabei helfen, den Aufwand des internationalen Versands erheblich zu reduzieren.

Dieser Leitfaden zeigt Dir, wie Du einen Freight Forwarder engagierst und mit ihm zusammenarbeitest – und wie Du Papierkram, Steuern sowie den Import- und Exportprozess in Thailand im Griff behältst.

Was ist ein Freight Forwarder?

Freight Forwarder handeln im Auftrag von Versendern oder Empfängern sowie von Käufern und Verkäufern. Sie bieten ihren Kunden ein breites Leistungsspektrum. Konkret können Freight Forwarder:

  • Frachtkapazitäten für Deine Waren buchen: In der Regel lässt sich See- oder Luftfracht nicht direkt beim Spediteur buchen. Ein Freight Forwarder findet Dir den passenden Anbieter nach Preis und Route.
  • Den Landtransport übernehmen: Die Ware muss zum Hafen oder Flughafen gebracht werden. Der Freight Forwarder organisiert den Transport für Dich – und kann Deine Waren auch direkt an Kunden oder Endabnehmer liefern. Du musst weder einen LKW mieten noch eine eigene Versandabteilung aufbauen.
  • Den Versandpapierkram erledigen: Im internationalen Handel müssen die richtigen Versanddokumente ausgefüllt werden. Ein Freight Forwarder nimmt Dir diese Arbeit ab.
  • Verpackungs- und Lagerleistungen anbieten: Manche Freight Forwarder begleiten Deine Waren von der Produktion an. Wenn Du ein Servicebüro nutzt und keinen Lagerplatz hast, können sie Deine Waren verpacken, einlagern und bei Bedarf versenden.

Wann braucht man einen Freight Forwarder?

Ein Freight Forwarder empfiehlt sich in zwei Situationen:

  1. Du bist neu im internationalen Versandgeschäft
  2. Du möchtest keine wertvolle Zeit damit verbringen, den Versandprozess selbst abzuwickeln

Internationalen Versand zu organisieren ist nicht damit getan, ein lokales Transportunternehmen anzurufen, das die Ware abholt und zum Empfänger schickt.

Es gibt viele Aspekte zu beachten, darunter:

  • Zollabfertigung
  • Frachtkapazitäten
  • Steuern und Zölle

Wer den Prozess nicht kennt und sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält, riskiert ernsthafte Probleme für das Unternehmen – mehr dazu unter Unternehmensgründung in Thailand.

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Freight Forwarder können Deine Waren abholen, verpacken und zum Hafen bringen – damit Du das nicht selbst tun musst.

Es ist daher sinnvoll, einen Freight Forwarder mit der gesamten Abwicklung zu beauftragen. So kannst Du Dich auf Dein eigentliches Geschäft konzentrieren und Dein Budget im Blick behalten.

Vorteile eines Freight Forwarders

Wer einen Freight Forwarder beauftragt, kann sicher sein, dass ein erfahrener Profi die Waren betreut. Fehler und Beschädigungen sind deutlich unwahrscheinlicher als bei der Eigenabwicklung, da Freight Forwarder wissen, wie Waren richtig vorbereitet und versandt werden.

Sie kennen die Einfuhrverbote im Zielland und wissen, welche Waren besondere Behandlung erfordern. Damit fungieren sie als persönliche Versandberater.

Einen Freight Forwarder auswählen

Die erste Frage, die sich beim Suchen nach einem Freight Forwarder stellt, lautet meist: Wen soll ich nehmen? Die Auswahl ist groß. Vor der Entscheidung solltest Du folgende Punkte berücksichtigen:

Die eigene Branche im Blick behalten

Ein Beispiel: Wenn Du OEM-Autoteile produzierst, arbeitet Dein Kunde nach dem Just-in-Time-Prinzip.

Die Fabrik ist dann oft nicht dazu geeignet, Waren zu verpacken oder zu lagern. Du brauchst einen Freight Forwarder, der das übernehmen kann. Sobald die Ware produziert ist, holt ein LKW die Sendung ab und bringt sie zur Verpackungsstelle.

