Allgemein: Mitarbeiterbestimmungen, die Du als Geschäftsinhaber kennen musst

Mitarbeiter sind ein zentraler Bestandteil deines Unternehmens. Beim Einstellen von Personal in Thailand gibt es bestimmte gesetzliche Vorgaben, die du kennen solltest.  

In diesem Artikel führen wir dich durch die Bestimmungen, die du als Geschäftsinhaber in Thailand beim Einstellen von Mitarbeitern beachten musst.  

Personalsuche

Am häufigsten werden Mitarbeiter in Thailand über eine Jobbörse gesucht. Jobsdb, jobtopgun und workventure sind beliebte Jobportale. Sie berechnen eine feste monatliche Gebühr pro Stelle. Mit Jobsdb habe ich die besten Erfahrungen gemacht, allerdings ist es auch teurer als die anderen Optionen.

LinkedIn eignet sich gut für Positionen ab Managerebene aufwärts.  

Du kannst auch einen Personalvermittler beauftragen, um Mitarbeiter zu finden. Diese verlangen anderthalb bis zwei Monatsgehälter als Provision. Die Provision sollte erst gezahlt werden, nachdem der vermittelte Mitarbeiter die Probezeit bestanden hat.

Eine weitere wirksame Methode, um an Mitarbeiter zu kommen, ist dein persönliches Netzwerk. Du kannst jedem, der dir einen erfolgreichen Kandidaten empfiehlt, eine Prämie von THB5.000 zahlen.  

Probezeit

Die übliche Probezeit in Thailand beträgt drei bis vier Monate. Hat ein Mitarbeiter 120 Tage oder länger für dich gearbeitet, musst du in der Regel eine gesetzliche Abfindung von mindestens 30 Tageslöhnen zahlen, wenn du ihn ohne rechtlichen Grund kündigst.  

Sobald dein Mitarbeiter die Probezeit bestanden hat, liegt es an dir, ob du ihm eine Gehaltserhöhung gibst oder nicht.  

Arbeitsverträge  

Du solltest für jeden Mitarbeiter zwei Exemplare des Arbeitsvertrags vorbereiten: eines für dich und eines für den Mitarbeiter. Beide Parteien sollten die Verträge unterschreiben.

Das thailändische Arbeitsministerium stellt ein gutes Muster für einen Arbeitsvertrag bereit.  

Wenn du Thais einstellst, solltest du eine thailändische Version des Arbeitsvertrags haben.

Gehälter

Für thailändische Berufseinsteiger gibt es kein gesetzlich festgelegtes Mindestmonatsgehalt. Der gesetzliche Mindestlohn in Thailand ist als provinzieller Tagessatz festgelegt, während die Monatsgehälter für Berufseinsteiger je nach Rolle, Standort und Qualifikation variieren. Für manche Einstiegspositionen im Büro kalkulieren Arbeitgeber etwa THB18.000 bis THB23.000, du solltest jedoch den aktuellen Marktwert für die jeweilige Stelle prüfen.  

Es gibt allerdings keine eindeutige Vorgabe dafür, wie viel Gehalt du deinen Mitarbeitern zahlen solltest.

Du kannst auf Jobportalen recherchieren und den marktüblichen Lohn für die gesuchte Position ermitteln.  

Gehälter sollten am Ende jedes Monats gezahlt werden. Manche Unternehmen zahlen am 25., andere am letzten Tag des Monats.  

In Thailand werden Gehälter üblicherweise so gezahlt, dass dein Buchhalter die Lohnabrechnung über das Online-Banking vorbereitet. Anschließend kannst du das Gehalt jedes Mitarbeiters manuell freigeben.  

Bei größeren Unternehmen mit vielen Mitarbeitern kann dein Buchhalter die Lohnabrechnung nach deiner Freigabe für Sammelzahlungen an eine Bank übermitteln.  

Du solltest die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer deiner Mitarbeiter in deren Namen vom Gehalt abziehen, bevor du es auszahlst.  

Sozialversicherung

Nachdem du ein Unternehmen gegründet und Mitarbeiter eingestellt hast, musst du anspruchsberechtigte Mitarbeiter beim SSO-Büro für das Sozialversicherungsprogramm anmelden. Du musst dies innerhalb von 30 Tagen nach der Einstellung eines neuen Mitarbeiters melden. Kündigt der Mitarbeiter, musst du es bis zum 15. des Folgemonats mitteilen.  

Die SSO-Beiträge für deine Mitarbeiter musst du bis zum 15. des Folgemonats zahlen. Der Standardbeitrag beträgt 5 % des monatlichen Lohns jedes Mitarbeiters, berechnet auf einen Lohn, der bei THB17.500 gedeckelt ist. Der übliche Höchstbeitrag liegt damit bei THB875 pro Monat vom Arbeitgeber und THB875 pro Monat vom Arbeitnehmer.

