Thailand schafft die 60-Tage-Freikarte ab: Was Langzeit-Expats und Nomaden jetzt tun

Thailand hat sein 60-tägiges visumfreies Programm im Mai 2026 abgeschafft und die meisten Staatsangehörigen wieder auf einen 30-tägigen Aufenthalt mit einer Obergrenze von zwei Einreisen zurückgestuft. Hier erfährst du, was digitale Nomaden, Rentner und Langzeit-Expats jetzt tun sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das thailändische Kabinett hat am 19. Mai 2026 beschlossen, die 60-tägige Visumsbefreiung für 93 Länder abzuschaffen und die meisten davon auf 30 Tage zurückzustufen — die Änderung tritt 15 Tage nach Veröffentlichung im Royal Gazette in Kraft.
  • Wer sich aktuell mit einem 60-Tage-Stempel in Thailand aufhält, ist von der Änderung nicht betroffen: Bestehende Stempel bleiben bis zu ihrem Ablauf gültig.
  • Die Obergrenze von zwei Einreisen pro Jahr macht klassische Border-Runs faktisch unmöglich, selbst unter den neuen 30-Tage-Regeln.
  • Das Destination Thailand Visa (DTV) ist für die meisten digitalen Nomaden der beste Ersatz: fünf Jahre gültig mit mehrfacher Einreise, 180 Tage Aufenthalt pro Einreise, THB500.000 Kontoguthaben über drei Monate und eine Gebühr von THB10.000.
  • Rentner ab 50 Jahren sollten sich das Non-Immigrant O-A ansehen: THB800.000 auf einem thailändischen Bankkonto oder THB65.000 monatliches nachweisbares Einkommen, inklusive Pflichtkrankenversicherung.

Rund zwei Jahre lang hat Thailand der Welt unabsichtlich eines der besten Angebote für Langzeitreisen beschert. Ab Juli 2024 konnten Staatsangehörige aus 93 Ländern visumfrei einreisen, 60 Tage bleiben, um weitere 30 Tage verlängern und so drei Monate in Thailand verbringen, ohne je eine Botschaft aufzusuchen. Für Slow-Traveler, Rentner, die einen ersten Testlauf machen wollten, und digitale Nomaden, die sich gerne alle Optionen offenhielten, war das kaum zu toppen.

Am 19. Mai 2026 beschloss das thailändische Kabinett, das Programm zu beenden.

Die Änderung stuft die meisten dieser 93 Staatsangehörigkeiten auf eine 30-tägige Visumsbefreiung zurück, begrenzt auf zwei Einreisen pro Jahr. Die Kombination aus 60 plus 30 Tagen, die ein rollierendes 90-Tage-Fenster ermöglichte, gehört der Vergangenheit an. Und wer seinen Langzeitaufenthalt in Thailand bisher durch das Wechseln zwischen Touristeneinreisen organisiert hat, braucht jetzt einen anderen Plan. Dieser Artikel zeigt, welche realistischen Optionen dir bleiben.

Was sich gerade geändert hat (und was noch nicht)

Die vom Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul am 19. Mai 2026 verkündete Kabinettsentscheidung hebt das 60-Tage-Programm auf und bringt Thailand zurück zu einer Struktur, die der Regelung vor Juli 2024 ähnelt. Im vom Kabinett verabschiedeten überarbeiteten Rahmen gilt:

  • Staatsangehörige aus 54 Ländern und Territorien werden auf 30 Tage visumfrei zurückgestuft
  • Eine kleinere Gruppe von drei Staatsangehörigkeiten sinkt auf 15 Tage
  • ASEAN-Staatsangehörige sind nicht betroffen
  • Nicht-ASEAN-Staatsangehörige sind auf zwei visumfreie Einreisen pro Jahr begrenzt
  • Ausländer, die sich bereits mit einem bestehenden 60-Tage-Stempel in Thailand aufhalten, müssen nicht vorzeitig ausreisen

In derselben Kabinettssitzung wurde außerdem eine Landegebühr von THB300 für Flugankünfte beschlossen, die touristische Infrastrukturverbesserungen finanzieren soll. Ein Termin für die Einführung steht noch nicht fest.