Nach der Verpackung wird die Ware ins Lager gebracht. Zum Versandzeitpunkt wird alles in den Container geladen und zum Hafen transportiert.

Den richtigen Spezialisten wählen

Wähle einen Freight Forwarder, der auf Dein Fachgebiet spezialisiert ist. Viele haben klare Schwerpunkte.

  • Manche sind Experten für Chemikalien oder Gefahrgut.
  • Andere kennen europäische Routen besonders gut.
  • Wieder andere sind stark in der Zollabwicklung.
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Die meisten Freight Forwarder verfügen über einen eigenen Transportservice.

Wer auf mehrere Landtransportverbindungen angewiesen ist, sollte einen Forwarder mit eigenem Transportservice wählen.

Preise vergleichen

Wer auf das Budget achten muss, sollte wissen: Die Qualität des Freight Forwarders bestimmt den Preis. Dank des starken Wettbewerbs unter Speditionsdienstleistern profitieren Kunden von Preiskämpfen.

Vorsicht jedoch bei besonders günstigen Angeboten. Ein niedriges erstes Angebot kann bedeuten, dass der Forwarder beim Folgeauftrag den Preis erhöht. Achte auch auf den Leistungsumfang: Niedrigere Preise gehen in der Regel mit weniger Leistungen einher.

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Tipp: Wenn Du günstige Preise siehst, vergleiche sie mit Angeboten anderer Anbieter. Prüfe außerdem, ob der Preis alles abdeckt, was Du benötigst – damit keine unliebsamen Überraschungen entstehen.

Das Partnernetzwerk des Forwarders prüfen

Geschäftsbeziehungen und Partnernetzwerke sind wichtige Auswahlkriterien. Ein Freight Forwarder mit Partnern im Zielland kommt nicht nur Dir, sondern auch Deinem Käufer zugute.

Die Partner kennen den Empfangsprozess vor Ort, sodass der Käufer mit einer reibungslosen Lieferung rechnen kann. Da Forwarder und ihre Partner als Team zusammenarbeiten, ist die Hafen-zu-Hafen-Lieferung im Preis inbegriffen – Du musst keine weiteren Dienstleister hinzuziehen.

Empfohlene Freight Forwarder

Jetzt, wo Du weißt, worauf es bei der Wahl eines Freight Forwarders ankommt, findest Du hier eine Liste von Anbietern mit unterschiedlichen Spezialisierungen.

Mögliche Ausgangspunkte für Deine Suche:

  • Thai International Freight Forwarder Association (TIFFA): Dem Verband gehören die meisten thailändischen Speditionsunternehmen an.
  • International Air Transport Association (IATA): Diese Forwarder sind auf Luftfracht spezialisiert.
  • Logistik- und Transportmagazine: Sie bieten Branchennews und enthalten Inserate von Freight Forwardern.
  • Mundpropaganda: Frag Geschäftspartner oder andere lokale Unternehmen, welchen Forwarder sie nutzen.

Die folgenden Freight Forwarder sind alphabetisch aufgeführt. Die Liste ist keine Rangliste und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle genannten Anbieter verfügen über mindestens 20 Jahre Erfahrung im Import- und Exportgeschäft.

Bevor Du einen Forwarder beauftragst, solltest Du seine Geschichte und Bewertungen sorgfältig prüfen.

