„Ich spreche kein Thailändisch. Wird das ein Problem beim Unternehmensführen hier sein?
Das ist eine der häufigsten Sorgen vieler Unternehmer, die ihr Geschäft in Thailand aufbauen möchten.
In diesem Artikel erfährst Du, ob es wirklich notwendig ist, Thailändisch zu sprechen, um hier ein Unternehmen zu führen – einschließlich der Herausforderungen, die auf Dich zukommen, wenn Du die Sprache nicht beherrschst.
Wie wichtig ist es wirklich?
Um zu beurteilen, ob Du Thailändisch sprechen musst, gibt es fünf Faktoren, die Du berücksichtigen solltest:
Standort des Unternehmens
Wenn Du Dein Unternehmen in Expat-freundlichen Provinzen wie Bangkok, Chiang Mai oder Phuket aufbauen willst, brauchst Du wahrscheinlich kein Thailändisch.
In diesen Städten findest Du viele englischsprachige Mitarbeiter und Dienstleister.
Mitarbeiter
Es wird immer einfacher, thailändische Angestellte zu finden, die fließend Englisch sprechen. Viele Thais haben zudem im Ausland studiert.
- Viele Thais auf Management-Ebene und darüber können auf einem geschäftlichen Niveau kompetent Englisch sprechen.
- Auch wenn manche Angestellten im operativen Bereich nicht perfekt Englisch sprechen, kommen sie in der Regel mit einfachen englischen Gesprächen gut zurecht.
Das Hauptproblem bei thailändischen Angestellten ist, dass viele komplexes Englisch nicht gut verstehen. Die einfachste Lösung: Stelle einen Manager ein, der fließend Englisch spricht, erkläre ihm, was Du Dir vorstellst, und lass ihn die anderen Mitarbeiter in Deinem Namen führen.
Alles Wichtige zum Thema findest Du in unserem Artikel über das Einstellen und Führen guter thailändischer Mitarbeiter.
Dienstleister
Ähnlich wie bei Angestellten können immer mehr Dienstleister in Thailand auf Englisch kommunizieren – besonders Anwälte, Buchhalter und Bürodienstleister.
Allerdings hängen ihre Englischkenntnisse meist direkt mit ihren Preisen zusammen. Wer gut Englisch spricht, verlangt in der Regel mehr als andere Anbieter.
Das Sprachniveau hat dabei durchaus seine Grenzen. Viele thailändische Webentwickler sprechen zum Beispiel nur einfaches Englisch und verstehen möglicherweise nicht vollständig, was Du von ihnen erwartest.
Wir kennen viele Expat-Unternehmen in Thailand, die Schwierigkeiten haben, lokale Anbieter für einfache Aufgaben zu finden – und meistens zahlen sie dafür auch noch höhere Preise.
Darren White, Geschäftsführer von Coffee World, hat in unserem Brewed in Bangkok Podcast interessante Einblicke zu den sogenannten „Expat-Preisen“ beim Unternehmensführen in Thailand gegeben.
Kunden
Wenn Du in Thailand ein Unternehmen betreibst, musst Du Deine Zielgruppe kennen. Sind die meisten Deiner Kunden Thais, dann ist es wichtig, dass Du Thailändisch sprechen kannst.
Behörden
Wenn Du selbst mit Behörden in Kontakt treten musst, kommst Du ohne Thailändisch kaum aus. Eine bekannte Ausnahme ist das Thailand Board of Investment, dessen Mitarbeiter auf Englisch kommunizieren können.
Falls Du nicht selbst mit Behörden zu tun haben musst, kannst Du entweder einen Dienstleister oder einen thailändischen Angestellten damit beauftragen.
Also: Muss ich Thailändisch können?
Kurz gesagt: Nein, Du musst kein Thailändisch sprechen, um in Thailand ein Unternehmen zu führen.
Das sollte Dich aber nicht davon abhalten, Thailändisch zu lernen. Selbst grundlegende Kenntnisse bringen viele Vorteile – sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben.
Viele Expats, die in Thailand ein Unternehmen führen, sprechen zumindest ein bisschen Thailändisch.
In jedem Fall ist es eine gute Idee, einen thailändischen Manager oder eine Sekretärin einzustellen, die fließend Englisch spricht – und als persönliche Übersetzerin fungiert. Das macht das Geschäftsleben in Thailand deutlich einfacher. Außerdem bekommst Du oft bessere Preise, wenn Deine thailändischen Angestellten mit lokalen Dienstleistern verhandeln.
Als Unternehmer in Thailand ist es außerdem wichtig, die thailändische Kultur zu verstehen und zu wissen, wie man ein kulturell gemischtes Team führt.