Ein wichtiger Vorbehalt: Anfang Juni 2026 waren die neuen Regeln noch nicht in Kraft. Die Änderungen treten 15 Tage nach Veröffentlichung im Royal Gazette in Kraft, und ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest. Bis diese Bekanntmachung erfolgt, gilt weiterhin das aktuelle 60-Tage-Programm. Behalte das Außenministerium und die nächstgelegene Königlich Thailändische Botschaft im Blick, um das Inkrafttretungsdatum zu erfahren.

Die praktische Rechnung ist entscheidend. Der alte Weg lautete: 60 Tage visumfrei, dann eine 30-tägige Verlängerung bei einer beliebigen Einwanderungsbehörde, macht zusammen 90 Tage ohne Grenzübertritt. Die neue Obergrenze bei einer 30-tägigen Befreiung lautet: 30 Tage plus eine 30-tägige Verlängerung, macht maximal 60 Tage. Das ist ein deutlicher Einschnitt für alle, die das volle Zeitfenster ausgenutzt haben.

Tipp: Wer sich aktuell mit einem 60-Tage-Stempel in Thailand aufhält, dessen erlaubter Aufenthalt bleibt unverändert. Du musst weder vorzeitig ausreisen noch jetzt etwas unternehmen. Nutze dieses Zeitfenster, um deinen nächsten Schritt zu planen.

Mehr dazu: Thailand Visa- und Einwanderungs-Updates 2026

Warum Thailand das getan hat

Das 60-Tage-Programm wurde eingeführt, um die Erholung des Tourismus nach der Pandemie anzukurbeln, und in diesem engen Sinne hat es funktioniert. Doch bis 2026 hatten die Einwanderungsbehörden genug Daten gesammelt, um sich über den tatsächlichen Gebrauch dieses Zeitfensters Sorgen zu machen.

Die Regierung äußerte sich unverblümt: „Das derzeitige Programm hat es manchen Menschen ermöglicht, es auszunutzen.“ Dieser Missbrauch zeigte sich in zwei groben Formen. Die erste betraf die Sicherheit: Behörden brachten die 60-Tage-Regelung mit einem Anstieg illegaler ausländischer Arbeitskräfte, Strohmann-Geschäften mit thailändischen Staatsbürgern als Fassade und Verbindungen zu in der Region aktiven Online-Betrugsnetzwerken in Verbindung.

Die Regierungsdaten erzählten eine einfachere Geschichte: Der durchschnittliche ausländische Besucher bleibt rund neun Tage in Thailand — eine für Touristen gedachte 60-Tage-Befreiung sollte demnach zwangsläufig auch Menschen anziehen, die keine Touristen waren.

Minister Surasak beschrieb den Kurswechsel als Streben nach „Qualitätstouristen, nicht einfach nur einer leichteren Einreise.“ Das ist als politisches Signal zu verstehen. Thailand versucht nicht, den Tourismus insgesamt zu reduzieren. Die Ankünfte im ersten Quartal 2026 waren bereits um 3,4 Prozent im Jahresvergleich gesunken, und die Besucherzahlen aus dem Nahen Osten fielen um fast 30 Prozent. Die Regierung nahm diesen Kompromiss trotzdem in Kauf, was darauf hindeutet, dass die Sicherheitsbedenken auf höchster Ebene ernst genommen wurden.

Für die Langzeit-Community ist die Botschaft klar: Die Ära, in der man eine Quasi-Residency über Touristenbefreiungen organisierte, geht zu Ende.

Eingang des Suvarnabhumi International Airport in Bangkok
Der Suvarnabhumi Airport in Bangkok, wo sich die Einreisebedingungen für 93 Staatsangehörigkeiten ändern, sobald das Royal Gazette veröffentlicht wird.

Wen das wirklich trifft

Die ehrliche Antwort lautet: nicht diejenigen, die zwei Wochen nach Thailand kommen, um Tempel zu besichtigen. Die 30-Tage-Befreiung ist für echte Touristen großzügig bemessen, und eine 30-tägige Verlängerung bei einer Einwanderungsbehörde deckt auch Reisende ab, die sechs Wochen bleiben möchten.