  • CEVA Logistics ist ein französisches Logistikunternehmen, das sich auf Mode- und Luxusgüter spezialisiert hat. Lagerhaltung ist ebenfalls möglich.
  • DB Schenker ist ein deutsches Logistikunternehmen mit über 140 Jahren Geschichte. Es bietet kombinierte Schiene-Straße- oder See-Land-Transporte an.
  • DHL ist ein deutsches Unternehmen, das ursprünglich im Postversand tätig war und seit 2017 auch Logistikdienstleistungen und Luftfracht anbietet.
  • FLM bietet grenzüberschreitende Dienstleistungen an und ist auf lokale Zollprozesse spezialisiert. Das Unternehmen transportiert Waren per LKW zwischen Thailand und den Nachbarländern.
  • Geodis arbeitet mit einem globalen Netzwerk von Freight Forwardern und bietet Tür-zu-Tür-Versand für verschiedenste Waren.
  • Hazchem ist ein thailändisches Unternehmen, das sich auf Gefahrguttransporte spezialisiert hat – einer der wenigen Anbieter mit echtem Know-how in diesem Bereich.
  • K&N betreibt mehr als 1.000 Büros in über 100 Ländern. Dank großer Versandvolumina verfügt das Unternehmen über Verhandlungsmacht bei Spediteuren – was sich in günstigeren Preisen niederschlägt.
  • Leschaco transportiert Waren, die nicht in Standardcontainer passen oder Spezialcontainer benötigen – etwa Maschinen. Gefahrguttransporte gehören ebenfalls zum Angebot.
  • Nippon Express bedient Fabriken in Industriegebieten und ist auf Distributionslogistik und Supply Chain Management spezialisiert, einschließlich Just-in-Time-Systemen.
  • Sinotrans ist ein chinesischer Spediteur mit Freight-Forwarding-Angeboten für Sondertransporte wie Bulkfrachter, Ro-Ro-Schiffe und Tankertransporte.
  • SGL ist ein japanisches Logistikunternehmen mit Lager- und Verpackungsdienstleistungen. Waren können bis zum Versandzeitpunkt eingelagert werden.
  • Toll Group ist im asiatisch-pazifischen Raum und in Ozeanien tätig und arbeitet unter anderem mit dem japanischen Getränkekonzern Asahi zusammen.
  • Unique Translink ist ein thailändisches Unternehmen mit Vollserviceangebot und Schwerpunkt auf Zollabwicklung. Es ist als Authorized Economic Operator zertifiziert.

So läuft die Zusammenarbeit mit einem Freight Forwarder ab

Du hast Deine Auswahl eingegrenzt oder Dich bereits für einen Freight Forwarder entschieden – jetzt geht es darum, wie die Zusammenarbeit konkret aussieht.

Der Prozess ist beim Import und Export grundsätzlich gleich. Der einzige Unterschied liegt in der Zollabwicklung.

Informationen übergeben

Beim ersten Kontakt fragt der Freight Forwarder nach Deinen Sendungsdetails.

In der Regel werden folgende Angaben benötigt:

  • Firmenname
  • Name des Käufers oder Verkäufers
  • Die Ware, die Du exportieren möchtest
  • Menge
  • Zielland oder Zielhafen

Außerdem wird nach dem Leistungsumfang gefragt: Soll der Forwarder neben dem Versand noch weitere Aufgaben übernehmen? Teile Deine Anforderungen gleich zu Beginn mit.

Du kannst den Freight Forwarder zum Beispiel bitten, die Ware beim Lieferanten abzuholen oder sie für den Versand zu verpacken.

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Freight Forwarder können Deine Waren beim Lieferanten abholen oder auf Wunsch auch verpacken.

Wenn Du in Deinem Büro oder in der Fabrik keinen Lagerplatz hast und noch nicht versandbereit bist, kann der Forwarder die Ware in seinem Lager aufbewahren, bis Du exportieren möchtest.

Sobald Du alle Sendungsdetails übergeben hast, nennt Dir der Freight Forwarder den Preis und die voraussichtliche Lieferzeit. Bist Du einverstanden, geht es zum nächsten Schritt.

Dokumente vorbereiten

Du musst dem Freight Forwarder bestimmte Unterlagen übergeben, damit er die notwendigen Papiere ausfüllen und einreichen kann – zum Beispiel die Handelsrechnung (Commercial Invoice).

Diese enthält Angaben wie:

  • Firmenname
  • Name des Käufers oder Verkäufers
  • Warenwert

Der thailändische Zoll sowie der Zoll des Ein- oder Ausfuhrlandes benötigt die Rechnung zur Berechnung von Einfuhrzöllen und der Mehrwertsteuer.

