In diesem Artikel geht es um Fehler, die Expats beim Mieten einer Unterkunft in Thailand immer wieder machen – und wie du sie vermeidest.
Du zahlst jährlich statt monatlich
Manche Mieter zahlen die Jahresmiete lieber auf einmal, statt monatlich zu überweisen. Aus welchen Gründen auch immer: davon ist abzuraten.
Der Vermieter hat vielleicht nicht genug Geld, um dir den verbleibenden Betrag zurückzuzahlen, wenn du vor Vertragsende ausziehst. Schnell steht da ein Betrag von mehr als 100.000 Baht im Raum.
Dein Geld zurückzubekommen ist dann mühsam – besonders wenn du bereits in ein anderes Land weitergezogen bist. Selbst wenn du noch in Thailand bist, zieht sich ein Gerichtsverfahren in die Länge. Anwaltskosten, Aktenvorbereitung, Gerichtstermine – das alles kostet Zeit und Nerven.
Du bewahrst keine Zahlungsbelege auf
Heb jeden Beleg auf, den du nach einer Mietzahlung erhältst – ob Quittung vom Apartment oder Condo, Banknachweis oder Geldautomatenbeleg. Das klingt nach Kleinkram, wird aber wichtig, wenn du die Miete bezahlt hast und der Eigentümer das bestreitet.
Genau das passiert regelmäßig in schlecht geführten Apartmentanlagen.
Du klärst nicht, wer was bezahlt
Der Mietvertrag sollte eindeutig regeln, welche Kosten du trägst und welche der Vermieter. Als Faustregel gilt: Du zahlst für zusätzliche Möbel, die nicht zum Inventar gehören, und für selbst verursachte Schäden. Größere Instandhaltungen und Reparaturen an vorhandenen Möbeln und Geräten trägt der Vermieter – sofern der Vertrag nichts anderes regelt.
Geht die Klimaanlage durch normalen Verschleiß kaputt, muss der Vermieter zahlen. Willst du einen Durchlauferhitzer nachrüsten, den das Zimmer nicht hat, bist du dran. Im Zweifel immer vorher fragen.
Oft übersehen wird die Frage, wer bei Unfallschäden haftet. Platzt während deines Urlaubs eine Wasserleitung und beschädigt deine oder eine benachbarte Wohnung – wer kommt dafür auf? Kläre das schriftlich, bevor es zum Problem wird.
Du dekorierst die Wohnung auf eigene Faust
Die meisten Mietverträge legen fest, was du verändern darfst und was nicht. Häufig steht darin, dass Bohrlöcher in den Wänden verboten sind. Trotzdem denken viele, ein kleines Loch für ein Badregal sei doch harmlos. Der Vermieter sieht das möglicherweise anders – und behält einfach die Kaution.
Wer eigenmächtig den Boden erneuert oder die Wände streicht, macht die Wohnung nach eigenem Geschmack schöner, riskiert aber ebenfalls, die Kaution zu verlieren oder nachträglich zur Kasse gebeten zu werden.
Hol dir deshalb jedes Mal die Erlaubnis des Vermieters, wenn du etwas verändern willst – am besten schriftlich. Ein formeller Vertrag muss es nicht sein; ein E-Mail-Wechsel reicht in der Regel aus.
Du kommunizierst nicht mit Vermieter oder Hausverwaltung
Melde jeden Schaden sofort – egal ob ein kleiner Wasserfleck an der Decke, ein defekter Boiler oder etwas anderes. Wer Schäden verschweigt, riskiert, dass sie sich ausweiten und am Ende die eigene Kaution kosten.
Es gibt Fälle, in denen Mieter nach einem undichten Dach einfach nichts gesagt haben. Wochenlang. Bis der Wasserschaden so groß war, dass die Kosten nicht mehr der Vermieter, sondern der Mieter übernehmen musste.
Du liest den Mietvertrag nicht richtig
Mietverträge in Thailand sind sehr unterschiedlich. Manche gibt es nur auf Thailändisch, andere in holprigem Englisch, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
Lies den Vertrag trotzdem sorgfältig, bevor du unterschreibst. Nimm jemanden mit, der Thai spricht, um Missverständnisse zu vermeiden. Manchmal verstecken sich im Kleingedruckten Klauseln wie unangekündigte Inspektionen oder das Verbot, Freunde übernachten zu lassen.
Du hältst die Wohnung nicht sauber
Beim Auszug fällt meist eine Endreinigungsgebühr an – das bedeutet aber nicht, dass du die Wohnung während deines Aufenthalts verwahrlosen lässt. Im Gegenteil: Wer regelmäßig putzt, vermeidet hartnäckige Flecken und Schäden, die durch Vernachlässigung entstehen. Manche Verfärbungen lassen sich später nicht mehr entfernen. Der Vermieter kann dich dafür zur Verantwortung ziehen.
Du überprüfst das Eigentum an der Wohnung nicht
In Thailand kaufen viele Leute Eigentumswohnungen als Investition und vermieten sie weiter. Was kaum jemand bedenkt: Manchmal hat der Vermieter die Wohnung bereits an jemand anderen verkauft, vermietet sie aber trotzdem noch – ohne Wissen des neuen Eigentümers.
Wenn der rechtmäßige neue Eigentümer herausfindet, dass jemand unautorisisert in seiner Wohnung lebt, kann er rechtliche Schritte einleiten. Und der ursprüngliche Vermieter ist dann oft nicht mehr erreichbar.
So unwahrscheinlich das klingt – es passiert. Lass dir daher Eigentumsnachweise zeigen, bevor du unterschreibst: beim Condo zum Beispiel die Eigentumsübertragungsurkunde, und gleiche den Namen mit dem Personalausweis des Vermieters ab. Wer sich querstellt, ist verdächtig. Im Zweifelsfall frag beim Büro des Gebäudes nach – oder halte Ausschau nach dem Reinigungspersonal und dem Sicherheitsdienst. Die wissen meistens, was in dem Haus wirklich los ist.
Du ignorierst das Reinigungspersonal
Das Reinigungspersonal ist eine unterschätzte Informationsquelle. Wer gut mit Concierge und Putzpersonal steht, erfährt schnell, wo man einen Handwerker findet, was die Nachbarn im gleichen Stockwerk zahlen, welche Wohnungen gerade günstiger neu vermietet werden – und noch viel mehr.
Pflege ein freundliches Verhältnis zu ihnen.
Du bist im Urlaub unvorsichtig
Überschwemmungen in Wohnungen entstehen oft dadurch, dass niemand die Wasserhähne abdreht, wenn er für ein paar Tage weg ist. Schließe deshalb vor jeder längeren Abwesenheit alle zugänglichen Wasserhähne ab – unter den Waschbecken, hinter den Toiletten, auf dem Balkon und anderswo.
Zieh außerdem alle Geräte aus der Steckdose, die du nicht brauchst – besonders Elektroherde. Sonst droht ein Kurzschluss.
Lass einen Vorhang etwas geöffnet, damit Tageslicht hereinkommt. Das hält die Luft in Bewegung und verhindert Schimmelbildung durch Staunässe und Dunkelheit.
Bleibst du länger als einen Monat weg, bitte das Reinigungspersonal, die Wohnung ab und zu durchzulüften und zu wischen. Du willst schließlich nicht nach Wochen zurückkommen und eine Schicht Staub und Schimmel vorfinden.