Die Menschen, auf die diese Politik abzielt, auch wenn sie nicht namentlich genannt werden, sind diejenigen, die das 60-Tage-Fenster wiederholt ausgereizt haben:

  • digitale Nomaden, die zwei bis drei Monate am Stück bleiben, ohne je ein reguläres Visum zu beantragen
  • Rentner, die den Papierkram für ein Ruhestandsvisum aufgeschoben haben, weil die Touristenbefreiung so bequem war
  • Slow-Traveler, die die Verlängerung als letzten Ausweg nutzten
  • Menschen, die informelle Geschäfte in Thailand betreiben und hier de facto ohne legalen Status lebten.

Die Obergrenze von zwei Einreisen pro Jahr verschärft das erheblich. Selbst wer bereit ist, über die Grenze zu fahren, kann die 30-Tage-Befreiung nur zweimal innerhalb von 12 Monaten nutzen. Das beendet den klassischen Rhythmus aus „ein Wochenende nach Kuala Lumpur, dann zurück für weitere 30 Tage“. In Kombination mit der strengeren Kontrolle häufiger Wiedereinreisen an Landgrenzen stand dieses Modell schon vor der Kabinettsentscheidung im Mai 2026 unter Druck, die dem Ganzen nun ein offizielles Ende setzte.

Wer vorhatte, mit aneinandergereihten Touristeneinreisen dauerhaft in Thailand zu leben: Dieser Plan muss ersetzt werden.

Option 1: Das DTV – die richtige Antwort für die meisten Nomaden

Das im Juli 2024 vom Außenministerium eingeführte Destination Thailand Visa hat sich als logischer Ersatz für die Langzeit-Nomaden-Community etabliert. In digitalen Nomaden-Communitys und Expat-Foren gilt es durchweg als der meistempfohlene Weg für Remote-Worker, die eine saubere, legale Langzeitlösung wollen, ohne eine Einkommensschwelle erreichen zu müssen, die für die meisten unerreichbar ist.

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Das bietet es: ein fünf Jahre gültiges Visum mit mehrfacher Einreise und 180 Tagen Aufenthalt pro Einreise. Jeder 180-Tage-Aufenthalt lässt sich einmal um weitere 180 Tage verlängern, was bis zu 360 zusammenhängende Tage in Thailand ermöglicht, bevor eine Ausreise nötig wird. Danach reist du wieder ein, und der Zyklus beginnt von vorn. Für alle, die den Großteil des Jahres in Thailand verbringen möchten, ist das die praktikabelste Struktur auf dem Markt.

Die Voraussetzungen sind für die meisten Remote-Worker gut zu erfüllen:

  • Mindestalter 20 Jahre
  • THB500.000 auf einem Bankkonto, mindestens drei Monate vor der Antragstellung vorhanden
  • Nachweis einer ausländischen Beschäftigung, freiberuflichen Einkommens oder einer qualifizierenden Aktivität (Thai-Sprachkurse, Muay Thai, Kochkurse, Wellness-Retreats und weitere Aktivitäten aus Thailands „Soft Power“-Liste zählen ebenfalls)
  • Der Antrag muss von außerhalb Thailands gestellt werden

Die Gebühr liegt bei den meisten Botschaften bei THB10.000, umgerechnet rund 238 € (US$280), auch wenn manche Vertretungen deutlich mehr verlangen (Canberra etwa liegt spürbar über dem Basissatz). Verlängerungen kosten jeweils THB1.900.

Die entscheidende Einschränkung: Du darfst nicht für thailändische Unternehmen oder Kunden arbeiten. Das DTV ist ausdrücklich für Einkommen gedacht, das außerhalb Thailands erwirtschaftet wird. Wer lokale Freelance-Aufträge annehmen möchte, braucht eine separate Arbeitserlaubnis, was ein völlig anderer Prozess ist.

Der praktische Ablauf variiert stark je nach Botschaft. Nomaden berichten durchweg von reibungslosen, schnellen Erfahrungen beim thailändischen Konsulat in Kuala Lumpur (in der Regel ein bis zwei Wochen) und in Vientiane (ähnlich oder schneller). Westliche Botschaften in London und Washington D.C. prüfen gründlicher, dafür langsamer, oft zwei bis vier Wochen. Der häufigste Ablehnungsgrund bei allen Botschaften ist ein Kontostand, der kurzfristig aufgestockt statt dauerhaft gehalten wurde. Die Einwanderungsbeamten prüfen die Kontohistorie der letzten drei Monate, und eine kürzliche große Überweisung ist ein Warnsignal, unabhängig vom aktuellen Kontostand.