Das Ganze nennt sich Versandanmeldung. Mehr dazu im Abschnitt Zölle und MwSt.

Die Sendung muss angemeldet und der Zoll muss entrichtet werden.

Die Sendung verpacken

Für den Seeversand ist der Container in der Regel die beste Wahl, da er von allen Spediteuren akzeptiert wird.

Sobald die voraussichtliche Ankunftszeit der Ware im Zielland feststeht, wird die Ladung in den Container verladen.

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Die Größe der Sendung bestimmt den benötigten Containerraum.

Nachdem der Forwarder einen Spediteur ausgewählt hat, schickt er einen LKW los, der einen leeren Container holt. Dann kommt der LKW zu Deiner Fabrik oder Ladestation und verlegt die Ware. Das richtige Verladen erfordert Erfahrung: Die Güter müssen mit Zurrmitteln gesichert werden, damit sie während des Transports nicht verrutschen.

Statt Dein eigenes Team mit dem Verladen zu beauftragen, solltest Du das dem Forwarder überlassen. Nach dem Verladen bringt der LKW den Container zum Hafen.

Sendung dokumentieren

Während der Container auf dem Weg zum Hafen ist, erledigt der Forwarder die notwendigen Formalitäten, damit die Ware auf das Schiff gelangt.

Der Forwarder kümmert sich um die Export- und Importanmeldungen sowie den Frachtbrief. Steuerbefreiungen werden in diesem Schritt berücksichtigt.

Sendung verfolgen

Du erhältst vom Freight Forwarder eine Sendungsverfolgungsnummer für Deine Fracht – zu finden auf dem Frachtbrief. Über die Website des Forwarders oder des Spediteurs kannst Du Deine Sendung jederzeit verfolgen.

Transportversicherung

Eine Transportversicherung ist zwar nicht verpflichtend, aber durchaus empfehlenswert.

Sie ist eine sinnvolle Methode, das Risiko beim Versand zu managen. Kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen, die Schäden oder den Verlust Deiner Waren verursachen, übernimmt die Versicherung den Schaden.

Die Kosten der Transportversicherung hängen hauptsächlich vom Gesamtwert der Waren ab. Je wertvoller die Güter, desto höher die Prämie. Auch Versanddistanz und Spediteur spielen eine Rolle.

Zur Orientierung: Rechne mit etwa 3 % des Warenwerts als Versicherungsprämie. Damit sind die Waren zum vollen Wert abgesichert. Voraussetzung für den vollen Schutz ist in der Regel, dass die Waren von einem professionellen Unternehmen verpackt wurden – um das Risiko durch unsachgemäße Verpackung zu minimieren.

Empfehlenswert ist die Zusammenarbeit mit einem auf diese Branche spezialisierten Versicherungsmakler. Er kann Dir den passenden Versicherungstyp empfehlen, Dir sagen, welchen Wert Du angeben solltest, und Dir erklären, wann die Anmeldung zu erfolgen hat.

Alternativ kannst Du auch den Freight Forwarder fragen. Manche Unternehmen bieten die Versicherung selbst an oder vermitteln Dir einen geeigneten Makler.

Zölle und Mehrwertsteuer

Zölle und MwSt. werden im Rahmen der Zollabfertigung fällig. Der Satz richtet sich danach, was Du aus Thailand exportierst oder nach Thailand importierst. Zölle sind Steuern, die von Zollbehörden auf grenzüberschreitend versandte Waren erhoben werden.

Die Mehrwertsteuer beträgt in Thailand in der Regel 7 %. Es empfiehlt sich, bei Deiner Buchhaltungsfirma nachzufragen, welche Steuer- und Zollsätze für Dich gelten.

Import nach Thailand

Bei der Einfuhr von Waren nach Thailand fallen Zoll und MwSt. an.