Advertisement

Arbeitszeiten, gesetzliche Feiertage und Urlaub

Am gängigsten ist in Thailand eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche, also acht Stunden pro Tag. Wie du die Arbeitszeiten gestaltest, bleibt aber dir überlassen.  

In manchen Unternehmen wird von 9:00 bis 18:00 Uhr mit einer einstündigen Mittagspause gearbeitet, in anderen geht der Arbeitstag von 10:00 bis 19:00 Uhr.  

Gesetzlich ist eine Ruhepause von mindestens einer Stunde nach höchstens fünf aufeinanderfolgenden Arbeitsstunden vorgeschrieben. Die normale Arbeitszeit darf 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten, und für bestimmte gesetzlich als gefährlich eingestufte Tätigkeiten gelten niedrigere Grenzen.  

Nach thailändischem Recht müssen mindestens 13 gesetzliche Feiertage gewährt werden, einschließlich des Tags der Arbeit. Am einfachsten richtest du die Feiertage nach den thailändischen Bankfeiertagen.  

In Thailand gibt es jedes Jahr mehr als 13 gesetzliche Feiertage. Du kannst mit deinen Mitarbeitern sprechen und sie wählen lassen, welche sie nehmen möchten.  

Einem Mitarbeiter, der länger als ein Jahr beschäftigt ist, müssen mindestens sechs bezahlte Urlaubstage gewährt werden. Danach liegt es an dir, wie viele bezahlte Urlaubstage du deinen Mitarbeitern gibst.  

Du kannst denjenigen, die länger als ein Jahr beschäftigt sind, sechs Tage geben, denjenigen mit mehr als zwei Jahren zehn Tage und denjenigen mit drei oder mehr Jahren 15 Tage.  

Überstunden

Du bist verpflichtet, deinen Mitarbeitern Überstunden nach den folgenden Sätzen und Bedingungen zu vergüten:  

Überstunden an normalen Arbeitstagen: Arbeitet ein Mitarbeiter an einem normalen Arbeitstag länger als die reguläre Arbeitszeit, musst du einen Überstundenzuschlag von mindestens dem Anderthalbfachen seines Stundenlohns zahlen.

Arbeit an Feiertagen: Arbeitet ein Mitarbeiter an einem wöchentlichen Ruhetag, einem traditionellen Feiertag oder einem Urlaubstag während der regulären Arbeitszeit, gelten die Regeln für die Vergütung von Feiertagsarbeit. Monatlich bezahlte Mitarbeiter erhalten in der Regel mindestens das Einfache ihres Stundenlohns zusätzlich für die an diesem Feiertag geleisteten Stunden, während Mitarbeiter, die an Feiertagen normalerweise keinen Lohnanspruch haben, mindestens das Zweifache ihres Stundenlohns erhalten.

Hast du zum Beispiel vorab mit deinem Mitarbeiter vereinbart und im Vertrag festgehalten, dass der Samstag Teil seiner regulären Arbeitswoche ist, und hat er weiterhin mindestens einen wöchentlichen Ruhetag, dann sind diese Stunden reguläre Arbeitszeit und keine Überstunden.  

Fällt seine reguläre Arbeitszeit jedoch auf Wochentage und er arbeitet an einem geplanten wöchentlichen Ruhetag oder gesetzlichen Feiertag, musst du die Vergütung für Feiertagsarbeit zahlen.  

Leistet ein Mitarbeiter Überstunden an einem Feiertag, musst du diese mit mindestens dem Dreifachen seines Stundenlohns vergüten.

Die Gesamtzahl der Überstunden und der Feiertagsarbeitsstunden darf 36 pro Woche nicht überschreiten, sofern keine Ausnahme nach den arbeitsrechtlichen Vorschriften gilt.  

Boni

Boni sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Mitarbeiter erwarten von ihrem Arbeitgeber aber durchaus einen Bonus.  

In Thailand gibt es zwei gängige Arten von Boni. Wie hoch der Bonus ausfällt, liegt bei dir.

  • Jahresbonus: Die meisten Unternehmen zahlen einen Jahresbonus im Dezember oder April. Der Bonus kann ein bis zwei Monatsgehälter betragen, aber auch mehr oder sogar weniger.
  • Leistungsbonus. Dieser wird abhängig von der Leistung des Mitarbeiters gewährt. Du kannst zum Beispiel pro Quartal ein Ziel festlegen und einen Leistungsbonus zahlen, wenn ein Mitarbeiter dieses Ziel erreicht. Ein solcher Bonus kann THB5.000 pro Quartal betragen.
Advertisement
Sponsored
Questions About This Article?
Please post them in our Reddit community at /r/expatden.