Belebte Sukhumvit Road mit BTS-Skytrain in Bangkok
Der Sukhumvit-Korridor in Bangkok, das Viertel, das die meisten digitalen Nomaden mit DTV als Homebase wählen.

Tipp: Überweise das Geld nicht erst in der Woche vor der Antragstellung auf dein Konto. Halte den Kontostand von THB500.000 über die drei Monate vor deinem Antrag durchgängig aufrecht. Allein diese Disziplin beseitigt den häufigsten Ablehnungsgrund beim DTV.

Mehr dazu: Destination Thailand Visa (DTV): Der komplette Guide

Option 2: Das Ruhestandsvisum – für alle ab 50

Wer 50 Jahre oder älter ist, findet im Non-Immigrant O-A (dem klassischen thailändischen Ruhestandsvisum) weiterhin den einfachsten langfristigen Weg. Es verlangt keine bestimmte Einkommensart oder Arbeitgebernachweise, sondern lediglich den Nachweis, dass du dich während deines Aufenthalts finanziell selbst versorgen kannst.

Die finanzielle Voraussetzung lässt sich auf drei Arten erfüllen:

  • THB800.000 auf einem thailändischen Bankkonto (davon mindestens THB400.000 über den Rest des Jahres gehalten)
  • THB65.000 monatliches nachweisbares Einkommen, etwa aus Rente, Sozialversicherung, Dividenden oder einer anderen regelmäßigen Einkommensquelle
  • Eine Kombination aus Bankeinlage und Jahreseinkommen, die zusammen THB800.000 ergibt

Das Visum wird für ein Jahr ausgestellt und jährlich bei der örtlichen Einwanderungsbehörde verlängert. Eine Krankenversicherung ist Pflicht: mindestens THB40.000 ambulante Deckung und THB400.000 stationäre Deckung, entweder von einem in Thailand zugelassenen Anbieter oder mit einem konformen ausländischen Versicherungsnachweis. Die Kontrollen wurden seit 2023 deutlich verschärft, und wer ohne gültige Versicherung zum Verlängerungstermin erscheint, wird mittlerweile in der Regel abgelehnt.

Außerdem gilt das ganze Jahr über eine 90-Tage-Meldepflicht: Alle 90 Tage meldest du deine Adresse bei der Einwanderungsbehörde, persönlich, per Post oder online. Eine verpasste Meldung zieht ein Bußgeld von THB2.000 nach sich und kann deine nächste Verlängerung erschweren.

Modernes Kondominium-Gebäude in Bangkok
Das Ruhestandsvisum ist der häufigste Weg für ausländische Einwohner, die sich dauerhaft niederlassen.

Die langfristigere Variante, das Non-Immigrant O-X, gilt für 10 Jahre und erfordert THB3.000.000 auf einem thailändischen Bankkonto. Berechtigt sind nur Staatsangehörige aus 14 bestimmten Ländern, prüfe also, ob deines auf der Liste steht, bevor du damit planst. Wer die Voraussetzungen erfüllt und das Kapital hat, spart sich damit ein Jahrzehnt lang die jährlichen Verlängerungstermine.

Mehr dazu:

Option 3: Das LTR – für Gutverdiener, die sich langfristig niederlassen

Das von Thailands Board of Investment verwaltete Long-Term Resident Visa ist ein zehn Jahre gültiges, verlängerbares Visum mit einem substanziellen Zusatzpaket über das reine Aufenthaltsrecht hinaus: jährliche Meldung statt 90-Tage-Check-ins, eine digitale Arbeitserlaubnis, die das übliche Beschäftigungsverhältnis von 4:1 zwischen Thailändern und Ausländern umgeht, und die praktische Anerkennung, dass du ein echter Langzeitresident bist und kein wiederkehrender Besucher.