  • Der Zollsatz liegt je nach Ware zwischen 5 % und 45 %.
  • Bei der Einfuhr von Rohmaterialien oder Maschinen nach Thailand kann der Zoll bei 5 % oder sogar null liegen.
  • Bei Luxusgütern oder Produkten, die in Thailand hergestellt werden können – etwa Autos –, kann der Zollsatz über 30 % betragen.
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Der Zollsatz liegt je nach Warentyp zwischen 5 % und 45 %.

Wer eine BOI-Förderung hat, ist von der Einfuhrzollpflicht befreit.

Hier ein Beispiel, wie Einfuhrzölle und MwSt. in Thailand berechnet werden:

Du importierst fünf Gabelstapler nach Thailand und zahlst einen Einfuhrzollsatz von 5 %. Dieser Satz wird auf den CIF-Preis angewendet, also auf Warenkosten + Fracht + Versicherung. Kosten die Gabelstapler 1.000.000 Baht, kommt ein Transport von 100.000 Baht hinzu, dazu eine Versicherungsgebühr von 10.000 Baht – der CIF-Preis beträgt damit 1.110.000 Baht.

5 % Einfuhrzoll ergibt 55.000 Baht. Die Gesamtsteuer berechnet sich nach der Formel: (CIF-Preis + Zoll) × 7 %. In diesem Beispiel:

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  • (1.110.000 + 55.000) × 7 % = 81.550 Baht

Du zahlst also insgesamt 81.550 Baht an Zoll und Steuern.

Welchen Zollsatz Du zahlst, hängt vom sogenannten Harmonisierten System-Code (HS-Code) ab. Diesen kannst Du auf der Website des thailändischen Zolls nachschlagen.

Wer den falschen HS-Code angibt, riskiert empfindliche Strafen – die den Warenwert übersteigen können. Stimme Dich daher mit Deinem Forwarder ab und stelle sicher, dass die Produktbeschreibung genau mit dem übereinstimmt, was Du tatsächlich importierst.

Wer zahlt Einfuhrzoll und MwSt.?

Wer Einfuhrzoll und MwSt. trägt, hängt von der Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer ab. Bei Lieferung unter FOB-Bedingungen (Free on Board) zahlt der Warenempfänger Zoll und MwSt. bei der Einfuhr.

Bei DDP-Bedingungen (Delivered Duty Paid) sind Einfuhrzoll und MwSt. im Lieferpreis enthalten – der Verkäufer übernimmt beides.

Alle Einfuhrsteuern müssen entrichtet werden, bevor die Waren freigegeben werden.

Export aus Thailand

Auf der Exportseite sind Deine Waren grundsätzlich steuerbefreit, da die thailändische Regierung den Export fördert – außer bei bestimmten Gütern wie Holz, Reis oder Öl. Das ist ein weiterer Grund, warum sich ein Geschäft in Thailand lohnen kann.

Beim Export wird lediglich MwSt. erhoben. Im Zielland fallen jedoch weiterhin Einfuhrsteuer und MwSt. an.

Warenlieferung

Bei DDU-Incoterms gilt die Aufgabe des Freight Forwarders als erfüllt, wenn die Ware beim Kunden angekommen ist.

Bei FOB-Incoterms endet die Verantwortung des Freight Forwarders, sobald die Ware an Bord des Schiffes gebracht wurde.

Kosten eines Freight Forwarders

In den meisten Fällen richten sich die Kosten für einen Freight Forwarder nach dem Umfang der Sendung und dem gewünschten Leistungspaket.

See- oder Luftfracht

Bei Seefracht hängen die Kosten von zwei Faktoren ab:

  • Der Entfernung zwischen Verladehafen und Zielhafen
  • Den Abmessungen der Sendung

Beispielsweise könntest Du rund 1.105 € (ca. 1.300 US$) zahlen, um einen 20-Fuß-Container von Thailand nach Australien per Seefracht zu versenden.

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Für einen voll beladenen Container dieser Größe können über tausend Dollar an Frachtkosten anfallen.