Die Zugangshürde ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Es gibt vier Kategorien:

  • Work-from-Thailand Professionals: Mindestens US$80.000 (rund 68.000 €) Jahreseinkommen, angestellt bei einem Unternehmen mit mindestens drei Jahren Geschäftstätigkeit und einem Gesamtumsatz von mindestens US$50 Millionen (rund 42,5 Millionen €). Das ist ein Visum für angestellte Fachkräfte, keine Option für Freelancer.
  • Wealthy Global Citizens: Nettovermögen von mindestens US$1 Million (rund 850.000 €), davon mindestens US$500.000 (rund 425.000 €) in Thailand investiert, etwa in Staatsanleihen, REITs oder BOI-zugelassene Projekte.
  • Wealthy Pensioners: Passives Einkommen von mindestens US$80.000 (rund 68.000 €) pro Jahr aus Rente, Dividenden oder Kapitalanlagen.
  • Highly Skilled Professionals: Spezialisten in Branchen, die Thailand priorisiert: Digitaltechnologie, Automatisierung, Biokraftstoffe und Biochemie, Medizin und Wellness sowie Agrartechnologie. Es gelten Einkommensvoraussetzungen.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt mit dem LTR ein hervorragendes Angebot für ein Jahrzehnt geordnetes Leben. Als Nomade mit US$50.000 (rund 42.500 €) aus Freelance-Aufträgen ist es noch nichts für dich, aber es lohnt sich, es als langfristiges Ziel im Blick zu behalten.

Mehr dazu: Thailand LTR-Visum im Test: Voraussetzungen und So bekommst du es

Option 4: Das Bildungsvisum – eine Brücke, keine Lösung

Das Non-Immigrant ED-Visum erlaubt dir den Aufenthalt in Thailand, solange du an einer zugelassenen Bildungseinrichtung eingeschrieben bist. Am häufigsten nutzen Langzeit-Ausländer dafür die Thai-Sprachschule, die in der Regel THB10.000 bis THB30.000 pro Semester kostet, drei bis sechs Monate abdeckt und verlängerbar ist, solange du weiter an einer zugelassenen Einrichtung lernst.

Das Problem ist die Pflicht zu 80 Prozent Anwesenheit im Unterricht. Wer regelmäßig zwischen Thailand und den Nachbarländern hin- und herreist, verstößt gegen diese Regel und riskiert das Visum. Zudem wird es deutlich strenger kontrolliert als noch vor einigen Jahren: Die Einwanderungsbehörde prüft mittlerweile die Anwesenheitslisten, und Schulen, die früher ausländische Einschreibungen einfach durchgewunken haben, sind heute ein deutlich riskanteres Spiel.

Seinen echten Nutzen hat das ED-Visum als Übergangslösung: Wer bereits in Thailand ist und auf die Bearbeitung eines DTV-Antrags wartet, sichert sich mit der Einschreibung an einer seriösen Thai-Sprachschule in der Zwischenzeit einen legalen Status, und ganz nebenbei einen guten Grund, etwas dazuzulernen. Als dauerhafte Lösung für alle, die einen ordentlichen Visumsstatus vermeiden wollen, macht es mehr Ärger, als es wert ist.

Option 5: Thailand Privilege – wenn dir Einfachheit den Preis wert ist

Die Thailand-Privilege-Karte (früher Thailand Elite) ist eine einmalige Anschaffung für alle, die über Kapital verfügen, kein Einkommen oder Beschäftigungsverhältnis nachweisen möchten und die einfachstmögliche Langzeitlösung suchen.

Aktuelle Stufen (Stand 2026):

  • Bronze (fünf Jahre): THB650.000
  • Gold (fünf Jahre): THB900.000
  • Platinum (10 Jahre): THB1.500.000
  • Diamond (15 Jahre): THB2.500.000

Keine der Stufen beinhaltet Arbeitsrechte. Die 90-Tage-Meldepflicht gilt weiterhin. Steuerliche Vorteile gibt es keine. Was du bekommst, ist ein Langzeitvisum ohne jährlich nachzuweisende Einkommensschwelle, ohne zu dokumentierenden Arbeitgeber, ohne Kontostand, den du auf einem bestimmten Niveau halten musst, und ohne jährlichen Verlängerungstermin.

Es passt zu einem bestimmten Profil:

  • jemand mit Kapital
  • im Ruhestand oder Teilruhestand, muss in Thailand nicht legal arbeiten und schätzt Einfachheit über alles.

Die Bronze-Stufe für THB650.000 macht THB130.000 pro Jahr für fünf Jahre Sicherheit. Für manche Menschen geht diese Rechnung auf. Für die meisten Nomaden, die ihr Einkommen für ein DTV nachweisen können, eher nicht.

Hinweis: Die Antragsgebühr von THB50.000 ist seit März 2026 vorübergehend ausgesetzt.

Mehr dazu: Thailand Privilege Card Programm im Test: Lohnt es sich?

Den richtigen Weg wählen

Das richtige Visum hängt fast ausschließlich von deinem Alter, deiner Einkommensart und davon ab, wie lange du tatsächlich bleiben möchtest. Hier ein ehrlicher Leitfaden:

  • Wenn du Remote-Worker oder Freelancer unter 50 bist: Das DTV ist deine Antwort. Es ist genau für diese Situation gemacht, die Voraussetzungen sind mit etwas Vorbereitung erreichbar, und fünf Jahre mit 180-Tage-Mehrfacheinreisen decken alles ab außer der dauerhaften Niederlassung. Stelle den Antrag jetzt, statt abzuwarten.
  • Wenn du 50 oder älter bist und Rente, Sozialversicherung oder Kapitalerträge beziehst: Das Non-Immigrant O-A ist der Standardweg und gut erprobt. Kommst du aus einem der 14 berechtigten Länder und hast THB3.000.000 für ein thailändisches Bankkonto, erspart dir das O-X ein Jahrzehnt lang die jährlichen Verlängerungstermine.
  • Wenn du eine erfahrene Fachkraft bist und US$80.000 (rund 68.000 €) oder mehr bei einem großen Arbeitgeber verdienst: Schau dir das LTR ernsthaft an. Die zehnjährige Laufzeit und die nur jährliche Meldepflicht sind ein echter Gewinn an Lebensqualität gegenüber den ständigen jährlichen Verlängerungen.
  • Wenn du über nennenswertes Kapital verfügst und keine Lust auf Papierkram hast: Thailand Privilege. Einmal zahlen, bleiben ohne bürokratischen Aufwand.
  • Wenn du eine Übergangslösung brauchst, während du auf ein reguläres Visum wartest: Bildungsvisum an einer seriösen Thai-Sprachschule, als vorübergehende Lösung gedacht.

Was keine dieser Optionen ersetzt, ist das alte Modell „Touristenbefreiung als Lebensstil“. Diese Option ist geschlossen.

Was du jetzt tun solltest

Wer sich aktuell mit einem 60-Tage-Stempel in Thailand aufhält, muss nicht dringend handeln. Dein aktueller Aufenthalt bleibt bis zu dem im Pass eingestempelten Datum gültig, unabhängig von der Veröffentlichung im Royal Gazette. Nutze diese Zeit, um Unterlagen für das Visum zu sammeln, auf das du hinarbeitest: drei Monate Kontoauszüge, Arbeitsverträge oder Kundenrechnungen, und bei Kurs auf das Ruhestandsvisum den Nachweis einer Krankenversicherung.

Wer sich außerhalb Thailands befindet und bald einreisen möchte, sollte vor der Reise den Status im Royal Gazette prüfen. Sind die neuen Regeln bis zum Ankunftsdatum in Kraft, erfolgt die Einreise mit 30 statt 60 Tagen. Plane entsprechend und berücksichtige die Möglichkeit einer 30-tägigen Verlängerung bei einer örtlichen Einwanderungsbehörde, falls du mehr Zeit brauchst, bevor sich deine Situation klärt.

Ein Punkt, der zum Zeitpunkt dieses Artikels noch wirklich ungeklärt ist: der genaue Geltungsbereich der Zwei-Einreisen-Obergrenze. Offizielle Erklärungen haben sich konkret auf Landgrenzen bezogen, doch mehrere Einwanderungsanwälte raten ihren Mandanten, sie bis zur ausdrücklichen Klarstellung durch das Royal Gazette als Grenze für alle Einreisewege zu behandeln. Geh nicht davon aus, dass ein schneller Flug nach Kuala Lumpur und zurück als separates Befreiungsfenster zählt.

Entspannte Café-Atmosphäre in Chiang Mai, Thailand
Chiang Mai bleibt eine der beliebtesten Langzeit-Basen Thailands für digitale Nomaden, und das DTV macht daraus eine legale.

Tipp: Richte einen Google Alert für „Royal Gazette Thailand visa exemption“ ein, um den Veröffentlichungstermin sofort mitzubekommen. Die 15-Tage-Frist beginnt mit dieser Bekanntmachung, und die Änderung wird ohne viel Aufhebens kommen.

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