Bei Luftfracht berechnet sich der Preis nach folgender Formel:

  • (Frachtgewicht × Gewichtstarif) + (Frachtgewicht × Treibstoffzuschlag)

Das Frachtgewicht ergibt sich aus dem Vergleich zwischen dem Volumengewicht (also dem Raumgewicht der Sendung) und dem tatsächlichen Gewicht – maßgebend ist der höhere Wert.

Das Volumengewicht wird nach folgender Formel berechnet:

  • Länge (cm) × Breite (cm) × Höhe (cm) / 6000

Beispiel: Eine Sendung mit 80 cm Länge, 60 cm Breite und 50 cm Höhe hat ein Volumengewicht von:

  • (80 × 60 × 50) / 6000 = 40 kg

Wiegt die Sendung tatsächlich 50 kg, nimmt die Fluggesellschaft das tatsächliche Gewicht als Grundlage. Beträgt das tatsächliche Gewicht jedoch nur 30 kg, wird das Volumengewicht herangezogen.

Der Gewichtstarif hängt auch von Abgangs- und Zielort ab.

Für den Versand von Bangkok nach Australien gelten beispielsweise folgende Sätze:

  • unter 45 kg: ca. 3,40 € (4 US$) pro kg
  • 45 bis 100 kg: ca. 1,70 € (2 US$) pro kg
  • über 100 kg: ca. 1,53 € (1,80 US$) pro kg

Für kleine und leichte Sendungen gilt eine Mindestgebühr von ca. 25,50 € (30 US$). Der Treibstoffzuschlag beläuft sich in der Regel auf ca. 0,13 bis 0,64 € (0,15 bis 0,75 US$) pro kg. Bei einem Frachtgewicht von 40 kg ergibt sich zum Beispiel:

  • (40 × 3,40 €) + (40 × 1,28 €) = 187 € (ca. 220 US$)

Bitte beachte: Die Frachttarife ändern sich monatlich.

Die genannten Tarife schließen keine weiteren anfallenden Kosten ein, wie zum Beispiel:

  • Krisenzuschlag für Risiken während des Transports
  • Dokumentengebühren
  • Terminalgebühren
  • Lagergebühren

Transportkosten

Hinzu kommen Transportkosten für den LKW, der Deine Waren vom Ausgangspunkt zum Hafen in Thailand bringt. Liegt Deine Fabrik in Ayutthaya, könntest Du rund 10.000 Baht für den Transport zum Hafen in Bangkok zahlen.

Liegt Deine Fabrik in Chonburi, würdest Du etwa 6.000 Baht für den Transport zum Hafen Laem Chabang zahlen.

Agenturgebühren

Du zahlst Deinem Agenten Terminal-Servicegebühren und Zollabwicklungskosten, einschließlich der Frachtbriefgebühr. Für diese Leistungen sind rund 15.000 Baht einzuplanen – bei größeren Sendungen kann es mehr werden.

Den Freight Forwarder bezahlen

Nachdem Deine Waren beim Käufer oder am Zielort angekommen sind, erhältst Du vom Freight Forwarder eine Rechnung.

In der Regel hast Du 15 bis 30 Tage nach Wareneingang Zeit, die Rechnung zu begleichen. Es kommt aber auch vor, dass der Forwarder Zahlung innerhalb von sieben Tagen verlangt. Bist Du ein zuverlässiger Kunde, kann er Dir auch 45 bis 60 Tage Zahlungsziel einräumen.

Zölle und MwSt. müssen jedoch sofort beim Wareneingang beim Zoll entrichtet werden. In diesem Fall musst Du den Freight Forwarder schnellstmöglich bezahlen, damit die Waren zollseitig freigegeben werden.

Hat der Forwarder Vertrauen in Dich aufgebaut, kann er Zoll und MwSt. zunächst vorstrecken und Dir später in Rechnung stellen.

Dein nächster Schritt

Hast Du schon einmal einen Freight Forwarder in Thailand beauftragt? Erzähl uns davon in den Kommentaren.

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